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Zoonose Hund

Welche Krankheiten übertragen Hunde auf Menschen?

© Nick Alias / Shutterstock

Zoonosen beim Hund: Diese Krankheiten übertragen sie auf Menschen

von Kristin Barling

am aktualisiert

Zoonosen sind Krankheiten, die Tiere auf Menschen übertragen - auch Hunde können uns anstecken. Alles zu Zoonosen, Symptome und Behandlung lesen Sie hier.

Wer seinen Hund liebt, kommt ihm nahe: Das ist normal, kann aber auch gefährlich werden. Denn neben Streicheleinheiten werden auch jede Menge Mikroorganismen und mögliche Krankheitserreger ausgetauscht. Ein Ratgeber zu Zoonosen bei Hunden kann Hundehaltern dabei helfen, die Risiken zu verstehen, wie sie sich vor Infektionen schützen können und wann sie einen Tierarzt aufsuchen sollten. 

Wir erklären, welche Krankheiten besonders häufig vom Hund auf den Menschen übertragen werden und wie Sie sich vor Zoonosen schützen können.

Was sind Zoonosen?

Zoonosen sind Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden können. Hunde können verschiedene Zoonosen übertragen, darunter Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze.

Übertragbare Parasiten: Flöhe, Zecken und Würmer

Die häufigsten Erreger, die von Hunden auf den Menschen übertragen werden, sind Parasiten. Dazu zählen allen voran sogenannte Echinococcus-Infektionen, zu Deutsch: Bandwürmer.

Hunde übertragen vor allem den Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) und den Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis), aber auch Hakenwürmer und Zwergfadenwürmer. Übertragen werden die Würmer über den Kot des Hundes. 

Insbesondere bei Kindern kommt es durch eine mangelnde Hygiene im Umgang mit dem erkrankten Tier zur Ansteckung.

Wamiz-Ratgeber: Würmer beim Hund
Bandwurm
Bandwürmer können vom Hund auf Menschen übertragen werden (Shutterstock)

Auch Flöhe sind ein weit verbreiteter Parasit, der auf den Menschen überspringen kann. Die lästigen Parasiten verbreiten sich schnell und finden sich nicht nur auf Haut und Haar des Hundes, sondern auch in Wohntextilien und auf dem menschlichen Körper. Ein deutliches Signal für einen Flohbefalls sind kleine, nah beieinander liegende Bisse in Verbindung mit einem starken Juckreiz.

Wamiz-Ratgeber: Flöhe beim Hund

Ein weiterer lästiger Parasit ist die Zecke. Beim Gassi gehen in Wald und Wiese gelangt sie unbemerkt auf den Körper des Hundes. Nicht immer beißt die Zecke sich am Hund fest, um Blut zu saugen. Häufig gelangt sie beim Streicheln und über Umwege auf dem menschlichen Körper. Zecken können gefährliche Krankheiten wie Borreliose und FSME übertragen.

Zecke in Hundefell
So sieht eine Zecke im Hundefell aus (Shutterstock)

Weit verbreitete Durchfallerreger: Giardien

Giardien sind sehr häufig vorkommende Durchfallerreger beim Hund. Die Einzeller befinden sich im Dünndarm und im Kot des infizierten Hundes und werden insbesondere über den Kot und über Schmierinfektionen auf den Menschen übertragen. Erkrankt der Mensch an den hochgradig ansteckenden Giardien, sind Übelkeit und schwerer Durchfall die Folge.

Wamiz-Ratgeber: Giardien beim Hund

Hoch ansteckend: Hautpilze

Hochgradig ansteckend sind Pilze, insbesondere Hautpilze, die von einem infizierten Hund auf den Menschen übertragen werden. Zwei Pilzerkrankungen treten beim Hund besonders häufig auf: Trichophytie und die Pilzspezies Microsproum canis. Typische Symptome beim Hund sind brüchiges Fell, Haarausfall sowie gerötete, schuppige Haut. Auch Juckreiz und vermehrtes Kratzen kann auftreten.

Das Gefährliche an der Zoonose: Die Pilzerkrankung wird nicht nur über direkten Kontakt zu dem betroffenen Hund übertragen, sondern auch durch Hundehaare, Textilien und Pflegezubehör und andere Gegenstände, die mit dem Hund in Kontakt gekommen sind. Dadurch kommt es zwischen Mensch und Tier besonders häufig zu einer Ansteckung mit Hautpilzen.

