❗️ Neues Hund-und-Katzen-Quiz von Wamiz

Werbung

Matt und müde? Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Müder Hund advice
© Shutterstock

Ob Mensch oder Hund: Wenn die Schilddrüse nicht funktioniert, bremst dies den ganzen Stoffwechsel aus. Die Symptome einer Unterfunktion entwickeln sich schleichend, so dass einige Hundehalter die Veränderungen erst spät bemerken. Lesen Sie hier das Wichtigste rund um die Schilddrüsenunterfunktion beim Hund.

von Nina Brandtner

am 23.06.20, 15:20 aktualisiert

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion beim Hund?

Die Schilddrüse befindet sich auf den beiden Halsseiten des Hundes. Sie bildet Hormone, die eine zentrale Rolle beim Stoffwechsel spielen. Wenn die Schilddrüse ihre Arbeit nicht ausreichend erfüllt, sprechen Experten wie beim Menschen von einer Hypothyreose.

Dabei führen autoimmunbedingte, krankhafte Reaktionen des Körpers zu einer Zerstörung der Schilddrüse. In Folge kommt es zu einem Mangel des Schilddrüsenhormons Thyroxin t4. Auch den gegenteiligen Effekt, ein Zuviel an Schilddrüsenhormonen, gibt es. Experten sprechen dann von einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) beim Hund.

Schilddrüsenzellen Hund
Die Zellen der Schilddrüse beim Hund
© Shutterstock

Ursachen der Schilddrüsenunterfunktion beim Hund: Ernährung?

Jeder Hund kann an einer Unterfunktion der Schilddrüse erkranken. Allerdings sind vor allem kastrierte Hunde mittleren Alters und große Rassen betroffen. Eine Ausnahme unter den kleinen Rassen bilden Dackel.

Folgende Rassen sind häufiger betroffen:

Die Schilddrüsenunterfunktion beim Hund tritt zu 95 Prozent durch autoimmunbedingte Entzündungen oder durch Organschäden ohne erkennbare Ursache auf. In seltenen Fällen verursachen Tumore eine Schilddrüsenstörung.

Golden Retriever
Gehört zu den Rassen mit erhöhtem Risiko: Der Golden Retriever
© Shutterstock

Früher war eine Unterversorgung mit Jod in einigen Fällen die Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden. Kommerzielles Futter deckt die Jod-Versorgung der Vierbeiner heute komplett ab. Wer barft, sollte prüfen, ob ausreichend Jod in der Nahrung enthalten ist.

In der Regel ist es nicht möglich, einer Schilddrüsenentzündung beim Hund vorzubeugen.

Schilddrüsenunterfunktion Hund: Symptome erkennen

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) drosselt langsam aber sicher den Stoffwechsel des Hundes. Darum wirkt der Vierbeiner insgesamt ruhiger oder nimmt schneller zu. Viele Hundehalter interpretieren dies zu Beginn als „braveres Verhalten“ oder sehen dies als Auswirkung einer Kastration. Denn vor allem kastrierte Hunde beiderlei Geschlechts leiden unter einer Schilddrüsenunterfunktion.

Doch wenn Ihr Hund älter als vier Jahre alt ist und einer größeren Rasse angehört, sollten Sie aufmerken werdem, wenn Sie folgende Symptome an ihm beobachten:

  • Der Hund wirkt Tag für Tag ruhiger und hat weniger Antrieb
  • Kälte macht dem Vierbeiner mehr aus als früher
  • Trotz gleicher Rationen zeigen sich mehr Pfunde auf den Hunderippen
  • Der Vierbeiner hat einen veränderten, „traurigen“ Gesichtsausdruck
  • Der Hund bekommt schuppige Haut
  • Die Immunabwehr ist geschwächt. Darum neigt der Vierbeiner zu Infektionen
  • Haarausfall zeigt sich vor allem an Hals, Rute und Nasenrücken
  • Es kann zu Verhaltensveränderungen wie Ängstlichkeit oder Aggression kommen
Müder Hund
Vor allem Müdigkeit und Trägheit sind Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion
© Shutterstock

Im fortgeschrittenen Stadium der Schilddrüsenunterfunktion können sich bei betroffenen Hunden weitere Symptome zeigen:

  • Neurologische Ausfälle: Lähmungen, Nervenzucken
  • Herzprobleme wie Herzrhythmusstörungen

Bei den wenigen unkastrierten Tieren, die an einer Hypothyreose leiden, kann es zu Fruchtbarkeitsproblemen kommen: Bei Hündinnen bleibt die Läufigkeit aus, Rüden können keinen Nachwuchs mehr zeugen.

Diagnose beim Tierarzt

Der Tierarzt kann die Schilddrüsenunterfunktion anhand spezieller Blutuntersuchungen diagnostizieren. Hierfür untersucht er die im Blut vorhandenen Schilddrüsenhormone oder veranlasst einen TSH-Stimulationstest. Einige Rassen wie Grey- und Deerhounds haben von Natur aus niedrigere Schilddrüsenwerte.

