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12 Gründe, warum der Hund nichts mehr frisst

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© Shutterstock

Appetitlosigkeit, Futterreste im Napf, keinen Durst und nicht mal Lust auf Leckerli & Co: Wenn unser geliebter Vierbeiner plötzlich weniger frisst oder trinkt, wissen wir Hundehalter sofort, dass unserem Liebling etwas fehlt. Bleibt das veränderte Fressverhalten länger als 1-2 Tage bestehen, könnte Grund zur Sorge bestehen und man sollte der Sache auf den Grund gehen und entsprechend handeln.

von Carina Petermann

Mögliche Ursachen im Vergleich

1 - Magenverstimmung

Sicher die häufigste Ursache, wenn der Hund plötzlich nicht mehr frisst: Der Hund hat auf der Straße einen Rest Pizza, Döner oder etwas anderes Ungeeignetes aufgeschnappt und leidet nun an einem verdorbenen Magen. Neben mangelndem Appetit können Erbrechen, Durchfall, ein harter oder gurgelnder Bauch, Mundgeruch, Schlappheit und verstärkte Müdigkeit auftreten. Auch zwanghaftes Grasfressen kann auf den Versuch hinweisen, dass Ihr Hund durch Erbrechen oder Kotabsatz etwas „loswerden“ möchte. Geben Sie Ihrem Hund einige Tage Zeit, sich zu erholen, und füttern Sie ihn mit leichter Kost. Auch diverse Hausmittel können hier weiterhelfen. Sollte er die Nahrungsaufnahme länger als 2-3 Tage verweigern, ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam. Achten Sie unbedingt darauf, dass das Tier immer genug trinkt!

2 - Bakterielle Infektion & Parasitenbefall

Ihr Hund will nicht fressen, erbricht, wirkt schlapp und abgeschlagen und will am liebsten nur noch schlafen? Wie unter den Menschen kursieren auch in der „Hundewelt“ Magendarminfekte, die von Tier zu Tier übertragen werden können. Auch eine Infektion mit Bakterien ist möglich, übertragen durch Trinken aus Gewässern, Schneefressen oder Aasfressen. Falls Sie Ihr Tier nicht regelmäßig entwurmen, sollte auch Wurmbefall als mögliche Ursache abgeklärt werden. Dies gilt vor allem, wenn Durchfälle, „Schlittenfahren“, Juckreiz der Afterregion oder starker Gewichtsverlust hinzukommen.

Bei einer Infektion durch Bakterien, Würmer oder andere Parasiten kann ein Antibiotika-Einsatz gefragt sein. Der Tierarzt nimmt in der Regel eine Stuhl- oder Blutuntersuchung vor und verschreibt dem tierischen Patienten dann das passende Medikament.

3 - Nahrungsmittelunverträglichkeiten & Fütterungs-Fehler

Bei Hühnchen wird ihm schlecht? Gibt’s leider tatsächlich auch beim Hund! Gerade die Langzeit-Fütterung von qualitativ einfachem Fertigfutter kann die Entstehung von Unverträglichkeiten und Allergien leider fördern. Appetitverlust und Magen-Darm-Probleme können die Folge sein, aber auch Juckreiz, Hautausschläge oder Fellverlust. Auch Empfindlichkeiten in der Fettverdauung sind recht verbreitet: Der Hund reagiert auf fettreiches Futter mit Übelkeit, Erbrechen (oft von reiner Galle), Durchfall und Koliken.

Doch auch das Fütterungsverhalten an sich spielt eine Rolle, wenn der Hund schlecht frisst: Was, wann und wie oft am Tag frisst ihr Tier? Bekommt es viele Leckerlis zwischendurch, die ihm auf den Appetit schlagen könnten? Oder ist es durch die leckeren Hunde-Snacks vielleicht schlicht „mäkelig“ geworden? Findet sich keine andere akute Ursache für den fehlenden Hunde-Hunger, sind diese Ernährungsfragen eine Überprüfung wert. Wenden Sie sich an einen Tierheilpraktiker oder vereinbaren Sie einen Termin zur Ernährungsberatung für Hunde, wie sie vielfach in Tierkliniken angeboten wird.

4 - Fremdkörper im Rachen & Zahnprobleme

Ihr Hund spielt gerne mit Stöckchen? Wenn Ihr Tier plötzlich nicht mehr frisst, empfiehlt es sich sorgfältig zu kontrollieren, ob ihm vielleicht ein Spreißel im Rachen oder Zahnfleisch steckt. Auch andere kleine Verletzungen im Rachenraum oder schlicht Zahnprobleme wie Zahnstein können schuld daran sein, wenn „Bello“ sein Futter verweigert. Greifen Sie im Zweifel lieber zu Bällen, Seilen oder sonstigen Spielzeugen, die nicht splittern können.

