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Katze hat Mundgeruch: Was hinter dem Stink-Atem steckt

Katze mit offenem Maul advice
© Unsplash

Sie sitzen gemütlich auf dem Sofa, die wohlig schlummernde Katze auf Ihrem Schoß. Plötzlich erhebt die Samtpfote sich und entblößt ihre Zähne, um herzhaft zu gähnen. Moment mal – was riecht denn hier so komisch? Dass Katzenatem nicht nur bei älteren Katzen kein Rosenduft ist, wissen die meisten. Doch wenn Ihre tierische Mitbewohnerin auffallend schlecht aus dem Mund riecht, kann dies harmlose, aber auch ernste Ursachen haben. Wir erklären, warum manche Katzen Mundgeruch bekommen.

von Tim Brinkhaus

Harmlose Ursachen für Mundgeruch bei Katzen

Beschäftigen wir uns zuerst mit den harmlosen Gründen, die zu müffelndem Atem führen. Wenn das kleine Raubtier vor fünf Minuten eine Thunfisch-Mahlzeit verspeist hat, brauchen wir uns nicht zu wundern: Intensiv riechendes Katzenfutter bleibt uns nach dem Verbleib in der Katze noch eine Weile als Duft erhalten. Es gibt weitere mögliche harmlose Ursachen für schlechten Katzenatem.

Zahn- oder Zahnfleischprobleme

So klein, so niedlich – und ein bisschen stinkend? Junge Katzen durchleben im Alter zwischen vier und sieben Monaten ihren Zahnwechsel: Die Milchzähne verschwinden, die bleibenden Beißerchen wachsen. In dieser Phase sind Entzündungen im Zahnfleisch möglich, die Mundgeruch verursachen. Oft ist der Geruch nach kurzer Zeit verflogen, die Entzündungen abgeklungen. Sollte dieser Mundgeruch über den Zahnwechsel hinaus anhalten, ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam.

Mundgeruch durch Katzenfutter

Das Futter ist die häufigste Ursache für Mundgeruch. Wir alle wissen: Es gibt Speisen, die führen schneller zu Mundgeruch, als uns lieb ist. Vor einem Date werden wir eher zum Apfel als zum Döner greifen, wenn es uns nach einem Snack gelüstet. Bei Katzen nimmt die Nahrung ebenfalls Einfluss darauf, wie sie aus dem Maul riechen. Fischmahlzeiten wie Thunfisch lassen die Katze eine Zeit lang stärker müffeln. Dies gilt außerdem für weniger hochwertige Futtersorten. Überzeugen Sie sich selbst: Öffnen Sie eine Dose Nassfutter mit vielen Nebenerzeugnissen und Getreide und gleichzeitig ein hochwertiges Katzenfutter mit viel Fleisch. Sie werden feststellen: besserer Inhalt, besserer Geruch.

Mundgeruch als Zeichen einer Erkrankung

Ist Ihre Katze bereits erwachsen und riecht der Atem plötzlich intensiv aus dem Maul, sollten Sie die Samtpfote genauer beobachten. Oft ist Mundgeruch ein Zeichen für eine Krankheit. Es kann Grund zur Sorge bestehen.

Zahnstein und Co.: Mundgeruch und Sabbern

Katzen leiden seltener als Menschen unter Karies, doch haben viele Zahnstein. Er entsteht, wenn Bakterien im Mund die Kohlenhydrate aus der Nahrung zu Zucker umwandeln. Nach und nach bleiben diese mikrobakteriellen Ablagerungen am Zahn kleben. Wir nennen diese Ablagerungen Plaque. Aus Plaque entsteht Zahnstein, der sich bis unter den sichtbaren Teil der Zähne ausweiten kann. Der Katzenatem beginnt spätestens zu diesem Zeitpunkt, unangenehm zu riechen. Katzen mit Zahnproblemen zeigen oft weitere Symptome wie einseitiges Kauen, Sabbern, verringerte Nahrungsaufnahme trotz Hunger. Oft leiden sie bereits Schmerzen, ohne dass wir etwas davon mitbekommen. Mit der Zeit kann Zahnstein zu Entzündungen im ganzen Körper führen.

Diabetes: Die Katze hat Mundgeruch und trinkt viel

Süßlicher Geruch aus dem Maul ist ein potenzielles Symptom einer Überzuckerung. Bei Diabetes ist der Katzenkörper nicht mehr in der Lage, Zucker mittels Insulin zu verarbeiten. In diesem Fall erhält er nicht ausreichend Energie und verwendet Eiweiße und Fette, um den Mangel an zugänglichen Kohlenhydraten auszugleichen. Die dabei entstehenden Fettsäuren nennen wir Ketone. Sie bestehen unter anderem aus Azeton und verlassen den Körper über die Atemluft sowie den Urin der erkrankten Katze. Dabei verströmen sie einen süßlich-fauligen Geruch, der an vergorenes Obst oder sogar chemisch wie Nagellackentferner riecht. Trinkt die Katze parallel mehr als sonst, sind dies Zeichen, die für eine Diabetes-Erkrankung sprechen können.

Nierenerkrankungen: Säuerlicher Atem der Katze

Ähnlich wie bei Diabetes neigen Katzen mit Nierenschwäche dazu, mehr zu trinken und unangenehm aus dem Maul zu riechen. Zusätzlich wirken die Katzen ausgetrocknet. Dies können Sie mittels einer hochgezogenen Hautfalte im Nackenbereich überprüfen: Bei ausgetrockneten Tieren bildet die Hautfalte sich nur langsam zurück. Da die Nieren nicht mehr richtig arbeiten, sammeln sich mehr und mehr Giftstoffe im Körper. Im fortgeschrittenen Stadium einer Nierenerkrankung wird Katzen häufiger übel, sie erbrechen sich oder riechen unangenehm aus dem Maul. Der Geruch erinnert an Uringeruch, da die Katze Ammoniak ausatmet, den die Nieren nicht mehr ausreichend filtern können.

Fauliger oder fischiger Mundgeruch bei der Katze

Hinter Mundgeruch bei Katzen können weitere Krankheiten stecken. Sie kommen weniger häufig vor als die bereits beschriebenen. Ein nach Fisch riechender Atem ist ein mögliches Zeichen für eine Erkrankung der Leber oder des Magen-Darm-Trakts. Entwickelt die Samtpfote einen intensiven Maulgeruch, ist ein starker Wurmbefall möglich. Doch Spekulationen sind in diesen Fällen fehl am Platz. Kennen Sie die Ursache für den schlechten Atem nicht, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.