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Warum buddeln Hunde eigentlich und wie kann man es ihnen abgewöhnen?

Cocker Spaniel buddelt ein Loch im Garten advice © shutterstock

Zugegeben, der Anblick eines buddelnden Hundes ist schon etwas witzig. Eifrig schaufeln die Vorderpfoten Erde weg, der Kopf ist zeitweise im Loch verschwunden und zu sehen ist nur noch das Hinterteil des Vierbeiners. Doch der Spaß-Faktor hört spätestens dann auf, wenn der eigene Garten einem einzigen Maulwurfshügel gleicht oder sich Dritte, wie zum Beispiel Landwirte, über die tiefen Löcher im Feld beschweren. Doch warum ist das so und was kann man dagegen tun? Dieser Ratgeber-Artikel gibt Antworten.

von Stephanie Klein

Warum Hunde buddeln: 5 mögliche Gründe

Für dieses Verhalten kommt eine Vielzahl an Gründen in Betracht. Bevor Sie als Hundehalter das Buddeln unterbinden, ist es wichtig zunächst das Motiv herauszufinden.

1. Aufspüren von Wildtieren

Hund entdeckt Maulwurfhaufen
Maulwurfhaufen sind für Hunde höchst interessant
© Shutterstock

Vor allem Hunde mit einem ausgeprägten Jagdtrieb – wie zum Beispiel Dackel oder Podencos – spüren das Verlangen, einem Mäuseloch oder auch einem Dachs- und Fuchsbau auf den Grund zu gehen. Stoppen Hundehalter den eifrigen Vierbeiner nicht, führt es dazu, dass sie bis zu den Wildtieren graben. Und da sich Fuchs und Co. selten über einen Eindringling freuen, ist ein Angriff nicht ausgeschlossen. Außerdem werden die Wildtiere aufgescheucht und erschreckt. Als Alternative zur echten Beutejagd, können Hundehalter Apportieren oder Fährtenarbeit anbieten.

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2. Vorratskammer

Hund buddelt im Blumengarten
Roter Hund legt sich Vorräte im Blumengarten an
© Shutterstock

Wie ein Eichhörnchen, welches sich für die kalte Jahreszeit vorbereitet: Einige Hunde buddeln ein kleines Loch, um ihr Futter dort für schlechte Zeiten zu verstecken. Vierbeiner, die in einer Familie leben und die Vorzüge eines vollen Napfes genießen, brauchen jedoch keine Vorratskammer im Garten. Daher ist das Buddeln aus dieser Motivation heraus grundsätzlich zu verbieten. Andernfalls kann das Buddeln beträchtliche Ausmaße annehmen und liebevoll gepflanzte Blumen werden dem Erdboden gleich gemacht.

3. Schutz vor der Sommerhitze

Hund bei Hitze
Diesem Vierbeiner ist eindeutig zu heiß
© Shutterstock

Hunden machen bekanntermaßen hohe Temperaturen zu schaffen. Bietet ein Garten keinen schattigen Platz, an dem sich der Vierbeiner zurückziehen kann, ergreift er schnell Eigeninitiative. Eine Grube in der Erde ist kühl und somit angenehmer für den Hund. Als Alternative zu einem Graben bieten Hundehalter dem Vierbeiner einen Platz unter einem Sonnenschirm an. Ein Hundepool verschafft zusätzliche Erfrischung. Bei extrem hohen Temperaturen ist ein Nickerchen im kühlen Zuhause zu empfehlen.

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4. Aus Langeweile

Gelangweilter Hund im Garten
Langweile kann Buddeln begünstigen
© Shutterstock

Nichts als gähnende Langeweile im eigenen Garten? Oft, wenn sich Hunde unterfordert fühlen und nicht ausgelastet werden, kommen unschöne Verhaltensmuster zum Vorschein. In den eigenen vier Wänden kann dies zum Beispiel das Zerstören des Mobiliars darstellen. Im Garten wiederum, muss der Rasen daran glauben. Hier stellt das Buddeln ein Schrei nach Aufmerksamkeit dar. Der Hund möchte, dass sich seine Menschen mit ihm beschäftigen. Ist der Vierbeiner agil und für Sport geeignet, bieten sich viele Beschäftigungen, wie Agility, Schnüffel- oder Ballspiele im eigenen Garten an. Nach einem ausgiebigen Auspowern ist einem Vierbeiner für gewöhnlich nicht mehr nach anstrengendem Buddeln zumute.

