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Diabetes bei Katzen: Ursachen, Symptome, Diagnose und Kosten der Therapie

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© Shutterstock

„Ihre Katze hat Diabetes!“ Diese Diagnose stellen Tierärzte seit einigen Jahren immer häufiger. Der Grund dafür ist eigentlich erfreulich: Unsere Haustiere werden immer älter. Doch damit steigt auch das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes. Die gute Nachricht gleich vorweg: Diabetes ist kein Todesurteil! Ihre Samtpfote kann gut mit der Erkrankung leben, oft ist sie sogar heilbar.

von Carina Petermann

Diabetes bei Katzen – eine Krankheit und ihre Ursachen

Wie auch beim Menschen unterscheiden wir bei Katzen zwischen Typ-I- und Typ-2-Diabetes. Beiden gemeinsam ist ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel: Liegt der Blutzuckerwert (Glukosewert) bei gesunden Katzen zwischen 70 und 100 mg/dl, kann er bei erkrankten Katzen auf Werte von über 600 mg/dl steigen.

Risikogruppe Moppelmiezen: Übergewicht und mangelnde Bewegung

Zuviel Körperfett führt dazu, dass der Körper mehr Insulin produzieren muss, um den Blutzuckerspiegel in Balance zu halten. Dies erschöpft die Bauchspeicheldrüse und der Zuckerstoffwechsel gerät aus dem Gleichgewicht.

Ernährung der Katze und Blutzuckerspiegel

Katzen sind Fleischfresser und benötigen viel Protein, aber wenig Kohlenhydrate. Samtpfoten, die hauptsächlich kohlenhydratreiches Trockenfutter in ihrem Napf vorfinden, haben ein höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken.

Weitere Risikofaktoren für Katzendiabetes

Hierzu zählen eine vorausgegangene Behandlung mit Cortison, Zahnfleischentzündungen, genetische Neigung bei bestimmten Rassen und das Alter: Vor allem ältere männliche Tiere neigen zu Diabetes.

Symptome – ab zum Tierarzt!

Folgende Symptome können auf Katzendiabetes hinweisen:

Die Katze trinkt viel

Viele Katzen sieht man so gut wie nie am Wassernapf, vor allem, wenn Sie viel Nassfutter fressen. Doch bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel versucht der Katzenkörper, überschüssiges Zucker über den Urin auszuscheiden. Dies hat zur Folge, dass die Katze häufiger uriniert und entsprechend mehr trinkt. Neben einer Diabetes-Erkrankung können auch Nierenprobleme dazu führen, dass Ihr tierischer Gefährte sehr durstig ist. Empfehlung: Wenn Ihre Katze mehrere Tage hintereinander auffällig häufig trinkt, gehen Sie mit Ihr zum Tierarzt.

Die Katze frisst viel, nimmt aber ab

Diabetes bringt den Stoffwechsel durcheinander: Diabetes-Katzen fressen oftmals viel, verlieren aber dennoch an Gewicht. Denn ihr Körper kann die Energie aus Zucker nicht mehr verwerten, zieht sie aber stattdessen aus Fett- und Muskelreserven. Die Katze frisst viel, bleibt aber hungrig.

Die Katze ist schlaff und apathisch

16 Stunden schlafen und dösen – kein Problem für unsere Fellnasen. Doch wenn Ihre Samtpfote auffallend mehr schläft, schauen Sie genauer hin: Eine unbehandelte Diabetes-Erkrankung könnte der Grund für die Müdigkeit sein. Denn da der Körper den Zucker aus der Nahrung nicht mehr verarbeiten kann, fehlt ihm Energie.

Weitere Anzeichen für Diabetes bei Katzen

Ist die Krankheit weiter fortgeschritten, können stumpfes Fell und ein durch Nervenschäden verursachtes, ungewohntes Gangbild („plantigrader Gang“) auffallen. Manche Katzen werden auch unsauber oder erblinden.

Diagnose: Blutzuckerkrankheit – kein Grund zum Einschläfern!

Wichtige Werte: Blutzucker messen

Ihr Tierarzt wird nach Schilderung der Symptome vermutlich ein Blutbild anfertigen lassen. Dabei reicht es nicht aus, den aktuellen Blutzuckerspiegel zu bestimmen. Denn dieser schnellt bei gestressten Katzen sehr schnell in die Höhe, sprich: Ein erhöhter Blutzuckerwert wäre nicht aussagekräftig. Im Blutbild kann Ihr Tierarzt allerdings Fructosamin sowie HbA1, einen Hämoglobin-Wert, bestimmen lassen. Diese bieten wertvolle Informationen über den Blutzuckerspiegel der letzten Wochen.

Unbehandelt: Katzendiabetes kann tödlich sein

Je früher Sie mit Ihrer Fellnase zum Tierarzt gehen, desto früher kann die Therapie beginnen. Dies erhöht die Chance, dass sich die Bauchspeicheldrüse wieder regeneriert. Bei rund 50 Prozent der Katzen ist Diabetes heilbar, wenn die Behandlung früh genug einsetzt. Doch auch die übrigen können dank Insulintherapie ein langes und beschwerdefreies Leben führen. Unbehandelt verläuft Diabetes bei Katzen meist tödlich.

Piks im Ohr: Home-Monitoring

Nur über tägliches Home-Monitoring können Sie den Diabetes Ihrer Katze effektiv kontrollieren und bei einer Unterzuckerung reagieren. Teststreifen (Ketostix) für den Urin sind ungenau und gelten mittlerweile als veraltet. Eine gute Anleitung für Home-Monitoring finden Sie hier.

