News :
wamiz-v3_1

Werbung

Warum hat der Hund nur Durchfall?

rough-collie-auf-wiese-beim-koten advice
© Shutterstock

Durchfall oder Diarrhö kann akut oder chronisch beim Hund auftreten. Charakteristisch für eine chronische Erkrankung ist, dass der flüssige Kotabsatz mindestens 14 Tage besteht. Bei der akuten Form des wässrigen Stuhlabsatzes kommt es zum plötzlichen Auftreten der Ausscheidungen.

von Tim Brinkhaus

Das Wichtigste in Kürze

  • Hält der flüssige Kotabsatz Ihres Hundes länger als drei Tage an, ist Blut im Stuhl oder der Durchfall mit Fieber über 40 Grad verbunden, besteht Grund zur Sorge und Sie sollten einen Tierarzt aufsuchen.

  • Bei Welpen müssen Sie noch schneller handeln und spätestens nach 24 Stunden Diarrhö einen Tierarzt konsultieren, da junge Hunde eine schlechtere Immunabwehr haben.

  • Durchfall ist bei Hunden ein häufiges Problem, weshalb dieser in der Regel verschiedene Ursachen wie Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Stress hat.

  • Hat Ihr Hund Durchfall, ist eine Nahrungsmittelkarenz beziehungsweise das Geben von Schonkost wie ein geriebener Apfel oder gekochter Reis wichtig, sodass es Ihrem Vierbeiner bald wieder besser geht.

Durchfall bei Hunden: Wenn der Kot flüssig wird

Ist der Kot Ihres Tieres komplett oder teilweise flüssig, wird von einer Diarrhö gesprochen. Beim häufigen Kotabsatz kann es auch zur Beimengung von Schleim oder Blut kommen. Das breiartige/flüssige Absetzen von Stuhl ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, welches auf eine Erkrankung hinweisen kann oder idiopathisch ist. Idiopathisch bedeutet, dass es keine für die Diarrhö erkennbare Ursache gibt.

Symptome bei Durchfall bei Hunden: Durst, Fieber, Appetitlosigkeit, Schmerzen, Gewichtsverlust

Wenn Ihr Tier an Durchfall leidet, ist dieses nicht nur erschöpft, sondern auch durstig. Aufgrund des Wasserverlustes, der mit dem häufigen Kotabsatz einhergeht, benötigt Ihr Hund viel frisches Wasser. Manchmal geht der flüssige Stuhl auch mit Erbrechen einher, denn der Magen-Darm-Trakt kann stark gereizt sein.

Je nach Ursache des Durchfalls ist Fieber beim Hund möglich. Die Normaltemperatur bei den Vierbeinern liegt zwischen 37 und 39 Grad. Erreicht das Fieberthermometer einen Wert zwischen 39 und 40 Grad, wird von einer erhöhten Temperatur gesprochen. Werte über 40 Grad gelten als Fieber. Die erhöhte Körpertemperatur zeigt an, dass der Hund gegen den Erreger des Durchfalls kämpft, weshalb eine hohe Temperatur nicht negativ zu deuten ist.

Oftmals hören Sie beim Tier mit Magen-Darm-Beschwerden auch Darmgeräusche, die auf eine verstärkte Aktivität des Darm- und Magentrakts hindeuten. Zeigt Ihr Hund Appetitlosigkeit und Ruhelosigkeit kann dies aufgrund der starken Bauchschmerzen sein, die den Diarrhö meist begleiten.

Liebt Ihr Hund es am Bauch gestreichelt zu werden, kann es sein, dass er dies bei flüssigem Kot nicht mag. Durch das Streicheln des Bauchs können die Schmerzen verstärkt auftreten, sodass der Hund die Berührung als unangenehm empfindet.

Bei einem chronischen Durchfall verliert der Hund nicht nur stark an Wasser, sondern auch an Gewicht. Da das gewohnte Futter nicht verdaut wird und das Tier die Nährstoffe nicht aufnehmen kann, magert dieses ab. Eine starke Gewichtsabnahme kann deshalb das Symptom von einem langwierigen Diarrhö sein.

Dünndarm- oder Dickdarmdurchfall? Diese Diarrhö hat Ihr Hund

Es gibt nicht nur die Unterscheidung zwischen chronischem und akutem Durchfall, sondern auch jene zwischen Dick- und Dünndarmdurchfall. Beide Durchfallarten unterscheiden sich in den Symptomen. Sie können selbst herausfinden, unter welcher Art der Diarrhö Ihr Tier leidet.

Muss Ihr Hund erbrechen, deutet dies darauf hin, dass der Dünndarm betroffen ist. Klassisch für das Betroffensein dieses Darmabschnitts ist die erwähnte Gewichtsabnahme, da der Dünndarm für die Verwertung von Nährstoffen zuständig ist.

