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Bikejöring – alle Infos für Anfänger und Fortgeschrittene

Hund läuft neben Fahrrad advice
© Shutterstock

Bikejöring ist Action pur! Die Trendsportart begeistert aktive Hundehalter, die sich gerne mit ihren Vierbeinern in der Natur auspowern. Wie Bikejöring in der Umsetzung aussieht, auf was geachtet werden muss und vieles Interessantes gibt es in diesem Beitrag zu lesen.

von Stephanie Klein

am 18.09.20, 16:10 aktualisiert

Was ist Bikejöring mit dem Hund?

Bikejöring ist ein aufregender Zeitvertreib mit dem Hund mit einer ordentlichen Portion Speed. Die Hundesportart ist anders als das normale Radfahren, da der sportliche Vierbeiner vorneweg läuft und den Menschen zieht. Dadurch entsteht ein Abenteuer auf zwei Rädern, welches nicht nur die Muskulatur aufbaut und die Ausdauer erhöht – es stärkt die Bindung zwischen Hund und Mensch.

  • Bikejöring gehört wie Canicross zum Zughundesport und erfordert ein professionelles Equipment
  • In der Hundesportart ziehen ein oder zwei Vierbeiner durch eine Jöringleine den Radfahrer
  • Es ist eine gut geeignete Möglichkeit, um lauffreudige Hunde auszupowern
  • Bikejöring setzt ein entsprechendes Gewichtsverhältnis von Hund und Mensch voraus
  • Der Radfahrer erteilt die Kommandos, legt regelmäßige Pausen ein und unterstützt den Hund nach Bedarf, indem er in die Pedale tritt
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Bikejöring
Ein Sport für Hund und Halter: Bikejöring
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Bikejöring - Worauf ist zu achten?

Bikejöring ist eine perfekte Sportart für lauffreudige Vierbeiner. Bevor sich Hund und Mensch in das Abenteuer stürzen, sind einige Regeln einzuhalten:

  • Dream-Team: Bikejöring funktioniert nur zusammen als Team. Der Hund läuft voraus und hört auf die Kommandos des Menschen. Daher ist ein Grundgehorsam des Hundes unabdingbar. Auch gegenseitiges Vertrauen ist wichtig. Dies wird durch die richtige Ausübung des Zughundesports weiter gefestigt.
  • Bikejöring als Beschäftigung: Der Zughundesport deckt die geistige Auslastung nicht ab, da das Laufen den Hund vorwiegend körperlich fordert. Zusätzliche Denkaufgaben machen aus Ihrem besten Freund einen ausgeglichenen und zufriedenen Kameraden.
  • Untergrund: Einsteiger wählen für die ersten Trainingseinheiten einfache Strecken, um das Risiko eines Sturzes gering zu halten. Selbst Profis können bei holprigen Pfaden ins Schleudern kommen. Daher gilt: Lieber auf Nummer sichergehen, als waghalsige Strecken zu wählen.
  • Das richtige Wetter: Kein Zughundesport über 20 °C! Optimal sind Temperaturen bis zu 15 °C, da Hunde schnell an einer Überhitzung leiden. Auch bei Minusgraden ist vom Bikejöring dringend abzuraten. Auf Glatteis erhöht sich die Ausrutschgefahr für den Vierbeiner drastisch.
  • Pausen: Sehr wichtig ist es, regelmäßige Pausen zur Regeneration und zur Erfrischung einzulegen. Mit dabei haben Hundehalter immer ausreichend frisches Trinkwasser und einen Napf.
Bikejöring auf Straße
Bikejöring-Anfänger wählen für die ersten Fahrten eine einfache Strecke
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Bikejöring - die ersten Trainingseinheiten

Bikejöring wird in vielen Hundesportvereinen angeboten. Es empfiehlt sich für absolute Einsteiger, eine erfahrene Person miteinzubeziehen. Diese kann auf Gefahren hinweisen und prüfen, ob die Ausrüstung richtig montiert wurde. Der Ablauf der ersten Trainingseinheiten sieht wie folgt aus:

  • Vor dem Bikejöring wärmt sich der Hund bei einer Gassi Runde auf. Hier hat er in Ruhe die Möglichkeiten, sein Geschäft zu erledigen und die Gegend mit seiner Nase zu erkunden
  • Für die erste Trainingseinheit wählt der Radfahrer eine reizarme und ebenerdige Strecke aus
  • Bevor das Gespann startet, stellt der Hundehalter die richtige Montierung des Zubehörs sicher
  • Der Hund wartet in der richtigen Position (vor dem Rad mit gespannter Jöringleine) auf das Startsignal
  • Das Kommando „Zieh“ kann der Vierbeiner durch die Hilfe einer weiteren Person erlernen. Diese steht vor dem Hund und motiviert ihn durch ein Leckerli nach vorne zu laufen
  • Die ersten Einheiten sind sehr kurz zu halten. Eine Distanz von 1-2 km ist für den Anfang ausreichend
  • Zwischendurch sind immer Pausen einzulegen. Der Hund muss seine Ausdauer trainieren und erst nach längerem Training macht sich ein Muskelaufbau bemerkbar
Hund neben Fahrrad
Nicht vergessen: Gönnen Sie Ihrem Hund regelmäßig Pausen
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Bikejöring Antenne, Zugleine und Geschirr: Die richtige Ausrüstung

Neben einem Fahrrad – am besten ein Mountainbike – einem Helm und Knieschonern legen sich Bikejöring-Anfänger noch spezielles Bikejöring-Equipment zu. Das komplette Bikejöring-Set besteht aus einer Zugleine, einem komfortablen Zuggeschirr und einer Bike-Antenne, welche die Sicherheit beim Zughundesport erhöht.

