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Traurige Fellnasen: Ist mein Hund depressiv?

Trauriger Hund advice
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Ihr Hund schaut Sie aus traurigen Augen an und liegt am liebsten nur noch in der Ecke? Selbst sein Lieblingsspielzeug bleibt links liegen und bei Spaziergängen trottet er lustlos hinter Ihnen her? Ihr Vierbeiner könnte depressiv sein! Wir geben Tipps, woran Sie depressive Hunde erkennen und wie Sie ihnen helfen können.

von Nina Brandtner

Am 18.03.20, 18:05 veröffentlicht

Gibt es Depressionen beim Hund?

Keine Lust auf gar nichts und eine traurige Ausstrahlung: Wenn sie diese Eigenschaften an ihrem Hund beobachten, fragen viele Hundehalter sich, ob ihr Gefährte depressiv ist. Bei Menschen stehen Depressionen für eine niedergedrückte (lat.: „deprimere“) Stimmung, die auf eine Erkrankung oder eine psychische Störung zurückgeht.

Sprechen wir bei Hunden über „Depressionen“, meinen wir damit, dass die Hunde sehr traurig und antriebslos wirken und dadurch in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt sind.

In den meisten Fällen geht die „Depression“ beim Hund nicht auf eine echte Erkrankung zurück. Allerdings können körperliche Erkrankungen zu Schlappheit führen, was diese Symptome verursacht.

Alter trauriger Hund
Wirkt der Hund traurig und antrieblos, ist oft von einer Depression die Rede
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Vier Zeichen, dass Ihr Hund depressiv ist

In vielen Fällen können Symptome, die bei traurigen Hunden auftauchen, ein Zeichen für eine Krankheit sein. Darum gilt:

Der Gang zum Tierarzt sollte bei den folgenden Anzeichen an erster Stelle stehen.

Schließt dieser körperliche Ursachen aus, könnte es sich um eine Depression handeln.

Der Hund ist…

  • antriebslos und lässt sogar sein Lieblingsspielzeug links liegen.
  • interessiert sich kaum für seine Umgebung.
  • freut sich nicht über Ihr Nachhausekommen oder Streicheleinheiten.
  • hat weniger Appetit.

Mögliche Ursachen für Depressionen beim Hund

Warum ist mein Hund traurig? Um dies zu beantworten, ist Ihr Einfühlungsvermögen gefragt. Dabei spielt eine Rolle, was sich im Leben des Vierbeiners in letzter Zeit verändert hat.

So können zum Beispiels Arbeitshunde, die „aus dem Dienst“ ausscheiden, depressives Verhalten entwickeln. Ihnen fehlen die täglichen Aufgaben. Natürlich kann auch der Verlust eines vier- oder zweibeingen Freundes dazu führen, dass der Vierbeiner trauert.

Zu den möglichen Ursachen für Depressionen beim Hund zählen:

  • Krankheiten, die mit Schmerzen oder Unwohlsein einhergehen
  • zu wenig Beschäftigung
  • schlimme Erlebnisse: Tod des Halters, Umzug, Verletzungen durch Kämpfe
  • Stress und Überforderung
Blindenhund
Ein Arbeitshund ohne Aufgabe kann die Balance verlieren und depressiv werden
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Teilnahmsloser Hund – was ist zu tun?

Sind körperliche Erkrankungen ausgeschlossen, geht es an die Ursachenforschung. Ziehen Sie hierbei keine übereilten Schlüsse. Bei jungen Hunden kann es zum Beispiel schwierig sein, herauszufinden: Ist mein Hund über- oder unterfordert? Im Zweifel hilft ein professioneller Hundetrainer.

Krankheiten und deren Symptome behandeln

Ihr Tierarzt ist der erste Ansprechpartner, wenn es darum geht, eine Erkrankung zu behandeln. So können Krebserkrankungen oder eine Unterfunktion der Schilddrüse dazu führen, dass der Hund depressiv wirkt. Bei chronisch kranken Vierbeinern kann eine maßgeschneiderte Schmerztherapie zur Behandlung gehören.

Wirkt der Hund traurig, weil er sich wegen Arthrose weniger bewegen kann? Dann überlegen Sie sich alternative Aktivitäten. Hierzu kann Physiotherapie inklusive Schwimmen gehören. Schnüffel- und Intelligenzspiele können ebenfalls eine befriedigende Tätigkeit für Hunde sein, die sich nicht gut bewegen können.

