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Wachhunde: Rassen, Eigenschaften, Aufgaben und Ausbildung

hund schaut über gebüsch hinaus advice © Shutterstock

Der typische Wachhund ist für viele ein Deutscher Schäferhund. Dabei gibt es mehrere Rassen die wachen und beschützen. Die Ausbildung zum Wachhund benötigt einige Zeit. Es ist besser, Zeit in die Ausbildung zu investieren, als einen „fertigen“ Wachhund zu kaufen.

von Tim Brinkhaus

“Ich habe große Achtung vor der Menschenkenntnis meines Hundes. Er ist schneller und gründlicher als ich.” - Otto von Bismarck

Die schlauen Worte des Hundefreundes drücken aus, warum viele sich für einen Hund, insbesondere für einen Wachhund, entscheiden. Hunde haben ein feines Gespür, ob es jemand gut meint oder böse Absichten hat.

Aufgabe eines Wachhundes

Wachhunde haben seit jeher die Aufgabe für Grundstücke, ihre Bewohner und auch Viehherden die Bewachung und den Schutz gegen Einbrecher oder andere Eindringlinge zu übernehmen.

Die typischen Eigenschaften der geeigneten Rassen sind

  • Aufmerksamkeit

  • Intelligenz und

  • Misstrauen fremden Personen gegenüber.

Speziell bei einsamen Häusern werden sie gerne eingesetzt. Mögliche Gefahren werden von ihnen durch Bellen angezeigt.

Wachhunde brauchen

  • eine gute Ausbildung

  • eine erfahrene Hand und

  • eine konsequente Erziehung.

In der Regel eignen sie sich nicht besonders gut für Anfänger.

Geschichte von Wachhunden

Wachhunde gibt es seit circa 1000 vor Christus. Mastiffs wurden bereits circa 2200 vor Christus auf Reliefs dargestellt. Sie waren wohl die ersten, die die alten Babylonier zum Schutz und Bewachen eingesetzt haben. Beim Mastiff handelt es sich um die Rasse, die als erste gezielt auf Größe und Kampfbereitschaft gezüchtet wurde. Mastiffs wurden zudem als Kriegshunde eingesetzt.

Im Römischen Reich rund um 400 vor Christus haben Wachhunde ebenso eine große Rolle gespielt. Mosaikinschriften, die den Schriftzug cave canem (hüte dich vor dem Hund) belegen das.

In der jüngeren Zeit wurden große Hunde gewählt, die teilweise aggressiv waren und zum Statussymbol avancierten. Bismarck zeigte das mit seinen Doggen. Die Neuzüchtung von vielen heutigen Hunderassen, die als Wachhunde gelten, fällt in diese Zeit. Hunde, die sehr aggressiv und selbstsicher sind, eignen sich als Wachhunde aber nicht. Sie greifen direkt an, statt zu bellen. Ein gewisses Aggressionsverhalten gehört zu den Wacheigenschaften. Heute legen viele Zuchtverbände großen Wert auf Hunde mit wenig Aggressionspotential. Es wird durch Wesentests versucht, Hunde mit zu viel Aggressionspotential von der Zucht auszuschließen.

Wachhunde sind von dienstlich geführten Schutzhunden zu unterscheiden. Ein Schutzhund begleitet seinen Hundeführer. Schutzhunde stellen gezielt Personen.

Der Wachhund als Familienhund

Hunde sind Familienmitglieder, die ihre Familie mit ihrer ganzen Liebe überschütten, alles für sie tun.

Prinzipiell ist jeder Hund mit Wachhund-Eigenschaften geboren. Bei dem einen sind sie stärker, beim anderen nicht so stark ausgeprägt. Verteidigung des Territoriums, aufmerksames Hören, Sehen und Riechen, das sie in ihrem zu bewachenden Gebiet einsetzen. Dazu kommt ein gutes Personengedächtnis. Und schlussendlich lautes Bellen beim Nähern von Fremden.

Hunde verfügen über eine Art „innere Uhr“. Es ist faszinierend wie sich Hunde die Lebensgewohnheiten, Abläufe von Tag und Woche, die Art zu gehen, Stimmen und Verhaltensmuster des Hundehalters einprägen. Durch diese Fähigkeit können sie die vertrauten Menschen von Fremden unterscheiden. Das alles trägt zur Wahrnehmung seiner Wachhund-Funktion bei.

