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Nackthunde: Vier exotische Rassen im Überblick

Drei Mexikanische Nackthunde advice
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Nackthunde sind eine echte Rarität, denn sie haben nur einen kleinen Liebhaberkreis. Ihre Zucht gilt als umstritten, doch ihr Wesen ist unbeschreiblich liebenswert. Wamiz stellt vier Vertreter der Kategorie Nackthunde vor und verrät Interessantes über ihr Wesen und ihre Herkunft.

von Stephanie Klein

Ganz besondere, nackte Hunde

Die einen lieben sie, die anderen bekommen beim bloßen Anblick Mitleid: Ganz klar, Nackthunde polarisieren. Der Deutsche Tierschutzbund sieht Nackthunde als Qualzucht an, da sie u. a. Gebissfehlstellungen und eine Immunschwäche aufweisen.

Allerdings wurden die Hunde einst nicht gezielt auf Nacktheit gezüchtet. Das fehlende Fell resultiert aus einer spontanen Mutation. Den Gendefekt verwendeten Menschen erst im Nachhinein in der Zucht. Nackthunde sind auch nicht gleich Nackthunde: Einige der Vierbeiner haben Haarbüschel, während andere vollständig nackt sind.

Hunde mit diesem außergewöhnlichen Merkmal leisten Menschen schon seit Tausenden von Jahren Gesellschaft. Erste Belege über ihre Existenz reichen bis zu 3500 Jahre zurück.

Nackthunde: Kein Fell, empfindliche Haut

Eine Sache gilt es vor der Adoption eines nackten Vierbeiners zu beachten: Fell dient den Hunden zum Schutz vor UV-Strahlen und vor Kälte. Daher bekommen besonders die hellhäutigen Nackthunde im Sommer Sonnencreme auf die Haut und im Winter wärmt ein Hundemantel.

Wamiz-Ratgeber: Hund vor Kälte und vor Hitze schützen
Nackthund mit Weste
Die empfindliche Haut von Nackthunden muss vor Sonne oder Kälte geschützt werden
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Dessen ungeachtet handelt es sich um einen ganz besonderen Schlag von Vierbeinern, die entgegen der weitläufigen Meinung äußerst robust sind. Je nach Rasse erreichen sie ein Alter von bis zu 16 Jahren.

Nackthunde: Charakter und Temperament

Die Vertreter der Kategorie Nackthunde bestechen durch ihren angenehmen und sanften Charakter. Sie sind lernwillig und möchten ihrer Bezugsperson gefallen. Diese Eigenschaften machen sie zu einem idealen Anfängerhund.

Je nach Hunderasse besitzen einige einen Jagdtrieb und andere eignen sich dafür, bei drohender Gefahr Alarm zu schlagen. Doch ihr perfekter Platz auf der Welt befindet sich nicht Seite an Seite eines Jägers oder als Wachhund im Freien. Ganz im Gegenteil:

Nackthunde sind tolle Familienhunde und auch für ein Leben in der Stadt geeignet.

Beim Gassigehen in der Fußgängerzone wird es allerdings zu erstaunten Blicken von neugierigen Passanten kommen. Verbringt man jedoch etwas Zeit mit ihnen, wickeln die Charmebolzen fast jeden um den Finger. Da sie im Allgemeinen sehr menschenbezogen sind, sollten sie nicht zu lange und zu häufig alleine gelassen werden. Sie sind am liebsten überall dort, wo ihr Rudelanführer ist.

Nackthund spielt am Strand
Nackthunde sind meist menschenbezogen und spielen gerne
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Die nackten Vierbeiner verblüffen zudem mit einer hohen Intelligenz und einem ausgeprägten Spieltrieb. Daher machen sie eine gute Figur bei Hundesportarten wie Agility oder Dog Dancing und erlernen rasch neue Hundetricks.

Im Folgenden sind vier Vertreter der Kategorie Nackthunde in der Übersicht aufgelistet. 

Chinesischer Schopfhund: Der chinesische Nackthund

Der Chinesische Schopfhund ist ein kleiner Herzensbrecher auf vier Pfoten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat dieser intelligente Gesellschafts- und Begleithund eine nahe Verwandtschaft zum Mexikanischen und Peruanischen Nackthund.

Den Chinese Crested Dog - so sein englischer Name - gibt es in zwei Varianten: Einmal als „Hairless” und einmal als „Powder Puff”. Während der Haarlose nur Fell an der Rute, am Kopf und an den Beinen trägt, erinnert der andere mit seinem üppigen Haarkleid, wie sein Name verrät, an eine plüschige Puderquaste.

Bei der Zucht muss immer ein Elternteil ein Hairless und der andere ein Powder Puff sein. 

Chinesische Schopfhunde
Den Chinesischen Schopfhund gibt es mit und ohne Körperbehaarung
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Mexikanischer Nackthund oder Xoloitzcuintle

Keine Sorge, wenn der Name (ausgesprochen: Scholoitzkuintli) nicht leicht über die Lippen kommt: der gewitzte Vierbeiner wird auch Xolo oder Mexikanischer Nackthund genannt. Der Xoloitzcuintle leistete schon Azteken Gesellschaft und wurde von dem Volk vergöttert.

Wie beim chinesischen Cousin existiert neben der haarlosen Variante auch eine mit Fell, wenn auch kurzhaarig. Innerhalb der Rasse gibt es die Miniatur Variante mit einem Schultermaß von 25-35 cm, die Zwischenvariante und die Standardvariante mit einer Größe von bis zu 60 cm. Letztere gibt einen hervorragenden Wachhund ab.

Hunderasse: Xoloitzcuintle
Xoloitzcuintle
Zwei stattliche Xoloitzcuintle oder Mexikanische Nackthunde
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Peruanischer Nackthund oder Viringo

Von Mexiko aus geht es weiter südlich nach Peru: Der Viringo, auch Peruanischer Nackthund oder Perro sin pelo del Perú genannt, ist heutzutage ein nationales Kulturgut in seiner Heimat. Sein Körperbau ist elegant und ähnelt dem eines Windhundes. Die Hautfarbe ist entweder einfarbig von dunkel bis hell oder mit weißen Flecken.

Der Viringo ist meistens komplett nackt, wobei auch einige Haarreste an Rute, Gliedmaßen und am Köpfchen erlaubt sind. Bei diesem Nackthund handelt es sich um eine alte Hunderasse. Vermutungen legen nahe, dass sie seit ca. 1000 Jahren existiert.

Der Viringo findet in der Rassenomenklatur der FCI seinen Platz in der Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 6 (Urtyp) genauso wie sein mexikanischer Vetter.

Peruanischer Nackthund
Der Peruanischer Nackthund oder Viringo erinnert an einen Windhund
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American Hairless Terrier

Der American Hairless Terrier entstand in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts als bei der Rat Terrier Zucht ein nacktes Exemplar hervorging. Die liebenswerte Frohnatur hat außer des kleinen aber feinen Unterschiedes eine große Ähnlichkeit zu seinem Vorfahren.

Der American Hairless Terrier kommt mit Fell zur Welt. Erst nach einigen Wochen verliert er seine Haarpracht und bleibt dann sein Leben lang ein Nackthund.

Bei diesem cleveren Vierbeiner handelt es sich um eine von der FCI nicht anerkannten Hunderasse. Sie hat wie sich erahnen lässt einen Jagdtrieb. Dennoch ist die haarlose Hunderasse als Begleit- und Familienhund geeignet und weniger für die Verwendung als Jagdhund.

American Hairless Terrier
Der American Hairless Terrier ist nicht von der FCI anerkannt
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