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Matt und müde? Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Müder Hund advice
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Ob Mensch oder Hund: Wenn die Schilddrüse nicht funktioniert, bremst dies den ganzen Stoffwechsel aus. Die Symptome einer Unterfunktion entwickeln sich schleichend, so dass einige Hundehalter die Veränderungen erst spät bemerken. Lesen Sie hier das Wichtigste rund um die Schilddrüsenunterfunktion beim Hund.

von Nina Brandtner

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion beim Hund?

Die Schilddrüse befindet sich auf den beiden Halsseiten des Hundes. Sie bildet Hormone, die eine zentrale Rolle beim Stoffwechsel spielen. Wenn die Schilddrüse ihre Arbeit nicht ausreichend erfüllt, sprechen Experten wie beim Menschen von einer Hypothyreose.

Dabei führen autoimmunbedingte, krankhafte Reaktionen des Körpers zu einer Zerstörung der Schilddrüse. In Folge kommt es zu einem Mangel des Schilddrüsenhormons Thyroxin t4. Auch den gegenteiligen Effekt, ein Zuviel an Schilddrüsenhormonen, gibt es. Experten sprechen dann von einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) beim Hund.

Schilddrüsenzellen Hund
Die Zellen der Schilddrüse beim Hund
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Ursachen der Schilddrüsenunterfunktion beim Hund: Ernährung?

Jeder Hund kann an einer Unterfunktion der Schilddrüse erkranken. Allerdings sind vor allem kastrierte Hunde mittleren Alters und große Rassen betroffen. Eine Ausnahme unter den kleinen Rassen bilden Dackel.

Folgende Rassen sind häufiger betroffen:

Die Schilddrüsenunterfunktion beim Hund tritt zu 95 Prozent durch autoimmunbedingte Entzündungen oder durch Organschäden ohne erkennbare Ursache auf. In seltenen Fällen verursachen Tumore eine Schilddrüsenstörung.

Golden Retriever
Gehört zu den Rassen mit erhöhtem Risiko: Der Golden Retriever
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Früher war eine Unterversorgung mit Jod in einigen Fällen die Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden. Kommerzielles Futter deckt die Jod-Versorgung der Vierbeiner heute komplett ab. Wer barft, sollte prüfen, ob ausreichend Jod in der Nahrung enthalten ist.

In der Regel ist es nicht möglich, einer Schilddrüsenentzündung beim Hund vorzubeugen.

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund: Symptome

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann der Vierbeiner vielfältige Symptome zeigen. Da die Erkrankung schleichend verläuft, fällt vielen Haltern das veränderte Verhalten ihres Gefährten erst nach Monaten auf.

Müder Hund
Trägheit und Müdigkeit sind Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion
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Mögliche klinische Symptome sind:

Schreitet die Erkrankung ungehindert fort, kann es zu neurologischen Symptomen wie Lähmungen oder zu Fruchtbarkeitsstörungen kommen.

Diagnose beim Tierarzt

Der Tierarzt kann die Schilddrüsenunterfunktion anhand spezieller Blutuntersuchungen diagnostizieren. Hierfür untersucht er die im Blut vorhandenen Schilddrüsenhormone oder veranlasst einen TSH-Stimulationstest. Einige Rassen wie Grey- und Deerhounds haben von Natur aus niedrigere Schilddrüsenwerte.

Blut
Mithilfe einer Blutuntersuchung wird die Schilddrüsenunterfunktion festgestellt
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Auch bestimmte Antikörper im Blut können für die Diagnose eine Rolle spielen. Denn die Schilddrüsenhormone sind eng mit anderen Prozessen im Hundekörper verflochten.

Erkrankungen oder Medikamente können die Funktion der Schilddrüse vorübergehend einschränken und zu falschen Ergebnissen führen.

Darum handelt es sich bei der Schilddrüsenunterfunktion um eine Erkrankung, die einerseits häufig übersehen, andererseits leicht „überdiagnostiziert“ wird. Freuen Sie sich darum, wenn der Arzt gründlich vorgeht und umfangreiche Laboruntersuchungen des Blutes veranlasst.

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund behandeln: Tabletten

Steht die Diagnose fest, ist in den meisten Fällen eine lebenslange Therapie nötig. Denn das beschädigte Schilddrüsengewebe ist unwiederbringlich verloren. Einmal medikamentös eingestellt, ist die Behandlung unkompliziert:

Die Hunde benötigen zweimal täglich eine Dosis Thyroxin in Tablettenform.
Hund Medizin
Zwei Tabletten mit Thyroxin braucht der Hund am Tag
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Das richtige Einstellen kann etwas Geduld und einige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt erfordern. Doch die Mühe lohnt sich, denn: Mit der richtigen Dosis können betroffene Hunde ohne Einschränkung der Lebensqualität ein hohes Alter erreichen.

Spätestens nach acht bis zwölf Wochen gehen die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion nach erfolgreicher Einstellung auf das Medikament komplett zurück.

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund: Kosten

Die Tierarztkosten variieren je nach Gebührensatz und Gesamtkonstitution des Tieres. Die Diagnose kann um die 150 bis 250 Euro kosten. Dies beinhaltet eine gründliche Untersuchung sowie spezielle Bluttests. Besteht der Verdacht auf Tumore oder andere Erkrankungen, kann es teurer werden.

Steht die Diagnose fest, erfolgt eine lebenslange Gabe von Schilddrüsenhormonen. Abhängig von der erforderlichen Dosis kostet diese monatlich bei einem mittelgroßen Hund um die 25 bis 30 Euro.

HUnd beim Tierarzt
Halter von Hunden mit Schilddrüsenunterfunktion müssen mit hohen Tierarztkosten rechnen
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Engmaschige Kontrolluntersuchungen zu Beginn der Behandlung ermöglichen das zügige Finden der richtigen Dosis. Hier können erneut 70 bis 250 Euro innerhalb der ersten Monate fällig werden. Anschließend reicht eine viertel- bis halbjährliche Kontrolle des Schilddrüsenhormon-Spiegels.

Bei einem gut eingestellten Vierbeiner kommen pro Jahr inklusive Untersuchungen um die 500 Euro an zusätzlichen Kosten auf die Halter zu.

Wamiz-Ratgeber: Tierarztkosten

Alternative Therapien wie Homöopathie

Hat der Hund eine diagnostizierte Schilddrüsenunterfunktion, ist er auf Medikamente angewiesen. Hier helfen weder Homöopathie noch eine andere Ernährung, denn die Schilddrüse ist nicht in der Lage, den Körper mit den nötigen Hormonen zu versorgen.

Leidet der Vierbeiner unter Infektionen der Haut, sind diese zu Beginn der Therapie zu behandeln. Hierfür empfiehlt der Tierarzt medizinische Shampoos, die antiseptisch wirken und gleichzeitig pflegen.

Hund wird gebadet
Ein spezielles medizinisches Shampoo wirkt gegen Hautinfektionen
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Eine Ernährung, die reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, kann unterstützend wirken. Sie können beispielsweise je nach Hundegewicht einen Teelöffel Lein- oder Distelöl unter das übliche Futter das Vierbeiners mischen. Besprechen Sie dies mit dem behandelnden Tierarzt.

Kann eine Schilddrüsenunterfunktion tödlich sein?

Eine Schilddrüsenunterfunktion schränkt die Lebensqualität des Hundes deutlich ein und sollte darum ausnahmslos behandelt werden. Zu den möglichen Langzeitfolgen gehören neurologische Störungen sowie Herzprobleme.

Bei älteren oder geschwächten Tieren kann eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion darum tödliche Folgen haben.