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Verdacht auf Hautkrebs beim Hund? Schnelles Handeln kann Leben retten! 

© Tienuskin / Shutterstock

Hautkrebs beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlungen

von Stephanie Klein

Am veröffentlicht

Hautkrebs beim Hund – diese Diagnose ist leider keine Seltenheit. Die Heilungschancen hängen vor allem von dem Zeitpunkt der Diagnose ab. 

Wie die Haut von uns Menschen ist auch die Haut eines Hundes anfällig für verschiedene Arten von Tumoren. Grundsätzlich kann jeder Hund in seinem Leben die Diagnose Hautkrebs erhalten – es liegen jedoch einige Risikofaktoren vor.

Hautkrebs beim Hund ist ein komplexes Thema. Gerade deshalb ist es wichtig, sich über die Gefahren und Anzeichen gut zu informieren. Wie bei anderen schweren Erkrankungen gilt auch hier: Bei Verdacht nicht zögern, sondern sich schnellstmöglich an eine Tierarztpraxis wenden. 

Was ist Hautkrebs beim Hund?

Hautkrebs ist ein Sammelbegriff für bösartige Veränderungen der Haut. Die Tumore können sich in der Haut und dem darunterliegenden Gewebe entwickeln. Im Gegensatz zu gutartigen Tumoren wachsen bösartige Tumore schnell und gehen mit weiteren Symptomen einher. 

Es gibt verschiedene Arten von Hautkrebs – sie lassen sich in die Kategorien „weißer Hautkrebs“ und „schwarzer Hautkrebs“ einteilen. Die am häufigsten vorkommenden Formen sind nachstehend aufgelistet. 

Bei verdächtigen Hautstellen sollte man schnell reagieren © Kittima05 / Shutterstock

Mastzellentumor

Mastzellen sind eine Art von Immunzellen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Entzündungen und Allergien. Der Mastzellentumor ist einer der häufigsten Hauttumore bei unseren treuen Begleitern. Bei dieser Erkrankung wachsen die Mastzellen unkontrolliert heran oder mutieren, sodass an der jeweiligen Stelle eine Umfangvermehrung auf der Haut des Hundes sichtbar wird.  

Malignes Melanom

Maligne Melanome sind auch unter dem Begriff „Schwarzer Hautkrebs“ bekannt. Sie gehen aus den Pigmentzellen der Haut hervor und können von Hundehaltern leicht mit einem harmlosen Leberfleck verwechselt werden. Denn ähnlich wie bei einem Leberfleck kommt es zu einer Verfärbung an der jeweiligen Stelle. Diese aggressive Form tritt vor allem auf der Haut, an den Pfoten und in der Maulhöhle auf. 

Plattenepithelkarzinom 

Das Plattenepithelkarzinom (auch Stachelzellkrebs) ist ebenfalls eine häufige Hautkrebserkrankung. Es gehört der Kategorie „Weißer Hautkrebs“ an. Einige Hunderassen wie Pudel, Riesenschnauzer, Dackel und Labrador Retriever haben ein erhöhtes Risiko, an dieser Krebsart zu erkranken. Das Geschwür kann sowohl eine flache als auch eine erhöhte Form mit Wucherungen annehmen. 

Sarkom

Weichteilsarkome betreffen das Binde- und Stützgewebe sowie das Muskelgewebe. Es handelt sich um bösartige Geschwülste, die unterschiedliche Bereiche des Körpers angreifen. So entwickelt sich beispielsweise das Fibrosarkom im Bindegewebe, während das Rhabdomyosarkom aus der Muskulatur und das Hämangiosarkom aus Blutgefäßen entspringen. 

