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Dogdance – mehr als nur Tanzen

Dogdance Frau mit Hund advice © Shutterstock

Dogdancing oder Tanzen mit Hund ist für alle geeignet, die sich gerne mit ihrem Hund bewegen. Das Mensch-Hund-Team übt gemeinsam verschiedene Bewegungsabläufe. Dabei können die schönsten Choreografien entstehen. Auch wenn beim Dogdancing überwiegend Frauen oder Kinder zu sehen sind, die mit ihren Hunden tanzen, ist der Sport ebenso für Herrchen und Hund geeignet. Durch Dogdancing geben Sie ihrem Hund Abwechslung im Training und im Alltag und stärken das Verhältnis zu Ihrem Vierbeiner. 

von Nina Brandtner

Das Wichtigste in Kürze

  • Dogdance stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund
  • Der Hundesport soll in erster Linie Spaß machen, Strafen sind tabu
  • Dogdancing eignet sich für nahezu alle Hunde

Was ist Dogdancing?

Mit Dogdancing ist nicht gemeint, den Hund an den Vorderpfoten zu nehmen und Tango oder Cha-Cha-Cha zu tanzen. Vielmehr nutzen Hundetrainer die natürlichen Verhaltensweisen vom Hund, unterlegen Sie mit passender Musik und integrieren Sie in eine abwechslungsreiche Choreografie. Ähnlich wie Agility und Flyball gehört der Dogdance damit zu den Hundesportarten. Zu den Übungen können einfaches Vorlaufen, Zurücklaufen, Wendungen, Sprünge oder Slalomlaufen gehören. Ganz wichtig für das Dogdancing ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Hund und Mensch. Die Darbietung soll harmonisch sein, ohne große Worte oder Gesten. Die Kommunikation sollte bei der Präsentation so unsichtbar wie möglich sein.

Für alle Hunde geeignet?

Es gibt keine Grenzen für das Mensch-Hund-Team, sich eine Choreografie zu erarbeiten. Dabei kann sie auf den Hund passend zugeschnitten sein. Dogdancing ist so gut wie für alle Hunde geeignet. Sie können jung oder alt, klein oder groß sein. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund ist beim Dogdancing entscheidend. Auch Hunde mit körperlichen Einschränkungen können Dogdancing machen. Die Übungen sollten Sie auf den Hund und seine körperlichen Möglichkeiten abstimmen. Vorsicht gilt bei Welpen: Ihre Muskeln und Bänder sind noch nicht komplett ausgebildet. Ebenso ist bei Hunden mit starken Gelenkproblemen besondere Vorsicht angeraten. Hier ist es besser, erst den Tierarzt zu fragen, ob der Hund Dogdancing machen kann. Um mit dem Dog Dancing zu beginnen, sollte der Hund die Grundkommandos kennen. Dazu gehören auf jeden Fall Sitz, Platz, Hier und Bleib.

Grundsätzlich sollten Mensch und Hund eine gute Beziehung haben. Vertraut der Hund seinem Menschen nicht, weigert er sich, den Slalom durch die Beine des Menschen zu laufen.

Klare Kommunikation

Wie bei jeder Hundesportart oder im Umgang mit dem Hund muss er wissen, was er zu tun hat. Mit Handzeichen zu den Kommandos können Sie ihn dabei unterstützen. Praktisch ist auch der Klicker. Beherrscht der Hund das Klickern, erleichtert Ihnen das die Arbeit. Durch den Klick können Sie ihm direkt bestätigen, wenn er etwas richtig macht. Wird dem Hund mit der Hand gezeigt, was er machen soll, halten Sie in Ihrer Hand ein Leckerli. Dann kann die Bestätigung ebenso unmittelbar erfolgen. Bei der Arbeit mit dem Klicker ist es wichtig, die jeweilige Hand mit Klicker und Leckerli immer wieder zu wechseln. Ganz wichtig und das oberste Gebot im Dogdancing ist die Geduld. Klappt eine Übung nicht, wie der Mensch es sich vorstellt, liegt es so gut wie nie am mangelnden Talent des Hundes. Vielmehr es ist die ungenaue Anweisung oder Arbeitsweise des Menschen. Strafen oder Schimpfen sollte der Mensch sich selbst. Dem Hund gegenüber sind beide absolut tabu im Hundesport - das gilt nicht nur für das Dogdancing.

