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Tierarzt-Besuch: So tief müssen Sie in die Tasche greifen

Hund und Katze auf Arm von Tierarzt advice © Shutterstock

Die meistem Menschen schaffen sich aus Tierliebe ein Haustier an. Doch gehen mit der Tierhaltung einige Kosten einher. So kann es vorkommen, dass das Tier erkrankt und ein Tierarztbesuch ansteht. Wamiz informatiert, mit welchen Tierarztkosten Sie rechnen müssen.

von Philipp Hornung

Das Wichtigste in Kürze

  • Veterinärmediziner sind hierzulande an die aktuelle Gebührenordnung für Tierärzte 2018/2019 gebunden
  • Tierärzten ist es gestattet, das Ein- bis Dreifache des Gebührensatzes zu berechnen
  • Das Gebührenverzeichnis unterscheidet Grundleistungen und zusätzliche Leistungen voneinander
  • Ab 2020 werden die Gebühren für tierärztliche Notdienstleistungen teurer

So funktioniert das Gebührenverzeichnis beim Tierarzt

Was ein Besuch beim Tierarzt kostet, hängt mit der aktuellen bundesweit einheitlich geregelten Gebührenordnung zusammen. Jede einzelne Leistung ist in dem Verzeichnis aufgelistet. Dennoch können die erhobenen Gebühren regionalen und tageszeitabhängigen Schwankungen unterliegen. Was ein Besuch beim Tierarzt für den Hund oder die Katze kostet, richtet sich auch danach, ob ein Notfall vorliegt. Dann berechnet der Mediziner das Doppelte, Dreifache oder ab 2020 sogar das Vierfache des ursprünglichen Preises.

Was allgemeine Grundleistungen beim Tierarzt kosten

Die allgemeinen Tierarztkosten hängen immer mit der jeweiligen beanspruchten Leistung zusammen.

  • Für eine allgemeine Untersuchung berechnen die Tierärzte zwischen 16 und 48 Euro pro Viertelstunde.
  • Das Verabreichen einer Impfung kostet abhängig vom Impfstoff zwischen 5 und 16 Euro.
  • Für die einfache Versorgung von Wunden sollte ein Tierhalter bis zu 30 Euro einplanen.

Hierbei handelt es sich allerdings um einzelne Posten. Eine tierärztliche Untersuchung setzt sich immer aus mehreren Posten zusammen.

Tierklinik- und Tierarztkosten für Katzen

Die Samtpfoten sind die beliebtesten Haustiere der Deutschen. Doch auch die reinlichen Miezen sind vor Krankheiten nicht gefeit.

  • Eine routinemäßige Kontrolle beim Tierarzt, die einmal jährlich erfolgen sollte, kostet zwischen 40 und 70 Euro.
  • Für Freigänger sollten Besitzer bis zu 300 Euro jährlich einplanen. Dies liegt an den zusätzlichen Impfungen, welche die streunenden Katzen erhalten müssen.
  • Leidet die Mieze an einer „typischen“ Katzenkrankheit, wie einem Parasitenbefall oder einer Schilddrüsenüberfunktion, kommen auf den Besitzer weitere Kosten zu.
  • Während eine Zahnstein-Entfernung rund 100 bis 200 Euro kostet, schlägt das Einsetzen einer Krone mit bis zu 1000 Euro zu Buche.

Tierarztkosten für Operationen bei der Katze

Operative Maßnahmen sind teuer – sowohl beim Menschen als auch bei seinen tierischen Freunden. Katzen haben häufig mit Nierenschäden zu kämpfen. Muss eine Niere operativ entfernt werden, kostet dies mindestens 250 Euro. Selbst bei einer harmloseren Operation sollten Katzenbesitzer mit Kosten im dreistelligen Bereich rechnen. Bei der Kastration etwa gilt es zwischen Kater und Katze zu unterscheiden. Auch für Katzen ist eine Kastration anzuraten, da sie während der Paarungszeit auf Freigang trächtig werden kann. Um einen Kater zu kastrieren, berechnet der Tierarzt zwischen 22 und 69 Euro. Die Kastration einer geschlechtsreifen Katze kostet hingegen bis zu 130 Euro.

Kosten für spezielle Diagnostiken und Behandlungen bei der Katze

In manchen Fällen reicht eine allgemeine Behandlung nicht aus. Dann können weitere Untersuchungen notwendig sein. Oftmals entstehen beim Tierarzt weitere Kosten, wenn er das Röntgen anordnet.

  • Die Röntgen-Kosten bei der Katze liegen beim Tierarzt beispielsweise zwischen 25 und 76 Euro
  • Ultraschall-Diagnostiken kosten noch mehr Geld: pro Behandlung zwischen 42 und 128 Euro

Tierarztkosten für Hunde

Meistens zieht der Tierarztbesuch mit der Fellnase höhere Kosten nach sich. Für routinemäßige Untersuchungen wie Impfungen und Entwurmungen berechnet der Mediziner zwischen 15 und 350 Euro im Jahr. Um manche Impfungen kommt ein Hundebesitzer nicht herum. Darunter zählen Impfungen gegen Parvovirose, Tollwut oder Zwingerhusten. Welpenbesitzer sollten zusätzlich dazu die Grundimmunisierung innerhalb der ersten zwei Lebenswochen einplanen. Zu diesem Zweck impft der Tierarzt den vierbeinigen Freund gegen die typischen Hundekrankheiten. Pflichtimpfungen für Hunde sind für die viralen Erkrankungen Tollwut und Staupe sowie für die bakterielle Erkrankung Leptospirose vorgeschrieben. Für die Immunisierung berechnet der Tierarzt insgesamt zwischen 150 und 250 Euro.