Kommen zum fehlenden Hunger ein ungewohnter Mundgeruch, vermehrter Speichelfluss und Schmatzen hinzu, könnte das auf eine fortgeschrittene Zahnentzündung hinweisen. Stellen Sie Ihren Hund dem Tierarzt vor und lassen Sie sich gegebenenfalls eine entsprechende Zahnpflege zur Prophylaxe erklären.

5 - Krebs & andere pathologische Krankheiten

Leider können Appetitlosigkeit und Schlappheit auch sehr ernsthafte Ursachen haben: Viele Krebserkrankungen etwa bringen unter anderem diese Symptomatik mit sich. Dabei muss es sich nicht notwendigerweise um Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt handeln, denn Futterverweigerung kann auch ein grundsätzliches Anzeichen von Schmerzen sein. Bitten Sie Ihren Tierarzt um ein Blutbild, wenn Sie nicht weiterkommen, denn auch so können eventuell hilfreiche Querverweise entdeckt werden.

6 - Allgemeine Schmerzsymptomatik

Bauchweh, Zahnweh, Gelenkschmerzen oder Infektionen – all das können Gründe dafür sein, dass Ihr Hund nicht fressen will! Achten Sie daher auch auf Verhaltensweisen, die zunächst nicht mit dem fehlenden Appetit in Verbindung zu stehen scheinen – denn vielleicht tun sie es doch.

7 - Vergiftung

Die Horrorvorstellung jedes Hundehalters: Eine Vergiftung durch Giftköder, Pestizide oder Haushaltsgifte. In der Regel beginnt eine Vergiftung mit plötzlichen, heftigen Reaktionen wie Zittern und Hecheln, sichtlichen Schmerzen, Krämpfen, Erbrechen und Durchfällen. Doch auch ein schleichender Verlauf mit Appetitlosigkeit, Fieber, Übelkeit und zunehmender Teilnahmslosigkeit ist denkbar. Behalten Sie diese mögliche Ursache unbedingt im Hinterkopf und kontaktieren Sie im Zweifel sofort Ihren Tierarzt, die örtliche Tierrettung, eine Tierklinik oder auch den Giftnotruf.

8 - Magendrehung

Eine weitere mögliche Ursache für Nervosität, sichtliche Bauchschmerzen, Hecheln, übermäßiges Speicheln und Nahrungsverweigerung kann eine Magendrehung sein. Vor allem größere Hunderassen sind für diese sehr ernsthafte Symptomatik leider anfällig. Auch ein harter, aufgeblähter Bauch und zunehmende Apathie sind typisch. Bei diesem Verdacht sollten Sie umgehend eine Tierklinik oder die Tierrettung kontaktieren, denn hier ist nur eine sofortige OP lebensrettend!

9 - Verschluckter Gegenstand

Ob Welpen oder älterer Hund: Es kann passieren, dass der eben gerade noch vorhandene Ball, Knochen, Socken oder Stein plötzlich weg ist! In vielen Fällen kommt die verschwundene Spielsache am Ende wieder unversehrt heraus, oder aber sie wird „unterwegs“ von den sehr effektiven Hunde-Verdauungssäften erledigt. In manchen Fällen jedoch bleibt der Fremdkörper im Verdauungstrakt stecken und kann dort lebensbedrohlich werden, indem er innere Verletzungen oder einen Darmverschluss auslöst. Leider sind auch hier die Symptome zunächst oft verwechselbar: Bauchweh, Futterverweigerung und Bewegungsunlust werden zunächst nicht unbedingt mit dem verschwundenen Flummi in Verbindung gebracht. Behalten Sie diese mögliche Ursache daher bitte immer im Hinterkopf, falls ihr Hund zu ausgiebigen „Kauspielen“ neigt.

10 - Psychische Gründe

Was tun, wenn sich keine körperlichen Ursachen für den Appetitmangel Ihres Hundes finden? Dann sollten Sie überlegen, ob Ihrem tierischen Mitbewohner vielleicht etwas ganz anderes „auf den Magen schlägt“. Je nach Rasse, Charakter, persönlicher Lebensgeschichte und Erfahrungen reagieren manche Tiere sehr sensibel auf Stress, Angst, Temperaturextreme oder veränderte Lebensumstände. Auch die Abwesenheit einer Bezugsperson oder eines gewohnten Artgenossen kann verändertes Fressverhalten und Magen-Darm-Symptome auslösen. Gerade, wenn Ihr Hund zusätzlich Galle bricht, könnte dies ein typisches Zeichen für Nervosität und Stress sein. Falls Ihr Tierarzt nicht weiterweiß, können je nach individuellem Schwerpunkt Tierheilpraktiker, Hundetrainer und Tierpsychologen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

11 - Langeweile

Tag ein, Tag aus der gleiche Trott: Vielleicht ist Ihrem Hund das Fressen schlicht vergangen? Nicht nur das immergleiche Futter kann eine Ursache für verschmähte Mahlzeiten sein, auch fehlende Aktivität, Bewegung und Abwechslung lassen den Hunger unter Umständen versiegen. Zeigen Sie Ihrem tierischen Begleiter eine neue „Schnüffelrunde“ und sorgen Sie dafür, dass er sich mal so richtig austoben kann. Ein bisschen frischer Wind um die Nase kann in diesem Fall Wunder wirken!

