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Hund scheren: Worauf ist dabei zu achten?

© Lucky Business / Shutterstock

Hund scheren: Wichtige Hinweise und Tipps

von Stephanie Klein

Am veröffentlicht

Aus lang mach kurz: Bei welchen Hunden trägt das Scheren zur Fellgesundheit bei und was gibt es dabei alles zu beachten? 

Einen Hund scheren zu lassen, sollte wohlüberlegt sein. Denn jeder Felltyp hat seine eigenen Bedürfnisse und für die meisten Hunde stellt eine Schur keine angemessene Form der Fellpflege dar.

Wichtig dabei ist es auch, ein Verständnis für die grundlegenden Aufgaben des Hundefells zu entwickeln. So dient das Haarkleid zum Beispiel dazu bei, die Haut vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen.

Einen Hund scheren: Was genau ist damit gemeint?

Von einer Schur beim Hund ist die Rede, wenn sein Fell mithilfe einer Schermaschine gekürzt wird. Somit unterscheidet sich diese Prozedur stark vom Trimmen beim Hund – hier werden die abgestorbenen Haare von rauhaarigen Hunden herausgezupft, um Platz für die neuen Haare zu schaffen.

Zur Schermaschine gehören verschiedene Aufsätze, sodass Groomer das Fell auf die gewünschte Länge kürzen können. Für empfindliche Körperregionen – wie den Pfoten oder das Gesicht – kommt eine Schermaschine in der Regel nicht zum Einsatz. Je nach Partie greifen Groomer dort zu Effilierscheren, gebogenen Scheren oder zu einer schmaleren Gesichts- und Pfotenschermaschine. Diese Hilfsmittel ermöglichen präzise Schnitte und reduzieren zudem das Verletzungsrisiko.

Schau dir das an:

Welche Funktionen hat das Hundefell?

Mehr als nur eine schicke Frisur: Für Hunde ist ihr Fell äußerst wichtig. Das Haarkleid hat verschiedene Funktionen, es dient vor allem zum Schutz vor: 

  • Kälte
  • Wärme
  • UV-Strahlen
  • äußeren Verletzungen (z. B. durch Dornen)
  • Insektenstichen

Zusätzlich spielt das Fell für alle Hunde eine Rolle bei der Kommunikation mit Artgenossen. 

Bei einigen Hunden wie dem Labrador Retriever hat das Fell zudem wasserabweisende Eigenschaften. Das erklärt, warum den schwimmbegeisterten Hunden selbst niedrige Wassertemperaturen kaum etwas ausmachen. Bestimmte Jagdhunde hingegen erhielten durch selektive Zucht ein Fell, das sie gut tarnt. Dadurch konnten sie bessere Jagderfolge erzielen. Nackthunde wie der Chinesische Schopfhund oder der American Hairless Terrier haben aufgrund einer Genmutation nur wenig bis gar kein Fell. Ihre Haut braucht besondere Pflege – eine Hundesonnencreme im Sommer aufzutragen ist bei diesen Hunden sinnvoll. 

Dadurch wird klar: Das Haarkleid eines Hundes bis auf wenige Millimeter zu scheren, kann dazu führen, dass es seinen wichtigen Funktionen nicht mehr nachkommen kann. Es gibt allerdings einige Vierbeiner, für die eine Schur genau richtig ist.

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Warum müssen einige Hunde geschoren werden?

Spezielle Zuchtbestrebungen haben bei einigen Hunderassen dazu geführt, dass sie auf das regelmäßige Scheren durch den Menschen angewiesen sind. Das prominenteste Beispiel hierfür ist der Pudel. Er durchläuft keinen Fellwechsel, da er keinen „Double Coat“, sondern einen „Single Coat“ hat. Das bedeutet, dass er nur mit Deckhaar ausgestattet ist. Da der ehemalige Wasserjagdhund kaum haart, ist er besonders bei Menschen mit Hundeallergie beliebt. Eine weitere Hunderasse, die aus den gleichen Gründen eine regelmäßige Schur benötigt, ist der Lagotto Romagnolo.

Das Problem bei diesem speziellen Felltyp ist: Das Deckhaar wächst ein Leben lang. Wird hier nicht durch eine Schur eingegriffen, bekommt der Hund üppige Mähne, die bis zum Boden reicht. Nicht selten sind schmerzhafte Verfilzungen eine weitere Folge.  Daher trägt das Scheren bei den genannten Hunden zu einer intakten Haut, einem gesunden Fell und zu einem erhöhten Wohlbefinden bei. 

Bei Pudel-Mischlingen, wie zum Beispiel dem Goldendoodle oder dem Labradoodle, ist zunächst ihre Hautbeschaffenheit zu prüfen. Sie können entweder einschichtiges oder mehrschichtiges Fell haben. Sind sich Hundehalter in diesem Punkt unsicher, ist es am besten, direkt beim Profi – also beim Groomer – Rat einzuholen.

Nicht jede Schur ist sinnvoll © hedgehog94 / Shutterstock

Warum die Sommerschur vielen Hunden schadet

Ob Golden Retriever, Husky oder Bobtail: Alle Hunde mit einem mehrschichtigen Fell sind vom Scheren ausgeschlossen, da diese Prozedur ihnen schadet. Doch warum ist das so?

