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Die Zoonose Leptospirose: Gefahr für Hund und Mensch

Hund im Wasser advice © Symbolbild: Shutterstock

Die Leptospirose gehört wie die Tollwut zu den Zoonosen. Das heißt, Menschen können sich bei Tieren damit anstecken. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen rund um die Erkrankung.

von Philipp Hornung

Leptospirose – wie gefährlich ist sie für den Menschen?

Verschiedene Typen der Bakteriengattung Leptospira rufen die Leptospirose hervor. 1899 war die Krankheit ein Fachthema auf einer Hundeausstellung in Stuttgart, was ihr den Namen „Stuttgarter Hundeseuche“ gab. Doch anders als diese Bezeichnung vermuten lässt, kommt die Leptospirose weltweit vor.

Da die Krankheit von Tieren auf Menschen übertragbar ist, sprechen wir von einer Zoonose.

Beim Menschen heißt die Erkrankung mit einem bestimmten Typ der Bakterien-Gattung auch Weil-Krankheit. Sie beginnt mit Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. In einer zweiten Phase kann es zu schweren Organschäden kommen. Zu den möglichen Spätfolgen bei infizierten Menschen zählen gefährliche Hirnhautentzündungen. Sind Menschen betroffen, ist die Krankheit meldepflichtig. Pro Jahr gibt es um die 20 gemeldete Fälle. Zwar können Menschen sich bei Hunden anstecken, aber: Die meisten der gemeldeten Fälle sind auf den Kontakt mit von Ratten kontaminierten Abwässern zurückzuführen. So können die Nager beispielsweise Badeseen in den Sommermonaten verunreinigen. Die Leptospirose des Menschen zählt zu den Berufskrankheiten von Schlachthofmitarbeitern, Tierwärtern oder Kanalarbeitern.

Spiralbakterien
Spiralbakterien der Leptospirose
© Shutterstock

Wie können sich Hunde mit Leptospirose anstecken?

Hunde können sich auf vielerlei Weise mit Leptospirose anstecken – zum Beispiel über Bisse oder via Paarung. Häufiger infizieren sich Hunde in Deutschland über kleinere Vierbeiner.

Denn Mäuse, Ratten und wilde Hamster können die Bakterien in sich tragen, ohne selbst zu erkranken.

Sie scheiden sie über Körperflüssigkeiten wie Speichel, Blut und vor allem Urin aus. Die Bakterien überleben bei wärmeren Temperaturen mehrere Tage im Wasser. Darum können Hunde sich beim Trinken aus stillstehenden Gewässern wie Pfützen oder Baggerseen mit Leptospirose anstecken. Die meisten Erkrankungen treten im Sommer und Herbst, vor allem nach feuchter Witterung, auf. Übrigens: Auch Katzen können sich infizieren und andere anstecken. Dies geschieht seltener als bei Hunden und die betroffenen Tiere zeigen kaum Symptome.

Symptome und Verlauf der Leptospirose beim Hund

Die ersten Symptome zeigen sich ein bis zwei Wochen nach der Infektion. Je nach Bakterientyp und Konstitution des Hundes verläuft die Leptospirose unterschiedlich. Junge Tiere großer Rassen durchleiden dabei schwerere Krankheitsverläufe. Mögliche Symptome sind:

Symptome wie Krämpfe, Durst und Husten hängen davon ab, ob Leber, Nieren oder die Lunge betroffen sind.

Diagnose und Therapie der Leptospirose

Um eine sichere Diagnose zu erhalten, kann der Tierarzt eine Harnuntersuchung via Urinprobe durchführen. Im Urin sind die Bakterien nachweisbar. Allerdings ist ein negativer Befund nicht immer zuverlässig. Denn die Ausscheidung der Bakterien über den Harn erfolgt in Schüben. Um den Erreger im Blut nachzuweisen, kann bis zu einer Woche vergehen. Lässt der Tierarzt die Anzahl der Antikörper gegen die Bakterien im Abstand von rund zwei Wochen bestimmen, kann er die Diagnose absichern.

Doch bereits der Verdacht auf Leptospirose begründet eine passende Antibiotika-Therapie. Rechtzeitig verabreicht, sind Antibiotika das effektivste Mittel gegen den Infekt. Geschwächte Hunde können von Infusionen profitieren. Am gefährlichsten ist Leptospirose, die sich auf Nieren und Leber ausweitet. Die Hundehalter müssen sich in den Tagen nach einer Diagnose bei ihrem Hund an strenge Hygienevorschriften halten. Nach überstandener Erkrankung können Hunde erneut an einem anderen Bakterienstamm der Leptospirose erkranken.

Wie gefährlich ist Leptospirose für den Hund?

Rund zehn Prozent der betroffenen Tiere sterben trotz Therapie. Starke Symptome entwickeln vor allem Welpen im Alter von bis zu sechs Monaten.

Bei schweren Verläufen können Schäden an den Organen zurückbleiben, die den Hund lebenslang beeinträchtigen. Ältere sowie geimpfte Tiere durchlaufen die Infektion teils ohne Symptome.

Impfung gegen Leptospirose beim Hund

Soll jeder seinen Hund gegen Leptospirose impfen lassen? Hierüber sind die Experten geteilter Meinung. Einige Tierärzte bezeichnen die Leptospirose-Impfung als eine der „Core-Impfungen“. Dabei handelt es sich um ein empfohlenes Impf-Pflichtprogramm für jeden Hund. Neben Impfungen gegen Leptospirose gehören hierzu:

Häufig verabreichen Tierärzte diese Impfstoffe als Kombi-Impfung. Allerdings vertragen manche Hunde es besser, wenn ein Abstand zwischen den einzelnen Impfungen liegt. Bei Leptospirose ist eine Grundimmunisierung im Welpenalter im Abstand von drei bis vier Wochen nötig. Anschließend reicht eine jährliche Auffrischung.

Nicht alle Experten teilen die Meinung zur Leptospirose-Impfpflicht für jeden Hund. Da Hunde sich vor allem über stehende Gewässer infizieren, sind „Wasserratten“ unter den Fellnasen gefährdeter. Auch bei Jagdhunden macht die Impfung Sinn. Hunde, die Wasser meiden und nicht gerne „wild trinken“, müssen nicht zwangsläufig geimpft werden. Die bisher vorliegenden Impfstoffe schützen zudem nicht gegen alle Leptovirose-Typen. Lassen Sie sich hierzu am besten individuell von Ihrem Tierarzt, der auch die regionale Situation im Blick hat, beraten.