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Selten, aber gefährlich: Morbus Addison beim Hund

Trauriger Hund blickt in Kamera advice © Shutterstock

Ebenso wie Menschen können Hunde unter Morbus Addison, einer Unterfunktion der Nebennieren, leiden. Die Krankheit kommt selten vor, ist aber lebensbedrohlich. Lesen Sie hier das Wichtigste rund um die Addison-Krankheit beim Hund.

von Nina Brandtner

Was ist die Addison-Krankheit?

Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieb der Arzt Thomas Addison die Symptome der Krankheit bei Menschen und gab ihr dadurch einen Namen. Zu den berühmtesten Betroffenen zählt der US-Präsident John F. Kennedy. Die Krankheit beruht auf geschädigten Nebennieren. Die Nebennieren bilden Hormone wie das Stresshormon Cortisol und Aldosteron. Cortisol oxidiert im Körper zu Cortison, was viele von Medikamenten kennen. Aldosteron hält unter anderem den Blutdruck sowie den Natrium-Kalium-Stoffwechsel in Balance und steuert die Ausscheidung von Wasser. Wenn die Nebennieren nicht mehr richtig arbeiten, schütten diese zu wenig Cortisol und Aldosteron aus. Dies kann lebensbedrohlich werden.

Ursachen für Morbus Addison bei Hunden

Warum erkranken machen Hunde an Morbus Addison? Hierüber gibt es wenige sichere Erkenntnisse.

Vor allem weibliche junge Hunde großer Rassen sind gefährdet.

Außerdem scheint es eine genetische oder rassespezifische Veranlagung zu geben. So beispielsweise bei Großpudeln, Deutschen Doggen und einigen Wasserhunden. Auch bei diesen Rassen gilt: Die Addison-Krankheit ist sehr selten. Es handelt sich um die Umkehrung der Krankheit Morbus Cushing, bei der der Körper zu viel Cortisol produziert. In manchen Fällen ist Morbus Addison eine Spätfolge von Morbus Cushing.

Deutsche Dogge liegt
Besonders große Hunderassen wie die Deutschen Dogge sind gefährdet
© Shutterstock

Symptome für Morbus Addison und eine Addison Krise

Die Symptome sind zu Beginn unspezifisch, so dass viele die Erkrankung für einen einfachen Infekt halten. Dazu zählen:

Wenn diese Beschwerden immer wieder ohne erkennbare Ursache auftreten, sollten Hundebesitzer ihren Tierarzt auf Morbus Addison ansprechen. Die Erkrankung wird seit einigen Jahren etwas häufiger diagnostiziert, da viele – aber nicht alle – Tierärzte sensibilisiert sind. Die Diagnose erschwert, dass manche Tierärzte ohne genaue Diagnose Cortisonpräparate verabreichen. Anschließend geht es dem Vierbeiner eine Weile gut. Leidet der Hund Wochen später erneut an ähnlichen Symptomen, stellen viele Halter und Tierärzte keinen Zusammenhang her.

Es kann im weiteren Verlauf der Krankheit zu einer lebensbedrohlichen Addison-Krise kommen.

Diese äußert sich durch folgende Symptome:

  • blutiges Erbrechen, starker Durchfall
  • Schmerzen
  • Apathie
  • niedriger Blutdruck, verlangsamter Herzschlag
  • erhöhte Nierenwerte
  • Austrocknung

Eine Addison-Krise ist ein absoluter Notfall. Sie endet häufig tödlich und erfordert eine sofortige und intensive Therapie. Die Symptome können mit denen einer Vergiftung oder mit einem akuten Nierenversagen verwechselt werden.

Addison beim Hund: Diagnose und Behandlung

Tierärzte können Morbus Addison am besten über Blutproben diagnostizieren. Betroffene Tiere haben unausgewogene Natrium- und Kaliumwerte. Ein hoher Prozentsatz hat außerdem eine Blutarmut sowie erhöhte Nierenwerte. Besteht der Verdacht auf Morbus Addison, führt der Tierarzt einen speziellen CTH-Stimulationstest durch. Dabei spritzt er Hormone und prüft die Reaktion darauf reagierender Werte im Blutbild. Wenn der Tierarzt Morbus Addison diagnostiziert, brauchen betroffene Hunde in der Regel für den Rest ihres Lebens eine Therapie mit Cortisonpräparaten. Mittlerweile ist der Wirkstoff Desoxycortonpivalat als „Zycortal“ in Deutschland für den veterinärmedizinischen Bereich zugelassen.

Eine Injektion rund alle vier Wochen reicht bei den meisten Hunden aus, um den Hormonmangel zu kompensieren.

Die Einstellung auf die richtige Dosis kann etwas Geduld und einige zusätzliche Tierarztbesuche erfordern. Nur in seltenen Fällen verschreiben Tierärzte heutzutage Tabletten als Therapie bei Morbus Addison. Ohne eine entsprechende Cortison-Therapie verläuft die Addison-Erkrankung in der Regel tödlich.

Hund bekommt Spritze
Durch eine monatliche Injektion wird der Hormonmangel bei Addison-Hunden ausgeglichen
© Shutterstock

Kosten der Therapie bei Morbus Addison

Vor allem im ersten Jahr können einige Hundert Euro Tierarztkosten auf Sie zukommen, wenn Ihr Hund unter Morbus Addison leidet. Denn bis die Medikamentengabe optimal eingestellt ist, sollten Sie alle vier Wochen den Natrium-Kalium-Spiegel beim Tierarzt prüfen lassen. Später reichen drei bis vier Kontrollen pro Jahr aus. Allerdings benötigt Ihr Hund alle 28 Tage eine Injektion. Es ist möglich, diese – ähnlich wie bei Insulinspritzen bei Diabetes – selbst zu setzen. So sparen Sie den monatlichen Tierarzt-Besuch und damit Kosten sowie Zeit. Lassen Sie sich das Spritzen vom Tierarzt zeigen.

Ist Morbus Addison beim Hund heilbar?

Die Addison-Krankheit beim Hund ist nicht heilbar. Sind die Nebennieren geschädigt, können sie nicht regenerieren. Doch die gute Nachricht lautet: Ist der Vierbeiner gut eingestellt und erhält regelmäßig seine Medikamente, kann er ein ebenso hohes Alter wie gesunde Hunde erreichen und ein relativ normales Leben führen. Im Senioren-Alter können die Vierbeiner verstärkt zu Problemen mit der Leber oder den Nieren neigen.

Tipp: Schließen Sie sich mit anderen Hundehaltern zusammen, deren Hunde ebenfalls an Morbus Addison erkrankt sind. Eine gute Anlaufstelle ist eine Facebook-Gruppe rund um Addison-Hunde mit über 2.000 Mitgliedern.