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Informationen zu Canicross für Anfänger und Fortgeschrittene

Canicross; Mann läuft mit Hund advice
© Shutterstock

Sportskanonen aufgepasst: Beim Canicross bestreiten Hund und Mensch als Team abwechslungsreiche Trails in der Natur. Vorab: Canicross ist anders als das gängige Joggen mit Hund. Welche Hunderassen besonders geeignet sind und alles Wichtige über die Hundezugsportart gibt es hier zu lesen.

von Stephanie Klein

Canicross Definition in Kürze

  • Canicross ist eine relativ junge Sportart, welche wie Bike-, Scooter- und Skijöring zum Zughundesport gehört.
  • Beim Canicross laufen ein oder mehrere Hunde nicht neben, sondern vor ihrem Menschen.
  • Die Zugkraft und die Schnelligkeit der Hunde machen aus Canicross eine anspruchsvolle Sportart.
  • Eine Jöringleine, die an einem Bauchgurt am Menschen befestigt ist, verbindet das Hund-Mensch-Gespann.
  • Die Hundesportart setzt eine gute Fitness, gesunde Gelenke und eine hohe Lauffreudigkeit des Hundes voraus.

Canicross - Worauf ist zu achten?

Bevor die erste Trainingsstunde im Canicross gestartet wird, sind einige Tipps einzuhalten:

  • Just for fun: Beim Canicross steht der Spaßfaktor an erster Stelle. Haben Hund und Mensch gemeinsam Freude an dem Hobby, stärkt dies die Bindung und das Vertrauen zueinander.
  • Überhitzung: Bei hohen Temperaturen sollte auf Canicross verzichtet werden. Daher ist der Zughundesport im Sommer in die frühen Morgenstunden zu verlegen.
  • Erfrischung: Laufen wird mit der Zeit zu einer anstrengenden Angelegenheit. Daher denken Hundehalter immer daran, Trinkpausen einzulegen und ausreichend Wasser für den Vierbeiner und für sich mitzunehmen.
  • Sicherheit: Beim Bergablaufen läuft der Hund neben dem Menschen. Ansonsten kann es zu gefährlichen Stürzen kommen. Genauso brenzlig wird es auf matschigem Boden, da die Ausrutschgefahr sowohl beim Hund als auch beim Menschen zu hoch ist.

Mit dem Canicross Training beginnen: Erste Schritte

Schritt für Schritt zum perfekten Canicross-Gespann - so lautet die Devise. Es wird anfangs nicht alles reibungslos verlaufen. Je mehr Trainingseinheiten absolviert sind, desto eingespannter wird das Canicross-Team. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, die ersten Trainingsstunden unter Beobachtung eines erfahrenen Canicrossers auszuführen.

Hundehalter finden professionelle Unterstützung in Sportvereinen, die auf Canicross spezialisiert sind.

Später können Hundehalter dort auch an Canicross-Wettbewerben teilnehmen. Die Trendsportart begeistert immer mehr Menschen, daher steigt das Angebot von Canicross-Kursen. Die ersten Schritte können wie folgt aussehen:

  1. Bevor die erste Canicross-Einheit absolviert wird, sollte der Hund die Kommandos „links“, „rechts“ erlernen.
  2. Das Kommando „Zieh!“, welches beim normalen Gassi gehen nicht erwünscht ist, wird zum Beispiel von einer zweiten Person durch das Anlocken mit Leckerlis erreicht.
  3. Für die ersten Canicross-Trainings ist ein Gelände auszuwählen, welches wenig anspruchsvoll und reizarm ist. Ideal sind Trails entlang eines Feldes oder ebenerdige Waldwege.
  4. Kurze Strecken à 1-2 km reichen anfangs aus, um ein Gefühl für Canicross zu bekommen.
  5. Vor dem Canicross spazieren Zwei- und Vierbeiner zunächst wie gewöhnlich und wärmen sich auf.
  6. Bevor es losgeht, befestigt der Hundehalter eine Jöringleine mit Rückstoßdämpfer, die Hund und Mensch verbindet (mehr dazu im nächsten Absatz).
  7. Während des gesamten Trainings erteilt der Hundehalter vorausschauend Kommandos. Der Hund ist zwar eine treibende Kraft, jedoch gibt der Hundehalter die Richtung an.

Canicross Ausrüstung: Gürtel, Geschirr und Co.

Für diese Hundesportart brauchen Hundehalter das passende Equipment. Die einzelnen Komponenten sind wichtig für die Sicherheit und für die richtige Ausübung von Canicross.

