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Strahlende Zähne: Zahnstein bei Katzen entfernen

Katze mit Zahnstein advice
© Shutterstock

Während Karies bei Katzen kein Thema ist, haben viele Samtpfoten an einem anderen Problem zu kauen. Die Rede ist von Zahnstein. Warum sind die Ablagerungen auf den Zähnen problematisch und was können Sie gegen Zahnstein bei Katzen tun? Wir fühlen dem Problem auf den Zahn!

von Carina Petermann

Symptome: So erkennen Sie Zahnstein bei Katzen

Oft macht der Tierarzt Katzenbesitzer auf die Ablagerungen aufmerksam. Denn der Blick ins Maul gehört zur Grunduntersuchung. Doch Sie können Zahnstein selbst erkennen: Die Zähne weisen gelbliche oder bräunliche Verfärbungen auf. Viele Samtpfoten entwickeln einen unangenehmen Mundgeruch. Ist der Zahnstein weiter fortgeschritten, kommt es zu rötlich entzündetem Zahnfleisch. Viele Katzen fangen an, unkontrolliert zu speicheln oder fressen weniger als vorher, weil das Kauen sie schmerzt. Wichtig ist, dass Sie diese Symptome richtig deuten und die entsprechenden Behandlungsschritte einleiten.

Die Katze hat Zahnstein – was tun?

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie Zahnstein-Symptome bei Ihrer Katze erkennen, sollten Sie mit ihr zum Tierarzt gehen.

Zahnstein bei Katzen selbst entfernen?

Plaque können Sie gezielt entgegenwirken – schauen Sie sich hierzu unsere Tipps rund um das Vorbeugen weiter unten an. Ist der Zahnstein bereits vorhanden, ist es jedoch meist zu spät. Zwar kursieren im Internet zahlreiche Tipps, doch eine Katze mit Zahnstein gehört zum Experten! Einige Ergänzungsfuttermittel stellen in Aussicht, Zahnstein entfernen zu können. Doch dieser bleibt meist zu fest an den Zähnen haften, als dass dies erfolgsversprechend wäre. In wenigen Fällen kann der Tierarzt den Zahnstein ohne Narkose von den betroffenen Zähnen manuell entfernen. Dies erfordert eine sehr kooperative Samtpfote und ist nicht bei jedem Belag möglich.

Professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt

Für eine professionelle Zahnreinigung legt der Tierarzt die Katze in Narkose. So kann er sämtliche Zähne reinigen. Dabei verwendet er ein Ultraschallgerät, das den Zahnstein zertrümmert. Bei der Behandlung werden oft auf eitrige Zähne gezogen, die der Katze Schmerzen bereiten.

Häufig erkennt der Tierarzt erst nach dem Entfernen des Zahnsteins, wie groß die Schäden an den darunter liegenden Zähnen sind.

Nach der Reinigung poliert der Veterinär die Zähne, so dass sie weniger empfänglich für das Anhaften von Plaque sind. Die Tierarztkosten für eine professionelle Zahnreinigung richten sich nach Zahnzustand und Zeitaufwand. Hier gilt: Je früher die Zahnreinigung erfolgt, desto günstiger wird sie.

Sonderfall: Zahnstein & alte Katzen

Bei Senioren oder chronisch kranken Samtpfoten ist das Risiko einer Narkose gegenüber den Zahnstein-Problemen abzuwägen. Bedenken Sie jedoch, dass vor allem ältere Katzen von einer Zahnreinigung und eventuell dem Entfernen schmerzhafter Zähne profitieren.

Wie beim Menschen können Entzündungen im Zahnfleisch Herzprobleme verursachen oder Diabetes und Nierenerkrankungen begünstigen.

Manche Tierarztpraxen mit einem Schwerpunkt auf Zahnheilkunde bieten spezielle Termine für Senioren an. Denn Narkose ist nicht gleich Narkose und nicht jede Praxis bietet das optimale Narkoseverfahren an. Wenden Sie sich, wenn Sie in einem solchen Zwiespalt stecken, an einen Spezialisten.

Zahnstein vorbeugen: Zahnpflege bei Katzen

Die beste Zahnstein-Behandlung? Ihn gar nicht erst entstehen lassen! Wir geben Tipps. Bedenken Sie jedoch: Zahnstein unterliegt genetischen Einflüssen und ist nicht in jedem Fall zu verhindern.

Futter für gesunde Zähne

Beim Kauen die Zähne reinigen – das klingt nach einer perfekten Lösung. Einige Hersteller bieten Trockenfutter an, das Zahnstein vorbeugen soll. Allerdings bestehen die Kroketten vor allem aus Stärke, die wiederum zu Plaque führt. Wunder sind hier also nicht zu erwarten. Katzenhalter, die ihre Vierbeiner mit rohem Fleisch ernähren, also barfen, schwören auf ihre Methode. Denn das Kauen auf den festen Fleischstücken reinigt die Zähne. Unsere Empfehlung: Achten Sie auf ein hochwertiges Futter ohne minderwertige Kohlenhydrate. Reichen Sie zwischendurch leckere Happen, die Zahnstein entgegenwirken. Geben Sie Ihrer Samtpfote beispielsweise ab und an ein Stück rohes Rindfleisch. Wenn sie kleine Büffelhautknochen – diese finden Sie in der Hundeabteilung – mag, lassen Sie sie daran kauen. Eine Alternative sind Katzenminze-Sticks aus Holz, doch nicht jede Fellnase findet diese attraktiv.

Zähne putzen gegen Plaque

Vor dem Zahnstein kommt die Plaque. Dabei handelt es sich um eine schmierige Ablagerung aus Essensresten, Speichel und Bakterien, die sich nach und nach zu Zahnstein verfestigt. Wie beim Menschen kann das tägliche Zähneputzen Plaque entfernen. Im Fachhandel für Heimtiere gibt es spezielle Tierzahnbürsten – beispielsweise zum Aufstecken auf die Finger – samt Zahnpasta zu kaufen. Allerdings gilt: Haben Sie eine erwachsene Katze zuhause, die schon beim Öffnen des Maules die Krallen ausfährt, wird es schwierig. Es ist daher wichtig, dass Ihre Katze bereits ans Zähneputzen gewöhnt ist.

Kitten können Sie spielerisch und mit einiger Geduld ans Zähneputzen gewöhnen. Optimal ist es, die Zähne jeden zweiten Tag zu putzen.

Denn nach zwei bis drei Tagen verfestigt sich Plaque zu Zahnstein. Alternativ gibt es Nahrungsergänzungsmittel (zum Beispiel von Orozyme, Anibio oder Aniforte), die sie ins Wasser oder über das Futter geben können.

Zahnstein vorbeugen mit Homöopathie

Homöopathie ist umstritten, doch einige Katzenhalter berichten von erfolgreichem Vorbeugen des Zahnsteins mit homöopathischen Mitteln. Am besten befragen Sie hierzu einen erfahrenen Tierheilpraktiker, der die Mittel individuell auf Ihre Samtpfote zusammenstellen kann. Homöopathische Walderdbeere-Auszüge sollen sogar dabei helfen, vorhandenen Zahnstein weicher zu machen. Doch unter dem Zahnstein können sich weitere Probleme verbergen oder die Katze hat Zahnschmerzen. Darum sollten Sie homöopathische Mittel nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt anwenden.