News :
wamiz-v3_1

Werbung

Hunde allein zuhaus: Wie lange kann der Vierbeiner alleine bleiben?

Hund allein zuhause advice
© Shutterstock

Hunde sind dafür bekannt, dass sie nicht gut allein sein können, sei es in der Wohnung oder im Haus. Viele Halter berichten von unerwünschten Verhaltensweisen, die in solchen Momenten auftreten (Bellen, Zerstörungen, Stubenunreinheit, ...). Trotzdem sind die Hunde, die still und leise unter ihrer Einsamkeit leiden, wahrscheinlich zahlreicher. Warum bleibt ein Hund nicht gern allein? Was kann man tun, um ihm die Phasen der Abwesenheit seiner Besitzer leichter zu machen?

von Nina Brandtner

Der Hund ist ein soziales Tier, das in einer Gruppe lebt. Diese Lebensweise macht sich in Form von einem ausgeprägten Bedürfnis nach Kontakt und Interaktionen mit anderen Tieren bemerkbar. Daher kann ein Hund Einsamkeit und Isolation nur schwer ertragen. Probleme, die mit längeren Phasen des Alleinseins einhergehen, sind häufig und können in verschiedensten Formen auftreten.

Der Hund: ein soziales und aktives Tier

Im Gegensatz zur Katze ist der Hund ein Tier, das in der Natur dazu neigt, Gruppen zu bilden. So überraschend es auch scheinen mag - es gibt nur wenige Studien über wild lebende Hunde, die es uns ermöglichen, das Verhalten des Hundes ohne den Einfluss von Menschen zu verstehen. Die neuesten Studien zeigen, dass Hunde allein agieren können, aber dennoch eine Tendenz dazu haben, kleine Gruppen zu bilden. Diese Gruppen entstehen nicht zufällig: Die Hunde entscheiden sich für ein Leben in Gesellschaft.

Allerdings geht es hier um frei lebende Tiere, und zu Hause hat der Hund diese Wahl nicht!

Außerdem handelt es sich um ein Tier, das Unterhaltung und Bewegung braucht. Wenn man diesem Bedürfnis nicht gerecht wird, führt das zu Frust, was das Tier ungeduldiger, reizbarer und manchmal sogar hyperaktiv macht. In einem solchen Fall werden Phasen der Einsamkeit zu einem echten Langeweile-Martyrium, und es treten oft Verhaltensstörungen auf.

Das Alleinsein erlernen

Die Fähigkeit allein zu bleiben und sich gegebenenfalls selbst zu beschäftigen ist also etwas, das ein Hund erlernen kann. Junge Hunde und Welpen erleben nur sehr selten Phasen der Einsamkeit - in der Regel sind sie erst damit konfrontiert, wenn sie mit Menschen zusammenleben.

Das Erlernen von Einsamkeit kann positiv oder negativ verlaufen. Ein Hund, der das Alleinsein unter guten Bedingungen erfährt, lernt nämlich, sich zu beschäftigen oder einfach geduldig zu warten und dabei nur wenig Frust zu empfinden. Unter schlechten Bedingungen hingegen entwickelt der Hund ein Gefühl von Angst und Stress, welches vor und während den Phasen der Einsamkeit auftritt.

Sie sollten daher folgende Bedingungen schaffen:

  • Auf die Bedürfnisse des Hundes eingehen: Um den Hund allein lassen zu können, muss er mit dem Maß seiner Tätigkeiten und seinem Kontakt zu Menschen und/oder anderen Hunden zufrieden sein und genug Futter bekommen haben
  • Gestalten Sie seine Umgebung interessant für Ihr Haustier: Ein Hund hat in der Regel keine absolute Bewegungsfreiheit (egal ob im Garten oder im Haus), weshalb man ihm Möglichkeiten geben muss, sich zu beschäftigen (beispielsweise mit Hundespielzeug)
  • Progressives Lernen ermöglichen: Beginnen Sie nicht mit einem ganzen Tag der Abwesenheit bei einem Welpen, der gerade erst abgestillt worden ist, sondern gewöhnen Sie Hunde langsam ans Alleinsein! Gehen Sie progressiv vor, um ihn allmählich an das Alleinsein zu gewöhnen: Beginnen Sie mit ein paar Sekunden Abwesenheit, dann 5-10 Minuten, und verlängern Sie die Dauer dann nach und nach, sofern das Tier keine Zeichen tiefgreifenden Unglücks zeigt. Wenn es nicht gut darauf reagiert, sollten Sie mit den kurzen Phasen der Abwesenheit fortfahren, bis Ihr Hund anfängt, längere Phasen ebenfalls zu tolerieren.

