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12 ausgestorbene und vom Aussterben bedrohte Hunderassen

Erdélyi Kopó

Vom Aussterben bedrohte Hunderassen und ausgestorbene Hunderassen

© Shutterstock

Erfahren Sie hier, welche Hunderassen einen alarmierend niedrigen Bestand haben und von welchen heute nur noch Bilder und Überlieferungen existieren. 

von Stephanie Klein

Am veröffentlicht

Bei bestimmten Hunderassen wie dem Labrador Retriever steigt die Nachfrage seit Jahren ungebrochen. Einige neue „Trendhunde“ wie die Mini Australian Shepherds erfahren sogar einen regelrechten Hype. In diesem Artikel geht es um das andere Extrem: Hier erfahren Sie mehr über vom Aussterben bedrohte und bereits ausgestorbene Hunderassen.

Vorab: Ob eine Hunderasse vom Aussterben bedroht ist, erschließt sich unter anderem aus den eingetragenen Wurfzahlen pro Jahr. Verzeichnet eine Hunderasse weniger als 300 im Zuchtbuch eingetragene, neugeborene Welpen, gilt ihr Bestand als gefährdet. 

Altdeutsche Hütehunde

Altdeutsche Hütehunde sind keine eigenständige Hunderasse, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Varietäten. Sie halfen europäischen Wanderschäfern ab dem Mittelalter bei ihrer Arbeit. Für die ursprüngliche Tätigkeit der Altdeutschen Hütehunde besteht heute kaum noch Bedarf und ihre Haltung ist sehr anspruchsvoll – das beides erklärt den Rückgang der Wurfzahlen.

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. teilt in ihrer „Roten Liste“ Haustiere nach ihrer Verbreitung ein. Als extrem gefährdet gilt die Varietät Westerwälder Kuhhund. Aber auch die Zukunft der stark gefährdeten Schafpudel und der gefährdeten Gelbbacken, Tiger, Strobel, Schwarzer und Fuchs ist ungewiss.

Altdeutsche Gelbbacke© Antje Peters / Shutterstock

Bergamasker Hirtenhund

Der Bergamasker Hirtenhund – in seiner Heimat Cane da Pastore Bergamasco genannt – ist eine vom FCI anerkannte Hunderasse. Einst war er Hirten in den italienischen Alpen eine große Hilfe bei ihrer Arbeit. Seine Entstehung reicht bis auf die Römerzeit zurück. Heute ist der Bestand alarmierend niedrig – weltweit soll es nur noch um die 2.000 Bergasmasker Hirtenhunde geben.

Gut zu wissen: Trotz seiner imposanten Statur ist dieser Hund mit einer überdurchschnittlich hohen Lebenserwartung gesegnet. Ein stolzes Alter von 15 Jahren ist beim Bergamasker keine Seltenheit.

Bergasmasker Hirtenhund©michelangeloop / Shutterstock

Chinook

Einst war der Chinook ein geschätzter Arbeitshund der gleichnamigen indigenen Völkergruppe. Er war vor allem als Schlittenhund und Jagdhund im Einsatz und somit ein ziemlicher Allrounder. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Hunderasse jedoch fast ausgestorben.

Im Jahr 1917 setzte sich ein Hundezüchter namens Arthur Treadwill Walden zum Ziel, den Bestand dieser Hunderasse zu festigen. Dazu kreuzte er die wenigen noch verbliebenen Chinooks mit Arbeitshunden wie Bernhardinern, Schäferhunden und Huskys. Bis heute gibt es ausschließlich Chinook-Züchter in den USA. Es bleibt abzuwarten, ob sich in Zukunft Liebhaber des Chinooks auch in Europa der Zucht widmen werden.

Chinook© Igor Plotnikov / Shutterstock

Cuba-Dogge

Die Cuba-Dogge war ein stattlicher Molosser, der Ähnlichkeiten zum Mastiff aufwies. Diese ausgestorbene Hunderasse erreichte eine durchschnittliche Widerristhöhe von 65 cm, hatte rotbraunes Fell mit einer Maske und Schlappohren.

Auf Kuba wurde der „Mastàn Cubano“ unter anderem für Hundekämpfe und als Wachhund eingesetzt. Auch ein düsteres Geschichtskapitel wird mit der Cuba-Doggo in Verbindung gebracht: Während der Sklaverei musste die Cuba-Dogge entflohene Sklaven stellen. Seine Existenz lässt sich bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgen.

 

Erdélyi Kopó

Diese ungarische Hunderasse hat vieles zu bieten: Sie ist mutig, kann selbstständig jagen und ist dazu noch sehr gutmütig und liebenswert. Und dennoch handelt es sich bei dem Erdélyi Kopó um eine vom Aussterben bedrohte Hunderasse. 

Das war aber nicht immer so: Im Mittelalter erfreute sich die Bracke einer hohen Beliebtheit. Besonders der Adel war von ihr angetan und schätzte sie als zuverlässigen Begleiter bei der Jagd. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Hunderasse fast ausgestorben. Im Jahr 1968 aber gab es Zuchtbestrebungen, sodass der Erdélyi Kopó heute zwar selten vorkommt, aber nicht ausgestorben ist.