Ursachen für Hautkrebs beim Hund

  • Rassedisposition: Einige Hunderassen haben ein erhöhtes Risiko für bestimmte Hauttumore. So erkranken beispielsweise Boxer und Shar Peis häufiger an einem Mastzelltumor, während Riesenschnauzer für das Plattenepithelkarzinom anfälliger sind. 
  • Fell- und Hautbeschaffenheit: Einer der größten Risikofaktoren für Hautkrebs ist die UV-Strahlung. Bei Nackthunden und Hunden mit kurzem, hellem Fell oder Alopezie besteht kein ausreichender Schutz vor intensiver UV-Bestrahlung. Auch kann eine wenig pigmentierte Haut das Risiko für das Plattenepithelkarzinom erhöhen. 
  • Alter: Hundesenioren sind aufgrund ihres nicht mehr allzu starken Immunsystems allgemein gefährdeter für die Bildung von bestimmten Hauttumoren. 
  • Chronische Erkrankungen: Auch chronische Erkrankungen können die körpereigene Abwehr eines Hundes schwächen und ihn somit weniger effektiv vor Krebszellen schützen.

Hautkrebs beim Hund: Symptome

Hautkrebs kann sich in unterschiedlichen Formen zeigen. Grundsätzlich sollten alle Veränderungen auf der Haut tierärztlich abgeklärt werden, die nicht auf eine harmlose Ursache zurückgehen. 

  • Wucherungen
  • Entzündungen
  • Verfärbungen
  • Rötungen
  • Schwellungen
  • Verhärtungen
  • kahle Stellen

Nicht nur Hautveränderungen sind bei betroffenen Hunden festzustellen, sondern auch allgemeine Begleitsymptome. Dazu zählen: 

  • ständiges Kratzen
  • vermehrtes Lecken an der betroffenen Stelle
  • Müdigkeit
  • Lahmheit (z. B. bei bereits größeren Geschwülsten oder bei Tumoren an der Pfote)
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsabnahme
  • Wesensveränderungen

Hat der Hautkrebs bereits gestreut, kann sich das auch unter anderem durch Husten und Atembeschwerden bemerkbar machen.

Der Tierarzt berät hinsichtlich der richtigen Therapie © Vera Larina / Shutterstock

Wie wird Hautkrebs beim Hund diagnostiziert?

Wie bei allen Krankheiten ist auch hier eine korrekt gestellte Diagnose ausschlaggebend, um die Chancen auf einen Therapieerfolg zu erhöhen. Daher kann es in vielen Fällen sinnvoll sein, gleich mehrere Diagnoseverfahren heranzuziehen. 

Zunächst wird sich der Tierarzt ein Bild über den Tumor machen, indem er ihn begutachtet und abtastet. Anschließend erfolgt in der Regel eine Zytologie. Hierbei entnimmt der Tierarzt mittels Feinnadelaspiration Proben des Gewebes und untersucht diese unter einem Mikroskop. Bei einer Biopsie werden die Gewebeproben zur weiteren Analyse in ein tierärztliches Labor geschickt. Dort prüfen die Mitarbeiter, ob es sich um einen bösartigen Tumor handelt. Im weiteren Verlauf können sie auch die Art des Hautkrebs ermitteln.  

Um Gewissheit darüber zu erhalten, ob sich der Hautkrebs bereits ausgebreitet hat, greifen Tiermediziner auf verschiedene Verfahren zurück. Gängige Methoden dafür sind das Abtasten der Lymphknoten sowie die Auswertung von Ultraschall- und Röntgenbildern.

Welche Behandlungen gibt es bei Hautkrebs beim Hund?

Die Therapien für Hunde mit Hautkrebs sind mit denen in der Humanmedizin vergleichbar. In den letzten Jahren gab es auf dem Gebiet der Onkologie – insbesondere in der Immuntherapie – einige Fortschritte. Die Behandlung ist immer auf die Krebsart, dem individuellen Erkrankungsverlauf und das Stadium abzustimmen. Auch Kombinationen – wie zum Beispiel chirurgische Entfernung und Strahlentherapie – werden in Kliniken angewandt.

  • Chirurgische Entfernung: Dieser Schritt kann dazu beitragen, das umliegende Gewebe vor den Krebszellen zu schützen – in einigen Fällen sind auch Amputationen erforderlich.
  • Kryochirurgie: Kleine Hauttumore können durch dieses spezielle Verfahren (Vereisung) auf schonende Weise effektiv zerstört werden.
  • Immuntherapie: Bei diesem Verfahren werden körpereigene Abwehrzellen zur Bekämpfung der Krebszellen angeregt.
  • Chemotherapie und Strahlentherapie: Diese beiden Therapieansätze sind nicht auf alle Hautkrebsarten anwendbar. Sie können jedoch in einigen Fällen bei Hunden mit einem fortgeschrittenen Stadium zum Einsatz kommen und im Idealfall das Wachstum der Krebszellen stoppen.

