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Hundesteuer: Dortmunder müssen tief in die Tasche greifen

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© Shutterstock

Das Herz des Ruhrpotts ist ein hundefreundliches Pflaster. Doch Abgaben sind natürlich auch hier zu leisten – und zwar nicht zu knapp. Die Stadt Dortmund gehört zu den teuersten Fleckchen für Hundehalter in Nordrhein-Westfalen.

von Tim Brinkhaus

Das Wichtigste zur Hundesteuer der Stadt Dortmund

  • Die Abgaben für Hundehalter regelt in Dortmund die städtische Hundesteuersatzung.
  • Ausschlaggebend für die Höhe der Abgabe ist vor allem die Anzahl der im Haushalt lebenden Hunde.
  • Auch die Rasse kann entscheidend sein.
  • Dortmund rangiert unter den Top Ten der teuersten Kommunen für Hundehalter in NRW.

Hundesteuer in Dortmund: Kosten 2019

Die Hundesteuersatzung der Stadt Dortmund bestimmt die Höhe der zu entrichtenden Abgabe für Hundehalter. Letzte Änderungen der Satzung erfolgten im Jahr 2015. Laut Nachrichtenportal Ruhr24 rangiert die Ruhrpottmetropole unter den Top Ten der teuersten Kommunen für Hundehalter. Von 338 Kommunen in ganz NRW zählt sie zu denen mit den höchsten Abgaben.

Die Berechnung der Hundesteuer erfolgt in erster Linie nach Anzahl der im Haushalt lebenden Hunde. Mit jedem weiteren Hund steigt die Steuer. Teilweise ist jedoch auch die Rasse von Bedeutung. Dies gilt vor allem für Kampfhunde. Besitzer von sogenannten Listenhunden zahlen in Dortmund drauf. Dies ist allerdings keine Besonderheit – die meisten Kommunen erhöhen die Abgaben für gefährliche Hunde. Folgende Kosten sieht die Satzung vor:

Ersthund: 156 Euro pro Jahr 
Zweithund: 204 Euro pro Jahr
Jeder weitere Hund: 228 Euro pro Jahr
Listenhunde/Hund, der als gefährlich eingestuft ist: 468 Euro pro Jahr

Befreiung von der Hundesteuer in Dortmund

Die genannten Steuersatzungen gelten nicht für alle in Dortmund gemeldeten Hunde. Steuerbefreiung gilt beispielsweise für Assistenzhunde jeder Art, beispielsweise Blinden- oder Therapiehunde. Auch Gebrauchshunde sind von der Steuer befreit. Dazu gehören unter anderem gewerbliche Wachhunde, Jagdbegleithunde oder solche, die an Bord von Binnenschiffen leben.

Hundesteuer Dortmund: Ermäßigung für Hartz-IV-Empfänger

Sozial Benachteiligte haben in Dortmund die Möglichkeit, ermäßigte Abgaben für die Hundehaltung zu zahlen. Ob Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Minirente – eine Ermäßigung der Hundesteuer von 50 Prozent ist möglich. Hierfür sind Anträge zu stellen und Belege vorzulegen.

Welche Hunde gelten in Dortmund als gefährliche Hunde und Listenhunde?

Welche Rassen als Kampfhunde gelten, ist Ländersache. Nordrhein-Westfalen unterscheidet zwischen zwei Kategorien von Listenhunden: Die erste Kategorie führt Rassen, denen grundsätzlich Gefährlichkeit unterstellt wird. Die zweite Kategorie beinhaltet Hunde bestimmter Rassen, deren Gefährlichkeit vermutet wird. Die Unterscheidung wirkt sich ausschließlich auf die Zucht- und Handelsbedingungen aus. Steuerlich macht es keinen Unterschied, in welcher Kategorie die Rasse gelistet ist. Hunde beider Gruppen kosten 468 Euro pro Jahr und Hund.

Kategorie 1: Gefährliche Hunde

Zu den Listenhunden der ersten Kategorie gehören unter anderem:

Auch Kreuzungen der genannten Rassen gelten als Listenhunde und werden entsprechend hoch besteuert.

Kategorie 2: Hunde bestimmter Rassen mit vermuteter Gefährlichkeit

Zu Kategorie Zwei zählen Hunde, deren Gefährlichkeit zu vermuten ist. Um folgende Rassen handelt es sich unter anderem:

Auch hier gelten für Kreuzungen der genannten Rassen dieselben Auflagen.

Hundesteuer in Dortmund anmelden

Hundehalter sind dazu verpflichtet, ihren Hund eigenständig und unaufgefordert zur Steuer anzumelden. Die Anmeldung hat innerhalb von zwei Wochen nach Anschaffung oder Zuzug zu erfolgen. Sollte dies nicht fristgerecht passieren, sind eventuelle Bußgelder zu entrichten. Die Anmeldung kann schriftlich, online oder persönlich erfolgen. Entsprechende Formulare finden sich auf der Homepage des Dortmunder Bürgerservices.

Fälligkeit der Abgaben

Jedes Jahr im Januar erhält der Hundehalter einen Steuerbescheid für das entsprechende Kalenderjahr. Die Abgaben sind am 15. Februar und dann quartalsweise fällig. Sie sind unaufgefordert zu entrichten. Außerdem besteht die Möglichkeit, den gesamten Jahresbeitrag im Januar auf einmal zu begleichen.

Warum so teuer, Dortmund?

Die Stadt Dortmund hat wegen der hohen Hundesteuern viel Kritik eingesteckt. Auch eine Ermäßigung für Tierheimhunde ist nicht vorgesehen. In vielen anderen Kommunen sind Halter von Tierheimhunden in den ersten Jahren von der Steuer befreit. Die Stadt erläutert dazu, dass sie sich bei der Satzung an anderen Ruhrgebietsstädten orientiert habe. In Oberhausen, Essen und anderen Städten liegt die Steuerlast ähnlich hoch. Allerdings: Nur wenige Kommunen bieten eine Ermäßigung der Hundesteuer für sozial Benachteiligte an.