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Rollige Katze: Wie lange und was tun?

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© Shutterstock

Es gibt verschiedene Umstände und Faktoren, die das Verhalten eines Haustiers beeinflussen. Bei Katzen tragen die eigenen Hormone zu einer starken Veränderung der Verhaltensweise bei. Wenn die Katze rollig und paarungsbereit ist, erkennen Sie das an bestimmten Merkmalen. Dieser Beitrag informiert Sie über alles Wissenswerte zur Phase Rolligkeit und verrät Ihnen, wie Sie Ihr Haustier in dieser Phase unterstützen können.

von Carina Petermann

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Begriff „Rolligkeit“ bedeutet, dass Ihre Katze paarungs- sowie empfängnisbereit ist und dies deutlich signalisiert.

  • Im geschlechtsreifen Alter wird eine nicht kastrierte Katze mindestens zweimal im Jahr zu einer bestimmten Jahreszeit rollig, meist im Frühling und im Herbst.

  • Anzeichen wie Anschmiegsamkeit und Fluchtversuche sind bereits erste Hinweise auf eine rollige Katze.

  • Um Rolligkeit der weiblichen Katze zu lindern, ist es empfehlenswert, liebevoll und geduldig auf das Tier einzugehen.

  • Bei schwerwiegenden Verhaltensveränderungen wie Aggressivität lohnt es sich, den Tierarzt aufzusuchen.

Rolligkeit bei Katzen: Fakten zur Empfängnisbereitschaft

Eine kuschelige und zutrauliche Katze ist nichts Ungewöhnliches. Insbesondere dann nicht, wenn Sie ein enges Verhältnis zu Ihrem Liebling pflegen. Wenn das Tier allerdings deutlich anschmiegsamer und kuschelbedürftiger als sonst ist, dann kann es sein, dass Ihre Samtpfote rollig ist. Unter dem Begriff der „Rolligkeit“ versteht man bei Katzen die Bereitschaft für Paarung und Empfängnis. Fruchtbare Tiere möchten sich fortpflanzen. Dabei kommt es zwangsläufig zu veränderten Verhaltensweisen. Diese dienen teilweise dem Anlocken von Sexualpartnern. Kater riechen rollige Katzen über mehrere Kilometer Entfernung.

Im Regelfall sind Kätzchen zwischen dem vierten und zwölften Monat ihres Lebens geschlechtsreif. Während dieser Zeit kommt es zu ihrer ersten Rolligkeit. Anschließend tritt diese mindestens zwei Mal im Jahr auf. Allerdings können die Tiere bis zu drei Mal innerhalb von 365 Tagen schwanger werden. In der kalten Jahreszeit werden Katzen in geringerem Maße rollig. Das hängt mit dem Fehlen des natürlichen Lichts zusammen. Oft setzt dadurch zwischen Oktober und Dezember eine Pause von Rolligkeit, Paarungstrieb und Schwangerschaft ein.

Vorsicht ist geboten, wenn keine Befruchtung eintritt. Dann kann es im weiteren Verlauf zu einer sogenannten „Dauerrolligkeit“ kommen. Dabei handelt es sich um ein bestätigtes Krankheitsbild. Die rollige Katze hat in diesem Zusammenhang einen auf Dauer erhöhten Östrogenspiegel.

Rollige Katze: Dauer der Paarungsbereitschaft, der Zyklen und der Tragzeit

Die folgende Tabelle informiert Sie über wichtige Kennwerte hinsichtlich der Dauer in puncto Rolligkeit, Zyklen und Tragzeit in der Schwangerschaft.

Rolligkeit

Zyklen

Tragzeit und Schwangerschaft

  • Eine rollige Katze befindet sich zwischen sieben und zehn Tagen in dieser Phase.

  • Die Dauer eines Zyklus ist davon abhängig, ob die rollige Katze gedeckt wird oder nicht.

  • Die Tragzeit in der Schwangerschaft dauert zwischen 61 und 72 Tagen.

  • Das Haustier wird erst rollig, wenn es ungefähr ein Mindestgewicht von 2,5 Kilogramm erreicht hat.

  • Ein Zyklus kann alle zwei bis drei Wochen erfolgen.

  • Wenn die Katze ihre Kitten bekommen hat, kann sie in ein bis vier Wochen sofort wieder rollig werden.

  • Die erste Rolligkeit findet zwischen dem vierten und zwölften Lebensmonat statt.

  • Rolligkeitszyklen können im ganzen Jahr auftreten.

  • Wechseljahre gibt es nicht.

  • Wird die Katze nicht gedeckt, kommt es in einer Zeitspanne von circa zwei Wochen erneut zu einer Rolligkeit.

  • In der Winterzeit treten sie seltener auf.

  • Der Stubentiger ist bis ins hohe Alter geschlechtsreif und empfängnisbereit.

 

Wenn die Katze rollig ist: Anzeichen, an denen Sie es erkennen

Wenn die vierbeinige Begleiterin in einen Rolligkeitszyklus kommt, können Sie dies bereits frühzeitig erkennen. Es gibt verschiedene Merkmale, die deutlich darauf hinweisen, dass Ihre Katze rollig ist. Grob gesagt verändert sich das Verhalten des Samtpfötchens. Zudem sorgt es auf akustischer Basis dafür, dass Ihnen diese Veränderung bestimmt nicht entgeht. Wichtig zu wissen ist, dass diese Verhaltensweisen in unterschiedlicher Ausprägung auftreten.