Therapie: Spritze statt Tabletten & die richtige Ernährung

Ein zeitiger Therapiebeginn ist wichtig, denn so erhöhen Sie die Chance auf eine Remission. Da Tabletten nur bei sehr wenigen Katzen wirken – und auch das meist nur temporär – setzt die Tiermedizin statt Tabletten auf eine Insulintherapie mit Spritzen.

Keine Angst vor der Spritze: Insulintherapie

Ihr Tierarzt wird Ihrer Katze vermutlich Insulin verschreiben – achten Sie bitte auf die Lagerungshinweise. Lassen Sie sich das zweimal tägliche Spritzen beim Tierarzt zeigen – am besten „üben“ Sie bei ihm mit Kochsalzlösung. Das Insulin sollte immer in eine kleine Fettfalte injiziert werden. Die Nadel ist so fein, dass die meisten Katzen davon nichts bemerken. Wichtig ist, dass Sie Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. Loben Sie Ihre Katze nach der Spritze ausgiebig oder geben Sie Ihr ein für Diabetiker geeignetes Leckerli – beispielsweise gefriergetrocknete Snacks. So verbindet sie die Spritze mit etwas Positivem.

Gefährlicher Unterzucker – vorbeugen und behandeln

Ein Blutzuckerwert von unter 60 mg/dl ist unbedingt zu vermeiden. Um Unterzucker vorzubeugen, sollten Sie Ihre Katze vor dem Spritzen immer erst füttern und 15 Minuten nach der Mahlzeit den Blutzuckerspiegel via Home-Monitoring messen. Erst dann sollten Sie spritzen. Ist der Blutzucker bereits im Normalbereich, kann Insulin gefährlich werden. Die richtige Einstellung kann etwas Zeit in Anspruch nehmen – sprechen Sie darüber mit Ihrem Tierarzt. Hat Ihre Katze nicht gefressen, sollten Sie ebenfalls kein Insulin spritzen – es könnte sonst zu einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung kommen, die sich durch Unruhe, Krämpfe und Apathie äußern kann. Aufgelöstes Traubenzucker kann im Notfall helfen – kontaktieren Sie schnellstmöglich Ihren Tierarzt.

Futterumstellung statt Diät: langsame Gewichtsreduktion

Unser Tipp: Vermeiden Sie Trockenfutter, wenn Ihre Katze an Diabetes erkrankt ist. Damit ist auch das Diabetes-Futter gemeint, das Sie beim Tierarzt kaufen können. In der Natur nimmt die Katze nur ein bis zwei Prozent Kohlenhydrate über die Nahrung zu sich. Das optimale Futter für eine zuckerkranke Katze enthält viel Protein und wenig Kohlenhydrate. Trockenfutter scheidet damit aus, denn selbst Diabetesfutter besteht zu mindestens einem Fünftel aus Kohlenhydraten. Es muss aber kein teures Spezialfutter sein: Viele normale Nassfuttersorten aus dem Handel sind geeignet. Unser Tipp: der NfE-Rechner für Katzenfutter.

Therapiekosten

Natürlich können nur ungefähre Kosten genannt werden, aber eine Diabetes-Therapie kostet monatlich inklusive Insulin, Spritzen und Teststreifen für das Home-Monitoring zwischen 40 und 50 Euro. Sparpotenzial können die Teststreifen bieten, denn hier gibt es relevante Preisdifferenzen.

Homöopathie bei Katzendiabetes?

Es gibt keine Studie hinsichtlich wirksamer homöopathischer Mittel bei Katzendiabetes. Wenn Sie zu Homöopathie greifen möchten, sollte dies immer nur ergänzend zu einer Insulintherapie und Futterumstellung und nach Rücksprache mit Ihrem Tierarzt geschehen.

Chance auf Remission: Katzendiabetes ist heilbar

Fast die Hälfte der an Diabetes erkrankten Katzen erlebt eine Remission, das heißt, der Körper kann seinen Blutzuckerspiegel wieder ohne Insulinspritzen kontrollieren. Die Remission wird wahrscheinlicher, wenn Sie frühzeitig mit der Therapie durch eine angepasste Insulindosis und eine Nahrungsmittelumstellung beginnen. Behalten Sie nach der Remission die veränderten Lebensgewohnheiten Ihrer Samtpfote (gesundes Körpergewicht, kohlenhydratarmes Futter) unbedingt bei und kontrollieren Sie einmal im Monat den Blutzuckerwert.

Prognose & Tipps: Lebenserwartung für Katzen mit Diabetes

Die gute Nachricht fast zum Schluss: Wird Diabetes bei Katzen konsequent behandelt, ist die Lebenserwartung nicht eingeschränkt. Tipp: Lernen Sie eine eventuelle Urlaubsbetreuung bei Bedarf rechtzeitig an, damit sie während Ihrer Abwesenheit Insulin verabreichen kann.

Fazit: Lang lebe die Katze – auch mit Diabetes!

Diabetes bei Katzen – kein Grund, den Mut zu verlieren! Ihnen und Ihrer Fellnase stehen heute zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, mit denen Ihre zuckerkranke Samtpfote bei guter Lebensqualität alt werden kann. Die Einstellung kann allerdings einige Wochen Zeit in Anspruch nehmen.