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Gefährliche Augenerkrankung: Grüner Star beim Hund

Bulldogge leidet an grünem Star advice

Glaukom ist eine erste Augenerkrankung beim Hund

© Symbolbild

Beim Grünen Star handelt es sich um eine für Hunde ernste Augenerkrankung, die zum Erblinden führen kann. Eine zeitnah eingeleitete Therapie kann das Sehvermögen des Hundes retten.

von Philipp Hornung

Am 06.08.20, 14:49 veröffentlicht

Was ist Glaukom beim Hund?

Der Grüne Star, auch „Glaukom“ genannt, ist eine schwerwiegende Augenerkrankung. Die Ursache liegt in einem steigenden Augeninnendruck, ausgelöst durch nicht abfließendes Kammerwasser. Kammerwasser ist eine klare Flüssigkeit, die im hinteren Bereich des Auges vom Ziliarkörper gebildet wird. Von hier aus fließt es durch die Pupille nach vorne, wo es durch den Kammerwinkel abfließt. In einem gesunden Auge herrscht ein Gleichgewicht zwischen Produktion von neuem und abfließendem Kammerwasser. Ist das Abfließen gestört, befindet sich zu viel Flüssigkeit im Auge und der Augeninnendruck steigt. Die Sehnerven werden durch den erhöhten Druck schnell irreparabel beschädigt und können keine Informationen mehr ans Gehirn leiten. Unbehandelt führt der Grüne Star zum Erblinden, oft unter starken Schmerzen zusätzlich zum Verlust des Auges. Der Grüne Star ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindungen bei Hunden.

Es handelt sich bei einem Glaukom um einen Notfall

Primäres Glaukom

Ein primäres Glaukom ist nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen. Häufig sind Fehlbildungen im Auge, genauer gesagt: im Kammer- oder Abflusswinkel, für den Tierarzt erkennbar. Dadurch kann das Kammerwasser nicht gut abfließen. So ist die Ursache für solche Glaukome angeboren, auch wenn sie in der Regel erst ab einem Alter von drei oder vier Jahren auftreten. Ein primäres Glaukom betrifft beide Augen. Darum ist bei der Glaukom-Diagnose des ersten Auges bereits die Therapie des zweiten zu planen.

Sekundäres Glaukom

Bei einem sekundären Glaukom sind andere Erkrankungen für den Grünen Star ursächlich. Oft handelt es sich dabei um eine Linsenluxation – dabei liegt die Linse falsch im Auge und kann den Abfluss des Kammerwinkels beeinträchtigen. Eine Linsenluxation kann erblich bedingt auftreten oder sich bei alten Hunden entwickeln. Auch chronische Augenentzündungen, Tumore oder Verletzungen können ein Glaukom beim Hund verursachen.

Achtung: Grünen Star nicht verwechseln mit dem Grauen Star beim Hund!

Grüner Star: Betroffene Hunderassen

Bei der Antwort auf diese Frage können wir erneut zwischen primärem und sekundärem Glaukom unterscheiden. Unter anderem haben folgende Rassen ein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen der Kammerwinkel:

Bei einigen Rassen ist eine Untersuchung auf primäre Glaukome vor der Zuchtzulassung Pflicht. Wer die Befürchtung hat, dass der eigene Hund zu einem Primären Glaukom neigt, kann ab dem sechsten Lebensmonat eine Gonioskopie – mehr dazu unter „Diagnose“ – durchführen lassen.

Außerdem gibt es einige Rassen, die eine erbliche Disposition für Linsenluxationen haben und dadurch an einem sekundären Glaukom erkranken können. Hierzu zählen viele kleine Hunde – auch Mischlinge – wie beispielsweise der Jack Russell Terrier oder Dackel. Seriöse Züchter schließen Nachkommen von Hunden mit einer erblich bedingten Linsenluxation aus der Zucht aus.

Symptome für Grünen Star beim Hund

Achtung – der erhöhte Augeninnendruck führt schnell zu starken Kopfschmerzen. Zu den häufigen Symptomen eines Grünen Stars zählen:

  • das Auge wirkt rot
  • die Pupille ist erweitert
  • Lichtempfindlichkeit, Blinzeln
  • Schmerzen, der Hund reibt sich das Auge
  • seltener: Vergrößerung des Augapfels
  • durch starke Schmerzen: Apathie, Appetitlosigkeit

Bei Grünem Star ist besonders wichtig, dass Halter schnell reagieren. Manche Glaukome führen binnen Stunden zur Erblindung und sind mit immensen Schmerzen verbunden. Es handelt sich um einen Notfall! Am Wochenende sollten Sie mit Ihrem Vierbeiner in die nächste Tierklinik fahren. Grüner Star kann einseitig oder an beiden Augen auftreten.

Glaukom-Diagnose beim Tierarzt

Bei Verdacht auf ein Glaukom misst der Tierarzt den Augeninnendruck. Hierfür berührt er die Augenoberfläche kurz mit einem Druckmessgerät. Die Messung ist nicht schmerzhaft. Bei gesunden Hunden beträgt der Augeninnendruck 10 - 23 mmHg. Den Kammerwinkel kann der auf Augenheilkunde spezialisierte Tierarzt mithilfe der Gonioskopie untersuchen – hierfür ist eine örtliche Betäubung notwendig. Der Tierarzt setzt anschließend eine spezielle Kontaktlinse auf das Auge, die den Abflusswinkel misst. Die Spaltlampe ist ein Augenmikroskop, mit dem der Tierarzt schmerzfrei das Innere des Auges untersuchen kann.

Therapie bei Grünem Star

Eine schnell startende Therapie für Grünen Star beim Hund ist wichtig, um die Sehkraft zu erhalten. Der Tierarzt kann bei Bedarf an einen Augenspezialisten überweisen.

Bei Grünem Star geht es darum, den Augeninnendruck so schnell wie möglich zu senken.

Medikamente können die Kammerwasserproduktion mindern, den Abfluss verbessern, Schmerzen lindern und Entzündungen hemmen. Die Therapie besteht aus folgenden Bestandteilen:

  • beim Tierarzt: Infusionen oder Injektionen
  • zuhause: Tabletten und/oder Augentropfen – regelmäßige Gabe ist entscheidend!
  • Operation

OP bei Grünem Star und Kosten

Reichen die Medikamente nicht aus, um den Augeninnendruck dauerhaft zu senken, erfolgt in vielen Fällen eine Operation. So entfernt der Augenspezialist bei einer primären Linsenluxation die Linse. Bei einem primären Glaukom kann er den Augeninnendruck operativ senken. Zum Einsatz kommen dabei Laser- oder Kryotechniken, die die Produktion des Kammerwassers reduzieren und seinen Abfluss verbessern. Über die Hälfte der Vierbeiner kann ein Jahr nach einer solchen Operation noch sehen.

Leiden die Hunde unter einem Tumor im Auge, der den Augeninnendruck erhöht, bleibt nur die Entfernung des Augapfels. Je nach Ausgangssituation kann bei erblindeten Hunden eine Silikonprothese eine gute Lösung sein, um dem Vierbeiner ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen. Die Kosten für verschiedenen Operationen variieren stark und beginnen ab einem Betrag von 150 Euro.