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5. Nestbau

Hund baut Höhle für Welpen
Eine Hündin mit ihren Welpen in einer Höhle
© Shutterstock

Für das Schaufeln einer Hündin können ihre Hormone verantwortlich sein. Und zwar dann, wenn sich die Hündin in der Läufigkeit befindet. Sie möchte für ihren "Nachwuchs" eine Wurfhöhle bauen. Das Wurflager kann – solange es nicht unterbunden wird – eine enorme Dimension annehmen. Wer das nicht möchte, sollte das Buddeln konsequent verbieten. Viel Ablenkung in dieser für die Hündin stressigen Phase ist hier genau richtig. Lange Spaziergänge, abwechslungsreiche Spiele oder Denkaufgaben helfen, die Hündin auf andere Gedanken zu bringen.

Wie gewöhne ich meinem Hund das Buddeln ab?

Wie bei jedem Training beim Hund heißt das Zauberwort „Konsequenz“! Ein Hund versteht es nicht, wenn ihm das Buddeln gelegentlich verwehrt wird und ein anderes Mal eine Ausnahme gemacht wird. Das bedeutet, Hundehalter sollten - insofern es nicht erwünscht ist - das Verhalten von Anfang an stoppen. Neben einem allgemeinen Verbot besteht zudem die Option, dem Hund das Buddeln nur an einer bestimmten Stelle zu erlauben - mehr dazu gibt es im letzten Absatz zu lesen. An den verbotenen Zonen hingegen erfolgt ein klares "Nein" oder ein beliebiges Wort, das Sie zu Ihrem Liebling bei unerwünschten Verhaltensmustern äußern.

Doch nicht immer ist ein simples Verbot erfolgversprechend:

Bei einigen Gründen ist das Anbieten einer Alternative hilfreich.

Gibt es auch Positives beim Buddeln?

Fakt ist: Buddeln hat nicht nur ausschließlich einen chaotischen Garten zur Folge. Es tut Hunden auch gut! Folgende positive Nebeneffekte bringt das Schaufeln hervor:

  • Stressabbau
  • körperliche Auslastung und Muskelaufbau
  • Befriedigung des Jagdtriebes
  • natürliches Kürzen der Krallen

Sollten Hundehalter das Buddeln verbieten?

Es zeigt sich, das Thema "Hund buddelt: Warum und wie abgewöhnen?" ist komplexer als es zunächst den Anschein erweckt. Ob sich der Vierbeiner im eigenen Garten unter Beaufsichtigung austoben darf, liegt an seinem Menschen. Doch auf fremden Grundstücken, wie zum Beispiel auf einem Feld eines Landwirts, sollten Hunde in ihrer "Buddelfreude" gestoppt werden. Die Schäden für die Ernte sowohl das Risiko der Nutztiere in einen Graben zu fallen, sind beträchtlich.

Auch für Hunde entstehen Gefahren. Zum Beispiel, wenn das Loch eine beträchtliche Größe annimmt und der Hund bei nassen Wetterbedingungen hineinrutschen kann. Oder wenn sich andere Wildtiere z.B. während der Brut- und Setzzeit, gestört fühlen und ihre Höhle verteidigen. In vielen Fällen freuen sich Hunde über Alternativen, in einigen hilft nur das konsequente Verbieten.

Als Alternative: Buddeln nur an einem bestimmten Ort

Wer seinem Hund die Freude am Buddeln nicht komplett verwehren möchte, der kann einen Kompromiss eingehen. Es gibt die Möglichkeit, einem Hund Schritt für Schritt daraufhin zu trainieren, nur an einer bestimmten Stelle und unter Aufsicht das Buddeln zu erlauben. Hierfür bietet sich eine kleine Ecke im Garten an, die nicht adrett aussehen muss. Der Vierbeiner kann auf diese Weise seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen ohne das hübsch angelegte Blumenbeet zu zerstören.