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Hautkrebs bei Katzen – Schnelles Handeln ist wichtig

Eine Katze mit Halskrause advice

Meistens erkranken Katzen erst ab 10 Jahren

© Shutterstock

Die Haut ist das größte Organ der Katze – und kann von verschiedenen Krankheiten betroffen sein. Dazu gehört auch Hautkrebs. Doch „den“ Hautkrebs gibt es nicht – schließlich lösen unterschiedliche Tumoren verschiedene Krebsarten aus. Therapiemöglichkeiten und Prognose richten sich nach der genauen Diagnose.

von Carina Petermann

Am 18.08.20, 14:35 veröffentlicht

Wie sieht Hautkrebs bei Katzen aus?

Je nach Tumorart kann Hautkrebs bei Katzen anders aussehen. Er kann aussehen wie eine kleine Wunde, die nicht heilt – beispielsweise bei Plattenepithelkarzinomen. Oder er zeigt sich in deutlich sicht- und tastbaren Tumoren der Haut. Hauttumoren können jucken, schmerzen oder vom Tier nicht bemerkt werden.

Da bei einigen Hauttumoren ein schneller Therapiebeginn entscheidend für die Heilungschancen ist, gilt: Wenn Sie einen Knoten auf der Haut Ihrer Samtpfote entdecken, stellen Sie die Katze baldmöglichst dem Tierarzt vor.

Samtpfoten erkranken durchschnittlich ab einem Alter von 10 Jahren an Hautkrebs. In seltenen Fällen kann es in jüngeren Jahren zu Hauttumoren der Katze kommen.

Welche Hauttumore gibt es bei Katzen?

Bei Katzen können viele verschiedene Hauttumore auftreten. Dazu zählen gutartige wie das seltene Lipom. Doch die meisten Hauttumore der Katze sind bösartig. Die vier häufigsten Hauttumore der Katze sind:

Fibrosarkom

Fibrosarkome treten oft an Bereichen des Körpers auf, an denen die Katze früher geimpft wurde. Zum Beispiel an den Schulterblättern oder den Oberschenkeln der Katze. Zwar bilden sie nur selten Metastasen, wachsen jedoch schnell in den Katzenkörper und können so starke Schmerzen verursachen.

Katze wird geimpft
Fibrosarkome können an alten Impfstellen entstehen
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Solar-induziertes Plattenepithelkarzinom

Eine zu hohe UV-Strahlen-Belastung kann zu diesen Tumoren führen, die meist an sonnenexponierten Stellen auftreten. Dazu zählen die gesamte Region ums Mäulchen inklusive Nase sowie Augenlider und Ohren.

Symptome sind rote Hautstellen mit Krustenbildungen. Wer vermeintliche kleine Wunden sieht, die nicht heilen, sollte einen Tierarzt aufsuchen. Plattenepithelkarzinome neigen nicht zu Metastasen, wachsen aber immer weiter.

Gefährdet sind vor allem weiße Katzen.

Mastzelltumor

Mastzelltumoren wachsen vor allem im Kopf- und Halsbereich. Es handelt sich oft um fühlbare, derbe Knoten. Sie gehen in vielen Fällen auf die Milz über. Die Therapie besteht aus der chirurgischen Entfernung des Knotens – manchmal auch der Milz.

Basalzelltumor

Diagnostiziert der Tierarzt einen Basalzelltumor, auch Basaliom, können dies erfreuliche Nachrichten sein. Denn die Tumoren sind meist gutartig. Basaliome sind dunkel pigmentiert. Falls notwendig, kann der Tierarzt sie chirurgisch entfernen.

Weiße Katze in der Sonne
Besonders bei weißen Katzen können zu viele UV-Strahlen Krebs auslösen
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Wie kann man seine Katze vor Hautkrebs schützen?

Es gilt: Je älter die Katze, desto höher das Risiko für Hautkrebs. Eine artgerechte Ernährung und ausreichend Bewegung unterstützen die Gesundheit der Samtpfote. Doch den meisten Hauttumoren der Katze können Sie nicht vorbeugen.

