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Teacup Hund: Zucht, Kauf, Rassen

mini chihuahua in teetasse mit blütenbläter außenrum advice
© Shutterstock

Sie haben winzige Körper und große Kulleraugen und verkörpern durch und durch das Kindchen-Schema. So genannte Teacup Hunde sind in den sozialen Medien ein echter Hit und viele wollen einen Mini-Hund kaufen. Manch ein Star macht es vor und präsentiert stolz seinen Teetassenhund in der Handtasche. Dass die Mini-Züchtungen aber eine Qual für die Hunde und teils auch ihre Halter bedeuten, sehen die wenigsten.

von Carina Petermann

Teacup Hunde: Ist die Zucht eine Qual?

Wie der Name sagt, sind Teacup Hunde so gezüchtet, dass sie in einer Tasse Platz finden. Sie sehen ihr ganzes Leben lang wie ein Welpe aus. Es sind keine eigenen Rassen, sondern spezielle Züchtungen einer Rasse. Sie wurden nur wesentlich kleiner als das Original gezüchtet. Sie wiegen weniger und selbst ausgewachsene Hunde passen in eine Teetasse. Leider wird von vielen dabei übersehen, dass diese Züchtungen für die Tiere gravierende gesundheitliche und soziale Probleme für ihr gesamtes Hundeleben bedeuten.

Um die Mini Hunde zu bekommen, werden in der Zucht die schwächsten und kleinsten Tiere eines Wurfs miteinander verpaart. In der Zucht gilt eigentlich der Leitsatz mit den „am besten angepassten Tieren“ zu züchten. Diese haben die besten Überlebenschancen und sind am gesündesten. Das ist in der Teacup Zucht komplett anders und wird völlig ignoriert. Diese Zuchtform geht komplett auf die Gesundheit des Hundes und bringt den Hunden zahlreiche Erkrankungen. Die Organe und ebenso das Gehirn lassen sich bei der Zucht nicht in gleichem Maß verkleinern. Das „Schrumpfen“ hat viele schlimme Krankheiten zur Folge.

Es kann bei den Mini Hunden passieren, dass die Fontanelle am Kopf nicht ganz zuwächst. Das bedeutet, dass das Gehirn an der Stelle nur durch die Haut und das Fell geschützt ist. Bei der Leber kann es zu einem sogenannten Lebershunt kommen. Das Blutgefäß transportiert das Blut um die Leber herum anstatt durch, weshalb es in der Leber nicht entgiftet werden kann. Leidet ein Hund darunter, ist oft eine kostspielige Operation und teures Spezialfutter nötig. Viele Teacup Hunde erleiden einen Trachealkollaps. Eine Instabilität im Halsbereich lässt die Luftröhre an einer Stelle zusammenklappen. Der Hund kann kaum atmen und bekommt zu wenig Sauerstoff. Oft kommen Defekte an der Herzwand, Kreislaufschwächen, Gebiss- und Kieferanomalien und leicht zerbrechliche Knochen vor. Die Teetassen Hunde müssen sehr oft schwere Krankheiten erleiden.

Für Deutschland gibt es ein Zucht- und Handelsverbot von Teacup Hunden.

Teacup Hunde in Not retten

Teacup Hunde in Not gibt es kaum. Zumindest nicht in der Vermittlung. Wer sich einen Teacup Hund kauft, gibt ihn in den seltensten Fällen wieder ab. Die Welpen werden sehr teuer gehandelt. Oft werden sie durch die nötigen Tierarztbesuche und teils Operationen noch teurer. Ebenso durch das Spezialfutter. Dass sich die Minis aber allein durch ihre Zucht in Not befinden, weil sie schwer krank sind, wird übersehen.

Teacup-Rassen: Mini-Hunde als Accessoire

Typische Rassen für die Teetassen Hunde sind Miniversionen von

  • Mini Chihuahua

  • Spitz

  • Yorkshire Terrier

  • Teacup Pudel

  • Beagle

  • Shiba Inu

Teacup Hunde werden von vielen nicht als Hund gesehen. Sie sind einfach ein Modeaccessoire, das bei Bedarf als Schmuck hervorgeholt wird. Viele meinen es auch gar nicht böse, wenn sie einen Teacup Hund kaufen. Sie verlieben sich das kleine Wesen und unterstützen unwissentlich die skrupellosen Züchter. Wer die Qualzucht unterstützt und sich einen Teetassen Hund kauft, sollte noch einmal gründlich nachdenken. Er wäre mit einem Stoffhund deutlich besser beraten. Würden die Menschen umdenken und den Hype der Teacup Hunde nicht mehr unterstützen, wären die Qualzuchten bald vorbei. Wenn sie nicht mehr rentabel sind, weil keine Welpen mehr verkauft werden, wäre schnell Schluss mit der Tierquälerei.

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