Wamiz Logo

Werbung

Zwingerhusten: Das steckt hinter der Infektionskrankheit

Hund im Zwinger advice © Shutterstock

Der Zwingerhusten, ebenso unter dem Namen Canine Infektiöse Tracheobronchitis bekannt, ist eine hoch ansteckende Erkrankung der oberen Atemwege. Ursache sind verschiedene Viren und Bakterien. Anfällig für den Zwingerhusten sind Hunde, deren Immunsystem geschwächt ist, die häufig Kontakt mit anderen Vierbeinern haben oder im Zwinger gehalten werden - daher der Name.

von Nina Brandtner

Zwingerhusten bezeichnet eine Infektionskrankheit, welche die Atemwege des Hundes angreift und zu Hustenanfällen führt. Besonders stark sind die Luftröhre und die Bronchien betroffen. Die Tracheobronchitis ist nicht tödlich. Bei gesunden Hunden mit einem starken Immunsystem prägt sich die Krankheit nur in einem geringen Maße aus. Handelt es sich um ein geschwächtes Tier oder einen Welpen, zieht sich die Hundegrippe über mehrere Wochen und beeinträchtigt die Lebensqualität des Vierbeiners in großem Maße.

Ansteckung mit dem Zwingerhusten

Der Hund steckt sich durch den Kontakt mit anderen Haustieren an. Ein Beschnuppern oder Belecken reicht aus. Ebenso kann eine infizierte Trink- oder Futterschüssel Grund für die Infektion sein. Die Haupterreger sind das Canine Parainfluenzavirus und Bordetella Bronchiseptica. Häufig sind weitere Erreger beteiligt, wie das Canine Herpesvirus, das Canine Reovirus oder das humane Influenzavirus Typ A2. Die Inkubationszeit liegt zwischen zwei und 30 Tagen.

Symptome des Zwingerhustens

In der Anfangsphase befallen die Krankheitserreger die Schleimhäute Ihres Vierbeiners. In der Folge kommt es zu lautem, trockenem, bellendem Husten. Ihrem Tier läuft die Nase und tränen die Augen. Wenn Sie einen leichten Druck auf die Luftröhre auslösen, z. B. durch das Ziehen an der Leine oder am Halsband, wird Ihr Hund sofort heftig und trocken husten.

Im weiteren Verlauf der Krankheit verstärken sich diese Symptome. Zum Husten kommt ein anhaltendes Würgen hinzu, das klingt, als ob Ihr Vierbeiner etwas verschluckt hätte. Die Hustenanfälle werden schlimmer. Aus der Nase quillt ein eitriger Ausfluss und der Hund erbricht häufig. Sein Rachen und Kehlkopf sowie die Luftröhre und Bronchien entzünden sich. Er bekommt Fieber.

Das Tier frisst wie gewohnt. Doch das Trinken bereitet ihm unter Umständen Schmerzen und führt zu einem Hustenausfall. Deshalb kann es passieren, dass er das Trinken verweigert. Wie beim Mensch leidet der Hund nachts am stärksten. Er kommt kaum zur Ruhe und hat starken Husten sowie einen verschleimten Rachen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

A post shared by 🐾𝔸𝕚𝕕𝕒 & 𝕊𝕚𝕝𝕛𝕒🐾 (@aida_the_samoyed) on

Ursachen für den Zwingerhusten

Der Zwingerhusten ist eine multifaktorielle Erkrankung. Neben der Ansteckung durch andere infizierte Tiere ist die Haltungsform ein Grund für das Ausbrechen der Tracheobronchitis. Wird das Tier im Zwinger oder in einer Hundegruppe wie im Tierheim-Zwinger gehalten oder ist es einer hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt, begünstigt das die Krankheit. Ebenso ist mangelnde Hygiene ein Grund. Wenn zudem das Immunsystem durch Stress, vorhergehender Krankheit oder Besitzerwechsel geschwächt ist, ist das Tier leichter anfällig für die Hundegrippe.

