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Hund zittert: 13 mögliche harmlose und gefährliche Ursachen

Kleiner ängstlicher Terrier vor schwarzem Hintergrund advice
© Shutterstock

Warum zittert mein Hund? Das unwillkürliche, in ganz kurzen, schnell aufeinanderfolgende Rucken beim Hund kann viele Bedeutungen haben: Zum Beispiel ist Zittern als natürliche Reaktion auf Kälte, Aufregung oder Freude, aber auch als Zeichen von Angst, Schmerzen, Krankheit oder Vergiftung zu verstehen. Wamiz hat die 13 häufigsten Gründe für das Zittern unseres besten Freundes aufgelistet, von harmlos bis gefährlich.

von Carina Petermann

Kleine und weiße Hunde zittern mehr

So ist er halt: Manche Hunde, gerade sehr kleine Rassen, neigen von Haus aus zum scheinbar grundlosen Zittern. Bekannt ist diese Konstitution zum Beispiel bei Rehpinschern, dem Prager Rattler und Chihuahuas. Ein außergewöhnliches Phänomen ist auch das „White Dog Shaker Syndrom“, eine neurologische Störung durch Zucht, von dem nur weiße Hunde betroffen sind, meistens West Highland White Terrier, Pudel und Malteser. Bei anderen Hunden hat das Zittern in der Regel spezifische Ursachen oder Auslöser. 

Muskeln zittern nach Anstrengung

Nach einer anstrengenden Wanderung oder ausgedehntem Trab neben dem Fahrrad kann es vorkommen, dass Ihr Liebling mit vorübergehendem Muskelzucken reagiert. Intensive Beanspruchung und große Anstrengung sind hierbei die zentralen Auslöser. Nach fordernder Aktivität kann sich Zittern auch in der Ruhephase oder im Schlaf zeigen. Das ist kein Grund zur Sorge. Diese unwillkürlichen Bewegungen dienen der Muskelentspannung. Es handelt sich hier um einen natürlichen Mechanismus zur Regeneration. Das Zittern sollte nach einer angemessenen Ruhepause oder einem Schläfchen wieder verschwunden sein.

Intensive Träume

Nach einem ereignisreichen Tag kann es auch vorkommen, dass Ihr vierbeiniger Begleiter besonders intensive Träume hat. Auch das kann zu Zuckungen oder Muskelzittern führen, ist jedoch ungefährlich. Das Zittern im Schlaf dient der Verarbeitung von Erfahrungen.

Alter Hund zittert

Ein Hund ist auch nur ein Lebewesen: Manche Hunde werden im hohen Alter etwas „tatterig“, so dass sie öfter scheinbar grundlos zittern. Bei manchen Hunden zittern ab einem bestimmten Alter gelegentlich die Hinterläufe. Beides ist im Prinzip unbedenklich, doch sollten Sie es im Zweifel abklären lassen – gerade, wenn das Alter Ihres Vierbeiners noch eher im mittleren Bereich liegt. Wenn Ihr Liebling „vor Alter erzittert“, sollten Sie abklären, ob er Beschwerden im Bewegungsapparat hat, die Sie lindern können.

Hund zittert bei Kälte

Der Klassiker: Muskelzittern dient unter anderem auch dazu, die Körpertemperatur ansteigen zu lassen, wenn Hunde frieren. Dabei spielen die Rasse und Körpergröße des Hundes eine zentrale Rolle. Kleine Hunde, Hunde ohne Unterwolle und Hunde-Senioren frieren schneller und neigen leichter zum Kältezittern, gerade im Winter. Gehen Sie auf Nummer sicher und sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Liebling nicht unterkühlt und in der Folge womöglich krank wird. Es ist kein großer Aufwand, für den Spaziergang bei Wind und Wetter einen Hundemantel anzuziehen (bei kleinen Hunden wegen der Nähe des Bauches zum Boden schon bei 5 Grad Celsius angeraten) und für den Rastplatz oder den Besuch im Gasthaus eine warme Decke mitzunehmen. 