Wie lange kann ein Hund mit Hautkrebs leben?

Die Lebenserwartung bei Hautkrebs beim Hund hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Im Allgemeinen gilt: Je kleiner der Tumor, desto besser stehen die Chancen auf eine vollkommene Heilung. Konnte ein Tumor jedoch nicht vollständig entfernt werden und haben sich bereits Metastasen gebildet, verschlechtert sich die Prognose erheblich.

Nach wie vor ist trotz des medizinischen Fortschritts zu erwähnen, dass Hautkrebs bei Hunden eine recht häufige Todesursache darstellt. Einige Hautkrebsarten sind beim Hund leider nicht therapierbar.

In bestimmten Fällen können auch lebensverlängernde Maßnahmen wie zum Beispiel eine Strahlentherapie in Frage kommen. Eine solche Maßnahme geht jedoch häufig mit mittleren bis schweren Nebenwirkungen einher. Daher sollte die Entscheidung für den Einsatz dieser Therapien immer mit Bedacht und nach einer ausführlichen Beratung eines Tierarztes getroffen werden. 

 

Kann ich Hautkrebs bei meinem Hund vorbeugen?

Obwohl Hundehalter Hautkrebs beim Hund nicht vollständig vermeiden können, empfiehlt es sich, einige wichtige Hinweise zu beachten. Mit diesen Maßnahmen können Hundebesitzer das Risiko für die Erkrankung bei ihrem Liebling deutlich reduzieren.  

  • Zustand der Haut im Auge behalten: Regelmäßig Haut und Fell auf Auffälligkeiten zu überprüfen, ermöglicht eine rechtzeitige Diagnose und kann im Ernstfall Leben retten. 
  • Check-ups: Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt können dazu beitragen, Hautkrebs noch im frühen Stadium zu entdecken. Für junge Hunde sind jährliche und für Hundesenioren halbjährliche Check-ups zu empfehlen. 
  • Gesunde Ernährung: Für die allgemeine Gesundheit und eine starke Hautbarriere sollten Hundehalter auf ein nährstoffreiches Futter achten. Bei erhöhtem Bedarf können Nahrungsergänzungsmittel sowie Pflanzen oder Kräuter mit entzündungshemmenden Eigenschaften unterstützend wirken.
  • Vorsicht bei der Sommerfrisur: Das Fell im Sommer darf nicht zu kurz geschoren werden. Ansonsten besteht das Risiko, dass die Haut den UV-Strahlen gefährlich stark ausgesetzt wird. 
  • Sonnenschutz: Bei besonders kurzhaarigen oder haarlosen Hunden ist es empfehlenswert, Hundesonnencreme aufzutragen. Besteht ein erhöhtes Risiko, können Hundehalter auch Hundekleidung mit UV-Schutz in Erwägung ziehen.
  • Schattenplätze schaffen: Es ist darauf zu achten, dass sich der Hund nicht lange in der prallen Sonne lange aufhält – schattige Rückzugsorte im Garten schützen vor den UV-Strahlen.
  • Toxische Substanzen so gut es geht meiden: Zigarettenrauch, Pestizide und Autoabgase erhöhen das Hautkrebsrisiko eines Hundes. Immer wenn es möglich ist, sind diese Substanzen vom Vierbeiner fernzuhalten. 

Hautkrebs beim Hund: Fazit

Je früher die Diagnose Hautkrebs beim Hund feststeht, desto besser sind die Heilungschancen. Daher gilt: Wenn ein kleiner Knoten, eine merkwürdige Wucherung oder eine unerklärliche Verhärtung festgestellt wird, sollte schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Jeder bösartige Tumor ist eine schwerwiegende Erkrankung, bei der immer eine fachmännische Behandlung erforderlich ist.

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