Ist der Kot Ihres Tieres blutig oder schleimig, spricht dies für einen Dickdarmdurchfall. Ist der Mastdarm mitbetroffen, kann dies zu einem schmerzenden Drang der Entleerung von Stuhl und Harn führen. Sehen Sie, dass Ihr Tier versucht Kot/Urin auszuscheiden, ohne dabei Erfolg zu haben, ist dies wahrscheinlich ein Zeichen für ein Mastdarmproblem.

Futter und Nahrung als Hauptursache für Durchfall

Einer der häufigsten Gründe für Durchfall ist eine Futterumstellung. Nicht immer wird neues Futter vertragen, weshalb es zu einer körperlichen Reaktion kommt. Manchmal entwickelt sich eine Diarrhö, weil das Futter zu schnell umgestellt worden ist. Wenn Sie das Fressen Ihres Hundes anpassen, machen Sie dies am besten in mehreren kleinen Schritten: Mischen Sie das alte Nass- oder Trockenfutter mit dem neuen Produkt und gewöhnen Sie Ihr Tier Schritt für Schritt an die veränderte Nahrung.

Auch als Folge der Aufnahme von minderwertigem oder falschem Futter kann es zu einer körperlichen Reaktion kommen. Füttern Sie Ihrem älteren Hund beispielsweise Welpenfutter, kann dies zu Durchfall führen.

Leidet Ihr Hund an Nahrungsmittelunverträglichkeiten und frisst, was er nicht verträgt, wird die Magenschleimhaut belastet. Als Folge dessen kann eine Magenschleimhautentzündung entstehen, die auch andere Symptome wie Erbrechen, Blut im Stuhl und Appetitlosigkeit hervorruft.

Andere Gründe für flüssigen Kot bei Hunden sind:

  • Fremdkörper im Magen-Darm-Bereich reizen den Magen-Darm-Trakt.

  • Vergiftungen führen nicht nur zu Erbrechen, Müdigkeit und Apathie, sondern auch zu Durchfall.

  • Die Aufnahme verdorbener Lebensmittel wie Hundefutter oder Abfälle, endet nicht selten mit Diarrhö.

  • Hormonelle Schwankungen haben eine Auswirkung auf das Verhalten des Hundes und auch auf dessen Stuhlkonsistenz.

  • Stress führt oftmals zu Blähungen, Nahrungsmittelverzicht und Magen-Darm-Beschwerden sowie flüssigem Kot.

  • Organische Erkrankungen wie Krebs oder Bauchspeicheldrüsenschwäche, sind besonders bei einem lang anhaltenden Durchfall als Ursache zu berücksichtigen.

  • Würmer und andere Parasiten führen meist zu mehr oder weniger starkem Durchfall beim Tier.

  • Infektionen sind eine häufige Ursache für eine Diarrhö bei Vierbeinern.

Durchfall durch Infektionen beim Hund

Viele Menschen denken, dass eine Gastritis nicht ansteckend ist. Es gibt jedoch Formen der Magenschleimhautentzündung, die durch Bakterien oder Viren ausgelöst wird und deshalb stark ansteckend sein können.

Damit sich Ihr Tier mit einer solchen Erkrankung ansteckt, reicht es bereits aus, dass dieses an dem Kot eines infizierten Hundes schnüffelt. Auch das Spielen mit erkrankten Tieren oder ein enges Vorbeilaufen kann dazu führen, dass sich Ihr Hund mit Bakterien oder Viren infiziert. Teilt sich ein infiziertes Tier mit einem anderen Hund einen Wassernapf, kann sich der gesunde Vierbeiner anstecken.

Weicher Kot durch Parasiten

Haben Sie Ihren neuen Mitbewohner von einer Tierschutzorganisation übernommen, sollten Sie diesen nach der Ankunft beim Tierarzt durchchecken lassen. Neben dem Auffrischen aller Impfungen ist es auch wichtig, das Tier auf Parasiten untersucht wird.

Häufig führen Giardien (einzellige Dünndarm-Parasiten) zum Auftreten von Durchfällen, weshalb es sinnvoll ist das Tier auf die Einzeller testen zu lassen. Die Parasiten sind nicht nur für das Tier, sondern auch für den Menschen, Katzen und andere Haustiere gefährlich. Welpen sind durch die Dünndarm-Parasiten besonders gefährdet, denn das Immunsystem der jungen Hunde ist noch nicht stark genug ausgeprägt, um mit den Einzellern fertig zu werden. Sind die Giardien nicht früh genug entdeckt worden, kann dies deshalb tödlich enden.

Vorbeugen: Futter, Wurmkur, Probiotikum und Präbiotikum

Wollen Sie das Risiko senken, dass Ihr Tier Durchfall bekommt, füttern Sie dem Hund kleine Portionen Futter. Durch das Geben kleinerer Futterportionen reduzieren Sie die Belastung für den Magen-Darm-Trakt und deshalb auch das Auftreten von Diarrhö. Ebenso ist es zu empfehlen, Futter aus dem Kühlschrank zunächst eine Weile draußen stehen zu lassen und bei Zimmertemperatur zu servieren. Meiden Sie auch die Gabe von neuen Futtersorten oder Leckerlis und suchen Sie sich stattdessen eine einzige Sorte an Snacks und Nahrungsmitteln aus.