Blut
Mithilfe einer Blutuntersuchung wird die Schilddrüsenunterfunktion festgestellt
© Shutterstock

Auch bestimmte Antikörper im Blut können für die Diagnose eine Rolle spielen. Denn die Schilddrüsenhormone sind eng mit anderen Prozessen im Hundekörper verflochten.

Erkrankungen oder Medikamente können die Funktion der Schilddrüse vorübergehend einschränken und zu falschen Ergebnissen führen.

Darum handelt es sich bei der Schilddrüsenunterfunktion um eine Erkrankung, die einerseits häufig übersehen, andererseits leicht „überdiagnostiziert“ wird. Freuen Sie sich darum, wenn der Arzt gründlich vorgeht und umfangreiche Laboruntersuchungen des Blutes veranlasst.

Besteht der Verdacht auf eine andere Ursache für die Symptome, können bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall zum Einsatz kommen. In den seltensten Fällen sind zum Beispiel Tumore für eine Schilddrüsenunterfunktion verantwortlich.

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund behandeln: Tabletten

Steht die Diagnose fest, ist in den meisten Fällen eine lebenslange Therapie nötig. Denn das beschädigte Schilddrüsengewebe ist unwiederbringlich verloren. Einmal medikamentös eingestellt, ist die Behandlung unkompliziert:

Die Hunde benötigen zweimal täglich eine Dosis Thyroxin in Tablettenform.
Hund Medizin
Zwei Tabletten mit Thyroxin braucht der Hund am Tag
© Shutterstock

Das richtige Einstellen kann etwas Geduld und einige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt erfordern. Doch die Mühe lohnt sich, denn: Mit der richtigen Dosis können betroffene Hunde ohne Einschränkung der Lebensqualität ein hohes Alter erreichen.

Spätestens nach acht bis zwölf Wochen gehen die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion nach erfolgreicher Einstellung auf das Medikament komplett zurück.

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund: Kosten

Die Tierarztkosten variieren je nach Gebührensatz und Gesamtkonstitution des Tieres. Die Diagnose kann um die 150 bis 250 Euro kosten. Dies beinhaltet eine gründliche Untersuchung sowie spezielle Bluttests. Besteht der Verdacht auf Tumore oder andere Erkrankungen, kann es teurer werden.

Steht die Diagnose fest, erfolgt eine lebenslange Gabe von Schilddrüsenhormonen. Abhängig von der erforderlichen Dosis kostet diese monatlich bei einem mittelgroßen Hund um die 25 bis 30 Euro.

HUnd beim Tierarzt
Halter von Hunden mit Schilddrüsenunterfunktion müssen mit hohen Tierarztkosten rechnen
© Shutterstock

Engmaschige Kontrolluntersuchungen zu Beginn der Behandlung ermöglichen das zügige Finden der richtigen Dosis. Hier können erneut 70 bis 250 Euro innerhalb der ersten Monate fällig werden. Anschließend reicht eine viertel- bis halbjährliche Kontrolle des Schilddrüsenhormon-Spiegels.

Bei einem gut eingestellten Vierbeiner kommen pro Jahr inklusive Untersuchungen um die 500 Euro an zusätzlichen Kosten auf die Halter zu.

Wamiz-Ratgeber: Tierarztkosten

Alternative Therapien wie Homöopathie

Hat der Hund eine diagnostizierte Schilddrüsenunterfunktion, ist er auf Medikamente angewiesen. Hier helfen weder Homöopathie noch eine andere Ernährung, denn die Schilddrüse ist nicht in der Lage, den Körper mit den nötigen Hormonen zu versorgen.

Leidet der Vierbeiner unter Infektionen der Haut, sind diese zu Beginn der Therapie zu behandeln. Hierfür empfiehlt der Tierarzt medizinische Shampoos, die antiseptisch wirken und gleichzeitig pflegen.

Hund wird gebadet
Ein spezielles medizinisches Shampoo wirkt gegen Hautinfektionen
© Shutterstock

Eine Ernährung, die reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, kann unterstützend wirken. Sie können beispielsweise je nach Hundegewicht einen Teelöffel Lein- oder Distelöl unter das übliche Futter das Vierbeiners mischen. Besprechen Sie dies mit dem behandelnden Tierarzt.

Unbehandelt: Kann eine Schilddrüsenunterfunktion tödlich sein?

Eine Schilddrüsenunterfunktion schränkt die Lebensqualität des Hundes deutlich ein und sollte darum ausnahmslos behandelt werden. Zu den möglichen Langzeitfolgen gehören neurologische Störungen sowie Herzprobleme.

Bei älteren oder geschwächten Tieren kann eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion darum tödliche Folgen haben.