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Leishmaniose beim Hund unter dem Mikroskop
© Shutterstock

Leishmaniose beim Hund: Gefährliche Mittelmeerkrankheit

von Tim Brinkhaus

am aktualisiert

Unsere Hunde dürfen uns überall hinbegleiten, auch in den Urlaub im Süden. Aber Achtung! Hier lauert die Gefahr der Leishmaniose beim Hund.

Bei der Erkrankung mit Leishmaniose bzw. Leishmaniasis kommt es zu einer Infektion, bei der nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Menschen vielfältige Symptome auftreten. Die Krankheit kommt vor allem in tropischen und südlichen Ländern auf. Bei ungenügendem Schutz übertragen Sandmücken die Krankheit, die einer medikamentösen Therapie bedarf.

In diesem Ratgeber erfahren Hundehalter alles Wissenswerte über die Mittelmeerkrankheit Leishmaniose beim Hund. 

Leishmaniose beim Hund: Das Wichtigste in Kürze

  • Die Infektion mit der Erkrankung wird durch einen Mückenstich ausgelöst. Eine Übertragung der Erkrankung im Mutterleib durch die Plazenta eines infizierten Tieres wird außerdem für möglich gehalten.
  • Lange Inkubationszeit: Häufig beginnt die Leishmaniose erst Monate oder Jahre nach der Infektion, was eine frühzeitige Behandlung erschwert.
  • Ist der Hund infiziert, kann dieses starke Symptome wie Hautveränderungen (kutane Leishmaniose), Haarausfall, Gewichtsverlust und Koordinationsstörungen zeigen. Einige Tiere haben trotz einer Infektion keine oder nur sehr milde Symptome.

Hund mit Leishmaniose: Übertragung auf Mensch

Es ist theoretisch möglich, dass Leishmaniose vom infizierten Hund auf den Mensch übergeht, beispielsweise wenn Kinder oder Menschen mit einem schlechten Immunsystem mit dem infizierten Sekret des Tieres in Berührung kommen.

Bislang sind jedoch noch keine Fälle bekannt, in denen sich der Mensch beim Tier infiziert hat.

Leishmaniose beim Hund: Symptome

Das vielfältige Krankheitsbild macht die Diagnose schwierig. Unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Gewichtsverlust, Trägheit und Durchfall begleiten die Erkrankung häufig. Zusätzlich sind die folgenden Krankheitszeichen zu finden:

  • Ekzemartige Veränderungen an den Ohren und Augen sind typisch. Aufgrund der beschädigten Haut werden die betroffenen Stellen oftmals von Insekten aufgesucht, die Nährstoffe aus den betroffenen Arealen ziehen. Der bereits geschwächte Hund wehrt sich in der Regel nicht gegen diese Angriffe und fällt deshalb durch fransige Körperbereiche auf (z. B. an den Ohren).

  • Einige erkrankte Tiere leiden unter Nasenbluten. Es wird angenommen, dass diese Reaktion durch eine Entzündung der Nasenschleimhaut entsteht.

  • Starker Haarausfall kommt aufgrund der Hautveränderungen des Hundes vor, welche die Ablösung des Fells begünstigen.

  • Entzündete und verklebte Augen führen dazu, dass die Sehkraft des Tieres beeinträchtigt wird.

  • Starkes Krallenwachstum zeigt sich, was in einer Fehlstellung der Pfote resultieren kann. Oftmals sind die Extremitäten aufgerissen und die Krallen zersplittert.

  • Geschwollene Lymphknoten als Zeichen multipler Entzündungsherde an verschiedenen Körperstellen

  • Die schlecht heilenden Wunden auf der Haut führen häufig zu Infektionen und riechen stark.

Die Symptome können zum Beginn der Krankheit meistens schubweise auftreten. Erst nach einer längeren Dauer der Infektion treten die meisten Zeichen der Leishmaniose stetig auf.

Ist Leishmaniose ansteckend für andere Hunde?