Gehen Sie mit Ihrem Vierbeiner spazieren, achten Sie darauf, dass das Tier nicht an Kot schnüffelt. Nicht nur das Riechen an Exkrementen, sondern auch das Verspeisen dieser kann zu einer Ansteckung mit Parasiten, Bakterien und Viren führen. Vermeiden Sie es außerdem, dass Ihr Hund Unrat frisst, da dieser giftige, verdorbene oder unverträgliche Stoffe enthalten kann.

Führen Sie regelmäßig Wurmkuren durch, denn diese verhindern das Ansiedeln von beispielsweise Spulwürmern, Bandwürmern und Fadenwürmern. Diese Wurmarten sitzen vor allem im Darm und führen häufig zu weichem bis flüssigem Kotabsatz.

Möchten Sie den Darm Ihres Hundes stärken, reichen Sie diesem ein Probiotikum und ein Präbiotikum. Als Probiotikum sind nützliche Mikroorganismen zu bezeichnen, die die Funktion des Darms unterstützen und diesen deshalb gesund halten. Die Nahrung der "guten Bakterien" wird als Präbiotikum bezeichnet, welches für Tier und Mensch erhältlich ist und den gesunden Darm aufrechterhält.

Essen bei Durchfall: Fasten und Schonkost

Hat Ihr Vierbeiner Diarrhö, ist darauf zu achten, dass währenddessen der Magen-Darm-Trakt wenig belastet wird. Aus diesem Grund ist ein Fastentag zu empfehlen, denn im Rahmen dieser schonenden Zeitspanne erholt sich der Darm Ihres Hundes. Beachten Sie, dass ein Fasten, welches über zwei Tage hinausgeht, nicht zu empfehlen ist. Es kann eine schädigende Wirkung auf die Darmwände haben. Die Mindestzeit für das Fasten sollte zwölf Stunden betragen, damit sich die gereizte Schleimhaut langsam beruhigen kann.

Nachdem Ihr Tier gefastet hat, bauen Sie dessen Nahrungsmittelaufnahme nach und nach auf. Servieren Sie Ihrem Hund nicht sofort das Nass- oder Trockenfutter, sondern lieber:

  • Reis, der liefert Ihrem Vierbeiner Energie, ohne den Darm zu belasten.

  • Gekochtes Hähnchen-Filet oder Putenfilet, welches eine gute Proteinquelle für Ihr Tier ist, sodass dieses mit wichtigen Nährstoffen versorgt wird.

  • Hüttenkäse und Naturjoghurt, dieser kann die Mahlzeit Ihres Hundes verfeinern und liefert der Darmflora Milchsäurebakterien. Diese Bakterien bauen die Schleimhaut im Darm auf und verbessern die Aufnahme von Nährstoffen.

Mag Ihr Tier keinen Reis, sind Haferflocken eine leicht verdauliche Alternative. Vermischen Sie die Flocken mit gekochten Möhrchen, die einen regulierenden Effekt auf den Wasserhaushalt haben. Wenn Ihr Hund keine Karotten mag, verwenden Sie stattdessen geriebene Äpfel.

Unsere Empfehlung: So reagieren Sie bei Diarrhö beim Hund richtig

Eine Diarrhö kann harmlose oder alarmierende Ursachen haben. Deshalb ist es wichtig, die richtige Reaktion zu zeigen, um die Gesundheit und das Leben des Hundes zu schützen.

  • Falls Ihr Hund etwas Giftiges gefressen hat, ist es wichtig, schnell zu handeln. Reichen Sie Ihrem Vierbeiner Kohletabletten und fahren Sie nach der Behandlung sofort zum Tierarzt.

  • Bei Durchfall aufgrund von Stress beseitigen Sie den Stressauslöser und halten eine Nahrungsmittelkarenzzeit von mindestens zwölf und maximal 48 Stunden ein. Beginnen Sie nach der kurzen Fastenzeit mit dem Anbieten von Schonkost.

  • Hat Ihr Tier aufgrund einer Futterumstellung Diarrhö, ist ebenfalls ein Stopp der Nahrungsaufnahme erforderlich. Geben Sie dem Tier nach spätestens 48 Stunden Schonkost und achten Sie darauf. die Umstellung auf das neue Futter langsamer auszuführen.

  • Bei einem Durchfall aufgrund der Aufnahme von Verdorbenem ist ein Futteraufnahme-Stopp von mindestens zwölf Stunden notwendig. Geben Sie Ihrem Hund nach dem Futter-Stopp Aufbaukost.

  • Gönnen Sie Ihrem Hund Ruhe und geben Sie diesem Nähe. Dann erholt sich das Tier schneller.

  • Verschlechtert sich der Zustand des Tieres trotz dieser Maßnahmen, gehört sofort ein Tierarzt aufgesucht.