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Seiner Nase sei Dank: Hunde, die Diabetiker warnen

Assistenzhund advice
© Deutes Ärzteblatt

Viele Diabetiker wollen sich nicht allein auf Medizin und Technik verlassen. Sie setzen ihr Vertrauen stattdessen auch in Diabetes-Warnhunde. Die ausgebildeten Fellnasen geben im Notfall Hilfe. Ausgebildete Diabetikerwarnhunde zeigen ihrem Menschen den Blutzuckerspiegel an, ob er über- oder unterzuckert ist.

von Philipp Hornung

Das Wichtigste in Kürze

  • Diabeteshunde sind speziell ausgebildete Therapie- und Assistenzhunde.
  • Sie erschnüffeln eine Unter- oder Überzuckerung und zeigen diese zuverlässig an.
  • Die Ausbildung ist auch mit adulten Hunden noch möglich.
  • Vor allem Retrieverarten und Pudel sowie Kreuzungen aus beiden kommen in Frage.

Was genau machen Hunde für Diabetiker?

Diabetiker-Warnhunde zählen zu den sogenannten Rehabilitations- und Therapiehunden. Sie können Schwankungen des Blutzuckerspiegels bei Diabetikern erschnüffeln. Ihre Aufgabe ist es, dem Diabetiker anzuzeigen, wenn der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist.

Diabetikerhund: Geruchssinn erkennt Unterzuckerung und Überzuckerung

Hunde haben eine sehr feine Nase. Sie haben im Schnitt 200.000 Riechzellen – abhängig von der Größe der Rasse. Zum Vergleich: Wir Menschen haben gerade einmal fünf Millionen Riechzellen in der Nase. Dementsprechend stark ist der Geruchssinn unserer vierbeinigen Begleiter ausgebildet.

Diabetiker laufen stets Gefahr, eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) oder eine Hyperglykämie (Überzuckerung) zu erleiden. Beides ist lebensbedrohlich. Der Betroffene selbst merkt diese starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels erst sehr spät. Ein ausgebildeter Therapiehund jedoch, erkennt die Schwankungen bereits frühzeitig – an ihrem Geruch. Kommt es zu Hypo- oder Hyperglykämie, schüttet der Körper entsprechende Neurotransmitter (Botenstoffe) aus. Diese riecht der Diabetikerhund.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Welche Hunde eignen sich als Diabetikerwarnhund?

Hunderassen, die für diese verantwortungsvolle Aufgabe in Betracht kommen, müssen ein ausgeglichenes, freundliches Wesen haben. Jede Form von Aggressionen, Dominanz- oder Territorialverhalten sind unerwünscht. Zu starke Selbstständigkeit ist ebenfalls nicht förderlich. Von Wach- und Schutzhunden, wie Schäferhunden oder Hovawarts, ist deshalb beispielsweise eher Abstand zu nehmen.

Zudem verfügen ideale Therapie- und Diabeteswarnhunde über eine ausgeprägte Lernbereitschaft, den sogenannten Will-to-please. Auch sollten sie von Natur aus stark auf ihren Menschen bezogen sein. Ein weiteres wesentliches Merkmal ist die Riechleistung. Rassen mit langen Nasen verfügen über mehr Riechzellen als Plattschnäuzer, wie der Boxer oder der Mops.

Sehr große Rassen kommen ebenfalls selten als Diabeteswarnhund vor. Dabei würden sich Rassen wie der Leonberger oder der Bernhardiner ideal eignen. Die Gründe dafür sind praktischer Natur: Die enorme Größe und das Gewicht der Tiere sind meist einfach „eine Nummer zu groß“ für den Alltag der meisten Betroffenen - im wahrsten Sinne des Wortes. Mittelgroße Rassen sind optimal geeignet. Wird der Hund für Kind oder Teenager ausgebildet, kommen auch eher kleine Hunde in Frage.

Folgende Hunde erzielen gute Ausbildungsergebnisse:

Ausbildung eines Therapiehundes für Diabetes-Patienten?

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Es soll Hunde geben, die zum Diabeteswarnhund geboren sind: Bereits im Alter von drei Wochen erschnüffeln sie Über- oder Unterzuckerung und zeigen diese automatisch an. Doch nicht jede Fellnase kann so ein Wunderhundekind sein. Alle anderen haben die Möglichkeit, eine ganz normale Ausbildung zu durchlaufen. Die Ausbildung wurde in Australien, Schweden, den Niederlanden, Großbritannien und den USA standardisiert. Inzwischen wird sie auch in mehreren Therapiezentren im deutschsprachigen Raum angeboten. So lässt sich die Diabetikerwarnhund-Ausbildung beispielsweise in Bayern oder Berlin absolvieren.

Grundsätzlich sollte der Hund so jung wie möglich sein. Doch auch erwachsene Tiere erzielen noch gute Ergebnisse. Vor Ausbildungsbeginn findet immer ein ausführliches Vorgespräch statt. Hundehalter und Hundetrainer klären hierbei die Eignung des Tieres und definieren konkrete, individuelle Ausbildungsziele. Die Ausbildung richtet sich nicht nur an den Hund, sondern auch an den Menschen. Einerseits sind die Riechfähigkeiten und das zuverlässige Anzeigen seitens des Tieres von oberster Bedeutung. Ebenso wichtig ist jedoch eine funktionierende Kommunikation zwischen Mensch und Hund.

Die Ausbildung beinhaltet Einzel- oder Gruppentraining. Abhängig vom Therapiezentrum findet das Training auf wöchentlicher Basis oder in Form von Wochenendseminaren statt. Die Dauer ist immer abhängig vom Ausbildungsstand des Hundes und variiert von Tier zu Tier. Meist beläuft sich die Dauer auf 18 bis 24 Monate. Die Ausbildung endet mit dem erfolgreichen Bestehen der praktischen und theoretischen Prüfung. Das Tier erhält dann seinen Diabetikerwarnhundeausweis.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Assistenzhunde steuerlich absetzbar

Schon gewusst? Hunde mit speziellen Aufgaben und der entsprechenden Ausbildung sparen in Deutschland Steuern! Meistens jedenfalls. Die Hundesteuer wird von den einzelnen Kommunen festgelegt und eine Ermäßigung ist nicht verpflichtend. Dennoch profitieren Halter von Assistenz- und Therapiehunden in den meisten Städten zumindest von einer Steuerermäßigung.