Jöringleine

Die flexible Canicross-Leine sollte aus robustem Material gefertigt sein. Zudem ist auf ein geringes Gewicht der Leine zu achten, damit der Komfort während des Hundezugsports nicht auf der Strecke bleibt. Außerdem wichtig ist eine Dämpfung, die sich nach dem Gewicht des Hundes richtet. Die integrierte Dämpfung schützt sowohl den Hund als auch den Zweibeiner vor ruckartigen Stoßbewegungen und ist beim Canicross unabdingbar. Befindet sich die Leine in einem Normal-Zustand, ist sie circa 1,70-1,90 m lang. Aussgestreckt verlängert sie sich je nach Hersteller um circa 30 cm oder mehr.

Canicross Zuggeschirr

Genauso wichtig wie die Leine, ist das passende Zuggeschirr für den Hund. Es sollte sich der Silhouette des Vierbeiners perfekt anpassen, die Zugbelastung an Hals und Rücken entlasten und zudem rundum gepolstert sein. Durch die Polsterung bleibt die Zugbelastung des Vierbeiners angenehm und komfortabel. Falls Canicross bei schlechter Sicht ausgeführt wird, sind Reflektoren für eine erhöhte Sichtbarkeit zu empfehlen. Im Fachhandel gibt es die Möglichkeit, das Zuggeschirr an dem Hund zu testen und den Rat eines Experten in Anspruch zu nehmen. Im Online-Handel stehen Orientierungswerte mit den Maßen an Rücken und Hals oder Gewichtsangaben zur Verfügung.

Canicross Beckengurt

Für den Hundehalter ist ein bequemer Beckengurt, der sich durch ein geringes Gewicht auszeichnet und ebenfalls mit Reflektoren ausgestattet ist, zu empfehlen. Ein guter Beckengurt besticht weiterhin dadurch, dass er die Zugbelastung gleichmäßig verteilt und niemals punktuell belastet. Im Idealfall ist er mit einem sogenannten „Panic Snap“ ausgestattet. Dabei handelt es sich um einen Zusatz, der das Trennen der Leine in gefährlichen Situationen - zum Beispiel bei einem Sturz - ermöglicht.

Hunderassen für Canicross

Im Prinzip kommt jeder Hund, der Freude am Laufen hat für Canicross infrage. Doch es sind einige Kriterien zu beachten: Massige Hunderassen, wie zum Beispiel Neufundländer oder Mastiffs sind für das Laufen langer Strecken ungeeignet. Grundsätzlich ist auch ein Leichtgewicht nicht ideal für den Zughundesport. Kleine agile Hunde, wie zum Beispiel Cairn Terrier oder Foxterrier finden allerdings sicherlich Gefallen an Canicross. Bei kleinen Hunden kann der Zughundesport durchaus als Hobby für beide eine willkommene Abwechslung darstellen. Beispiele für lauffreudige Hunde mit einem optimalen Körpergewicht sind:

Canicross: die Fitness des Hundes

Die Gesundheit des Hundes ist ein wichtiges Thema bei allen Hundesportarten. Bei Hunden, die Sport betreiben, sollte der allgemeine Gesundheitszustand regelmäßig von einem Tierarzt überprüft werden. Dieser kann bei einer Check-up-Untersuchung grünes Licht für Canicross geben. Ein besonderes Augenmerk liegt auf all jenen, die zwar nicht zu den Senioren gehören, aber auch keine Jungspunde mehr sind. Hier ist der Hundesport mit dem Tierarzt abzusprechen. Bei Befunden wie Arthrose, Hüftdysplasie und anderen gesundheitlichen Beschwerden ist Canicross selbstverständlich nicht mehr weiterzuführen. Auch wichtig ist es, sich direkt vor dem Canicross ein Bild des allgemeinen Zustandes vom Hund zu machen.

Canicross: das perfekte Alter des Hundes

Mit dem Alter lassen beim Hund erstens der Bewegungsdrang und zweitens die Kraft in den Muskeln nach. Daher ist Canicross keine geeignete Freizeitbeschäftigung für betagte Vierbeiner. Es existiert jedoch keine allgemeine Altersgrenze. Je nach Hund und Rasse variiert der Eintritt in das Seniorenalter. In der Regel sind kleine Hunde länger fit, während bei äußerst großen Vierbeinern Altersbeschwerden bereits ab dem 5. Lebensjahr auftreten. Vorsicht ist auch vor zu viel Motivation bei Haltern von Junghunden, bzw. Welpen geboten.

Hunde sollten erst nach dem Erreichen ihrer Endgröße - frühestens ab dem ersten Lebensjahr - in den Genuss des Zughundesports kommen.

Da sich die Alters- und Wachstumsphasen des Hundes je nach Rasse, Größe und Gesundheitszustand unterscheiden, ist der Rat des Tierarztes einzuholen.

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