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Kater und Katze – ab wann kastrieren lassen?

Katze auf OP-Tisch advice
© Shutterstock

Verantwortungsbewusste Katzenhalter, die nicht züchten, lassen ihre Samtpfote rechtzeitig kastrieren. Aber wann ist hierfür der richtige Zeitpunkt? Mit unseren Informationen finden Sie es heraus!

von Nina Brandtner

am 05.06.20, 11:37 aktualisiert

Katze und Kater rechtzeitig kastrieren

Vor allem bei Freigängern ist es wichtig, Katzen und Kater nicht zu spät zu kastrieren. Was aber bedeutet „rechtzeitig“? Im besten Fall, bevor Folgendes passiert:

  • Die Katze wird für mehrere Tage rollig
  • Die Katze wird trächtig
  • Der Kater gewöhnt sich ans Markieren
  • Der Kater zeigt aggressives Verhalten
  • Beim Deckakt oder bei Kämpfen kommt es zu Krankheitsübertragung
  • Kater verletzen sich „auf Freiersfüßen“ – bei Kämpfen oder auf der Straße

Was das Vermeiden von Katzennachwuchs betrifft, ist wichtig zu wissen: Weibliche Tiere sind sofort nach der Kastration unfruchtbar. Sie können keine Eizellen mehr produzieren.

Kater hingegen sind noch bis zu drei Wochen nach der Kastration fortpflanzungsfähig!
Katzen kämpfen
Unkastrierte Kater sind besonders kampflustig
© Shutterstock

Ab wann die Katze kastrieren?

Leider ist heute noch vereinzelt zu hören oder lesen: „Die Katze sollte mindestens einmal Junge bekommen haben“. Dies ist jedoch ein Ammenmärchen, dass Sie getrost vergessen können. Ganz im Gegenteil: Junge Katzen haben ein erhöhtes Risiko, bei Trächtigkeit und Geburt Schaden zu nehmen.

Auch wenn kein Kater in der Nähe ist, kann es Probleme geben. Bei Wohnungskatzen, die nicht gedeckt werden, kann es zu einer Dauerrolligkeit kommen – enormer Stress für Katzenkörper und -geist. Darum sollte eine Katze spätestens nach der ersten Rolligkeit, also im Alter von zehn Monaten, kastriert werden. Dies gilt nur, wenn sie nicht mit einem unkastrierten männlichen Tier zusammenlebt. In diesem Fall sollte sie spätestens mit fünf Monaten, besser mit vier Monaten, kastriert werden.

Wamiz-Ratgeber: Kosten der Kastration

Ab wann den Kater kastrieren?

Wenn der Kater beginnt, an bestimmten Stellen das Bein zu heben und zu markieren, sollten Sie einen Termin für die Kastration ausmachen. Denn einmal Routine, ist das Markieren nur schwer zu unterbinden. Handelt es sich um einen Freigänger, sollten Sie lieber früher – im Alter von fünf Monaten – als später zum Tierarzt gehen. Ansonsten besteht das Risiko, dass Sie ungewollt zu einem Ansteigen der bereits hohen Katzenpopulation beitragen.

Katze wird kastriert
Eine Frage, die viele Halter beschäftigt: Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Kastrieren?
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Ein Kater kann bereits vor dem ersten Markieren auf Freiersfüßen wandeln. Bei reiner Wohnungshaltung oder in einem abgesicherten Freilauf können Sie entspannt bis zum ersten Markieren abwarten. Häufig wählt der Kater hierzu strategisch interessante Stellen aus, an denen er fremde Katzengerüche wahrnimmt. Das können beispielsweise Fenster oder Gartentore sein.

Auch wenn der Kater nachts unruhig wird und Sie mit Jaulen um den Schlaf bringt, könnte dies ein Anzeichen dafür sein, dass er nun „reif“ für die Kastration ist.

Katze und Kater kastrieren: Wann frühestens?

Vor allem für Katzen aus dem Tierschutz ist sie ein Thema: die Frühkastration. Auch einige Züchter möchten durch sie sicher gehen, dass mit einem Liebhabertier keine Nachkommen gezeugt werden. Denn viele Katzenhalter möchten plötzlich doch „nur einmal Nachwuchs“ mit der Herzenskatze haben. Mit der Frühkastration ist dies ausgeschlossen. Dabei werden die Kitten im Alter zwischen sechs bis acht Wochen kastriert.

