wamiz-v3_1

Werbung

Alles zum Thema Wurmkur bei Hunden

hund-beim-tierarzt-bekommt-wurmmittel advice © Shutterstock

Jeder Hund, der ein artgerechtes Leben führt, kommt mit den Kleinstlebewesen zweifellos in Kontakt: den Würmern. Hierfür reicht es aus, dass die Fellnase am Gebüsch schnuppert, einen Artgenossen begrüßt oder einen Tierkadaver berührt. Tierärzte empfehlen daher eine regelmäßige Entwurmung beim Hund. Doch es gibt auch Kritiker, die einen anderen Ansatz verfolgen. Was steckt hinter diesen unterschiedlichen Meinungen zum Thema „Wurmkur beim Hund“?

von Tim Brinkhaus

Wie gefährlich sind Würmer?

Zunächst ist es wichtig zu beleuchten, warum der Hundebesitzer bei Wurmbefall aktiv handeln muss. Nicht nur für die geliebten Vierbeiner kann ein Wurmbefall sehr gefährlich werden. Hundebesitzer sind zur äußersten Vorsicht geboten: Es gibt Parasiten-Arten, die auf den Menschen übertragbar sind.

Würmer beim Hund

Wie wirkt sich Wurmbefall auf den Organismus der meisten Hunde aus? Würmer greifen den Darm des Hundes an. Folglich wird er und andere Organe befallen und können schwer geschädigt werden.

Besonders Welpen haben ein erhöhtes Risiko, ernste gesundheitliche Schäden davonzutragen. Nicht selten beeinträchtigt Wurmbefall das Wachstum des Welpen. Ein hochgradiger Wurmbefall kann tödlich enden. Für geschwächte, ältere Hunde ist es ebenfalls eine extreme, körperliche Belastung. Dies zeigt deutlich, dass bei akutem Wurmbefall immer eine sofortige Behandlung nötig ist.

Ausführliche Informationen zur Entwurmung von Welpen

Übertragung auf den Menschen

Ist der Hund mit Bandwürmern befallen, wie dem Fuchsbandwurm oder dem Hundebandwurm, stellt dies für Menschen ein hohes Gesundheitsrisiko dar. Durch den nahen Kontakt mit der eigenen Fellnase kann sich der Wurmbefall auf den Besitzer übertragen. Dabei muss der Hund nicht erst das Gesicht von Frauchen oder Herrchen abschlecken. Einfaches Streicheln reicht schon aus, da sich der Speichel auch auf das Fell verteilt. In diesem Fall nisten sich die Würmer in den Organen der Menschen ein. In einigen Fällen kann nur noch eine Operation helfen, die Parasiten aus dem menschlichen Körper zu entfernen.

Wie funktioniert die Wurmkur beim Tierarzt?

Wurmkuren sind verschreibungspflichtig und nur beim Tierarzt erhältlich. Wichtig zu wissen ist: Bei der Wurmkur vom Tierarzt handelt es nicht um ein Mittel zur Vorsorge. Chemische Mittel in der Wurmkur bezwecken ein Absterben der möglichen Würmer im Darm. Dies verhindert, dass die Würmer heranwachsen und gefährlich für Hund und Mensch werden. Das bedeutet aber auch, dass der Hund schon 24 Stunden nach der Einnahme erneut von Würmern befallen werden kann.

Die Krux an der Sache ist: Ein Wurmbefall-Test entfällt. Folglich bekommt der Organismus des Hundes ein Medikament, welches er möglicherweise nicht benötigt.

Wie sich langjährige Behandlungen mit Wurmkuren auf die Gesundheit des Darms auswirken, ist unbekannt. Dieses Verfahren zweifeln zunehmend viele Hundebesitzer und Tierheilpraktiker an.

Wurmkur beim Hund – wie oft?

Laut ESCCAP (Verein Europäische Fachgruppe zu Parasiten bei Tieren) wird bei Hunden eine Wurmkur in regelmäßigen Abständen empfohlen. In der Regel bedeutet dies, alle drei Monate ein Präparat vom Tierarzt gegen Würmer anzuwenden. In diesem Intervall haben die Würmer keine Chance sich so weit zu entwickeln, dass sie in der Lage sind schwerwiegende Schädigungen auf die inneren Organe auszuführen.

Je nach Risiko kann es noch häufiger erfolgen. Zum Beispiel, wenn der Hund oft auf Jagd ist. Doch auch wenn der eigene Hund kein Jäger ist und sein Futter aus der Dose bekommt, besteht stets ein Risiko.

Kosten einer Wurmkur

Bei kleineren Hunden kann die Tablette mit circa 3 Euro zu Buche schlagen. Besitzer von größeren Hunden können bis zu 15 Euro für die Wurmkur bezahlen. Ausschlaggebend für den Preis kann auch die Intensität des Wurmbefalls sein, falls vorher ein Test durchgeführt wurde.  

Alternative: Kot-Untersuchung

Bei dieser Methode bekommt der Hund auch eine Wurmkur, mit einem entscheidenden Unterschied: Nur wenn der Hund nachweislich von Würmern befallen ist.

Beim Tierarzt oder in tiermedizinischen Laboren gibt es die Möglichkeit eine Kot-Probe durchführen zu lassen. Hierbei sammelt der Hundebesitzer den Kot des Vierbeiners an drei aufeinanderfolgenden Tagen ein. Danach werden die Kotproben abgegeben und die Analyse auf Parasitenbefall beginnt. Werden Würmer im Kot des Hundes gefunden, so ist eine sofortige Wurmkur erforderlich. Befinden sich keine Würmer, Eier und Larven in den Ausscheidungen, entfällt die medikamentöse Behandlung. Die regelmäßige Kotuntersuchungen sollten alle drei Monate durchgeführt werden.

Kosten für die Kot-Untersuchung

Die Kosten für die Kotuntersuchung liegen im unteren Level bei circa 15 Euro und im oberen Bereich bei bis zu 30 Euro. Falls die Analyse des Kotes positiv ausfällt, fallen zusätzlich die Kosten für die Wurmkur an.

Wurmbefall beim Hund erkennen

Die Symptome sind vielfältig und nicht immer eindeutig zu erkennen. Häufig wird bei einem erwachsenen, gesunden Hund der Wurmbefall nicht bemerkt. Das darf aber nicht dazu führen, dass die Parasiten unterschätzt werden. Mögliche Merkmale eines von Würmern befallenen Hundes können folgende sein:

Gewichtsverlust,

Durchfall (blutig),

aufgeblähter Bauch,

Erbrechen,

stumpfes Fell

sowie ein geschwächter Gesundheitszustand

Fazit: Wurmkur beim Hund

Leider gibt es noch keine vorbeugende Maßnahme oder Prophylaxe beispielsweise in Form einer Impfung gegen die Würmer. Deshalb ist eine Wurmkur aktuell die beste Lösung, um den Hund vor den gefährlichen Parasiten zu befreien. Wer tatsächlich bemerkt, dass der Hund Nebenwirkungen nach dem Medikament zeigt, kann auf die Alternative mit der Kot-Probe zurückgreifen. Wichtig ist aber, dass das Thema nicht unterschätzt werden darf. Dies wäre fahrlässig nicht nur für den eigenen Hund – sondern auch gegenüber anderen Artgenossen, sich selbst und der Familie.