Zugleine

Die Zugleine – auch Jöringleine genannt – zeichnet sich durch einen integrierten Rückstoßdämpfer aus. Dadurch wird die Leine etwas flexibel. Die Elastizität ist wichtig, damit Hund und Mensch vor ruckartigen Bewegungen geschützt sind. Die Jöringleine hat eine Länge von circa 2,5-3 m.

Zuggeschirr

Für das Bikejöring statten sich Hundehalter mit einem speziellen Zuggeschirr aus, welches sich von einem normalen Geschirr unterscheidet. Das Zubehör ist so konzipiert, dass es die Zugbelastung gleichmäßig verteilt. Dabei ist auf eine gute Qualität zu achten. Diese zeichnet sich durch eine komfortable Polsterung und einer Strapazierfähigkeit aus.

Neben einer hochwertigen Verarbeitung ist darauf zu achten, dass das Zuggeschirr perfekt am Hund sitzt. Im Idealfall ist es zudem mit Reflektoren ausgestattet, die für eine erhöhte Sichtbarkeit sorgen.

Bike-Antenne

Die Bike-Antenne verhindert, dass sich die Zugleine in das Vorderrad verwickelt. Besonders bei Kurven verfängt sich eine Leine schnell in dem Rad und führt zu Unfällen. Allerdings ist auch mit einer Bike-Antenne keine hundertprozentige Gewährleistung gegeben. Daher ist während der Fahrt immer auf eine Spannung der Leine zu achten.

Das Zubehör befestigt der Hundehalter an dem Rahmen des Fahrrads. Die Zugleine wird durch eine Öse gezogen, welche am vorderen Ende der Antenne platziert ist.

Bikejöring Antenne
Eine Antenne am Rad sorgt dafür, dass sich die Leine nicht verheddert
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Bikejöring: Husky und Co. sind die richtigen Rassen

Für das Bikejöring kommen mittelgroße bis große Hunderassen infrage. Grund hierfür ist, dass der Radfahrer und das Bike nicht mehr als das Vierfache des Hundes wiegen dürfen. Beispiel:

Ein 25 kg schwerer Hund kommt bei einer 60 kg schweren Person plus Fahrrad mit einem Gewicht von 10 kg für das Bikejöring infrage.

Demnach sind kleine Hunde, wie Chihuahuas oder Dackel für den Zughundesport ungeeignet. Doch nicht nur das Gewicht ist ausschlaggebend. Nicht alle Fellnasen sind Sportskanonen, denen das Laufen große Freude bereitet. Einige ziehen eine gemütliche Gassi Runde mit Frauchen oder Herrchen vor.

Bikejöring ist ideal für Vierbeiner, die einen erhöhten Lauftrieb aufweisen. Durch den Zughundesport können sie ihren Trieb voll und ganz befriedigen. Beispiele für aktive Hunderassen mit einem passenden Gewicht für einen Erwachsenen sind:

Wamiz-Ratgeber: Sportliche Hunderassen
Alaskan Malamute
Der Alaskan Malamute ist sehr gut zum Bikejöring geeignet
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Bikejöring: Die Fitness des Hundes

Hunde, die regelmäßig Ausdauer- und Kraftsport wie Bikejöring ausüben, sind mit tierärztlichen Check-ups auf der sicheren Seite. Bei Herz-Kreislaufproblemen oder schwerwiegenden Schäden des Bewegungsapparates ist auf Bikejöring zu verzichten. Auch die allgemeine Fitness am Tag des Trainings wichtig. Vor dem Zughundesport sollte der Hund einen munteren und gesunden Eindruck machen.

Damit Bikejöring nicht auf die Gelenke geht, sind Untergründe vorzuziehen, die etwas nachlassen. Ideal sind Wald- oder Feldwege. Eine weitere Schutzmaßnahme für die Vierbeiner ist das Tragen von Pfotenschuhen. Die Schuhe schützen die empfindliche Haut der Hunde vor Verletzungen.

Bikejöring: Das Alter des Hundes

Ab einem Alter von einem Jahr tasten sich mittelgroße Hunde an Bikejöring heran. Bei größeren verschiebt sich das Eintrittsalter um 6 Monate, da sie sich länger in der Wachstumsphase befinden. Auch auf Wettbewerben ist ein Mindestalter von eineinhalb Jahren Voraussetzung.

Bei Welpen und Junghunden, die sich noch in der Wachstumsphase befinden, kann der Zughundesport zu späteren Gelenkproblemen wie Arthrose führen.

Für Hundesenioren ist der Kraft- und Ausdauersport ebenfalls keine geeignete Beschäftigung. Der Eintritt in das Seniorenalter ist von Hund zu Hund verschieden. Das Alter macht sich unter anderem durch eine verringerte Lust an Bewegung erkenntlich.