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Die Gelenke machen nicht mehr mit: Arthrose beim Hund

Hund mit Arthrose advice © Shutterstock

Arthrose beim Hund ist eine Veränderung der Gelenke des Hundes, die mit starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergeht. Heilen lässt sie sich nicht, doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Ihrem Hund Linderung zu verschaffen. Noch wichtiger aber ist das Vorbeugen von Gelenkerkrankungen, das bestenfalls schon im Welpenalter beginnt.

von Nina Brandtner

Arthrose – was ist das?

Arthrose ist eine degenerative Erkrankung der Gelenke. Das bedeutet, dass sich das Gelenk des betroffenen Hundes verändert und in seiner normalen Funktion eingeschränkt ist. Von Arthrose betroffen ist vor allem der Gelenkknorpel, eine schützende Schicht auf den zwei Knochenenden (Gelenkkopf und Gelenkpfanne), die gemeinsam das Gelenk bilden.

Dieser Knorpel besteht überwiegend aus Kollagen, ist sehr elastisch und hat die Funktion eines Stoßdämpfers.

Wenn Ihr Hund an Arthrose leidet, verändert sich dieser Gelenkknorpel, verliert an Elastizität und bekommt Risse. Die Folge sind Entzündungen, Schmerzen und Einschränkungen in der Bewegung. Die Schwere dieser Gelenkerkrankung lässt sich in vier Grade einteilen.

Verschiedene Schweregrade der Arthrose

Erste Symptome können schon bei leichter Rissbildung des Knorpels auftreten. Bei sehr schwerer Arthrose mit fortschreiten der Erkrankung ist die Knorpelschicht stellenweise nicht mehr vorhanden und die Knochen reiben aneinander. Das hat zur Folge, dass Schäden an den Knochen entstehen und sich durch die Reibung seitlich Knochenablagerungen formen, die einen normalen Bewegungsablauf nicht mehr möglich machen. Das betroffene Gelenk wird zunehmend steif.

  • Schweregrad I – Der Gelenkknorpel des Hundes weist erste oberflächliche Veränderungen auf, aber noch ohne Rissbildung

  • Schweregrad II – Am betroffenen Gelenkknorpel sind erste, oberflächliche Risse sichtbar.
  • Schweregrad III – Die Knorpelschicht zeigt eine deutliche, tiefe Rissbildung, sodass er seine normale Funktion schon nicht mehr erfüllen kann.
  • Schweregrad IV – Die Knorpelschicht ist bereits so stark geschädigt, dass der Knochen freiliegt.
Röntgenbild Hund mit Arthrose
Bei einer Arthrose sind die Gelenkknorpel eines Hundes betroffen© Shutterstock

Ursachen von Arthrose beim Hund

Arthrose ist eine typische Alterserscheinung beim Hund. Bei älteren Hunden verändert sich die Elastizität des Gelenkknorpels, sodass die Wahrscheinlichkeit für das Entstehen von Arthrose steigt. Es gibt jedoch viele weitere Faktoren, die für das Auftreten von Arthrose verantwortlich sein können. Zu starke Belastung der Gelenke oder Fehlernährung in der Welpen- und Junghundezeit gehören dazu. Von den Elterntieren kann bereits eine genetische Veranlagung zu Arthrose an jüngere Hunde vererbt worden sein.

Zu wenig oder zu viel Bewegung

Bei ausgewachsenen Hunden kann sich zu wenig Bewegung negativ auswirken und zu einer reduzierten Produktion von Gelenkflüssigkeit führen, sodass auch hier der Verschleiß der Gelenke fortschreitet.

Wenn über Jahre Sportarten betrieben werden, bei denen die Gelenke zu stark belastet werden, kann auch das zu Arthrose führen.

Das ständige Ballspielen mit plötzlichen Stopps ist eine sehr gelenkschädigende Beschäftigung. Auch Agility führt über Jahre betrieben bei einigen Hunden zu Arthrose.