Die Ansteckung an der Leishmaniose erfolgt über einen Stich von Sandmücken oder anderen Mückenarten. Es ist auch möglich, dass eine Übertragung von Tier zu Mensch und Tier zu Tier stattfindet, dies ist aber äußerst selten.

Es wird angenommen, dass im Mutterleib von Tieren die Möglichkeit besteht, den Erreger über die Plazenta an ungeborene Hunde zu geben. Dabei kann es vorkommen, dass in einem Wurf nicht alle Welpen infiziert sind, sondern, dass einige Tiere nicht betroffen sind.

Andere Übertragungswege wie über Bluttransfusion, Hundebisse oder Speichel werden für unwahrscheinlich gehalten, können jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Betroffene Länder und Hunderassen

Leishmaniose ist ähnlich wie Babesiose und Ehrlichiose besonders in süd- und osteuropäischen Ländern wie

  • Italien

  • Spanien,

  • Portugal,

  • Griechenland,

  • Kroatien,

  • Bosnien Herzegowina,

  • Albanien,

  • Bulgarien,

  • Rumänien,

  • Monaco,

  • Andorra,

  • Slowenien,

  • Türkei und Zypern 

zu finden. Einzelne Fälle der Erkrankung sind auch in Frankreich, England, der Schweiz, Österreich, Holland, Deutschland, Liechtenstein, Belgien und Serbien Montenegro bekannt geworden. Seien Sie bei Reisen mit dem Hund in diese Länder besonders vorsichtig!

Besonders häufig erkranken bestimmte Hunderassen wie 

Hautveränderungen durch Leishmaniose beim Hund: Diagnose

Ob der Hund an Leishmaniose leidet, kann nur ein Tierarztbesuch klären. Der Veterinär stellt Fragen zu der Herkunft und der Gesundheit des Hundes. Dies kann bereits Hinweise auf eine mögliche Infektion mit dem Erreger der Leishmaniose beim Hund geben.

Mücke
Leishmaniose beim Hund: Die Sandmücke überträgt diese Mittelmeerkrankheit (Gleb Korovko / Pixabay)

Bei der Untersuchung schaut der Tierarzt genau auf Fell, die Ohren, die Haut und die Lymphknoten des Tieres. Um eine Leishmaniose nachzuweisen, ist eine Gewebe- und Blutprobe notwendig. Ist der Hund infiziert, ist die Infektion im Blut und Gewebe auch dann nachweisbar, wenn diese noch nicht ausgebrochen ist. Bei einer unsicheren Diagnose wird zusätzlich ein Erreger-Nachweis über das Mikroskop vorgenommen, um Gewissheit zu erhalten.

Therapie der Leishmaniose beim Hund

Ist der Hund an Leishmaniose erkrankt, richtet sich die Behandlung nach dem Schweregrad. In der Regel ist die Therapie langwierig und der Vierbeiner wird mit speziellen Medikamenten behandelt, die dem Erreger die Nährstoffe entziehen oder die Symptome mildern. 

Leishmaniose beim Hund: Endstadium erkennen

Das Endstadium der Leishmaniose bei Hunden erfordert eine sorgfältige Pflege und Unterstützung, um dem Hund so viel Komfort und Lebensqualität wie möglich zu bieten. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt ist entscheidend. Folgende Symptome zeigen sich dabei:

  • Schwere Gewichtsabnahme und Muskelschwund
  • Appetitlosigkeit
  • Lethargie und Schwäche
  • Schwere Hautprobleme wie Geschwüre, Haarausfall, Schuppen und offene Wunden, die nur langsam oder gar nicht heilen
  • Anämie
  • Nierenversagen
  • Neurologische Symptome wie Krampfanfälle
  • Blutungsneigung

Im Endstadium der Leishmaniose kann die Lebensqualität des Hundes stark beeinträchtigt sein. Wenn Schmerzen und Unwohlsein überwiegen und keine Aussicht auf Besserung besteht, kann in Absprache mit dem Tierarzt, das Einschläfern des Hundes die bestmögliche Option sein.

