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Blasensteine beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung

Kranker Border Collie / Australian Shepherd auf der Couch

Blasensteine sind für den Hund äußerst schmerzhaft und müssen behandelt werden. Welche Symptome, Ursachen und Behandlungen es für die häufige Harntrakt-Erkrankung bei Hunden gibt, erfahren Sie hier.

von Stephanie Klein

am aktualisiert

Was sind Blasensteine beim Hund?

Bei Blasensteinen – oder auch Harnsteine (Urolithe) genannt – handelt es sich um mineralische Kristalle, die im Urin des Hundes vorkommen. Die Bezeichnung der steinartigen Ablagerungen lautet Konkremente. Die Erkrankung wird Urolithiasis genannt.

Bei den Vierbeinern ist besonders die Harnblase betroffen – daher wird bei ihnen die Erkrankung auch oft Blasensteine genannt. In seltenen Fällen entstehen sie jedoch auch in der Niere. Die Vorstufe von Blasensteinen bildet der deutlich feinere Harngries.

Welche Arten von Blasensteinen gibt es bei Hunden?

Es gibt mehrere Unterarten von Blasensteinen, die sich in ihrer Zusammensetzung unterscheiden:

Struvitsteine

Diese Form von Blasenstein entsteht in einem alkalischen Harnmilieu. Struvitsteine bestehen vor allem aus Phosphor und Magnesium. Sie ähneln optisch Kieselsteinen und kommen tendenziell häufiger bei Hündinnen vor.

Calciumoxalatsteine

Wie die Bezeichnung vermuten lässt, besteht diese Unterart aus Calciumverbindungen und Oxalsäure. Eine Auflösung der Steine durch eine Spezialdiät oder durch Medikamente ist bei dieser Unterart so gut wie unmöglich.

Ammoniumurat-Steine

Die gelb-braunen Ammoniumurat-Steine sind durch eine Röntgenaufnahme kaum zu ermitteln – bei einer Ultraschalluntersuchung hingegen schon. Rüden – vor allem intakte – weisen ein erhöhtes Risiko für Ammoniumurat-Steine auf.

Cystin-Steine

Die Steine lassen sich unter anderem durch ihre rotbraune oder honiggelbe Färbung erkennen. Leidet ein Vierbeiner unter der Stoffwechselkrankheit Cystinurie, besteht ein erhöhtes Risiko für Cystin-Steine.

Silikatsteine

Selten und in der Regel futterbedingt: Diese Art von Blasenstein betrifft Hunde, die sich über längere Zeit hinweg von zu silikatreichem Futter ernährt haben.

Bei Hunden kommen Struvitsteine und Calciumoxalatsteine am häufigsten vor.

Röntgenaufnahme der Harnblase beim Hund© Rarin Lee / Shutterstock

Blasensteine beim Hund: Ursachen

Für die Harntrakterkrankung kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Es kann auch erst ein Zusammenspiel mehrerer Ursachen zu Blasensteinen führen. In vielen Fällen ist jedoch eine falsche Ernährung die Hauptursache. Bekommt der Hund auf lange Zeit ein Futter, welches zu hohe Mengen an bestimmten Mineralstoffen (Magnesium, Phosphor und Kalzium) enthält, kann der Körper die „Überdosis“ nicht verarbeiten. Infolgedessen bilden sich Kristalle, die später zu Blasensteinen heranwachsen.

Weitere Ursachen für Harnstein bei Hunden sind:

Hunderassen, die zu Blasensteinen neigen

Ebenso können genetische Veranlagungen Blasensteine beim Hund begünstigen. Besonders anfällig sind folgende Hunderassen:

Dabei gibt es unter den Hunderassen Veranlagungen für ganz bestimmte Blasensteinarten. Dalmatiner weisen beispielsweise eine Veranlagung für Ammoniumurat-Steine auf – Cystinsteine hingegen kommen häufiger bei Bassets, Dackeln und Neufundländern vor.

Blasensteine: Symptome

  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Urin tröpfelt anstatt zu fließen)
  • Schmerzen beim Harnabsatz
  • erhöhter Harndrang
  • Blut im Urin
  • Schmerzen beim Abtasten des Bauches
  • erhärteter Bauch
  • Inkontinenz
  • Abgeschlagenheit

Dem Hund fällt es schwer, Urin abzusetzen und jault dabei noch schmerzerfüllt: Die Symptome von Blasensteinen beim Hund können in der Anfangszeit auch denen einer Blasenentzündung ähneln. Daher kommt es häufig vor, dass Hunde mit Verdacht auf Blasenentzündung in die Tierarztpraxis kommen und nach der Untersuchung Blasensteine diagnostiziert werden.

