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Was muss man über die Impfung gegen Tollwut wissen?

hund-mit-spritze-zur-impfung-beim-tierarzt advice © Shutterstock

Hundehalter wollen das beste für ihren geliebten Vierbeiner. Dazu zählt zweifellos, sie vor gefährlichen Krankheiten zu schützen. Bei der Tollwutimpfung beim Hund oder Welpen herrscht jedoch Unsicherheit. Auf der einen Seite ist das Risiko einer Ansteckung in Deutschland minimal. Auf der anderen Seite verläuft eine Tollwut-Infektion auf Reisen in andere Länder stets tödlich für unseren besten Freund. Informationen über eine mögliche Impfpflicht, Nebenwirkungen, Kosten und vieles mehr gibt es hier.

von Carina Petermann

Ist eine Tollwutimpfung Pflicht?

In Deutschland ist eine Tollwutimpfung beim Hund nicht verpflichtend. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist Deutschland seit 2008 frei von Tollwut. Jedoch existiert eine Tollwut-Verordnung. Diese schreibt eine Einschläferung jener Hunde vor, die in Kontakt zu einem an Tollwut erkrankten Tier kamen und nachweislich keinen Impfschutz gegen Tollwut vorweisen. Entscheidend ist die Einhaltung der vorgegebenen Impf-Abstände des Herstellers.

Einreise ins EU-Ausland

Wichtig für Hundehalter, die zusammen mit ihrer Fellnase in den Urlaub fahren: Nehmen Frauchen oder Herrchen ihren Vierbeiner bei Reisen innerhalb der Europäischen Union mit, ist eine gültige Tollwutimpfung Pflicht. Ein Nachweis in dem nationalen (gelben) Impfpass reicht nicht aus. Nur mit einem Nachweis in dem (blauen) EU-Heimtierausweis ist die Einreise legal.

Warum ist eine Tollwutimpfung beim Hund notwendig?

Eine Impfung gegen Tollwut wird – neben anderen gefährlichen Erregern wie Staupe, Parvovirose, Hepatitis contagiosa canis und Leptospirose – mit aller Dringlichkeit empfohlen. Deutschland gilt zwar seit 2008 von der Tollwut befreit, dennoch kann die Krankheit wiederkommen. Hunde, die illegal aus anderen Ländern nach Deutschland transportiert werden, können die tödlichen Erreger in das Land bringen.

Es gibt keine Behandlung gegen Tollwut. Auf Verlangen des Amtsveterinärs wird bei Verdacht die Einschläferung des geliebten Vierbeiners veranlasst. Auch auf den Menschen kann sich die tödlich verlaufende Viruserkrankung übertragen.

Ein weiterer Aspekt spricht dafür, dass der Hund gegen Tollwut geimpft wird: Das verschwindend geringe Risiko in Deutschland an Tollwut zu erkranken, beruht auf der Tatsache, dass viele Hundehalter die Impfung wahrnehmen. Würde der Trend in der Zukunft nachlassen, käme es mit großer Wahrscheinlichkeit vermehrt zu Todesfällen aufgrund der Tollwut.

Ab wann gegen Tollwut impfen lassen?

Das individuelle Impf-Schema sprechen Hundehalter am besten mit ihrem Tierarzt ab. Es gibt aber Empfehlungen. Laut der Leitlinie der Ständigen Impfkommission Vet wird eine Impfung von Kleintieren in den zeitlichen Abständen der Grundimmunisierung empfohlen. Aus der Leitlinie geht hervor, Welpen im Alter von 12 Lebenswochen u. a. gegen Tollwut impfen zu lassen.

Später, wenn der Junghund 15 Monate alt ist, wird je nach Impfwirkstoff eine erneute Immunisierung empfohlen.

Es besteht die Möglichkeit, bei einem Welpen eine zweite Impfung mit 16 Lebenswochen zu veranlassen. Davon ist aber grundsätzlich abzuraten, da sie nur in Ausnahmefällen erforderlich ist.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber für Impfungen bei Welpen.

Tollwutimpfung beim Hund: Risiken und Nebenwirkungen

Eine Impfung hat nicht nur Vorteile. Leider treten in seltenen Fällen Nebenwirkungen auf. Deshalb muss der Tierarzt vor der Impfung den Vierbeiner gründlich auf seinen allgemeinen Gesundheitszustand durchchecken. Nur ein vollkommen gesunder Hund, der kein Fieber und keine Würmer hat, darf eine Impfung bekommen.

Größere Hunde zeigen in der Regel seltener unerwünschte Reaktionen nach der Impfung als ihre kleineren Artgenossen. Hinzu kommt, dass eine Tollwutimpfung grundsätzlich mit einer Kombi-Impfung verabreicht wird. Diese schützt mit einer Spritze vor mehreren Viruserkrankungen, kann jedoch einigen Hunden mehr zusetzen als eine einzelne Impfung. Nach jeder Impfung besteht immer ein allgemeines Rest-Risiko, dass der Hund Beschwerden aufweist. Diese können folgendermaßen aussehen:

Viele der milden Symptome, wie Müdigkeit, verschwinden nach kurzer Zeit und sind eine gewöhnliche Reaktion des Körpers auf eine Impfung.

Nur in sehr seltenen Fällen neigt der Hund zu Hautreaktionen, zum Beispiel dem Nesselfieber. Hier treten Quaddel-Bildungen – vorwiegend am Kopf des Hundes – auf. Im Ausnahmefall kann der Hund an Atemproblemen nach der Impfung leiden.

Falls der Hund stärkere Beschwerden, zum Beispiel Nesselfieber, zeigt, ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen. Nicht zu verschweigen ist auch, dass einige Hunde in äußerst seltenen Fällen Schockzustände erleiden, welche bisweilen zum Tod führen können.

Kosten einer Tollwutimpfung

Einen festen Preis für eine Tollwutimpfung beim Hund gibt es nicht. Die Kosten richten sich nach Wirkstoff und nach Tierarzt. Es gibt jedoch eine Gebührenordnung der Tierärzte (kurz: GOT), an die sie gebunden sind.

  • Kombi-Impfung: circa 50 – 150 Euro

  • Einzelne Tollwutimpfung: circa 30 Euro

Fazit: Tollwutimpfung beim Hund

Die Tollwutimpfung gehört nach wie vor zu der Grundimmunisierung. Dennoch hat das Thema Impfen allgemein einen negativen Ruf. Hundehalter sollten sich die Vor- und Nachteile vor Augen halten und verantwortungsbewusst handeln. Gesunde Hunde vertragen in den allermeisten Fällen die Tollwutimpfung gut. Dagegen bedeutet eine Ansteckung mit dem Virus immer den Verlust des geliebten Vierbeiners.