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Ernstes Symptom: Herzhusten beim Hund

Müder kranker Schäferhund

Herzhusten beim Hund, was tun?

© Taisya Korchak / Shutterstock

Unter Herzhusten beim Hund verstehen wir einen Husten, der als Symptom im Rahmen einer Herzerkrankung beim Hund auftritt. Herzhusten selbst ist darum ein Warnzeichen für eine mögliche Krankheit des Vierbeiners.

von Philipp Hornung

Am 10.03.21, 18:09 veröffentlicht

Ursachen für Herzhusten beim Hund

Hinter Herzhusten beim Hund steckt immer ein Herzproblem im fortgeschrittenen Stadium. Der Husten ist ein Zeichen dafür, dass das Herz seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann. Warum weist Herzhusten immer auf eine fortgeschrittene Erkrankung hin? Meist kann das Herz die Schwäche eine gewisse Zeit kompensieren. Zum Beispiel mit einem schnelleren Puls oder anderen Druckverhältnissen.

Doch bei fortschreitender Erkrankung kommt es zu einer unzureichenden Durchblutung von Organen und Gewebe. Das schwächelnde Herz entleert sich nicht vollständig zwischen den Pumpstößen, wodurch ein Blut-Rückstau in den Gefäßen entsteht. Aufgrund anderer Druckverhältnisse tritt nun Flüssigkeit aus den Blutgefäßen, die sich in der Lunge (Lungenödem) oder in der Brust (Thoraxerguss) sammelt. Dies wiederum führt zum Herzhusten. Tritt Herzhusten auf, liegt also eine dekompensierte Herzschwäche vor – das Herz kann die fehlende Leistung nicht ausgleichen. Ursachen für Herzhusten können verschiedene Erkrankungen sein. Hier einige Beispiele:

Herzhusten bei Mitralklappeninsuffizienz

Bei drei Viertel aller herzkranken Hunde ist eine Mitralklappeninsuffizienz die Ursache für Herzhusten. Hierbei wird die Mitralklappe „undicht“. Sie liegt zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer. Beim Zusammenziehen des Herzmuskels strömt bei einer undichten Mitralklappe Blut zurück in den Vorhof, was das Herz auf Dauer überlastet. Häufig betroffen sind vor allem kleinere Rassen wie Cavalier King Charles Spaniel, Yorkshire Terrier und Zwergschnauzer.

Herzhusten durch Aortenstenose

Bei der Aortenstenose sind die Aortenklappen verengt, so dass das Blut nicht richtig aus der linken Hauptkammer abfließen kann. Je nach genauer Lage der Verengung unterscheiden Experten verschiedene Formen. Die subvalvuläre Aortenstenose (auch: Subaortenstenose) zählt zu den häufigsten angeborenen Herzerkrankungen des Hundes. Folgende Rassen haben eine genetisch bedingte Neigung zu dieser Herzerkrankung: Boxer, Deutscher Schäferhund, Golden Retriever, Neufundländer.

Herzhusten aufgrund dilatativer Kardiomyopathie

Vor allem Hunde großer Rassen wie Neufundländer, Bernhardiner und Irische Wolfshunde neigen zu einer erblich bedingten primären dilatativen Kardiomyopathie. Bei Kardiomyopathien kommt es zu einer Vergrößerung des Herzens und in Folge zu einem schwächeren Herzschlag. Die Erkrankung kann auch erworben sein. Dann tritt sie als sekundäre dilatative Kardiomyopathie zum Beispiel in Folge von Schilddrüsenunterfunktionen beim Hund oder aufgrund Nebenwirkungen bestimmter Medikamente auf. Einen besonderen Verlauf haben die Dobermann Kardiomyopathie und die Boxer Kardiomyopathie.

Herzhusten bei persistierendem ductus arteriosus botalli (PDA)

Beim PDA handelt es sich um eine häufige angeborene Herzerkrankung des Hundes. Ursache hierfür ist eine falsche Verbindung zwischen Haupt- und Lungenschlagader. In Folge wird die Lunge zu stark durchblutet und das Herz überlastet. Schon Welpen können Symptome wie Herzhusten zeigen. Mit einer Operation, die heute mittels Katheter möglich ist, kann die falsche Verbindung verschlossen werden. Betroffene Hunde können dann eine normale Lebenserwartung haben. Zu PDA neigende Rassen sind: Pudel, Cocker Spaniel, Malteser und Bobtails.