Übungen für den Dogdance

  • Aus ein paar einfachen, wenigen Tricks können schon Tanzabfolgen entstehen. Der Zirkel eignet sich gut als erster Schritt. Hierbei lernt der Hund, um seinen Menschen herumzugehen und sich vor ihn hinzusetzen. Mit dem „Vorsitz“ ist der erste Grundschritt abgeschlossen, der sich gut mit weiteren Elementen kombinieren lässt.
  • Das „durch“ bedeutet dem Hund, während der Mensch geht, im Slalom durch die Beine des Menschen zu laufen. Sie können Ihre Fellnase beim ersten „durch“ mit einem Leckerchen locken. Klappt das Signal ohne Leckerli, kommt der nächste Schritt hinzu, hier locken Sie erneut mit einer Leckerei. Der jeweils nächste Schritt sollte erst folgen, wenn der vorherige sitzt. Klappen die beiden Schritte ohne Locken, folgt der Dritte und so geht es Schritt für Schritt weiter.

Dogdance: Hund zwischen BeinenDer Slalom durch die Beine ist eine beliebte Übung beim Dogdance© Shutterstock

  • Hunde, die gerne springen, können nach dem „durch“ auch schnell „Hopp“ lernen. Dafür sollen sie während des Gehens über das ausgestreckte Bein ihres Menschen springen. Diese Übung trainieren Sie am besten an einer Wand, denn die meisten Hunde laufen, wenn sie die Möglichkeit haben, an dem ausgestreckten Bein vorbei. Stellen Sie beim Üben einen Fuß ganz niedrig an die Wand. Aus Wand, Bein und Körper bildet sich eine Hürde, unter der der Hund nicht hindurchschlüpfen kann. Weiß der Hund, was er zu tun hat, kann das Bein ein Stücken höher wandern. Anschließend vergrößern Sie den Abstand zur Wand zentimeterweise, bis der Hund im freien Raum über das ausgestreckte Bein hüpft.
  • Ein Abschluss könnte „Winken“ sein. Wenn der Hund Pfote geben kann, lässt sich das Winken gut daraus entwickeln. Fordern Sie Ihren Vierbeiner auf, die Pfote zu reichen, ergreifen Sie sie jedoch nicht. Der Hund bekommt eine Belohnung und das neue Kommando „Winken“. Ein anderer Abschluss wäre das „Parken“. Dabei läuft der Hund um den Menschen herum und bleibt zwischen den Beinen des Trainers sitzen. Von dort aus kann er ebenso noch „Winken“.

Heelwork und Freestyle - was ist der Unterschied?

Dogdance wird in zwei offiziellen Klassen unterteilt. Die eine ist Heelwork, die andere Freestyle. Für beide gibt es unterschiedliche Ausführungen und Bewertungen. Im Heelwork zeigen die Hundetrainer und ihre Vierbeiner vorgeschriebene Elemente. Dazu gehören bestimmte Sprünge und Figuren. Im Freestyle steht es dem Mensch-Hund-Team frei, was es präsentiert. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der tänzerischen Ausdruckskraft des Teams. Es gibt mittlerweile viele Turniere im Dogdancing, ein offiziell anerkanntes Regelwerk allerdings gibt es nicht. Wer mit seinem Hund Dogdancing machen möchte und nicht weiß, wie er beginnen kann, sollte sich eine Hundeschule suchen, die die Sportart anbietet. Der Sport lässt sich unterwegs beim Gassi gehen üben und kann Sie mit großen Ambitionen auch bis zum Turniersport bringen.