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Niereninsuffizienz beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung

Niereninsuffizienz beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung © VP Photo Studio / Shutterstock

Eine Niereninsuffizienz beim Hund ist eine schwerwiegende Erkrankung, die entweder plötzlich oder schleichend verläuft. Dieser Ratgeber-Artikel klärt über Symptome, Ursachen und Behandlung auf.

von Stephanie Klein

am aktualisiert

Was bedeutet eine Niereninsuffizienz beim Hund?

Wenn die Nieren eines Hundes nur noch eingeschränkt funktionieren, ist von einer Niereninsuffizienz oder Nierenerkrankung die Rede. Als Folge verbleiben Giftstoffe, die von gesunden Nieren sonst ausgeschwemmt werden, im Körper. Tritt dies ein, kommt es zu einer Harnvergiftung (Urämie). Um das komplexe Krankheitsbild der Niereninsuffizienz besser zu verstehen, ist ein kurzer Überblick über Aufbau und Funktionen der Nieren hilfreich.

Aufbau der Nieren:

Genauso wie wir Menschen haben Hunde zwei Nieren. Sie befinden sich jeweils auf der linken und rechten Seite in der Bauchhöhle in Höhe des Lendenbereichs. In ihnen münden Harnleiter und Blutgefäße. Eine Niere besteht aus einer Nierenrinde und dem Nierenmark. Die kleinste Funktionseinheit der Niere bilden die sogenannten Nierenkörperchen. Jeder Hund besitzt pro Niere zwischen 300.000 und 500.000 solcher Nierenkörperchen, die zusammen mit harnbereitenden Kanälchen Nephronen heißen. Erst wenn ca. 70 bis 75 % der Nephronen geschädigt sind, zeigt der Hunde deutliche Symptome einer Niereninsuffizienz.

Funktionen der Nieren:

Das „Klärwerk“ oder die „Waschmaschine“ des Körpers – so werden die Nieren auch genannt. Das liegt an ihrer Filterfunktion. Ununterbrochen wird Blut in die Nieren gepumpt, die Giftstoffe und harnpflichtige Substanzen aus dem Blutkreislauf herausfiltern. Der Hund setzt die nicht brauchbaren und giftigen Substanzen durch das Urinieren ab. Dies schützt den Vierbeiner vor einer Selbstvergiftung.

Die Nieren gehören zu den „vitalen Organen“ – das heißt, ohne sie ist ein Hund nicht überlebensfähig. Sie dienen nicht nur als wichtiges Ausscheidungsorgan, sondern haben auch eine bereichernde Funktion. So transportiert die Niere Wasser und wichtige Stoffe wie Salze wieder zurück in das Blut und ist für die Regulierung des Blutdrucks und des Elektrolyten- und Säure-Basis-Haushalts zuständig. Ebenso spielen die Nieren bei der Produktion von bestimmten Hormonen (unter anderem Erythropoetin) und bei der Aktivierung von Vitamin D eine entscheidende Rolle. All diese wichtigen Aufgaben lassen erahnen, welche ernst zu nehmenden Folgen eine geschwächte Niere für die Hunde hat.

Die Niereninsuffizienz beim Hund: Akuter und chronischer Verlauf

Von der Niereninsuffizienz gibt es zwei Formen, die sich vor allem durch Krankheitsverlauf, Ursachen und Heilungschancen voneinander unterscheiden.

Akute Niereninsuffizienz

Wenn die Nieren innerhalb von Stunden oder Tagen ihren Funktionen nicht mehr nachkommen können, sprechen Tierärztinnen und Tierärzte von einer akuten Niereninsuffizienz. Dabei handelt es sich immer um einen tiermedizinischen Notfall – nur schnelles Handeln kann das Leben des Hundes retten. In einigen Fällen kann eine plötzlich auftauchende Niereninsuffizienz zu einer chronischen übergehen.

Chronische Niereninsuffizienz

Häufiger als die akute Niereninsuffizienz tritt die chronische Niereninsuffizienz bei Hunden auf. Ohne Behandlung schreitet der Funktionsverlust der Nephronen allmählich nach Monaten und Jahren immer weiter voran. Die chronische Niereninsuffizienz lässt sich in vier Stadien aufteilen. Der Kreatinwert im Blut gibt Aufschluss darüber, in welchem Stadium sich der Hund befindet. Je höher dieser Wert liegt, desto stärker ist die Nierenfunktion gestört.

In den Anfangsstadien zeigen viele Hunde wenig bis gar keine Symptome, da die Niere einen gewissen Verfall gut wegstecken kann. Das erklärt auch, warum eine chronische Niereninsuffizienz häufig erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkt wird.

