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Warum nur frisst die Katze nicht?

Katze frisst nicht advice
© Shutterstock

Ihre Katze schenkt dem gefüllten Napf keinen müden Blick? Oder sie schnuppert kurz am Fressen, nimmt aber nur zwei Bissen zu sich? Lesen Sie hier, welche Ursachen dahinter stecken können, wenn Katzen den Appetit verlieren.

von Nina Brandtner

Fünf Gründe, warum die Katze keinen Appetit hat

Schwindet der Appetit plötzlich komplett oder frisst die Samtpfote weniger als üblich? In beiden Fällen kann dies verschiedene, ernste aber auch harmlose Gründe haben. Wer seine Katze und ihre Gewohnheiten kennt, kommt den Ursachen für die Futterverweigerung schneller auf die Spur.

Die Katze ist wählerisch

Ja, es gibt sie: hartnäckige Mäkelkatzen. Allerdings haben die Halter diese selbst dazu erzogen. Beispielsweise, indem sie vom frühen Kittenalter stets neues Futter aufgetischt haben, sobald die Samtpfote ihre Mahlzeit verschmähte.

Auch ständig zur Verfügung stehendes Trockenfutter oder viele Leckerlis führen dazu, dass die Katze keinen Hunger entwickelt.

Manche Mäkelkatzen fressen ein paar Bissen. Andere lassen die Mahlzeit komplett stehen.

Psychische Ursachen: Die Katze frisst nicht, weil sie Stress hat

Sensible Samtpfoten rühren ihren Napf nicht an, wenn sie Stress haben. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Meist sind es Veränderungen in ihrem Alltag. Das kann ein neuer zwei- oder vierbeiniger Mitbewohner (Hund oder Zweitkatze) sein, ein Umzug oder Streit mit dem Nachbarkater. Katzen sind Gewohnheitstiere. Auch Trauer, etwa um eine wichtige Bezugsperson, ein aufregender Tierarztbesuch und Einsamkeit können dazu führen, dass die Katze nicht mehr frisst.

Katze mit Napf
Wenn Ihre Katze am Napf zögert, kann das stressbedingt sein© Shutterstock

Die Katze ist krank

Vor allem, wenn die Samtpfote von einem auf den anderen Tag das Fressen komplett einstellt, könnte eine Krankheit dahinterstecken. Mit Katzen, die normalerweise einen guten Appetit haben und über einen langen Zeitraum heikler werden, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Fressunlust bei Katzen kann ein Symptom für folgende Krankheiten sein:

  • Zahnprobleme: Wer Schmerzen beim Kauen hat, verliert seinen Appetit. Ursache hierfür können entzündetes Zahnfleisch, Zahnstein oder Zahnschäden sein. Viele, aber nicht alle Katzen mit Zahnschmerzen speicheln verstärkt
  • Kranke Nieren: Bei vielen nierenkranken Katzen ist Appetitlosigkeit das erste Symptom. Parallel ist einigen Samtpfoten übel und die Katze trinkt viel. Dies können Sie beispielsweise daran erkennen, dass betroffene Tiere sich häufig über die Schnauze lecken
  • Magen- und Darminfekte: Wie wir Menschen können Katzen von Magen- und Darminfekten betroffen sein. Mit Appetitlosigkeit gehen oft Durchfall und Erbrechen einher
  • Entzündete Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis): Fehlender Appetit mit oder ohne Erbrechen, Mattigkeit und Schmerzen im Bauchbereich zählen zu den Symptomen der Pankreatitis. Je früher ein Tierarzt eine Therapie einleitet, desto besser. Unbehandelt kann die Erkrankung tödlich enden
  • Medikamente oder Hormone: Ist die Katze in „anderen Umständen“, kann dies ihren Appetit beeinträchtigen. Rollige Katzen oder Kater auf Freiersfüßen haben kein Interesse am Fressen. Manche Medikamente mindern den Appetit oder können den Magen reizen.

Freigänger mit schlechtem Appetit

Wenn Freigänger gesund und kastriert sind, aber kaum noch bei Ihnen fressen, kann dies zwei Gründe haben. Entweder handelt es sich um gute Jäger, die vor allem in der warmen Jahreszeit viele leckere Happen erbeuten. Oder es gibt großzügige Nachbarn, die die Samtpfote verwöhnen. Haben Sie einen talentierten Jäger, sollten Sie regelmäßig entwurmen.

