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Wichtige Informationen zur Kastration von Katzen und Katern

Katze wird sterilisiert advice

„Weibliche Katzen werden nicht kastriert, sondern sterilisiert“ – diese Aussage ist vereinzelt noch zu hören. Fakt ist: Tierärzte kastrieren sowohl Katzen als auch Kater. Und das aus gutem Grund. Wir erklären die Unterschiede zwischen Kastration und Sterilisation.

von Philipp Hornung

Sterilisieren oder kastrieren: Was ist der Unterschied?

Für die reine Geburtenkontrolle eignen sich sowohl Kastration als auch Sterilisation. In der Praxis kommen Sterilisationen so gut wie nicht mehr vor. Denn eine Kastration ist langfristig gesünder und stressfreier für Ihr Tier – und für Sie!

Sterilisieren von Katze und Kater

Viele Laien sind der Meinung, Sterilisieren sei das weibliche Pendant zum Kastrieren beim Kater. Doch Sie können nicht nur Katzen kastrieren, sondern auch Kater sterilisieren lassen. Wenn Tierärzte ein männliches Tier sterilisieren, durchtrennen sie dessen Samenleiter. Bei weiblichen Tieren die Eileiter. Beide sind anschließend unfruchtbar, bilden aber nach wie vor geschlechtstypische Hormone.

Ablauf: Kastrieren von Katze und Kater

Im Unterschied dazu geht es bei der Kastration um die Keimdrüsen: Beim Kater sind dies die Hoden, bei der Katze die Eierstöcke. Mit dem Entfernen dieser Organe fällt die damit einhergehende Hormonproduktion weg. Kastrierte Tiere haben kaum noch Sexualtrieb und zeugen keine Nachkommen.

Unterschied Kastrieren Sterilisieren
Unterschiede zwischen Kastration und Sterilisation von Kater (links) und Katze (rechts)
© Shutterstock

Nach Sterilisation oder Kastration: Ist das Tier ruhiger?

Nach der Sterilisation ändert sich nichts am Verhalten von Katze und Kater, was bedeutet: Die Hormone spielen weiterhin eine große Rolle. Katzen werden rollig, Kater neigen zum Markieren sowie Stromern und liefern sich heftige Kämpfe mit Artgenossen, die durch ihr Revier streichen. Wer seine Mieze hingegen kastrieren lässt, erleichtert sich und seiner Samtpfote das Leben: Kastrierte Tiere sind anhänglicher, sanftmütiger und bleiben in der Nähe ihres Zuhauses.

Über frühkastrierte Tiere sagen manche Halter, dass sie „kindlicher“ und verspielter als ihre Artgenossen seien. Bei Katzen, die ab einem halben Jahr aufwärts kastriert werden, ist dies jedoch nicht der Fall. Allerdings haben viele Samtpfoten nach dem Eingriff nicht nur mehr Lust auf ein kuscheliges Miteinander auf dem Sofa, sondern entwickeln zudem mehr Appetit. Weniger verbrennen, mehr futtern: Kastrierte Katzen neigen zu Übergewicht. Es ist Ihre Aufgabe, dies zu verhindern. Zum Beispiel mit gemeinsamer Spielzeit und kontrollierten Futtermengen.

Wann sollte ich meine Katze sterilisieren oder kastrieren lassen?

Wir raten klar zu Kastration statt Sterilisation. Lassen Sie Ihre Katze spätestens zum Eintritt der Geschlechtsreife kastrieren. Diese erfolgt je nach Rasse oder Konstitution zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat. Wer seiner Samtpfote vorher Auslauf gewährt, sollte mit einer Frühkastration im Alter von acht bis 14 Wochen auf Nummer sicher gehen.

Der Ruf der Natur: aus Kätzchen werden Kater

Wenn Sie mit der Kastration eines Katers zu lange warten, ist es möglich, dass er typisches Kater-Verhalten wie Markieren zeigt. Nicht alle kastrierten Tiere legen diese natürlichen „Kater-Gewohnheiten“ wieder ab. Dies kann das Zusammenleben sehr erschweren. Darum sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrem Tierarzt über den richtigen Zeitpunkt für die Kastration.

Ob der charakteristisch breite Katerkopf durch eine frühere Kastration kleiner ausfällt, ist umstritten. Möglich, dass der Einfluss rasseabhängig ist: Rassen wie Maine Coon benötigen Jahre, bis die Statur ausgewachsen ist – bis dahin ist der optimale Zeitpunkt für eine Kastration längst verflogen.

Die Katze wird das erste Mal rollig

Miiiiiiau – wenn die Katze rollig ist, wirkt sie sehr aufgedreht. Kein Wunder: Die Hormone spielen verrückt. Die Katze wird jede Lücke suchen, um nach draußen zu gelangen und hier einen potenten Kater zu finden. Manche Halter sind der Meinung, die erste Rolligkeit zeige an, dass die Katze nun erst geschlechtsreif und damit eine Kastration möglich sei. Doch eine Kastration ab dem fünften oder sechsten Monat erspart Ihrer Samtpfote – und Ihnen – viel Stress! Während der Rolligkeit ist eine Kastration mit mehr Gefahren verbunden, da Gebärmutter und Eileiter stärker durchblutet sind.

Wamiz-Ratgeber: Rolligkeit der Katze

Kritisch zu hinterfragen ist das Gerücht, die Katze profitiere davon, wenn sie „einmal Junge habe“. Dafür gibt es keinen Beleg. Ganz im Gegenteil: Die Risiken von Schwangerschaft und Geburt sind weitaus höher als die einer frühen Kastration. Das größte Argument gegen „einmal Werfen“ sind die vollen Tierheime. Darum gilt: Lieber früh als (zu) spät kastrieren!

Katze wird sterilisiert
Katze wird sterilisiert© Shutterstock

Was kosten Sterilisation und Kastration?

Bei männlichen Tieren ist eine Kastration ein unkomplizierter Eingriff: Der Tierarzt entfernt die Hoden aus dem außen liegenden Hodensack. Darum ist die Operation bei Katern günstiger und schlägt mit um die 60 Euro zu Buche. Bei einem weiblichen Tier öffnet der Veterinär die Bauchdecke, um die darunter liegenden Eierstöcke, manchmal zusätzlich die Gebärmutter, zu entfernen. Darum kostet es fast das Doppelte, eine weibliche Katze kastrieren zu lassen: um die 100 bis 120 Euro. Natürlich sind bei Komplikationen oder im Rahmen der Wundversorgung weitere Folgekosten möglich.

Fazit: Kastrieren schützt am besten

Katze sterilisieren oder kastrieren? Beides schützt vor Nachwuchs. Da eine Kastration das Verhalten Ihrer Katze positiv beeinflusst, ist diese einer Sterilisation in jedem Fall vorzuziehen. Sie tun damit nicht nur sich, sondern auch der Samtpfote Gutes: Freigänger sind vor sexuell übertragbaren Krankheiten geschützt und verletzen sich weniger. Ohne den Sexualtrieb sind die Tiere seltener Stress ausgesetzt, anhänglicher und insgesamt angenehmere Mitbewohner.