Zu den Anzeichen gehören:

  • In der Rolligkeit haben viele Katzen das Bedürfnis, zu kuscheln. Ob mit Ihnen oder einem Möbelstück in der Wohnung - eine erhöhte Anschmiegsamkeit ist ein deutliches Merkmal.

  • Gleichermaßen kann es allerdings dazu kommen, dass das Haustier sehr aggressiv ist. Erkennbar ist das, wenn der Boden zum Wälzen genutzt wird oder wenn nach Ihnen geschnappt wird. Bei sehr starker Aggression suchen Sie einen Tierarzt auf.

  • Rollige Katzen machen auf sich aufmerksam. Die Laute und Geräusche sind dabei weniger angenehm. Im Gegenteil - es hört sich so an, als ob das Tier vor Schmerzen zergeht. Dies ist allerdings kein Grund zur Besorgnis, denn es versucht so nur Sexualpartner aus der Nachbarschaft anzulocken.

  • Fluchtversuche sind typisch für paarungsbereite Vierbeiner. Am besten lassen Sie alle Fenster und Türen geschlossen, wenn Sie nicht möchten, dass eine Schwangerschaft folgt.

  • Kommt es zu einer neuen und ungewöhnlichen Haltung des Körpers, dann ist Ihre Katze rollig. Dies kann sich beispielsweise durch einen angelegten Schwanz, ein angehobenes Hinterteil oder tänzelnde Beinchen äußern.

  • Es kann sein, dass sie ihren Appetit verliert und der Futternapf zum Nebenschauplatz wird.

  • Rollende Bewegungen über den Boden sind ebenfalls ein deutliches Merkmal dieser Fruchtbarkeitsphase. Daher kommt auch der Begriff „Rolligkeit“.

  • Neben dem Markieren von Gegenständen durch das Reiben des Köpfchens kommt es leider auch vermehrt zu Markierungen durchs Wasserlassen.

Bei der Ausprägung dieser Merkmale kommt es auf die Rasse an. Es gibt Katzen, die ihre Rolligkeit in einem minimalen Umfang durchleben. Andere, von Natur aus temperamentvolle Tiere sind äußerst extrovertiert und genießen diese Phase richtiggehend mit allen Facetten. Ein Anzeichen, das niemals positiv ist oder darauf hindeutet, dass eine Katze rollig ist, ist Blut im Schambereich. In solchen Fällen suchen Sie bitte sofort einen Tierarzt auf.

So unterstützen Sie Ihren Liebling in der Rolligkeit

Um Ihrer rolligen Katze in dieser Lebensphase beizustehen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • Beruhigung: Es ist wichtig, durchdacht und sorgsam zu handeln, um eine rollige Katze zu beruhigen. Lassen Sie ihr die Wahl, ob sie mit Ihnen kuscheln oder sich zurückziehen möchte. Eine gute Beruhigungsmöglichkeit stellt Wärme in Form eines Wärmekissen oder eines Kuschelplatzes in Heizungsnähe dar. Hier schlafen rollige Katzen gerne ein.

  • Isolation: Eine rollige Katze spürt die Anwesenheit eines potentiellen Sexualpartners. Sorgen Sie für eine Isolation Ihres Haustieres, damit es nicht unruhig oder nervös wird.

  • Hygiene: Sorgen Sie dafür, dass Duftmarken sofort entfernt werden. Andernfalls kann es zu weiteren Markierungen kommen.

  • Ablenkung: Ablenkende Spieleinheiten helfen in der Rolligkeit.

Gelingt es Ihnen, beruhigend auf den Stubentiger einzuwirken, ist es möglich, die rollige Katze zu streicheln. Gehen Sie dabei ganz sanft vor und reagieren Sie auf Signale, um zu wissen, wann die Streicheleinheiten genügen.

Unsere Empfehlung: Katze kastrieren lassen, wenn kein Wunsch zur Zucht besteht

Wenn Sie wissen, dass Ihre Katze weder im Zuge einer Zucht noch im Laufe ihres Lebens Junge bekommen soll, dann lassen Sie sie kastrieren. Das ist die sicherste Methode, um sowohl die Rolligkeit als auch eine Schwangerschaft zu verhindern.

  • Eine Kastration kostet beim Tierarzt einmalig um die 140 Euro. Der Eingriff erfolgt innerhalb einer Stunde und erspart sowohl Ihrer Katze als auch Ihnen viel Stress.

  • Es besteht ein Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation. Bei Letzterem wird lediglich der Eileiter durchtrennt, was nicht die Hormonproduktion stoppt, weshalb das Tier noch rollig werden kann. Die Kastration entfernt die Eierstöcke, zuweilen ebenfalls die Gebärmutter, sodass weder Rolligkeit noch Schwangerschaft möglich sind.

  • Eine rollige Katze zu kastrieren oder zu sterilisieren ist nicht ratsam, weil das Gewebe in dieser Phase stärker durchblutet ist.

  • Der beste Zeitpunkt für eine Kastration ist vor der ersten Geschlechtsreife.

In einigen Gemeinden gibt es eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Hauskatzen. Auf der Webseite des Deutschen Tierschutzbund e.V. sind die Gemeinden zu finden.