Hund zittert vor Freude 

Jetzt platzt er gleich: Unsere vierbeinigen Lebensgefährten sind einfach emotionale Energiebündel! Bei positiver Erregung kann es passieren, dass der Hund in einen Freudenrausch gerät. Begleitet wird dieser Ausbruch von Schwanzwedeln, Bellen, Jaulen sowie Hüpfen, Springen und Tänzeln – und vielleicht Zittern. Machen Sie sich keine Sorgen! Erwidern Sie die Aufregung mit ebensolcher Begeisterung oder „notfalls“ auch mit Besänftigung, um Ihren Liebling etwas zu bremsen. Unterscheiden Sie das echte Zittern vor Begeisterung vom schauspielerischen Versuch, Leckerli zu erhalten - manche Hunde sind erstklassige Schauspieler, wenn es um kleine „Jagderfolge“ geht.  

Zittern vor Aufregung und Nervosität

Hat Ihr kleiner Rabauke mal wieder ein Eichhörnchen gesehen? Auch Aufregung und Nervosität können „Bellos“ Nervenkostüm erschüttern und so zum Zittern bringen. Vor, während und nach der Jagd (ob erwünscht oder nicht), während eines Feuerwerks an Silvester, wenn etwas Bestimmtes bevorsteht oder etwas Unvorhergesehenes geschieht: Vor allem Hunde mit eher nervösem Temperament können hier schnell mit Zittern reagieren. Sobald Ihr Vierbeiner sich beruhigt hat, klingt das Zittern von selbst wieder ab. 

Zittern aus Angst

Zittern aus Angst lässt sich relativ leicht aus Körperhaltung und Verhalten eines Hundes ablesen. Sollte sich das Zittern in Verbindung mit einem geduckten Körper, angelegten Ohren, eingeklemmtem Schwanz und Knurren und/oder Zähnefletschen zeigen, so deutet dies auf eine Angstreaktion hin. Angst kann, vor allem bei kleinen Hunden, durch eine ungewohnte Situation, unerwartete Geräusche, fremde Hunde oder fremde Menschen ausgelöst werden. Sorgen Sie als „Rudelführer“ für ein Gefühl der Sicherheit, nehmen Sie Ihren Liebling zur Beruhigung gegebenenfalls auf den Arm und bewahren Sie selbst Ruhe und Gelassenheit, denn so zeigen Sie Ihrem vierbeinigen Freund, dass alles in Ordnung ist. Dennoch, trainieren Sie Ihrem Liebling durch übermäßiges Trösten und Streicheln bei ungewohnten Situationen die Angst nicht an, sondern sorgen Sie mit Ruhe und Sicherheit in der Führungsarbeit frühzeitig dafür, dass Ihr Hund Ihnen folgt und vertraut und somit auch mit neuen Situationen zurecht kommt. 

Zittern vor Schmerzen

Viele Hunde zittern, weil sie Schmerzen haben. Die Spannbreite reicht dabei von relativ harmlos bis besorgniserregend: Die Schmerzen können durch Verdauungsprobleme, Verletzungen, Überhitzung, Schlaganfall oder auch durch gefährliche Organ-Erkrankungen entstehen. Falls Ihr Hund scheinbar grundlos anhaltend zittert, sollten Sie ihn als Erstes nach Verletzungen absuchen und dann nach weiteren möglichen Ursachen forschen.

Krankheitsbedingtes Zittern

Manchmal ist Zittern ein bekanntes Begleitsymptom von Krankheiten. Zu den bekanntesten Auslösern des krankheitsbedingten Zitterns von Hunden zählen unter anderem die ansteckende und gefährliche Virusinfektion Staupe, schleichend entstehende Niereninsuffizienz und die Addison-Krankheit, die vor allem bei weiblichen Tieren großer Rassen auftritt. Auch Parkinson ist eine Krankheit, die sich unter anderem durch Zittern bemerkbar macht. Sollte Ihr Verdacht auf einen dieser Auslöser fallen, sollten Sie umgehend Ihren Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen. 

