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Schleswig-Holstein: Keine Listenhunde im hohen Norden der Republik

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Ob eine Hunderasse als gefährlich einzustufen ist, entscheidet jedes Bundesland für sich. Nur drei von 16 Bundesländern entscheiden sich gegen die Vorverurteilung durch sogenannte Rasselisten. Neben Niedersachsen und Thüringen gibt es auch in Schleswig-Holstein keine erklärten Kampfhunderassen mehr. Dafür gelten strengere Regeln für alle Hundehalter.

von Tim Brinkhaus

Listenhunde in Schleswig-Holstein in Kürze

  • In Schleswig-Holstein gibt es keine expliziten Listenhunde.
  • Hundehalter sind unabhängig von der Rasse zum Nachweis der Sachkunde verpflichtet.
  • Die Pflichten für Hund und Halter regelt die Verwaltungsvorschrift zum Gefahrhundegesetz des Landes Schleswig-Holstein.
  • Die Gefährlichkeit eines Hundes wird rasseunabhängig im Einzelfall beurteilt.

Rasseliste in Schleswig-Holstein abgeschafft

Mit dem 01.01.2016 wurde die Rasseliste in Schleswig-Holstein abgeschafft. Damit vermutet das Land bei keiner Rasse mehr grundsätzlich eine besondere Gefährlichkeit. Zuständig für diese Regelung ist das Innenministerium mit der Verwaltungsvorschrift zum Gefahrhundegesetz des Landes Schleswig-Holstein. Demnach ist nicht mehr die Rasse entscheidend für die Gefährlichkeit eines Hundes, sondern die Haltung. Auch die bislang erhöhte Hundesteuer für bestimmte Rassen gibt es nicht mehr. Erst nachdem ein Hund verhaltensauffällig wurde, ist er als offiziell gefährlich einzustufen.

Hund erst durch Verhaltensauffälligkeit gefährlich

Ein Hund ist in Schleswig-Holstein erst dann als gefährlich einzustufen, wenn er verhaltensauffällig wird. Solche Verhaltensauffälligkeiten sind:

  • Beißattacke gegen einen Menschen
  • wiederholtes Anspringen eines Menschen oder Tieres in aggressiver oder bedrohlicher Weise
  • Beißattacke gegen ein anderes Tier
  • unkontrolliertes Hetzen und Jagen von Wild

Ist ein Tier einmal als gefährlich eingestuft, ist der Halter verpflichtet, einen Hundeführerschein zu machen. Dieser beinhaltet eine theoretische und eine praktische Prüfung. Außerdem unterliegt der Hund außerhalb des Grundstücks uneingeschränkt dem Leinen- und Maulkorbzwang. In dieser Zeit ist der Hund auch nicht zur Zucht zugelassen. Nach zwei Jahren kann das Tier jedoch einen Wesenstest absolvieren. Wenn es diesen Test besteht, unterliegt es keinen Einschränkungen mehr.

Unsere Empfehlung: Weniger Steuern dank Sachkundenachweis

In Schleswig-Holstein entscheiden die einzelnen Kommunen über die Höhe der Hundesteuer. Wer einen Sachkundenachweis ablegt – also den Hundeführerschein macht – hat gute Chancen auf ermäßigte Gebühren.

Listenhunde der Bundesländer