Dadurch zeichnet sich ein guter Wachhund aus

Hunde können nicht nur Gefahr wittern, sondern auch Menschen, die unter großer Anspannung stehen. Dazu gehören Einbrecher oder einfach ängstliche Menschen. Ihr Adrenalinausstoß ist besonders hoch. Damit haben sie für den Hund den Geruch nach einem Wild zum Jagen oder einem Feind, der angreift. Davon wird das Angriffsverhalten ausgelöst.

Ist ein guter Wachhund einer, der nur verbellt? Oder einer, der angreift? Viele Einbrecher schreckt es schon ab, wenn Hunde bellen. Einbrecher können keinen Lärm gebrauchen und dass auf sie aufmerksam gemacht wird. Wenn der Hund dann vielleicht noch einer bestimmten Rasse angehört und die entsprechende Größe hat, reicht seine Erscheinung, dass sich Einbrecher dreimal überlegen einzubrechen.

Es würde also reichen, wenn der Hund einfach nur bellt. Oder doch nicht? Wenn sich der Mensch wünscht, dass der Hund das Grundstück auch verteidigt und angreift, sollte definiert werden, wie das aussehen soll. Soll der Hund dann zubeißen? Generell sind liebe und umgängliche Hunde gewünscht. Es kann schnell zu Problemen kommen, wenn Hunde wirklich beißen. Das kann viel Ärger nach sich ziehen. Vor allem, wenn der Hund nicht gelernt hat, einzuschätzen, ob wirklich eine Gefahr vorliegt. Beißt er öfter zu, kann das zu großen Problemen führen. Von Schmerzensgeldzahlungen, über strenge Auflagen bis hin zur Enteignung des Hundes.

Zudem ist nicht jeder Hund noch gewillt anzugreifen, wenn er massive Gegenwehr bekommt. Ein Hund, der einen Tritt abbekommt oder dem ein Gegenstand auf den Kopf geschlagen wird, kann ebenso den Angriff verweigern, wie ein Hund der mit Futter weggelockt oder bestochen wird.

Hunde müssen erst lernen, wie sich Gefahr darstellt, zu verteidigen, zu beißen und Gegenwehr zu kassieren. Sie müssen Situationen einschätzen lernen und wissen, wie sie effektiv helfen können. Haben Hunde diese Situationen nicht erlebt oder kennengelernt, wissen sie nicht was sie tun sollen. Wenn sie dann vielleicht noch einen Schlag oder Tritt bekommen oder irgendwie abgewehrt werden, was ihnen Schmerzen zufügt, müssen sie gelernt haben, das zu ertragen und dennoch zu verteidigen.

Welpen zum Wachhund ausbilden

Wachhunde sind darin ausgebildet, die Familie und das Eigentum zu beschützen. Ihnen wird das Angreifen aber nicht antrainiert. Sie bekommen eher konfrontative Techniken gelernt. Sie lernen Wache halten und Bellen, um Fremde oder potentielle Gefahren anzuzeigen. Um einen Wachhund zu trainieren braucht es Zeit und Geduld. Das bringt am Ende einen Hund, der zwar vor Gefahren beschützt, aber andererseits auch brav und wohlerzogen in ungefährlichen Situationen reagiert.

Welpen müssen richtig sozialisiert werden, wenn sie gute Wachhunde werden sollen. Gut sozialisierte Hunde fühlen sich in einer normalen Umgebung wohl, sind entspannt und wenig ängstlich. Alles wichtige Punkte für Wachhunde. In ungewohnten und vielleicht gefährlichen Situationen bleiben sie etwas misstrauisch. Mit Welpen wird noch kein Wachhund Training gemacht, die Welpenzeit dient dem 1 x 1 der Erziehung und der Sozialisierung. Kann der Junghund die Grundkommandos, kann mit den Verteidigungstechniken wie Anzeigen (Bellen) und Wache halten begonnen werden. Um einen Hund zu einem Wachhund auszubilden, ist es ratsam einen erfahrenen Ausbilder und Trainer zu Rate zu ziehen. Die Grundlagen kann jeder Hundebesitzer selbst schaffen, indem der Welpe fürs Bellen belohnt wird. Es sollte mit einem Kommando wie „Gib laut“ oder „Bell“ verbunden werden.

Diese Rassen sind gut als Wachhunde geeignet

Diese Hunderassen haben sich als Wach- und Schutzhunde besonders durchgesetzt.

  • Berner Sennenhund

  • Boxer

  • Deutsche Pinscher

  • Dobermann

  • Hovawart

  • Mastiff

  • Moskauer Wachhund

  • Mudi

  • Rottweiler

  • Schäferhund

  • Schnauzer

  • Spitze