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Informationen zu Listenhunden im Saarland

Agressiver Staffordshire Terrier advice
© Shutterstock

Ab dem Jahr 2000 beschlossen viele Bundesländer strengere Gesetze für den Umgang mit gefährlichen Hunden. Das Saarland ist eines von ihnen. Es führt nicht die strengste Verordnung, doch auch hier gibt es eine Rasseliste mit potenziell gefährlichen Hunden.

von Tim Brinkhaus

Listenhunde Saarland in Kürze

  • Im Saarland regelt die Polizeiverordnung über den Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden im Saarland den Umgang mit Listenhunden sowie auffällig gewordenen Hunden.
  • Drei Hunderassen gelten als potenziell gefährlich. Mit einem bestandenen Wesenstest können diese aber frei von jeglichen Auflagen gehalten werden.
  • Hunde, bei denen rasseunabhängig eine Gefährlichkeit festgestellt wurde, z. B. durch Einstufung nach Beißvorfällen oder Nichtbestehen des Wesenstest, bekommen Auflagen. Dazu gehört u. a. eine Maulkorb- und Leinenpflicht.

Drei Rassen auf Rasseliste im Saarland

Die Haltung der Hunderassen folgender Rassen bedarf einer behördlichen Erlaubnis:

Das gilt genauso für Mischlinge aus diesen Rassen.

Kann der Halter aber einen Wesenstest vorlegen, der dem Hund bescheinigt, dass keine gesteigerte Aggression oder Gefährlichkeit vorliegt, wird der Hund von allen Auflagen befreit. Seine Haltung sowie Rechte und Pflichten des Halters unterscheiden sich danach nicht von denen anderer Hunde. Dieser Wesenstest muss von einem behördlich anerkannten, sachkundigen Tierarzt durchgeführt werden. Die Kosten trägt der Hundehalter.

Wann gilt ein Hund in Saarland als gefährlich?

American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier sowie Mischlinge aus diesen Rassen gelten als gefährlich, wenn sie keinen Wesenstest absolviert oder diesen nicht bestanden haben.

Auch rasseunabhängig können Hunde als gefährlich eingestuft werden. Fallen sie durch Beißvorfälle oder ähnlich gefahrdrohendes Verhalten gegenüber Menschen oder Tieren auf, kann behördlich die Gefährlichkeit festgestellt werden.

In beiden Fällen sind für die Haltung des betroffenen Hundes Auflagen zu erfüllen, um die Sicherheit der Mitmenschen zu gewährleisten.

Haltungsvoraussetzungen für als gefährlich eingestufte Hunde

Die Erlaubnis, einen als gefährlich eingestuften Hund halten zu dürfen, wird nur erteilt, wenn die erforderliche Zuverlässigkeit nachgewiesen wird. Hundehalter müssen mindestens 18 Jahre alt sein, ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und eine Sachkundeprüfung bestehen.

Die Unterbringung des Hundes muss ausbruchsicher sein, d. h. auch der Garten muss so eingezäunt sein, dass der Hund diesen nicht selbstständig verlassen kann. An jeglichen Eingängen sind Warnschilder mit der Aufschrift „Vorsicht – gefährlicher Hund“ anzubringen.

Als gefährlich eingestufte Hunde haben in der Öffentlichkeit, die in Mehrfamilienhäusern bereits im Treppenhaus beginnt, Maulkorb- und Leinenpflicht. Die Halter dürfen jeweils nur einen als gefährlich geltenden Hunde zur gleichen Zeit an der Leine führen. Es muss für den Hund eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Hierbei müssen bei Personenschäden mindestens 1 Million, bei Sachschäden 500.000 Euro gedeckt sein.

Der Hund benötigt eine sichere Kennzeichnung, z. B. einen Mikrochip sowie ein Halsband mit den Kontaktdaten des Halters. Ein Besitzerwechsel muss unverzüglich der Behörde gemeldet werden. Das Gleiche gilt, wenn der Hund entlaufen ist. Die Höhe der Hundesteuer obliegt den Kommunen und kann innerhalb des Saarlands variieren.

Rasselisten der Bundesländer