Niereninsuffizienz: Ursachen

Für eine Niereninsuffizienz beim Hund kommen viele Gründe in Betracht. Die jeweiligen Ursachen können sich je nach Verlauf der Niereninsuffizienz (akut oder chronisch) voneinander unterscheiden.

  • Nierenentzündungen
  • Durchblutungsstörungen der Nieren
  • Schädigungen der Nieren
  • Herzinsuffizienz
  • Diabetes
  • Harnsteine
  • Nierentumore
  • Vergiftung (z. B. durch Frostschutzmittel)

Niereninsuffizienz beim Hund: Symptome

Je nach Stadium und Verlauf der Niereninsuffizienz (akut oder chronisch) kommt es zu verschiedenen Symptomen:

Erfolgt keine Behandlung, kann ein Hund die Niereninsuffizienz nicht überleben. 

Niereninsuffizienz beim Hund: Diagnose

  • Stellt sich heraus, dass der Hund gewisse Eiweiße mit dem Urin ausscheidet, ist dies ein möglicher Hinweis auf eine Niereninsuffizienz. Eine Urinprobe des Hundes liefert demnach erste Aufschlüsse über die Funktionsfähigkeit des Organs.
  • Eine Blutanalyse bringt die Konzentration von Kreatinin und anderen stickstoffhaltigen Substanzen ans Licht. Sind die Werte erhöht, deutet dies auf eine Funktionsschwäche der Nieren hin.
  • Mittels Ultraschalls kann die Tierärztin oder der Tierarzt krankhafte Veränderungen der Niere feststellen.

Ist eine Niereninsuffizienz beim Hund heilbar?

Eine akute Niereninsuffizienz ist möglicherweise reversibel. Das bedeutet, sie lässt sich umkehren und der Hund wird in Zukunft vollständig geheilt sein. Zunächst gilt es die Ursache – wie zum Beispiel eine Vergiftung oder eine Infektion – herauszufinden und zu behandeln. Zusätzlich bekommen Vierbeiner mit einer akuten Niereninsuffizienz in der Tierarztpraxis zur Stabilisierung Infusionen verabreicht. Falls notwendig, erfolgt eine Dialyse.

Eine chronische Niereninsuffizienz hingegen lässt sich nicht mehr rückgängig machen und ist somit nicht heilbar. Aber durch den Einsatz verschiedener Therapien – wie zum Beispiel der Gabe von speziellen Medikamenten – kann es gelingen, den fortschreitenden Verfall der Nieren zu bremsen. Ob ein betroffener Hund mit seiner Erkrankung gut zurechtkommt, hängt aber auch von dem Handeln seines Menschen ab.

Wie kann ich meinem nierenkranken Hund helfen?

Leidet Ihr Hund an einer chronischen Niereninsuffizienz, können Sie ihn durch verschiedene Maßnahmen unterstützen:

Nierendiät

Nierenkranken Hunden mehr Lebensqualität schenken – mit dem richtigen Futter ist das möglich. Eine spezielle Nierendiät ist weniger proteinreich und trägt somit zur Entlastung der Nieren bei. Gleichzeitig zeichnet sich das Futter durch einen geringen Anteil an Phosphat, Magnesium und Kalium aus.

Eine Herausforderung bei Hunden mit einer chronischen Niereninsuffizienz ist es, sie zum Fressen zu animieren. Denn leider zählt Appetitlosigkeit zu den häufigen Symptomen. Daher sollte das Spezialfutter für den Vierbeiner schmackhaft sein und ihn trotz spezieller Rezeptur mit allen wichtigen Vitaminen und Nährstoffen versorgen. Im Fachtierhandel oder in Tierarztpraxen ist Futter für eine Nierendiät erhältlich.

Ausreichend Wasser

Jeder Hund sollte zu jeder Zeit Zugang zu frischem Wasser haben. Hunde mit einer chronischen Niereninsuffizienz haben allerdings einen erhöhten Harnabsatz. Daher müssen sie im Vergleich zu gesunden Hunden noch mehr Flüssigkeit aufnehmen, um einer Austrocknung entgegenzusteuern.

Kleinere Mahlzeiten

Zu große Futtermengen belasten die Verdauung und den Stoffwechsel. Bei nierenkranken Hunden empfiehlt es sich daher, über den Tag verteilt kleinere Mahlzeiten des Spezialfutters anzubieten. Bei Trockenfutter eignen sich einzelne Kroketten ideal als Belohnung oder Snack für zwischendurch.

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