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Einen Straßenhund aus Portugal adoptieren - Das müssen Sie wissen

Straßenhund in Portugal advice © Shutterstock

Viele Touristen aus der ganzen Welt genießen gerne einen Urlaub im wunderschönen Portugal. Doch für die meisten Hunde ist das Land alles andere als eine Oase der Erholung. Misshandelte, ausgesetzte Hunde und Katzen gibt es dort zu Tausenden. Viele Menschen möchten einem solchen Vierbeiner helfen und entscheiden sich darum für die Adoption eines Hundes aus Portugal. Wir geben Tipps, worauf dabei zu achten ist.

von Nina Brandtner

Hunde aus Portugal – Sieben Gründe für eine Adoption

Auch in deutschen Tierheimen suchen viele Vierbeiner ein neues Zuhause. Dennoch gibt es gute Gründe, warum ein Hund aus Portugal die richtige Wahl sein kann:

  • Tierheime in Portugal sind überfüllt – viele Hunde leiden stark darunter
  • Hundehaltung in Portugal ist häufig nicht artgerecht
  • Portugiesische Jagdhunde werden zurückgelassen oder getötet, wenn die Saison vorbei ist
  • Die Auswahl an Hunden ist größer als im lokalen Tierschutz
  • Senioren oder Handicap-Hunde haben in Portugal fast keine Chance
  • Seriöse Vereine achten auf gründliche Gesundheitschecks
  • Kurz und knapp: Die Chance, einem Hund ein neues Leben zu schenken

Portugalhunde: So lebt es sich vor Ort

Portugal ist ein beliebtes Urlaubsziel. Doch die meisten Reisenden begegnen dort einem oder mehreren Straßenhunden. Da viele Portugiesen unerwünschten Hunde-Nachwuchs einfach aussetzen und kein Geld für die Kastration ihrer Vierbeiner ausgeben möchte, kommen ständig neue Streuner hinzu. Die städtischen Tierheime sind übervoll. Das Leben in einem solchen Tierheim ist nicht mit dem in Deutschland zu vergleichen. Denn die Tierheimmitarbeiter haben kaum Zeit, um auf einzelne Tiere einzugehen. Da der Platz beengt ist, kann es zu Beißereien kommen.

Seit 2014 kann das Misshandeln von Heimtieren in Portugal mit Gefängnisstrafen bis zu einem Jahr sowie hohen Geldbußen bestraft werden. Das Aussetzen von Tieren kann die Justiz mit einer Gefängnisstrafe von bis zu sechs Monaten ahnden. Doch für das Schicksal vieler portugiesischer Hunde hat sich nichts geändert. Immer noch setzen Halter kranke, alte oder lästig gewordene Hunde an einsamen Orten aus und fahren mit dem Auto davon.

Der Hund läuft hinterher, bis er nicht mehr kann. Dann setzt er sich zurück an den Platz, an dem sein Halter ihn verlassen hat, und wartet – ein herzzerreißender Anblick.
Straßenhund Portugal
Ausgesetzt am Straßenrand: Das Schicksal vieler Hund in Portugal© Shutterstock

Tierschutz Portugal und Vermittlung von portugiesischen Hunden

Mittlerweile gibt es viele Tierschutzorganisationen in Deutschland, die Hunde aus Portugal vermitteln. Wenn Sie einen Hund aus Portugal adoptieren möchten, entscheiden Sie sich für einen Verein, der den Tierschutz vor Ort unterstützt. Dazu zählen Partnerschaften mit Tierheimen sowie Aufklärungsarbeit und Kastrationsaktionen. So ermöglichen Sie nicht nur einem Vierbeiner die Chance auf ein neues Leben, sondern können die Situation in dessen Heimatland verbessern. Wir stellen im Folgenden einige Beispiele von engagierten Vereinen vor:

  • dog friends Portugal n.e.V. der Schwerpunkt des Vereins liegt in der Hilfe vor Ort. Gemeinsam mit portugiesischen Tierärzten führt der Verein Kastrationen durch und setzt sich gegen Misshandlungen ein. Die Hundefreunde legen großen Wert darauf, Gesundheit und Wesen der Hunde, die nach Deutschland kommen, eingehend zu prüfen. Zur Vermittlung stehen Hunde aus Partnerorganisationen sowie solche, die sich bereits auf deutschen Pflegestellen befinden.
  • Die Hundehilfe Portugal ist ein Zusammenschluss von deutschen und portugiesischen Tierfreunden. Gemeinsam unterstützen sie zwei Tierheime in Evora und setzen sich für den Tierschutz vor Ort ein. Die meisten der zur zu vermittelnden Hunde befinden sich in den portugiesischen Partner-Tierheimen.
  • Tiersinfonie Anou e.V. ist ein engagierter Verein, der mit zwei portugiesischen Tierheimen zusammenarbeitet. Die Tierschützer wollen das Leben für die Hunde in Portugal nachhaltig verbessern. Für zur Vermittlung stehende Hunde auf den liebevoll gestalteten Webseiten möchten sie nicht irgendein, sondern DAS Zuhause finden.