Symptome: Herzhusten beim Hund

Nicht jeder Husten beim Hund ist ein Herzhusten. Bei älteren Hunden sollten Sie hellhöriger sein. Aber je nach Erkrankung können sogar Junghunde unter Herzhusten leiden. Herzhusten kommt überdurchschnittlich häufig bei Anstrengung oder nach längerem Liegen sowie im Schlaf vor. In der Regel ist er bei einer fortgeschrittenen Herzschwäche nicht das einzige Symptom, sondern tritt gemeinsam mit einem oder mehreren weiteren Beschwerden auf:

Herzhusten und Diagnose beim Tierarzt

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Hund hustet, weil er ein Herzproblem hat? Dann sollten Sie baldmöglichst den Tierarzt aufsuchen. Ein erster Schritt beim Verdacht auf eine Herzerkrankung des Hundes besteht im gründlichen Abhören mit einem Stethoskop (Auskultation). Der Tierarzt kann so den Herzschlag untersuchen und bei einigen Herzkrankheiten vorhandene Herzgeräusche ermitteln. Außerdem kann er die Lunge abhören und so Hinweise auf ein Lungenödem erhalten. Auch wird der Veterinär sich die Schleimhäute genauer anschauen. In der Regel folgen weitere Untersuchungen wie das Röntgen der Lunge und ein Ultraschall des Herzens. Je nach Herzerkrankung können Blutuntersuchungen oder ein EKG des Hundes notwendig sein. Es ist sinnvoll, sich rund um Diagnose und Therapie an einen auf Kardiologie spezialisierten Tierarzt zu wenden. Profis sind unter anderem die Mitglieder des Collegium Cardiologicum.

Herzhusten beim Hund behandeln und lindern

Da der Herzhusten beim Hund in Folge von zu viel Flüssigkeit im Brust- und Lungenbereich auftritt, sind Entwässerungsmedikamente, sogenannte Diuretika, erforderlich. Ein bekannter und in der Tiermedizin bewährter Wirkstoff ist Furosemid. Der Tierarzt wird so niedrig wie möglich, aber so hoch wie nötig dosieren. In schweren Fällen kann eine Punktion von Lunge und Bauchhöhle erforderlich sein, um Flüssigkeit abzulassen. Zusätzlich muss die zugrundeliegende Herzerkrankung behandelt werden. Hier kommen beispielsweise blutdrucksenkende Mittel, die das Herz entlasten, sowie den Herzrhythmus regulierende Tabletten zum Einsatz. Bei den meisten Herzerkrankungen müssen die Medikamente lebenslang gegeben werden. Manchmal kann eine Operation die bestmögliche Therapie sein und den Hund heilen. Wichtig: Bei Herzerkrankungen sollten Sie sich niemals auf Hausmittel gegen Husten beim Hund verlassen! Kommt es immer wieder zu Wasser in der Lunge und leidet der Vierbeiner unter Atemnot, kann eine Euthanasie der einzig verbleibende Weg sein.

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Herzhusten beim Hund vorbeugen

Herzhusten beim Hund kann man vorbeugen, indem man Herzerkrankungen vorbeugt. Da jede fünfte Herzerkrankung angeboren ist, ist es wichtig, Welpen gefährdeter Rassen nur bei verantwortungsvollen Züchtern zu kaufen. Besteht bereits einer Herzerkrankung, sollten Sie Ihren Vierbeiner regelmäßig dem Tierarzt vorstellen. Behalten Sie seine Kondition gut im Blick und überfordern Sie ihn nicht. Achten Sie darauf, Ihren herzkranken Vierbeiner zu schonen, um Herzhusten beim Hund vorzubeugen. Hier einige Tipps:

  • Vermeiden Sie Übergewicht bei Ihrem Vierbeiner.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Hund sich moderat bewegt, ohne ihn zu überfordern.
  • Schützen Sie Ihren herzkranken Hund vor Stress.
  • Schützen Sie herzkranke Hunde vor Hitze.