Diagnose und Behandlung durch den Tierarzt

Warten Sie mit dem Besuch beim Tierarzt nicht zu lange und sorgen Sie dafür, dass es zu keinem Aufenthalt im Wartezimmer kommt, sodass sich andere Tiere nicht anstecken.

Der Tierarzt führt eine Anamnese und Untersuchung durch. Weiterhin wird er einen Speicheltest und Rachenabstrich sowie eine Blutuntersuchung anordnen, um andere Krankheiten auszuschließen. Sobald die Laborergebnisse da sind, erstellt der Arzt ein Antibiogramm, um herauszufinden, welche Antibiotika gegen die Erreger wirken.

In schweren Fällen wird der Veterinärmediziner zusätzlich ein Röntgenbild der Lunge erstellen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika sowie fiebersenkenden, schleimlösenden und hustenlindernden Medikamenten. Bei einer ganz schweren Form der Hundegrippe mit Lungenentzündung erfolgt eine umfangreiche Antibiotikatherapie von bis zu drei Monaten. In allen anderen Fällen heilt der Zwingerhusten nach einigen Wochen ab.

Dem Zwingerhusten beim Hund vorbeugen

Wollen Sie das Erkrankungsrisiko verringern, können Sie den Hund vorsorglich impfen lassen. Der Impfstoff besteht aus den beiden Haupterregern. Er wird in die Nase des Tiers injiziert. Nach 72 Stunden ist es gegen die Hundegrippe immun. Die Impfung muss nicht mehrfach erfolgen. Eine Spritze reicht aus, und Ihr Hund ist ein Jahr vor Zwingerhusten geschützt. Sollte trotz Impfung eine Tracheobronchitis auftreten, wird sich die Krankheit lediglich leicht ausprägen.

Ernähren Sie Ihren Hund vollwertig, bewegen Sie ihn viel und häufig an der frischen Luft. Entwurmen Sie ihn zudem regelmäßig. Weiterhin ist es sinnvoll, das Tier nicht aus anderen Trink- und Futternäpfen trinken und essen zu lassen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

A post shared by Heather McTammany (@skippyhaha) on

Wie können Sie Ihrem Vierbeiner Gutes tun?

Wichtig ist, dass sich der Hund nicht anstrengt und keinen Stress hat. Sonst führt das bei dem ohnehin geschwächten Immunsystem zu Folgekrankheiten wie einer Lungenentzündung. Gönnen Sie ihm deshalb ausreichend Ruhe.

Gehen Sie, wenn möglich, auf Wegen spazieren, wo Sie Kontakt zu anderen Hunden vermeiden können. Lüften Sie die Räume regelmäßig durch, sodass Ihr Vierbeiner frische Luft atmen kann. Achten Sie weiterhin darauf, dass die Luft zuhause nicht zu feucht und die Schlafstätte des Hundes sauber ist. Desinfizieren Sie Decken und Futterschüsseln. Beim Spazierengehen sollten Sie ein Brustgeschirr nutzen, damit Sie keinen Druck auf den entzündenden Hals ausüben.

Der Hund hat Zwingerhusten: Hausmittel, die helfen

Hat Ihr Vierbeiner die Hundegrippe, können Sie die ersten Symptome mit Hausmitteln lindern. Diese Maßnahme ersetzt den Besuch beim Tierarzt nicht, verschafft aber Beruhigung. Gegen den Hustenreiz können Sie mehrmals am Tag etwas warmes Wasser mit einem Teelöffel Honig und einem Teelöffel Zitronensaft verabreichen.

Um das Immunsystem zu stärken, helfen Vitamin-C-Tabletten, Wildbeerenrinde, Fenchel, Pfefferminze und Makulan (mexikanischer Pfeffer). Diese Hausmittel können Sie dem Futter beimischen oder mit warmem Wasser vermischen. Die Behandlung mit den natürlichen Wirkstoffen ist medizinisch nicht bewiesen, viele Hundebesitzer berichten aber von einer positiven Wirkung.