Hautpilz beim Hund
Hunde können außerdem Hautpilze übertragen (Shutterstock)

Tödliches Virus: Tollwut

Tollwut ist die bekannteste Zoonose. Die Virusinfektion wird durch einen Biss über den Speichel infizierter Tiere auf Mensch und Tier übertragen. Die Infektion mit dem Rabiesvirus, das für die Tollwut verantwortlich ist, ist nicht heilbar und endet meistens tödlich.

Überträger des Tollwutvirus sind überwiegend Wildtiere, zum Beispiel Füchse, aber auch Wildhunde und ungeimpfte, aus dem Ausland importierte Hunde. Auf den Menschen wird die Tollwut in der Regel durch einen infizierten Hund übertragen.

Glücklicherweise gibt es gegen den Rabiesvirus einen wirksamen Impfstoff, sodass Mensch und Hund sich vor der tödlichen Erkrankung schützen können.

Stuttgarter Hundeseuche: Leptospirose

Die Leptospirose ist eine Zoonose, die auch als Weil’sche Krankheit oder Stuttgarter Hundeseuche bekannt ist. Es handelt sich um eine Erkrankung, die durch Bakterien namens Leptospiren verursacht wird. Hunde können sich fast überall mit dem Bakterium infizieren, beispielsweise beim Trinken aus Pfützen oder beim Baden im Tümpeln.

Leptospirose
Hunde stecken sich oft durch das Trinken aus Pfützen und Tümpeln mit Leptospirose an (Shutterstock)

Über Wunden und über die Schleimhäute kann die bakterielle Infektion auf den Menschen übertragen werden. Während die Erkrankung bei Hunden vor allem auf Leber und Nieren schlägt, leiden betroffene Menschen unter grippeähnlichen Symptomen und Fieber.

Wamiz-Ratgeber: Leptospirose

Weitere durch Hunde übertragene Zoonosen

  • Räude (Scabies): Eine durch Milben verursachte Hautkrankheit, die von Hunden auf Menschen übertragen werden kann.

  • Ringelflechte (Dermatophytose): Eine Pilzinfektion der Haut, die von Hunden auf Menschen übertragen werden kann.

  • Toxoplasmose: Eine Infektion, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird und von Hunden auf Menschen übertragen werden kann.

10 Tipps: Zoonosen durch Ihren Hund vorbeugen

Damit es gar nicht erst soweit kommt, dass Sie oder Ihr Hund erkranken, sollten Sie einer Zoonose vorbeugen. Gegen viele Infektionen kann man sich durch Impfungen und durch einfache Hygienemaßnahmen schützen. Mit diesen 10 Tipps lassen sich viele Zoonosen im Vorfeld verhindern:

  • Gehen Sie vorsichtig mit Ihrem Hund um, um Bisse und Kratzer zu vermeiden. Meiden Sie außerdem den Kontakt zu Straßenhunden oder Hunden im Ausland.
  • Lassen Sie sich nicht von fremden Hunden abschlecken. Schleckt Ihr eigener Hund Sie ab, vermeiden Sie den Kontakt des Speichels zu Schleimhäuten und Wunden, und waschen Sie betroffene Stellen gründlich.
  • Halten Sie Hunde möglichst von Ihrem Gesicht fern. Geben Sie Ihrem Hund keine Küsschen und teilen Sie keine Lebensmittel mit Ihrem Hund.
  • Waschen Sie regelmäßig die Hände, wenn Sie Ihren Hund gestreichelt haben.
  • Tragen Sie beim Aufsammeln von Hundekot Einweghandschuhe oder wenden Sie Kotbeutel so an, dass der Hundekot nicht mit Ihrer Haut in Kontakt kommt.
  • Lassen Sie Ihren Hund nicht mit im Bett schlafen, sondern in einem Hundebett oder auf einer Hundedecke. Waschen Sie alle Hundekissen und Hundedecken regelmäßig bei 60 Grad.
  • Nehmen Sie regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt wahr, um Erkrankungen und Infektionen auszuschließen.
  • Lassen Sie Ihren Hund impfen und besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob Sie sich gegen Tollwut impfen lassen sollten – insbesondere bei geplanten Auslandsreisen.
  • Entwurmen Sie Ihren Hund regelmäßig mit einer Wurmkur, um der Übertragung von Bandwürmern vorzubeugen.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt zu weiteren Schutzmaßnahmen beraten, zum Beispiel zu Spot-on Produkten zur Abwehr von Parasiten.
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