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Bayern: Diese Hunde werden als gefährlich eingestuft

Tosa Inu advice © Shutterstock

Seit April 2001 gilt die bundesweite Hundeverordnung. Gemäß dieses Gesetzes gelten Hunde bestimmter Rassen als gefährlich oder potenziell gefährlich. Die einzelnen Bundesländer entscheiden selbst, wie sie mit den sogenannten Kampfhunden umgehen. In Bayern unterliegt das Halten dieser Rassen einigen Restriktionen.

von Tim Brinkhaus

Das Wichtigste in Kürze:

Die Rasseliste in Bayern und ihre Kategorien

Bayern stuft Kampfhunde in zwei Kategorien ein: Rassen der ersten Kategorie gelten als grundsätzlich gefährlich. Ein Negativzeugnis ist nicht möglich. Kategorie-Zwei-Hunde gelten als potenziell gefährlich. Bei Letzteren lässt sich durch einen Wesenstest nachweisen, dass sie ungefährlich sind.

Kategorie Eins: Hunde mit generell gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit

Hunden der ersten Kategorie der bayerischen Rasseliste wird eine generell gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit unwiderlegbar unterstellt. Folgende Rassen sind betroffen:

  • American Pitbull Terrier
  • American Staffordshire Terrier und Staffordshire Terrier
  • Tosa Inu
  • Bandog
  • Kreuzungen mit diesen Rassen

Haltungsbedingungen für Hunde der Kategorie Eins

Wer einen Hund der Kategorie Eins halten möchte, benötigt eine Halteerlaubnis. Diese wird von den Behörden ausgestellt. Dafür sind folgende Auflagen zu erfüllen:

  • Der Halter verfügt über ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis
  • Der Hund hat den Wesenstest bestanden
  • Ein berechtigtes Interesse für die Haltung eines Hundes der Kategorie Eins ist nachweisbar

Eine besondere Herausforderung stellt der Nachweis des berechtigten Interesses dar. Der Kampfhund muss dafür rassetypischen Nutzen erfüllen – beispielsweise Haus und Hof verteidigen. An dieser Auflage scheitern die meisten potenziellen Halter.

Kategorie Zwei: Hunde mit vermuteter gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit

Hunde der zweiten Kategorie können die vermutete Aggressivität durch einen Wesenstest widerlegen. Im Anschluss daran erhalten sie ein Negativzeugnis. Dieses ist mit einem Rechtsanspruch verbunden und sogar einklagbar. Zu den betreffenden Rassen gehören:

  • American Bulldog, Bullmastiff und Bullterrier
  • Cane Corso, Dogo Argentino und Mastiff
  • Mastino Espanol und Perro de Presa (Canario)
  • Mallorquin und Rottweiler
  • Alano und File Brasiliero

Auch Kreuzungen der genannten Rassen fallen in Kategorie Zwei.

Haltungsbedingungen für Hunde der Kategorie Zwei

Die Haltungsbedingungen für Hunde der zweiten Kategorie sind weniger streng. Nach einem bestandenen Wesenstest ist die Haltung problemlos möglich.

Unsere Empfehlung: Kosten im Vorfeld im Blick behalten

Sie möchten einem Kampfhund – beispielsweise aus dem Tierheim – ein Zuhause bieten? Mit Rassen der zweiten Kategorie ist das möglich. Behalten Sie jedoch im Vorfeld die Kosten im Blick. Insgesamt sind folgende Positionen zu beachten:

  • Die Schutzgebühr im Tierheim liegt zwischen 200 und 400 Euro
  • Das befristete Negativzeugnis bis zum 18. Lebensmonat liegt bei etwa 100 Euro
  • Das endgültige Negativzeugnis inklusive Wesenstest beläuft sich auf etwa 250 Euro

Listenhunde der Bundesländer