Blockieren die Blasensteine den Harnabsatz, fließt der Harn zur Niere zurück. Dieser Umstand kann zu einem Nierenversagen führen und ist für den Hund lebensgefährlich. Zudem können Blasensteine schmerzhafte Entzündungen auslösen. Daher gilt es, bereits erste Anzeichen schnell von einer Tierärztin oder einem Tierarzt abklären lassen.

Blasensteine: Diagnose

Die Tierärztin oder der Tierarzt wird dort mittels Ultraschalls die Ablagerungen lokalisieren. Falls dies nicht gelingt, kann in seltenen Fällen ein Röntgen notwendig sein. Außerdem wird eine Urinanalyse veranlasst. Mit Hilfe der Probe können Kristalle im Urin entdeckt und der PH-Wert im Urin und die jeweilige Blasensteinart ermittelt werden. Im Idealfall bringen Hundehalterinnen und Hundehalter eine Urinprobe gleich in die Tierarztpraxis mit.

Blasensteine: Behandlung

Die Behandlung von Blasensteinen beim Hund hängt von der jeweiligen Art ab. Eine Rolle spielt die Größe der Konkremente – kleinerer Harngries kann medikamentös oder durch Spezialfutter behandelt werden. Bei größeren Blasensteinen hingegen bleibt nur die klassisch chirurgische Entfernung unter Vollnarkose – wobei spezielle Tierkliniken auch Laserbehandlungen anbieten. Auch eine Spülung des Harngangs durch einen Katheter kann im Rahmen der Behandlung erfolgen.

Zusätzlich stehen noch die Gabe von Antibiotika und weiteren Medikamenten an. Eine spezielle, harngesundheitsfördernde Diät wird in vielen Fällen begleitend zur tierärztlichen Behandlung verordnet.

Spezialdiät bei Blasensteinen beim Hund

Mit speziellem Diätfutter wird die Menge an jenen Eiweiß- und Mineralstoffen im Harn reduziert, aus denen sich Harnstein bildet. Darüber hinaus können Stoffe enthalten sein, die Entzündungen hemmen und die Blasenschleimhaut stärken. Spezielles Diätfutter kann zudem erwirken, dass sich die Harnmenge erhöht und dadurch der betroffene Hund kleinen Harngries beim Urin absetzen ganz natürlich ausscheidet.

Es ist wichtig, dass erkrankte Vierbeiner exakt das Diätfutter bekommen, das auf seine entsprechende Blasensteinart ausgerichtet ist. Die Gabe von herkömmlichen Hundesnacks kann den Erfolg negativ beeinflussen. Daher ist es besser – auch, wenn es schwerfällt – in der Zeit gänzlich darauf zu verzichten. Die behandelnde Tierarztpraxis ist eine gute Anlaufstelle, um sich zum Thema Spezialfutter bei Blasensteinen beraten zu lassen.

Hausmittel: Blasensteine bei Hunden vorbeugen

Es gibt einige Maßnahmen, die das Risiko von Harnstein senken können. Diese sind besonders bei einer rassebedingten Disposition oder wenn der Hund bereits Blasensteine aufwies, zu empfehlen:

Ernährung anpassen

Im Fachhandel oder bei der Tierarztpraxis gibt es bestimmtes Futter, welches einige Blasensteinarten vorbeugen kann. Bei einem Dalmatiner sollte beispielsweise eine purinarme Fütterung erfolgen, um Ammoniumurat-Steine vorzubeugen. Falls der Hund gebarft wird, sollte sich das tägliche Futter an den jeweiligen Mineralstoffbedarf des Hundes orientieren. Auf minderwertiges Futter ist generell zu verzichten – vor allem preiswertes Trockenfutter kann eine zu hohe Konzentration an bestimmten Mineralien aufweisen.

Viel trinken

Neigt der Hund dazu, wenig zu trinken? Dann gibt es verschiedene Tricks, ihn aus der Reserve zu locken. Versuchen Sie es mit Wasser vermischtem Futter, um die Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen. Auch ungesalzene Hühnerbrühe oder etwas Thunfischwasser als Zusatz in den Wassernapf zu geben, kann helfen.

Häufiges Gassi Gehen

Hat der Hund öfter die Gelegenheit, Urin abzusetzen, verweilen die Kristalle nicht allzu lange in der Blase. Daher sind mehrere kleine Spaziergänge über den Tag verteilt empfehlenswert.

Urin-Analyse

Eine regelmäßige Urin-Analyse hilft Blasenstein beim Hund frühzeitig zu erkennen. Mit dem Test kommt der PH-Wert des Harns ans Licht. Darüber hinaus kann eine Analyse Aufschluss über die allgemeine Gesundheit des Vierbeiners geben – also auch ohne die Veranlagung für Blasensteine ein sinnvoller Check-up!

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