Diese Hunderassen besitzen Unterwolle. Beim Scheren wird ihr Deckhaar gekürzt – die Unterwolle hingegen bleibt und verdichtet sich. Dadurch kann kühle Luft nicht mehr zur Haut durchdringen. Bei hohen Temperaturen besteht die Gefahr eines Hitzestaus. Somit leidet der Hund mit einem gutgemeinten Kurzhaarschnitt mehr als mit seiner langen Mähne.

Weitere Risiken sind:

  • Sonnenbrand und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko
  • Clipper-Alopezie (Haare fallen stellenweise aus)
  • Hautirritationen
  • Änderung der ursprünglichen Struktur und Fellfarbe (aus Schwarz kann beispielsweise Braun werden)

Stattdessen sollten Hunde mit einem mehrschichtigen Fell regelmäßig ausgekämmt werden – vor allem während des Fellwechsels. Mit dem Auskämmen helfen Hundehalter ihrem Liebling dabei, die abgestorbenen Haare loszuwerden. Eine Schur ist bei solchen Hunden nur in absoluten Notfällen anzuraten. Tierschutzvereine können einen Kurzhaarschnitt beim Hundefriseur in die Wege leiten, wenn ein vernachlässigter Hund (z. B. aus einer Beschlagnahmung) eine stark verfilzte Mähne hat.

Hund scheren lassen: Kosten

Eine Schur für einen kleinen Hund – zum Beispiel einen Zwergpudel – kostet im Durchschnitt 50 Euro. Bei einem stattlichen Königspudel belaufen sich die Kosten zwischen 80 bis 100 Euro. Je nach Salon können im Preis das vorige Baden und bei Bedarf auch das Krallen Kürzen mitinbegriffen sein. Wenn ein Hund Verfilzungen im Fell hat, fallen die Kosten in der Regel höher aus.

Einen Hund zu Hause scheren: Tipps 

Wer einen Hund zu Hause hat, der eine regelmäßige Schur benötigt, kann diese Fellpflege auch selbst durchführen. Das ist vor allem ratsam, wenn der Vierbeiner unsicher gegenüber Fremden ist. Allerdings sollten sich Hundebesitzer vorher bewusst sein, dass die Schermaschine bei falscher Handhabung ein Verletzungsrisiko birgt. Die Do-it-yourself-Schur ist demnach nur zu empfehlen, wenn sich die Hundehalter absolut sicher dabei fühlen. 

  • Vorbereitung: Vor dem ersten Mal ist es wichtig, sich zuvor das Scheren beim Groomer anzusehen und die einzelnen Schritte aufmerksam zu verfolgen. 
  • Gewöhnung: Eine Schermaschine kann so manchen Hund irritieren – vor allem das Geräusch. Ein mehrfaches An- und Ausschalten in seiner Nähe und eine positive Verknüpfung wie ein Leckerli tragen dazu bei, dass sich der Vierbeiner an die Maschine gewöhnt.
  • Entspannter Hund: Einigen Vierbeinern fällt es schwer, lange still zu stehen. Das ist jedoch Voraussetzung für die Schur, da hektische Bewegungen das Verletzungsrisiko erhöhen. Hundehalter können dies umgehen, indem sie ihr Energiebündel vorher körperlich und geistig auslasten. Lange Spaziergänge mit einigen Denk- oder Suchspielen stellen eine ideale Beschäftigung vor der Fellpflege dar.
  • Weiches Fell: Vor dem Scheren ist es ratsam, den Hund zu baden. Dadurch wird die Fellstruktur weicher und die Schermaschine kann in Wuchsrichtung leichter durch die Mähne gleiten. Hierbei ist es wichtig, ein Shampoo zu wählen, dass auf den pH-Wert des Hundes abgestimmt ist. Auch ein gründliches Bürsten oder Kämmen ist vor dem Scheren wichtig. Für das Scheren muss das Fell selbstverständlich vorher gut trocken geföhnt werden!
  • Geeigneter Platz: Selbst bei einem kleinen Hund fliegt jede Menge Fell durch die Luft, sodass sich seine Haare im ganzen Zimmer verteilen. Daher findet die Fellpflege idealerweise draußen im Garten statt. Falls kein eigener Garten vorhanden ist, eignet sich auch ein leergeräumter Schreibtisch. Wichtig ist, dass der Platz reizarm ist und der Hund auf einer rutschfesten Unterlage steht, um hektische Bewegungen des Vierbeiners zu vermeiden.
  • Utensilien griffbereit: Für einen reibungslosen Ablauf stellen Hundebesitzer alles in der Nähe auf – dazu gehören Bürste, Kamm und die aufgeladene Schermaschine mit dem richtigen Aufsatz.

Hund scheren: Fazit

Jeder Hund hat es verdient, eine auf ihn maßgeschneiderte Fellpflege zu erhalten. Denn nur so kann sein Fell all seine wichtigen Funktionen erfüllen. Wer einen Hund scheren muss, da es seine Fellbeschaffenheit erfordert, der sollte sich die Vorgehensweise zunächst einige Male im Hundesalon ansehen. Mit dem nötigen Wissen, einem guten Zubehör und einem entspannten Vierbeiner steht dem Scheren zu Hause nichts entgegen.

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