wamiz-v3_1

Werbung

Staupe beim Hund: Informationen zu einer tödlichen Krankheit

Entzündete Augen beim Hund durch Staupe advice © Shutterstock

Vor einigen Jahrzehnten war Staupe die häufigste Todesursache bei Hunden. Heute ist die Krankheit für viele Tierfreunde kein Thema. Ein Fehler? Immer wieder erkranken ungeimpfte Tiere und sterben an der gefährlichen Virus-Erkrankung. Das sollten Sie über Staupe wissen.

von Philipp Hornung

Ansteckung mit Staupe bei Hunden

Staupe-Auslöser ist das Canine-Staupe-Virus aus der Familie der Paramyxoviren. Es ist eng mit dem Masernvirus verwandt. Für Menschen ist Staupe ungefährlich.

Hunde und andere Tiere können sich durch Kontakt mit Urin, Kot, Speichel, Nasen- und Augensekret infizieren.

Marder, Waschbären und Füchse können sich beispielsweise mit Staupe anstecken und die Krankheit weiterverbreiten. Außerdem überlebt das Virus einige Tage außerhalb der Virusträger. Darum ist eine Ansteckung über gemeinsam benutzte Näpfe, aber auch über die Schuhe von Hundehaltern möglich. Stark gefährdet sind junge Hunde bis zum Alter von sechs Monaten.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Sicherheit beobachtet einen steigenden Anteil an mit Staupe befallenen Füchsen in den letzten beiden Jahren (Quelle). Von jeweils über 100 toten Füchsen waren 63 Prozent (2017) und 49 Prozent (2018) mit Staupe infiziert. In den Vorjahren war rund ein Drittel der untersuchten Füchse infiziert. Füchse bewegen sich häufiger in menschlichen Siedlungen als früher. So werden Virusträger nicht nur beim Waldspaziergang zu einer Gefahr für ungeimpfte Hunde.

Staupe-Symptome

Zu den ersten Staupe-Symptomen gehören einige klassische Anzeichen für eine Virus-Erkrankung. Dazu zählen Apathie und Müdigkeit. Der Hund mag weniger oder gar nicht fressen, bekommt Fieber sowie Ausfluss aus Augen und Nase. Achtung – dieser Ausfluss ist hochansteckend! Das Fieber steigt bei Staupe in vielen Fällen schnell an. Nach den ersten Symptomen kann Staupe sehr unterschiedlich ablaufen. Je nachdem, in welchem Bereich des Körpers sie sich ausbreitet, unterscheiden wir folgende Verlaufsformen:

  • Bei der Darmstaupe kommt es zu Entzündungen im Verdauungstrakt. Darum treten Symptome wie Erbrechen und Durchfall – teils blutig – auf.
  • Von einer Lungenstaupe sprechen die Experten, wenn die Virusinfektion sich über Nasen- und Rachenraum ausbreitet und die Bronchien sowie die Lunge befällt. Betroffene Tiere leiden unter Husten und Atemnot.
  • Die tödlichste Form der Staupe ist die Nervenstaupe. Hierbei sind Nerven und Gehirn befallen. Die Tiere leiden unter schweren Symptomen wie Zittern, unkontrollierten Zuckungen, Krämpfen, Lähmungen sowie Gleichgewichtsstörungen.

Prognose und Therapie: Staupe behandeln

Je nach befallenen Körperbereichen fällt die Behandlung unterschiedlich aus. Je früher ein Tier mit Verdacht auf Staupe beim Tierarzt in Behandlung ist, desto wahrscheinlicher ist, dass es überlebt. Der Tierarzt kann die Staupe nicht heilen, aber die Symptome der Krankheit lindern. Antibiotika beugen sekundären Bakterieninfektionen vor. Hustenstillende und schleimlösende Mittel erleichtern dem Hund das Atmen, Infusionen können den Flüssigkeitshaushalt stabilisieren.

Traurig, aber wahr: Schwere neurologische Symptome sind oft ein Grund für eine Einschläferung des Hundes

Rund die Hälfte aller mit dem Staupe-Virus infizierten und erkrankten Hunde stirbt daran. Vor allem, wenn die Krankheit das Gehirn erreicht hat, schwinden die Überlebenschancen. Überstehen Hunde die Nervenstaupe, behalten sie oft einen nervösen Tick bei. Viele während des Zahnwechsels an Staupe erkrankte Welpen weisen Defekte am Zahnschmelz auf. Experten sprechen vom typischen „Staupe-Gebiss“. Manche älteren Hunde entwickeln als Spätfolge der Staupe eine Entzündung des Gehirns mit neurologischen Symptomen. Auch diese können noch Jahre nach der überstandenen Staupe dazu führen, dass ein Tier eingeschläfert werden muss.

Impfung gegen Staupe – darum ist sie so wichtig

Bis vor rund 50 Jahren raffte die Staupe regelmäßig Hunderte Hunde dahin. Doch in den 1960er Jahren kam ein wirksamer Impfstoff auf den Markt.

Heute kann jeder Hundehalter sein Tier ohne großen Aufwand vor der gefährlichen Krankheit schützen: durch eine regelmäßige Schutzimpfung.

Sie erfolgt über eine Grundimmunisierung im Welpenalter. Eine Auffrischung findet nach rund einem Jahr statt, anschließend in dreijährigem Abstand. Leider halten sich nicht alle Hundehalter an die Empfehlungen der Tierärzte. Diese Impfmüdigkeit sowie aus Osteuropa stammende infizierte Tiere lassen die Krankheit in Deutschland regelmäßig wieder aufflammen.