Kastration und Sterilisation von Hunden

Manchmal ist es von Vorteil, den besten Freund des Menschen zu sterilisieren oder zu kastrieren. Die Kosten hierfür übersteigen die Kosten für die Kastration von Katzen. Hundebesitzer treten bis zu 200 Euro an den Tierarzt ab, damit dieser den Rüden kastriert. Eine Hündin sterilisieren zu lassen, ist ebenfalls nicht günstig. Hierfür gilt es zwischen 190 und 600 Euro einzurechnen. Genauere Infos zu den Preisen einer Kastration finden Sie in diesem Artikel.

Was es kostet, Haustiere einschläfern zu lassen

Manchmal hilft selbst die beste tiermedizinische Behandlung dem geliebten Vierbeiner nicht mehr weiter. In diesem Fall muss sich der Besitzer früher oder später mit den Kosten für die Einschläferung auseinandersetzen. Um einen Hund einzuschläfern, berechnet der Tierarzt zwischen 23 bis 69 Euro. Die Kosten, um eine Katze einzuschläfern, beliefen sich 2018 zwischen 19 und 57 Euro.

Tierarztkosten für alle Kleintiere

Tierliebhaber fragen sich häufig, was ein Besuch beim Tierarzt mit Meerschweinchen, Kaninchen oder dem Hamster kostet. Die genannten Haustiere gehören laut Gebührenordnung zu den sogenannten Kleintieren. Für diese Kleintiere fallen jährlich gewöhnlich weniger Untersuchungen an als bei Hunden und Katzen. Dementsprechend benötigen Kleintierbesitzer oftmals lediglich 50 bis 100 Euro, um die jährlichen Behandlungen abzudecken. Bei den Nagern kann es notwendig sein, die Krallen zu kürzen, Zecken zu entfernen oder Verdauungsprobleme zu behandeln.

  • Behandlungen gegen Milben und Pilze kosten bis zu 40 Euro.
  • Für das Krallenkürzen berechnet der Tierarzt zwischen 6 und 19 Euro.
  • Ein Tier einzuschläfern, kostet bis zu 23 Euro.
  • In Punkto Kastration und Sterilisation sparen Kleintierbesitzer wenig ein. Sie zahlen mindestens 22 und bis zu 70 Euro, um ein Männchen zu kastrieren.

Tierarztkosten für Vögel

Was ein Besuch beim Tierarzt mit dem Vogel kostet, ist ebenfalls in der Gebührenordnung geregelt. Ähnlich wie bei Kaninchen und anderen Nagern kommen auf einen Besitzer geringere Tierarztkosten zu. Dies liegt daran, dass die Vögel seltener krank werden und wenige Routine-Untersuchungen benötigen. Ab und zu erscheint es sinnvoll, den Schnabel und die Krallen zu kürzen. Diese Grundleistung kostet zwischen 6 und 19 Euro. Teurer wird es, die Pilzinfektion beim Vogel zu behandeln. Hierfür stellt der Veterinärmediziner bis zu 100 Euro in Rechnung.

Tierarztkosten in Notfällen

Grundsätzlich sind tierärztliche Notdienste teuerer als ein normaler Arztbesuch. Ab 2020 müssen sich Hunde- und Katzenhalter, die mit einem tierischen Notfall nachts oder am Wochenende einen Tierarzt aufsuchen, jedoch nochmals auf höhere Gebühren einstellen. Eine entsprechende Verordnung wurde im November 2019 im Bundeskabinett beschlossen. Folgende neue Regelungen treten damit in Kraft:

  • Die Grundgebühr für einen tierärztlichen Notfall beträgt mindestens 50 Euro
  • Der Tierarzt berechnet ab sofort mindestens den 2-fachen Satz der Gebührenordnung und in besonderen Fällen sogar den 4-fachen Satz
  • Die Nachtzeit gilt nicht mehr zwischen 19 und 7 Uhr, sondern zwischen 18 und 8 Uhr (zu diesen Zeiten gelten die neuen, höheren Gebühren)
  • Das Wochenende beginnt nicht mehr am Samstag um 13 Uhr, sondern am Freitag um 18 Uhr (Tierarztbesuche am Samstagvormittag fallen damit in die neue Notfall-Regelung)
  • Das Wegegeld wird um 10 Cent auf 3,50 Euro pro Doppelkilometer erhöht. Es beträgt mindestens 13 Euro (statt 11,40 Euro)

Unsere Empfehlung: Kosten vorab erfragen und Tierkrankenversicherung abschließen

Das Wohl des geliebten Haustieres liegt dem Besitzer am Herzen. So sehr, dass er enorme Kosten beim Tierarzt in Kauf nimmt. Mit unseren Empfehlungen lassen sich die anfallenden Kosten eindämmen oder vorab einkalkulieren.

  • Ein Medikament ist in den Grundleistungen nicht erhalten. Diese Kosten muss ein Tierbesitzer zusätzlich tragen. Es ist daher ratsam, sich beim zuständigen Tierarzt vorab über die Preise zu informieren.
  • Um selbst die kostspieligen Behandlungen stemmen zu können, bietet sich der Abschluss einer Haustierversicherung für Katze und Hund an. Hierbei entscheidet sich der Tierbesitzer zwischen einer Vollversicherung und einer OP-Versicherung. Die Versicherung bemisst sich nach dem gewählten Tarif. Der günstigste Tarif für Hund oder Katze kostet monatlich rund 8 Euro.