Wenn Sie sich im Urlaub in einen Hund aus Portugal verlieben und ihn am liebsten mit nach Hause nehmen möchten, helfen Ihnen Tierschutzvereine ebenfalls weiter. Denn bevor der Vierbeiner nach Deutschland ausreisen darf, benötigt er Impfungen und am besten einen gesundheitlichen Rundum-Check. Erfahrene Vereine helfen Ihnen dabei, den Hund sicher nach Deutschland zu bringen.

Pflegestellen für Hunde aus Portugal

Viele Vereine, die Auslandstierschutz betreiben, arbeiten mit privaten Pflegestellen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz zusammen. Das bringt einige Vorteile mit sich: Hier haben Sie die Möglichkeit, den Hund auf der Pflegestelle zu besuchen. Dabei können Sie sich einen Eindruck davon machen, ob die Chemie zwischen Ihnen stimmt. Die Pflegestelle kann mehr Auskünfte über den Charakter des Hundes geben als ein Tierheim in Portugal. Oft können die ehrenamtlichen Helfer bereits Gassigänge mit dem Vierbeiner machen und so feststellen, ob er ängstlich oder mutig ist. Auch Angaben über die Verträglichkeit mit Katzen oder Kindern sind leichter zu machen. Ein portugiesischer Hund von einer Pflegestelle eignet sich gut für Hundefreunde, die sich nicht auf jede vierbeinige Überraschung einstellen können. Somit sind Hunde von Pflegestellen gut für Ersthunde-Halter.

Straßenhunde in Portugal
Schenken Sie einem Straßenhund aus Portugal eine neue Zukunft© Shutterstock

Apropos Pflegestelle: Wenn Sie sich vorstellen können, einem Hund ein liebevolles Zuhause auf Zeit zu geben, können Sie sich bei vielen Vereinen als Pflegestelle bewerben. Diese verantwortungsvolle Aufgabe eignet sich vor allem für hundeerfahrene Tierfreunde mit viel Zeit. In der Regel finanzieren die Vereine Futter und Tierarztkosten, während Sie einem Hund aus Portugal dabei helfen, in seinem neuen Land anzukommen. Wird er vermittelt, heißt es allerdings Abschied nehmen.

Mittelmeerkrankheiten bei Hunden aus Portugal

Wenn Sie einen Hund aus Portugal adoptieren, führt dieser einen EU-Heimtierausweis mit sich. Er muss eine gültige Tollwutimpfung besitzen und über einen Mikrochip identifizierbar sein. Jede seriöse Tierschutzorganisation prüft die Hunde vor der Reise in ihr neues Zuhause auf typische Krankheiten. Dazu gehören in Portugal Leishmaniose, die Herzwurmerkrankung Dirofilariose, Babesiose und Ehrlichiose. Es ist empfehlenswert, den Hund kurz nach seiner Ankunft aus Portugal einem Tierarzt vorzustellen und gründlich untersuchen zu lassen. Dies gilt vor allem für Tiere, die direkt aus Portugal stammen.

Ein Hund aus Portugal im neuen Alltag

Ein Hund aus Portugal kennt viele Dinge nicht, die für uns selbstverständlich sind: Schlafen im Haus, Laufen an der Leine, Futter zum Sattessen.

Je nach Vorgeschichte kann es sein, dass Training und viel Geduld erforderlich sein werden, um den Alltag mit Ihrem neuen Gefährten zu meistern. Vielleicht bleibt er nicht gerne alleine oder ihm wird beim Autofahren schlecht. Knüpfen Sie Kontakte zu einer Hundeschule, so dass Sie bei Bedarf den Trainer um Rat fragen können. Lassen Sie den Vierbeiner in den ersten Wochen nicht von der Leine und geben Sie sich und ihm viel Zeit, um das gegenseitige Vertrauen aufzubauen.

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