Epilepsie

Eine ernste Sache: Um einen sehr typischen und krankhaften Fall von Zittern handelt es sich bei Epilepsie. Ähnlich wie Menschen verlieren auch Hunde dabei die Kontrolle über ihren Körper. Ein epileptischer Anfall läuft üblicherweise in drei Phasen ab. Sorgen Sie bei Beginn dafür, dass sich Ihr Hund nicht zusätzlich verletzen kann. Zunächst zeigt der Hund Unruhe, möglicherweise mit erhöhtem Speichelfluss und Erbrechen sowie Bellen und Jaulen. In der zweiten Phase setzen Muskelzuckungen und Zittern der Gliedmaßen ein. Es kann zu einer Bewusstlosigkeit des Hundes kommen. In der dritten Phase gehen die Zuckungen langsam zurück. Der Hund taumelt und wirkt häufig verwirrt. Dabei kann er vorübergehend die Kontrolle über Blase und Darm verlieren. Begleitet wird die letzte Phase manchmal von großem Hunger und Durst. Statistisch leiden etwa zwei Prozent aller Hunde an Epilepsie. Hunderassen wie etwa Beagle, Berner Sennenhunde, Schäferhunde, Golden Retriever oder Labrador erkranken im Vergleich zu anderen Rassen häufiger. Epilepsie zählt medizinisch zu den Erkrankungen des Gehirns, sie ist nach heutigem Kenntnisstand nicht heilbar. Die regelmäßige und disziplinierte Einnahme von Medikamenten reduziert das Risiko für weitere Anfälle auf ein Minimum.

Magendrehung 

Das Symptom Zittern tritt ebenfalls bei einer Magendrehung auf, häufig begleitet von Kreislaufproblemen und Unruhe, starken Schmerzen, einem harten Bauch und schockartigen Zuständen. Viele Hunde würgen, ohne dass etwas erbrochen werden kann. Behalten Sie diese Symptomatik stets im Hinterkopf, denn sollte sich dieser Verdacht bestätigen, müssen Sie mit Ihrem Liebling sofort in die Klinik. Es besteht akute Lebensgefahr. Bei einer Magendrehung hat sich der Magen des Tieres einmal um seine eigene Längsachse gedreht. Auslöser können heftige Bewegungen beim Spielen oder Herumtoben nach dem Essen sein, oder auch das Verdrücken zu großer Portionen Trockenfutter. Große Hunde haben eine deutlich höhere Disposition für dieses Krankheitsbild. Besonders stark betroffene Hunderassen sind unter anderem Irish Setter, Deutsche Doggen und Dobermänner. Animieren Sie Ihren vierbeinigen Freund deshalb bitte niemals nach dem Essen zu lebhaften Bewegungen, sondern sorgen Sie für eine Verdauungspause. Nach dem Essen sollst du ruhen!

Vergiftung

Eine Vergiftung kann den gesamten Körper des Hundes angreifen. Das Zittern ist häufig gekoppelt mit Begleiterscheinungen wie Durchfall, Erbrechen, Bauchkrämpfen, Fieber, starkem Speichelfluss, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Atemnot, Unruhe sowie Blut in den Exkrementen und dem Erbrochenem. Giftköder, giftige Wildpflanzen, aber auch menschliche Lebensmittel (Weintrauben, Schokolade, Zwiebeln, Süßstoff und Alkohol) können bei Hunden Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Bei Anzeichen auf Vergiftung sollte der Hund schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht werden.

Zittern – zwischen harmlos und gefährlich

Meistens sind die Gründe, warum Ihr Liebling zittert, harmlos. Sie sollten Ihren Hund genau beobachten. Oft hilft es schon, einfach für Wohlbefinden, psychologische Sicherheit und Wärme zu sorgen. Zittert Ihr Hund häufig, langanhaltend oder plötzlich, können ernsthafte und sogar akut lebensbedrohliche Faktoren dahinterstehen. Meistens zeigen sich dann auch zusätzliche und deutliche Symptome. Achten Sie deshalb besonders auf Begleiterscheinungen wie Durchfall, Erbrechen, Krämpfe, Hinken, Jaulen und Apathie. Sollten Sie eine Verbindung zwischen dem Zittern und den aufgeführten Symptomen herstellen, ist schnelles Handeln angesagt. Stellen Sie Ihr Tier bitte umgehend einem Tierarzt vor!