12 - Alter

Wenn Hunde älter werden, lässt ihr Appetit langsam nach. Genau wie beim Menschen ist dies der verminderten Aktivität und dem veränderten Stoffwechsel geschuldet und damit ganz normal. Achten Sie darauf, dass Ihr Hund nicht mehr zu fressen bekommt, als er jetzt braucht. Übergewicht belastet Kreislauf und Gelenke und kann so zu ernsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Im Tierfachhandel gibt es kalorienarme Leckerlis und Kau-Artikel speziell für Hunde-Senioren. Ihr treuer Gefährte muss auch im Alter nicht auf Knabber-Spass verzichten. Manche älteren Tiere leiden zudem an orthopädischen Verschleißerscheinungen und Schmerzen, die ihnen das Fressen aus einem Napf am Boden zunehmend erschweren. Ziehen Sie auch diese mögliche Ursache in Betracht und platzieren Sie den Napf gegebenenfalls leicht erhöht.

Hund frisst nicht: Was tun?

Tierrettung & Tierkliniken

Ein Fall für den Noteinsatz: Zeigt Ihr Hund neben Appetitlosigkeit starke und plötzliche Symptome wie Hecheln, Zittern, Speicheln, Winseln, starke Unruhe oder im Gegenteil Teilnahmslosigkeit bis Apathie, könnten das Hinweise auf eine Vergiftung, eine Magendrehung oder einen verschluckten Gegenstand sein. In solchen Notfällen sollten Sie umgehend die Tierrettung verständigen oder gleich in eine Tierklinik fahren (zur Sicherheit bzgl. Kapazitäten und Öffnungszeiten vorher anrufen).

Haustierarzt & Fachärzte

Bei latenten Magen-Darm-Symptomen und anhaltender Appetitlosigkeit geht der erste Gang in der Regel zum Haustierarzt, der das Tier untersucht und gegebenenfalls eine Stuhl- oder Blutprobe einschickt. Bleiben die Beschwerden bestehen, wird, je nach Vermutung und Verdacht, vielleicht ein passender Spezialist notwendig. So sollten bei langfristiger ungeklärter Symptomatik nicht nur mögliche Tumorerkrankungen, orthopädische Ursachen oder andere eventuelle Schmerzzustände über jeweilige Spezialisten abgeklärt werden, auch eine Ernährungsberatung könnte sinnvoll sein.

Naturheilkundliche Ansätze

Pflanzliche Medikamente, Homöopathie, Akupunktur & Co: Auch in der Tiermedizin gibt es zunehmend alternative Behandlungsmethoden, die sehr wirkungsvoll sein können. Im Gegensatz zu konventionellen Medikamenten und Methoden haben sie meist keine Nebenwirkungen, weshalb sie sich auch unter Tierhaltern zunehmender Beliebtheit erfreuen. Tierheilpraktiker, Naturtierärzte, Tier-Ernährungsberater und Tier-Homöopathen sind nur einige der Fachleute, die je nach Fall weiterhelfen können.

Altbewährte Hausmittel

Eine simple Magenverstimmung lässt sich zunächst gut mit bewährten Hausmitteln behandeln. Achtung: Nicht alles, was dem Menschen hilft, eignet sich auf für Ihr Tier! Suchen Sie unbedingt gezielt nach Hausmitteln für Hunde. Klingen die Beschwerden auch nach 1 - 2 Wochen nicht vollständig ab, empfiehlt sich ein abklärender Tierarztbesuch.

Verhaltenstraining

Wenn sich die Ursache nicht im körperlichen Bereich finden lässt, kann vielleicht ein Hundetrainer, Tierpsychologe oder Tierverhaltenstherapeut Hinweise geben. Diese speziell geschulten Personen haben oft einen großen Erfahrungsschatz und spüren eventuell einen psychischen Grund für den fehlenden Appetit Ihres Hundes auf. Sie erarbeiten mit Ihnen individuelle Lösungsmöglichkeiten und sorgen so dafür, dass es Ihrem Liebling bald wieder richtig gut schmeckt.