Wamiz-Ratgeber: Arthrose bei Hunden
Alter Hund
Auch alte Hunde wirken aufgrund ihrer Erkrankungen oft traurig
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Artgerechte Beschäftigung

Ist der Hund nicht ausgelastet, gilt es, ein gutes Maß an Beschäftigung zu finden. Viele Hütehunderassen wie Border Collies oder Australian Shepherds benötigen mehr körperliche und geistige Beschäftigung, als die Halter ermöglichen können. Schließlich haben nur wenige eine Schafherde zum Hüten auf dem Grundstück.

Es ist wichtig, ein sinnvolles Maß zwischen Beschäftigung und Entspannung zu finden.

Denn eifrige Arbeiter „überdrehen“ schnell, so dass sie danach kaum zu beruhigen sind. Gut geeignet sind Hundesportarten, bei denen Hund und Halter eng zusammenarbeiten. Hierzu zählen Dog Dancing, Treibball oder Agility. Eine Patentlösung gibt es nicht. Manche Hunde wie Siberian Huskys profitieren von langen Touren und benötigen zusätzlich ein großes Grundstück zum freien Laufen.

Gleich weiterlesen: Langweilt sich mein Hund?

Depressiv durch traumatische Erlebnisse

Geben Sie dem Vierbeiner Zeit für seine Trauer, aber laden Sie ihn regelmäßig dazu ein, den Alltag aktiv mit Ihnen zu erleben. Suchen Sie beispielsweise unbekannte Wanderwege für gemeinsame Touren aus, die den Hund aktivieren.

Hat der Hund seine ursprüngliche Bezugsperson verloren, kann geduldiges Training die Bindung zu Ihnen verbessern. Holen Sie den Vierbeiner da ab, wo er steht, und überfordern ihn nicht.

Wandern mit Hund
Motivieren Sie einen traumatisierten Hund regelmäßig: Etwa beim Wandern
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Entspannung für gestresste Hunde

Umzüge, Besitzerwechsel oder zu hohe Anforderungen im Training können einen Hund stressen. Auch neue Familienmitglieder in Form von zweibeinigem Nachwuchs überfordern manchen Hund.

Hiergegen helfen feste Rituale und ein geregelter Tagesablauf.

Nehmen Sie sich pro Tag einige Minuten, die nur dem Hund und Ihnen gehören – beispielsweise für ein kleines Spiel oder Training. Ob Umzug oder schreiender Säugling: Dem Hund hilft ein geschützter Rückzugsort. Hier kann er möglicherweise fehlenden Schlaf nachholen: Hunde dösen gerne über 14 Stunden pro Tag.

Gestresste Vierbeiner profitieren von Aufgaben, die sie gut lösen können. Ist Ihr Hund im Training überfordert, gehen Sie einen Schritt zurück. Üben Sie Grundkommandos und loben Sie ihn für die gute Arbeit. Das sorgt für ein Plus an Selbstbewusstsein und reduziert den Stress.

Golden Retriever Welpe Training
Das Ausführen einfacher Kommandos kann den Stresspegel bei Hunden senken
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Stimmungsaufheller für depressive Hunde?

In einigen Fällen – zum Beispiel bei Trauer oder starker Verlustangst – kann der Tierarzt ein Mittel mit Fluoxetin für Hunde verschreiben. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der auch Menschen mit Depressionen helfen kann. Allerdings macht die Behandlung meist nur in Kombination mit einer Verhaltenstherapie Sinn.

Einige Halter berichten von homöopathischen Mitteln, die gegen Depressionen beim Hund helfen. Diese müssen zum Charakter und der Situation passen, weswegen ein Besuch beim Tierheilpraktiker weiterhelfen kann.

Gleich weiterlesen: Homöopathie beim Hund

Das bringt Hunden gute Laune

So verschieden die Ursachen für Depressionen beim Hund sind – erste Hilfe bieten bei gesunden Hunden folgende Tipps:

  • zwei bis drei Stunden pro Tag mit dem Hund draußen verbringen
  • beim Training Schritt für Schritt vorgehen und Bekanntes regelmäßig wiederholen
  • dem Hund stets Zugang zu einem Rückzugsort ermöglichen
  • den Hund nicht länger als vier Stunden pro Tag alleine lassen
  • ritualisierte Streicheleinheiten für Hunde, die Körperkontakt lieben.
  • mehrere kleine Trainingseinheiten von wenigen Minuten pro Tag.
  • 14 bis 16 Stunden Schlaf pro Tag ermöglichen