wamiz-v3_1

Werbung

Hundetrainer-Ausbildung: Wie werde ich Hundeprofi?

Hundetrainerin mit zwei Hunden advice © Shutterstock

Spätestens seit Martin Rütter und Cesar Milan erlebt der Beruf des Hundetrainers eine neue Blüte. Kein Wunder, denn auch in Deutschland gibt es immer mehr Hunde – und die wollen erzogen werden!

von Nina Brandtner

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hundetrainer ist kein geschützter Beruf
  • Es gibt eine bundesweit anerkannte Zertifizierung durch die Tierärztekammer
  • Die Ausbildung findet an privaten Instituten und Schulen statt und ist kostenpflichtig
  • Die Verdienstaussichten variieren stark
  • Ausgebildete Hundetrainer haben zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten

Berufsbild Hundetrainer – eine Definition

Beim Hundetrainer handelt es sich nicht um einen geschützten Begriff oder einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.

Prinzipiell kann sich also jeder als Hundetrainer bezeichnen, der der Ansicht ist, über ausreichend Fachkenntnis zu verfügen.

Allerdings gibt es seit 2007 eine Zertifizierung zum Hundeerzieher und Verhaltensberater. Voraussetzung hierfür ist eine abgeschlossene Ausbildung zum Hundetrainer. Das Zertifikat kann durch eine Prüfung bei der IHK oder der Tierärztekammer erworben werden.

Kommunikation und Gehorsam

Wider Erwarten sind Hundetrainer/innen nicht dafür zuständig, freche oder (noch) unerzogene Vierbeiner zu erziehen. Vielmehr geht es darum, die Kommunikation zwischen Mensch und Hund zu verbessern, sodass sich beide verstehen. In der Regel liegt das Problem der meisten Mensch-Hund-Teams in schlechter oder fehlender Kommunikation. Im Rahmen von Einzel- oder Gruppenunterricht erlernen die Teilnehmer einen adäquaten Umgang mit den Tieren. Das Üben verschiedener Kommandos und Verhaltensmuster sowie Gehorsamsübungen für den Alltag stehen auf dem Programm. Auch die Betreuung von Spielstunden für Welpen gehört zu den Standardaufgaben.

Anspruchsvolles Training: Problemhunde

Nicht nur simple Gehorsamsübungen gehören zum Alltag des Hundetrainers. Sogenannte Problemhunde sind ebenfalls unter den Schülern zu finden. Diese zeigen beispielsweise aggressives Verhalten, haben Ängste oder Zwänge. Hier sind Fachkenntnisse in Tierpsychologie unabdingbar. Hierbei kommen häufig auch Hausbesuche vor.

Hundesport und sinnvolle Beschäftigung

Eines der häufigsten Probleme, die Menschen mit ihren Hunden haben, ist mangelnde körperliche und geistige Auslastung. Dies geht nicht unbedingt auf zu wenig Zeit zurück, sondern vor allem auf mangelnden Einfallsreichtum. Die meisten Hundetrainer bieten deshalb auch Hundesport und andere Beschäftigungsmöglichkeiten an, die den Hund artgerecht auslasten. Dazu gehören beispielsweise:

AgilityViele Hundetrainer bieten Agility als Hundesportart an© Pixabay

Wo und wie findet die Ausbildung statt?

Die Ausbildungen werden von verschiedenen privaten Hundeschulen und -verbänden angeboten. Aus Funk und Fernsehen bekannte Hundeversteher bilden ebenfalls aus – beispielsweise Hundetrainer Martin Rütter. Die meisten Auszubildenden absolvieren die Lehrgänge berufsbegleitend. Deshalb finden die Unterrichtseinheiten häufig in Form von Wochenend- oder Blockseminaren statt. Die Dauer beträgt zwischen einem und zwei Jahren.

Was sind die Ausbildungsinhalte?

Für die Ausbildung zum Hundetrainer gibt es keine standardisierten Inhalte und Abläufe. Dennoch gibt es viele Parallelen in den Lehrgängen. Folgende Themen bekommen in den meisten Trainerlehrgängen einen Platz:

  • Geschichte und Wesen des Hundes
  • Recht und Tierschutz
  • Tierpsychologie und Lernverhalten
  • Kommunikation zwischen Mensch und Hund

Wie ist das Arbeitsverhältnis eines Hundetrainers?

Normalerweise sind Hundetrainer freiberuflich tätig. Freiberufler arbeiten entweder auf ihrem Privatgrundstück, in einer eigenen Hundeschule oder machen Hausbesuche. Letzteres ist nicht unüblich. Hierbei hat der Trainer die Möglichkeit, Mensch und Hund in ihrem natürlichen Umfeld zu beobachten. Auf diese Weise sind problematische Verhaltensmuster leichter erkennbar.

Eine weitere Tätigkeitsoption für Hundetrainer besteht darin, in Tierkliniken, Tierheimen, Zuchtverbänden oder größeren Hundeschulen zu arbeiten. Die Anstellung erfolgt dann in Teil- oder Vollzeit. Einrichtungen wie diese arbeiten jedoch häufig auch mit freiberuflichen Hundetrainern flexibel zusammen.

Festanstellungen sind rar gesät und als Freiberufler sind die ersten Jahre meist hart. Viele Hundetrainer arbeiten deshalb nach der Ausbildung zunächst in ihrem alten Job weiter. Die Hundetrainertätigkeit erfolgt dann praktisch nebenberuflich oder ehrenamtlich. Hieraus können sich aber vielversprechende Optionen und ein beachtlicher Kundenstamm ergeben.

Welche Verdienstmöglichkeiten hat man als Hundetrainer?

Über den Verdienst bei dieser Tätigkeit lässt sich nur wenig sagen. Schließlich handelt es sich nicht um einen geschützten Beruf. Ein freiberuflich tätiger Trainer mit regelmäßig stattfindenden, gut besuchten Kursen liegt bei rund 1.500 Euro monatlich. Besonders erfolgreiche Hundetrainer mit eigener Schule liegen auch zwischen 2.000 Euro und 4.000 Euro.

Unsere Empfehlung: Auf den Bauch hören!

Eine Hundetrainerausbildung neben dem Beruf zu absolvieren, ist anstrengend und kostenintensiv. Damit sie sich auch lohnt, ist eine sorgfältige Auswahl der Ausbildungsstätte dringend notwendig. Bei der Wahl gilt es auf jeden Fall, auf den Bauch zu hören. Gerade in der Hundeerziehung gibt es zahlreiche Wege, Methoden und Techniken, die sich stark unterscheiden. Vorab können Sie bei den verschiedenen Schulen und Ausbildungsstätten alle Infos zur Ausbildung online einholen. Dennoch sind persönliche Besuche empfehlenswert. Achten sollten Sie dabei unter anderem auf Folgendes:

  • Nach welcher Methode arbeitet die Hundeschule?
  • Sind die Ausbildungs- und Trainingsräumlichkeiten sauber und gepflegt?
  • Wie qualifiziert und erfahren sind die dort tätigen Trainer und Ausbilder?
  • Machen die Trainingsstunden einen geordneten und strukturierten Eindruck?