Hunderasse: Erdélyi Kopó
Erdélyi Kopó© Mircea Costina / Shutterstock

Irish Glen of Imaal Terrier

Die Spuren des Irish Glen of Imaal Terriers reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Er war in Irland unter anderem als Jagdhund und Wachhund im Einsatz, konnte aber auch beim Hüten einer Herde überzeugen. Leider hatte man den robusten Terrier auch für den Hundekampf missbraucht.

Heute findet er einen Platz bei Familien oder aktiven Menschen. Seine Anhängerschaft schrumpft jedoch schon seit Jahren, sodass der Terrier vom Aussterben bedroht ist. 2021 verzeichnete der VDH 17 Irish Glen of Imaal Terrier Welpen. 

Irish Glen of Imaal Terrier© Radomir Rezny / Shutterstock

Otterhound

Dieser Hund ist ein wahrer Spezialist: Er war ein exzellenter Fischotterjäger. Dies hatte ihn im 19. Jahrhundert große Beliebtheit verschafft. Er gilt als besonders ausdauernd bei der Jagd und mit seinen Bloodhound Genen besitzt er einen herausragenden Geruchsinn. Als die Otterjagd aus tierschutzrechtlichen Gründen untersagt wurde, verschwand auch der Otterhound immer mehr von der Bildfläche.

Sein weltweiter Bestand sinkt auf weniger als 1.000. Der Otterhound ist zwar kein Anfängerhund, aber seine Freundlichkeit und sein kinderliebes Wesen gleichen seinen sturen Kopf allemal aus. 

Hunderasse: Otterhound
Otterhound© Lourdes Photography / Shutterstock

Paisley Terrier

Dieser kleine Hund ähnelte den Yorkshire Terriern und den Skye Terriern. Er hatte langes, seidiges Fell, das bis zum Boden ging und seine Augen bedeckte. Auch war der Paisley Terrier ein zierlicher Hund mit einem rechteckigen Körperbau. Im Vergleich zu den anderen Terriern hatte er jedoch eine kürzere Schnauze und wurde ruhiger als seine nahen Verwandten beschrieben. 

Der Paisley Terrier beherrschte zweifellos das Handwerk des Rattenjägers. Dennoch lebte der anhängliche Vierbeiner vor allem als Gesellschaftshund bei reichen Menschen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Wurfzahlen niedriger und der Paisley Terrier verschwand von der Bildfläche.

Skye Terrier

Der Ursprung des Skye Terriers liegt in der Isle of Skye, einer Insel in der schroffen Landschaft Schottlands. Dort war er unter anderem in der Fuchsjagd tätig. Auffällig ist neben seinem wunderschönen, seidigen Haarkleid seine gestreckte Körperform. Skye Terrier gehören zu den kleinen Hunderassen – die Widerristhöhe beträgt um die 25 cm.

Diese schottische Hunderasse ist in Deutschland selten anzutreffen. Der Verein für das Deutsche Hundewesen (VDH) verzeichnete 2021 49 Welpen – etwas weiter zurück, 2013, kamen hierzulande sogar nur sieben Welpen von VDH-Züchtern auf die Welt. 

Hunderasse: Skye Terrier
Skye Terrier© Sevostyanova Tatyana /Shutterstock

St. John´s Waterdog

Der St. John´s Waterdog war ein ehemaliger Arbeitshund aus Neufundland. Als kleinere Variante des imposanten Neufundländers war er besonders bei Fischern beliebt. Dieser außergewöhnliche Hund gilt als Vorfahr der heutigen Retrieverhunde: Labrador Retriever, Chesapeake Bay Retriever und Co. teilen sich den St. John´s Waterdog als gemeinsamen Urahnen.  

Diese ausgestorbene Hunderasse hatte schwarzes Fell mit kleinen Abzeichnungen und wasserresistenten Eigenschaften. Sie wog zwischen 18 und 40 Kilogramm. In den 1980er-Jahren starben die letzten zwei Rüden aus. In seiner Heimat Neufundland gibt es heute aber einige Mischlingshunde, die dem St. John´s Waterdog vom Aussehen äußerst ähnlich sind.

Talbot

Zur Geschichte des Talbots geht es zurück in das mittelalterliche England. Eine Theorie besagt, dass William The Conqueror den Talbot im 11. Jahrhundert von Frankreich nach Großbritannien brachte. Dort wurden Jagdhunde ähnliches Typs als Talbots bezeichnet, wobei nur die reinweißen als wahre Vertreter galten.

Ende des 18. Jahrhunderts starb der Talbot aus. Heute gibt es Relikte wie Gemälde und Wappen, die auf sein Aussehen Rückschlüsse geben. Es war ein Hund von mittlerer Größe mit weißem Fell, Schlappohren und einem ausgeprägten Brustkorb. Diese Jagdhundrasse gilt als Vorfahr des heutigen Beagles.

Tweed Water Spaniel

Tweed Water Spaniels lebten im 19. Jahrhundert in der Grenzregion zwischen Schottland und England. Sie waren für ihr intelligentes und loyales Wesen und ihre ausgezeichneten Schwimmfähigkeiten bekannt. Heute zählen sie zu den ausgestorbenen Hunderassen – aber ihre Gene schlummern in einem beliebten Familienhund weiter.  

Der Golden Retriever stammt zum Teil vom Tweed Water Spaniel ab. Schon im 19. Jahrhundert verdrängte der Goldie den Tweed Water Spaniel bei der Jagd. Seine Popularität hält bis heute an: 2021 erblickten allein in Deutschland über 2.400 Golden Retriever Welpen das Licht der Welt. 

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