Beim Plattenepithelkarzinom ist die Sonnenstrahlung ursächlich für den Hauttumor. Dies betrifft vor allem Katzen mit einem hohen Weißanteil am Kopf. Eine Sonnencreme würden sich die Vierbeiner jedoch schnell vom Fell lecken, was zusätzlich den Magen reizt.

Bei besonders gefährdeten Katzen können exponierte Stellen wie die Ohren mit Sonnencreme vor Verbrennungen geschützt werden. Fragen Sie am besten Ihren Tierarzt um Rat. Hilfreich ist, wenn gefährdete Katzen im Sommer in der Mittagshitze drinnen bleiben.

Rund um Fibrosarkome ist es wichtig, notwendige Impfungen durchführen zu lassen, aber überflüssige zu vermeiden.

Diagnose von Hautkrebs bei der Katze

Um Hautkrebs bei der Katze zu diagnostizieren, wird der Tierarzt die betroffene Stelle gründlich anschauen und abtasten. In vielen Fällen erfolgt nun eine Verdachtsdiagnose, die es abzusichern gilt. So sind beispielsweise leicht verschiebbare Tumore oft gutartig.

Katze beim Tierarzt
Bei der Hautkrebs-Diagnose tastet der Tierarzt die betroffene Stelle ab
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Mittels einer Feinnadelbiopsie oder Abklatschzytologie kann der Tierarzt kleine Gewebeproben entnehmen. Oft ergibt die mikroskopische Analyse dieser Proben dann weitere Hinweise auf die Diagnose. Ist dies nicht möglich, hilft nur eine Operation.

Nach der Operation wird das entnommene Tumorgewebe an die Pathologie gesendet und dort untersucht. Bei kranken oder alten Katzen, die nicht operiert werden können, ist eine genaue Diagnose nicht immer möglich. Es können weitere Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen zum Einsatz kommen, um mögliche Metastasen zu erkennen.

Wamiz-Ratgeber: Tierarztkosten

Hautkrebs-Therapie bei Katzen

Eine Therapie richtet sich nach der Krankheit, aber auch nach der aktuellen Konstitution der Samtpfote. Erlaubt es die Gesundheit der Katze, wird der Tierarzt den Hauttumor in einer Operation entfernen. Hierbei muss je nach Tumorart mehr oder weniger viel gesundes Gewebe entfernt werden.

Liegen schnell nach innen wachsende Tumoren wie Fibrosarkome am Schultergürtel, ist ein Entfernen jedoch kaum möglich.

Auch bei Tumoren an den Gliedmaßen müssen Tierarzt und Halter das große Ganze im Blick halten: Ist die Katze fit und agil, kann sie mit einer Amputation gut zurechtkommen. Hat sie weitere (Alters-)Leiden oder bereits Metastasen, wäre die Amputation ein zu großer Eingriff.

Amputierte Katze
Bei ansonsten fitten Katzen kann eine Amputation die richtige Lösung sein
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Zu den ergänzenden Therapie-Möglichkeiten zählen Bestrahlung und Chemotherapie. Neue Ansätze bietet außerdem die Immuntherapie. Eine palliative Therapie konzentriert sich darauf, der Katze die verbleibende Zeit so angenehm und schmerzfrei wie möglich zu machen. Hierfür kommen unterschiedliche Schmerzmedikamente zum Einsatz.

Hautkrebs bei Katzen – wie sind die Heilungschancen?

Über die Heilungschancen bei Hautkrebs sind keine allgemeinen Aussagen zu treffen, da es viele unterschiedliche Tumorarten gibt. Beim Fibrosarkom treten nach jeder dritten Operation Wochen oder Monate später Rezidive, also neue Tumore, auf.

Die Aussicht auf eine längere Überlebensdauer bessert sich, wenn ergänzend zur Operation Strahlentherapie zum Einsatz kommt. Viele Katzen können dann zwei Jahre und mehr überleben.

Bei Plattenpithelkarzinomen hängen die Heilungschancen sehr von der Lage ab. Ebenso gilt bei Mastzelltumoren: Nur der behandelnde Tierarzt kann aufgrund der individuellen Lage eine Prognose wagen. Kann ein Tumor operativ großzügig entfernt werden, bessert dies die Chancen auf ein längeres Leben um ein Vielfaches.