Wie kann ich herausfinden, ob mein Hund alleine bleiben kann?

Natürlich geht hier Probieren über Studieren. Aber heute gibt es zahlreiche Methoden, um den Hund zu Hause während der Abwesenheit seiner Besitzer zu beobachten: Kamera-Roboter können hier hilfreich sein. Sie können uns die Bilder auf Knopfdruck übermitteln und uns sogar informieren, wenn der Hund bellt, indem sie auf unseren Handys anrufen. Diese Videos können Überraschungen für uns bereithalten!

Die Anzeichen von Unwohlsein aufgrund von Einsamkeit, die beim Hund Stress auslöst, können folgende sein:

  • Winseln, Seufzen, Geheul
  • Kratzen, vor allem an der Tür und um die Ausgänge herum
  • Zerstörung von Gegenständen (zufällig ausgewählt oder Objekte, an denen der Geruch der Besitzer haftet)
  • Stubenunreinheit
  • Selbstverstümmelung (zwanghaftes Lecken, dem eigenen Schwanz hinterherjagen,...), geschwächte Gesundheit

Wenn Sie während Ihrer Abwesenheit solche Verhaltensweisen beobachten, sollten Sie einen Tierarzt kontaktieren, der sich mit dem Verhalten von Tieren auskennt. Finden Sie so detailliert wie möglich heraus, was genau den Hund stresst (Angst, Frust, Langeweile, …). Dieser Schritt ist oft unerlässlich, um die richtige Verhaltenstherapie auszuarbeiten.

In diesem kurzen Ausschnitt aus einem mit versteckter Kamera gedrehten Video zum Beispiel sieht man einen einsamen Hund, der keinerlei Anzeichen von Unwohlsein ande Tag legt, aber seine Langeweile dadurch kompensiert, dass er Gegenstände zerstört. In einem solchen Fall bemerken die Besitzer bei ihrer Rückkehr natürlich schnell, dass ihr Hund unzufrieden war!

Was kann ich tun, wenn mein Hund nicht allein bleiben will?

Das Erlernen des Alleinseins kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Viele Hundebesitzer sind dazu gezwungen, in der Zwischenzeit Notlösungen zu finden. In manchen Fällen können diese Lösungen das anfängliche Problem aber noch verstärken. Das gilt zum Beispiel für Antibellhalsbänder oder Zimmerkäfige. Man sollte also nicht zögern, die Hilfe eines Verhaltensexperten für erwachsene Hunde in Anspruch zu nehmen, der am besten mit positiven Erziehungsmethoden arbeiten sollte, bei denen die erwünschten Verhaltensweisen verstärkt werden. Je früher Sie Ihren Hund an das Alleinsein gewöhnen, desto einfacher ist es für ihn, seine Gefühle in Phasen der Abwesenheit seiner Besitzer unter Kontrolle zu halten.

Eine andere, für Ihren Hund sehr angenehme Option ist es, jemand anderen auf ihn aufpassen zu lassen, statt ihn über Stunden alleine zu lassen. Heute gibt es zahlreiche Services, die Hundebesitzer mit Einzelpersonen oder Firmen in Verbindung setzen. Das Angebot ist sehr vielseitig - von der Hundepension bis hin zu privaten Hundesittern finden Sie ganz bestimmt etwas, das den Bedürfnissen Ihres Hundes in den Phasen Ihrer Abwesenheit gerecht wird.