Außerdem gibt es zahlreiche Vorerkrankungen, die der Arthrose ihren Weg ebnen, z. B. Gelenkentzündungen, Gelenkdysplasien (HD, ED) und Patellaluxationen.

Symptome und Krankheitsverlauf

Steife Bewegungen und Lahmheit sind die häufigsten Symptome der Arthrose, die sich im Laufe der Zeit immer weiter verstärken. Das Aufstehen fällt dem Hunde immer schwerer. Leidet ein Hund an Arthrose in der Wirbelsäule, der sogenannten Spondylose, ist seine ganze Bewegung steif. Ihr Hund wird das Springen vermeiden und weniger Spielen. Ebenso kann die Lust auf Spaziergänge nachlassen.

Auf Berührungen an den betroffenen Stellen reagieren Hunde bei Schmerz gelegentlich mit Abwehr. Betroffene Gelenke können warm und geschwollen sein, sind es aber nicht immer.

Typisch für Arthrose ist der Anlaufschmerz.

Ihr Hund hat nach einer Ruhepause zunächst Probleme beim Laufen, läuft sich dann aber ein. Das liegt daran, dass in der Bewegung Gelenkschmiere gebildet wird und die Gelenke geschmeidiger werden, sodass der Schmerz beim Laufen nachlässt oder sogar ganz verschwindet. Bei schwerer, fortgeschrittener Arthrose läuft sich der betroffene Hund immer weniger ein.

Hund Gehhilfe Arthrose
Bei schwerer Arthrose braucht der Hund womöglich Unterstützung beim Gehen© Shutterstock

Behandlung von Arthrose

Die schulmedizinische Behandlung von Arthrose besteht in der Regel aus Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten. Zusätzlich kann Physiotherapie sinnvoll sein. Das Laufen auf dem Unterwasserlaufband wird bei Hunden mit Arthrose gern und häufig eingesetzt.

Goldakupunktur und Goldimplantate

Viele Halter betroffener Hund berichten von einer erfolgreichen Behandlung durch Goldakupunktur. Dabei werden an Akupunkturpunkten in der Nähe des erkrankten Gelenks Goldimplantate gesetzt.

Das Gold wirkt schmerzlindernd.

Neben vielen erfolgreich behandelten Hundepatienten mit Goldakupunktur gibt es auch solche, bei denen keinerlei Wirkung zu beobachten ist.

Immer mehr Tierärzte machten die Erfahrung, dass das Gold unabhängig von der Akupunktur wirkt und bieten seitdem zunehmend die Goldimplantation an. Dabei werden größere Mengen Gold ungeachtet von Akupunkturpunkten noch näher an das Gelenk gesetzt und die Wirkung damit verstärkt.

Injektionen, Hyaluronsäuretherapie und Operation

Auch sind Injektionen in das Gelenk möglich. Bei starken Entzündungen werden Entzündungshemmer direkt in das Gelenk gespritzt. Bei der Hyaluronsäuretherapie dagegen wird Hyaluronsäure, ein natürlicher Bestandteil der Gelenkschmiere und des Knorpels, injiziert.

In einigen, eher wenigen Fällen wird zu einer Operation geraten.

Dies ist meist der Fall, wenn eine Grunderkrankung wie die Gelenkdysplasie vorliegt oder wenn Knochenablösungen das Gelenk in seiner Funktion sehr stark beeinträchtigen.

Alternative Heilmethoden: Nadelakupunktur und Blutegel

Alternative Heilmethoden können Linderung verschaffen, wie z. B. die Akupunktur. Diese soll Störungen der Energiebahnen beseitigen, wobei eine solche Wirkung wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist. Die Nadelakupunktur führt aber zu einer vermehrten Ausschüttung schmerzlindernder Substanzen im Gehirn.

Regelmäßig angewendet, hilft auch die Blutegelbehandlung, denn die Blutegel verringern durch das Saugen des Bluts den Druck im Gelenk und geben gleichzeitig eine entzündungshemmende Substanz ab. Die Wirkung hält leider nur kurz an.