Katze mit Maus im Maul
Ihr Freigänger hat wenig Appetit? Vielleicht besorgt er sich sein Futter selbst!© Shutterstock

Bei einer Freigängerkatze ist auch die Gefahr einer Vergiftung höher als bei Hauskatzen. Die Fellnase hat im Außenbereich Zugang zu Pflanzen, Lebensmitteln und Flüssigkeiten, die möglicherweise gefährlich sind. Hat Ihr Vierbeiner zu der Fressunlust zusätzlich Durchfall oder übergibt sich, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.

Schlechtes Näschen

Gesunde, fitte Katzen nehmen Gerüche sehr gut wahr. Doch ein Schnupfen oder Alterungsprozesse schwächen den Geruchssinn. Wer wenig riecht, nimmt die verlockenden Gerüche aus dem Napf kaum wahr.

Tipps und Tricks – so frisst Ihre Katze wieder

Grundsätzlich ist es sinnvoll, eine Katze zum Fressen zu animieren. Dies gilt für gestresste Vierbeiner ebenso wie für kranke oder ältere Katzen. Eine Ausnahme bilden Katzen mit Magen- und Darminfektionen. Für sie ist es besser, wenn der gestresste Verdauungstrakt sich erst beruhigt. Dass von einer Pankreatitis betroffene Tiere nichts fressen sollen, gilt mittlerweile als überholt.

Besprechen Sie die Ernährung einer kranken Katze immer mit Ihrem Tierarzt.
  • Der Napf sollte an einem ruhigen Platz stehen. Verhindern Sie jegliche Störung beim Fressen
  • Katzentoilette und Wasser stehen möglichst weit weg vom Futternapf
  • Ist die Katze aufgrund Alter oder Krankheit ein heikler Esser, besorgen Sie ihr ein Futter, das sie besonders mag. Hoch im Kurs steht Filet-Futter oder Futter mit saftigen Soßen oder Gelees
  • Füttern Sie Nassfutter nicht direkt aus dem Kühlschrank, sondern geben Sie etwas warmes Wasser darüber. Dies macht es verträglicher und aktiviert den Geruch
Katze frisst Futter
Wählerische Katzen bevorzugen Filet-Futter mit Soßen und Gelees© Shutterstock

Vorsicht bei Mäkelkatzen

Filetfleisch und erwärmte Mahlzeiten – ein wahres Schlaraffenland an Möglichkeiten für Mäkelkatzen. Achtung: Mit solchen Maßnahmen verschlimmern Sie das Mäkeln der Samtpfote. Bei verwöhnten Katzengourmets sollten Sie darum andere Tipps beherzigen:

Wann zum Tierarzt?

Frisst eine Katze länger als einen Tag nichts, sollten Sie Ihren Tierarzt kontaktieren. Vor allem bei Jungkatzen, trächtigen und säugenden Tieren sowie bei übergewichtigen Samtpfoten ist zu langes Hungern lebensgefährlich. Denn bei ihnen kann es schnell zu einer hepatischen Lipidose führen. Dabei entgleist der Stoffwechsel, was selbst bei sofortiger Behandlung tödlich enden kann. Frisst die Katze weniger als üblich, sollten Sie spätestens nach einer Woche einen Tierarzt konsultieren.

  • Wählen Sie ein Favoritenfutter und bleiben dabei. Seien Sie konsequent und wechseln nicht, bis die Samtpfote regelmäßig mit Appetit frisst. Später können Sie die Auswahl auf maximal drei Sorten erweitern
  • Geben Sie keine Leckerlis zwischendurch
  • Futter steht für zehn Minuten bereit – räumen Sie es danach weg
  • Es steht kein Trockenfutter zur freien Verfügung
  • Sie setzen der heiklen Samtpfote ein komplett neues Futter vor die Nase? Keine gute Idee! Mischen Sie unbekanntes Futter in gewohntes Futter. Steigern Sie den Anteil des neuen täglich um einen Teelöffel. So gewöhnt die Katze sich an den Geschmack und bekommt keine Verdauungsprobleme