Die Tiere sollten einmal geimpft und entwurmt worden sein, bevor sie kastriert werden. Der Abstand zur Impfung sollte mindestens eine Woche betragen. Vor allem bei Tieren aus freilebenden Populationen macht das Verfahren Sinn, damit keine unkontrollierte Vermehrung stattfindet.

Kann eine Frühkastration der Katze oder dem Kater schaden?

Dies Antwort auf diese Frage ist bis heute umstritten. Gegner der Frühkastration führen an, dass Sexualhormone die körperliche und geistige Reife unterstützen. Fallen diese Hormone vor dem Eintritt in die Pubertät aus, bleibe die Katze in ihrer Entwicklung zurück. Mögliche negative Folgen der Frühkastration seien:

Eine andere Optik der erwachsenen Katze

Vor allem Besitzer von Katern wünschen sich den typischen „Katerkopf“ mit breiten Backen. Dieser entwickle sich – so Gegner der Frühkastration – durch die Hormone, die den Kater zum Kater machen. Eine Kastration sei darum erst im Alter von frühestens zehn Monaten oder einem Jahr anzuraten. Allerdings gelten bei Spätentwicklern wie beispielsweise der Maine Coon ohnehin andere Zeiten – sie gelten mit drei Jahren als ausgewachsen.

Maine Coon
Nicht bei jeder Katzenrasse - wie hier der Maine Coon - gelten die gleichen Regeln
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Häufig ist das Katerverhalten mit rund einem Jahr schon stark ausgeprägt, der Kopf jedoch nicht. Soll der Kater kein „Zuchtkater“ werden, ist spätestens beim Einsetzen des Markierverhaltens eine Kastration anzuraten. Wissenschaftliche Nachweise rund um den Katerkopf fehlen ohnehin. Befürworter der Frühkastration betonen, die Kopfgröße sei genetisch bedingt.

Kindisches Verhalten

Nach dem Entfernen von Hoden beziehungsweise Eierstöcken entfallen die üblichen Sexualhormone. Lediglich die Nebenniere gibt diese in geringen Mengen ab. Da es einen Zusammenhang zwischen Sexualhormonen und Gehirnentwicklung gibt, könnte die Frühkastration den „Charakter“ der Samtpfote beeinflussen. Halter frühkastrierter Tiere berichten von einem kindlicheren Verhalten. Wissenschaftlich bewiesen ist dies als Folge einer Frühkastration nicht.

Harnprobleme bei Katern

Gegner der Frühkastration argumentieren teilweise damit, dass frühkastrierte Kater häufiger unter Harnproblemen leiden. Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. Kater leiden insgesamt häufiger unter Harnproblemen als weibliche Tiere.

Werden frühkastrierte Katzen schneller dick?

Eine Kastration senkt den Grundumsatz der Samtpfote. Dies ist jedoch unabhängig vom Alter. Ein mit sieben Wochen kastrierter Kater benötigt langfristig weniger Kalorien – das Gleiche gilt für mit sieben Monaten kastrierte Tiere. Dies erklärt sich nicht nur durch einen anderen Stoffwechsel, sondern auch durch weniger ausgeprägte Streifzüge.

Wamiz-Ratgeber: Gewicht der Katze
Dicke Katze
Kastrierte Katzen haben grundsätzlich einen geringeren Energiebedarf - und nehmen deshalb schneller zu
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Gibt es den optimalen Zeitpunkt zur Kastration?

Wann der richtige Zeitpunkt ist, hängt von vielen Umständen ab: der Umgebung, der individuellen Entwicklung und dem Charakter der jeweiligen Katzen. Die meisten Samtpfoten werden im Alter zwischen sechs bis zehn Monaten geschlechtsreif. Weibliche Katzen sowie manche Rassen können allerdings früher geschlechtsreif werden.

Wer seine Katze oder seinen Kater in einem Alter von rund fünf bis sieben Monaten kastrieren lässt, wählt einen guten Zeitpunkt.

Kater entwickeln kein „typisches Katerverhalten“, konnten aber dennoch „reifen“. Sie ersparen weiblichen Tieren – und sich selbst – den Stress der ersten Rolligkeit. Einige Tierschützer setzen ein Alter von drei Monaten als besten Zeitpunkt zur Kastration von Katzen an. Sie begründen dies damit, dass immer mehr Katzen früher geschlechtsreif werden. Besteht Gefahr, dass eine Katze gedeckt werden könnte, gilt: Lieber früher als später kastrieren.

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