Alles Hausmittel und Nahrungsergänzungsmittel gegen Arthrose bei Hunden finden Sie hier.

Hund auf Unterwasserlaufband
Ein Unterwasserlaufband ist eine gute Therapiemöglichkeit für Hunde mit Arthrose© Shutterstock

Der richtige Umgang mit betroffenen Hunden

Je stärker die Beschwerden ihres Hundes sind, umso mehr Rücksicht und Unterstützung benötigt dieser im Alltag. Ein paar Grundregeln sollten schon bei leichter Arthrose verinnerlicht werden.

Immer in Bewegung bleiben

„Wer rastet, der rostet“, heißt ein altes Sprichwort. In jedem Gelenk befindet sich um die Knochen herum Gelenkschmiere, eine Flüssigkeit, die in der Fachsprache Synovia genannt wird. Dank ihr wird der Gelenkknorpel mit Nährstoffen versorgt und gleiten die Knochen in der Bewegung aneinander vorbei. Sie wird in erster Linie während der Bewegung gebildet. Eine regelmäßige, dem Hund angepasste Bewegung beugt einem Knorpelabbau vor und lindert bei bestehender Arthrose die Beschwerden.

Vor Kälte und Nässe schützen

Als Halter eines an Arthrose leidenden Hundes werden Sie bemerken, dass Ihr Hund bei nasser und kalter Witterung schmerzempfindlicher und steifer ist. Diese Wetterfühligkeit ist wissenschaftlich noch nicht endgültig geklärt. Vermutet wird, dass der verlangsamte Stoffwechsel und eine angespannte Muskulatur die Beschwerden verstärken.

Übergewicht vermeiden

Jedes Pfund zu viel belastet die Gelenke.

Gerade bei einem Hund mit Arthrose ist es wichtig, dass Übergewicht vermieden wird. Durch das eingeschränkte Abpuffern aufgrund von Knorpelschäden, führt schon geringes Mehrgewicht zu weiteren Schäden am Gelenk.

Entlastende Liegeplätze

Gelenke mit Arthrose sind schmerzempfindlich. Jeder Druck von außen kann für den Hund unangenehm sein. Liegeplätze, die sich der Körperform durch Nachgeben leicht anpassen, reduzieren den Druck beim Liegen.

Hund in Hundebett
Spezielle Hundebetten können Arthrose-Schmerzen beim Liegen lindern© Shutterstock

Arthrose beim Hund vorbeugen

Das Vorbeugen von Arthrose beim Hund fängt schon bei der Wahl der Elterntiere des zukünftigen Welpen an. Ist schon bei den Eltern Arthrose oder die Veranlagung zu dieser vorhanden, kann sie erblich weitergegeben werden.

Gelenke im Welpenalter nicht zu sehr belasten

Im Welpenalter werden die Grundsteine für eine gesunde Gelenkentwicklung gelegt. Welpenknochen sind noch im Wachstum und sind währenddessen nicht geschlossen und belastbar. Die offenen Wachstumsfugen schließen sich je nach Rasse und Größe des Hundes zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr. Bis dahin sollte der Welpe nicht überlastet werden. Hundesport und das Laufen am Fahrrad sind bis dahin noch tabu.

Je größer der Hund später vermutlich wird und je schlechter die genetischen Grundbedingungen sind, umso umsichtiger sollte mit dem Welpen umgegangen werden.

Die richtige Ernährung im Welpenalter

Die Ernährung hat ebenfalls großen Einfluss auf die spätere Gelenkgesundheit. Übergewicht ist in jedem Fall zu vermeiden, sowohl beim Welpen als auch beim ausgewachsenen Hund. Das Verhältnis zwischen Kalzium und Phosphor ist vor allem in der Junghundeernährung wichtig. Es liegt im Optimalfall bei 1,4:1 (Ca:P)