Die Lebenserwartung bei Leishmaniose beim Hund

Die Lebenserwartung eines erkrankten Hundes hängt von der Schwere der Infektion und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Sind bei einem Tier bereits Veränderungen in den inneren Organen aufgetreten und hohe Protein-Ausscheidungen im Urin nachweisbar, ist die Prognose eher ungünstig. Hunde, die eine niedrige Lymphozyten Menge im Blut besitzen, weisen ebenso einen negativen prognostischen Faktor auf.

Hat der Hund eine hohe Konzentration an Antikörpern, hat dies keine Aussagekraft über die Prognose. Zeigt die Fellnase keinerlei Symptome, aber ist mit der Erkrankung Leishmaniose diagnostiziert worden und der Halter und Tierarzt haben sofort eine Therapie begonnen, kann der Hund viele Jahre ohne Symptome leben und ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt oder aufgehalten werden.

Impfung gegen Leishmaniose beim Hund

Eine Impfung gegen Leishmaniose ist zu empfehlen, wenn der Hund mit in ein betroffenes Gebiet reisen und dieser negativ auf die Erkrankung getestet worden ist. Durch das Anwenden eines Impfstoffs wird das Immunsystem auf den Erreger vorbereitet und kann diesen so im Ernstfall erfolgreich abwehren.

Achtung: Kein Impfstoff schützt den Hund zu 100 Prozent. Es gibt jedoch Impfstoffe, die einen hohen Wirkungsgrad aufweisen und die Infektion verhindern oder abmildern.

Um ein Tier zu immunisieren ist es notwendig, den Hund mindestens 2 Mal in verschiedenen Abständen impfen zu lassen, um eine Grundimmunisierung zu gewährleisten. Nachimpfungen sind danach in der Regel jedes Jahr notwendig, um die Immunität aufrechtzuerhalten.

Spot-Ons und Halsbänder als Leishmaniose-Abwehr

Lässt es sich nicht vermeiden, dass derHund in ein betroffenes Gebiet mitgenommen wird, sind insektenabweisende Halsbänder empfehlenswert. Meist sind diese Halsbänder mit dem Wirkstoff Deltamethrin versehen, welcher die Aufgabe hat, Stechmücken abzuwehren und so eine Infektion zu verhindern.

Das Deltamethrin-Halsband sollte bereits einige Wochen vor der Abreise angelegt werden, um den Wirkstoff auf dem Hund zu verteilen.

Auch Spot-Ons sind für Hunde verfügbar, die Permethrin enthalten und den Abwehrschutz gegen Mücken optimieren. Üblicherweise ist ein solches Präparat alle zwei Wochen auf den Nacken zu tropfen. Der Nacken ist ein beliebter Ort zum Auftragen der Flüssigkeit, da sich Ihr Vierbeiner dort nicht ablecken kann.

Ein weiterer Tipp: Das Spazierengehen in der Dämmerung sollte vermieden werden. In der Dämmerung sind Stechmücken sehr aktiv.

Leishmaniose beim Hund: Das können Halter tun

Hat der Hund die Diagnose Leishmaniose erhalten, muss dies keinen Einschnitt in die Lebensqualität bedeuten. Dank der passenden Medikamente kann die Fellnase das Leben genießen und ein durchschnittlich hohes Lebensalter erzielen. Hier sind Tipps, die den Liebling unterstützen:

  • Diätfutter, welches speziell auf die Bedürfnisse von an Leishmaniose erkrankten Tieren abgestimmt ist.

  • Der Tierarztbesuch und eine medikamentöse Behandlung sind wichtig.

  • Infizierte Wunden regelmäßig mit einer Desinfektionslösung reinigen und bei größeren Verletzungen einen schützenden Verband anlegen.

  • Handschuhe tragen, wenn eine Reinigung betroffener Hautstellen ansteht.

  • Verschlechtert sich der Zustand des Hundes trotz Medikation, Tierarzt aufsuchen und eine neue Therapieoption angehen.

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