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Katzenschnupfen, was tun? Behandlung der Symptome

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© Shutterstock

Die Nase läuft, die Augen tränen und im Hals macht sich ein unangenehmes Kratzen breit. Ähnlich wie Menschen können auch Katzen unter diesen Symptomen leiden. Oft handelt es sich dabei um Katzenschnupfen. Was tun? Wir geben Tipps!

von Carina Petermann

Nicht jede Katze mit leichtem Schnupfen braucht unmittelbar beim Tierarzt vorstellig zu werden. Doch es gibt Ausnahmen: zum Beispiel Kitten, also alle Katzen im Alter von bis zu einem Jahr. Bei ihnen ist Katzenschnupfen eine ernstzunehmende Krankheit. Auch alte oder immunschwache Samtpfoten gehören schnellstmöglich zum Arzt, wenn Sie erste Anzeichen bemerken. Wenn Ihre erwachsene Schniefnase schlapp wirkt und gelblichen Ausfluss aus der Nase oder entzündete Augen hat, sollten Sie sie ebenfalls dem Tierarzt vorstellen. Denn früh behandelt, lässt sich Katzenschnupfen meist unkompliziert in den Griff bekommen.

Akuter und chronischer Katzenschnupfen

Ein akuter Katzenschnupfen heilt innerhalb von einigen Wochen vollständig ab. Bei jungen Katzen, immunschwachen oder ungeimpften Tieren kann er allerdings chronisch werden. Von chronischem Katzenschnupfen sprechen wir bei einer Dauer von über vier Wochen. Dann ist die Krankheit meist schwieriger zu behandeln und geht oft mit Entzündungen der Augen und weiteren Komplikationen einher. Übrigens: Besser als jede Katzenschnupfen-Behandlung ist die vorbeugende Impfung. Diese schützt zwar nicht 100-prozentig, sorgt aber für einen milderen Verlauf.

Medikamente gegen Katzenschnupfen

Der Tierarzt wird nach gründlicher Untersuchung Medikamente verabreichen, die Ihrer Katze schnell wieder auf die Pfoten helfen. Bei Katzenschnupfen sprechen wir von einer „Komplex-Erkrankung“, weil dahinter verschiedene Viren und sekundär auch Bakterien stehen können. Dementsprechend unterschiedlich fallen Symptome und die jeweilige Behandlung aus. Ihr Tierarzt wird eine individuell zu Ihrem Tier passende Behandlung vorschlagen. Auf eine Tupfer-Untersuchung zur Bestimmung des Erregers verzichten viele Tierärzte, da diese kostspielig ist.

Amoxicillin und andere Antibiotika

Obwohl Viren Katzenschnupfen auslösen, rücken Tierärzte ihm meist mit Antibiotika zu Leibe. Denn Bakterien schwächen den virengeschwächten Körper in vielen Fällen zusätzlich. Ein Zeichen für Bakterien ist gelb-grünlicher Ausfluss. Ein Breitbandantibiotikum für Katzen bekämpft diese Bakterien effektiv. Besonders bewährt hat sich der Wirkstoff Amoxicillin, ein halbsynthetisches Penicillin. Korrekt angewendet, macht es den häufig bei erkrankten Katzen anzutreffenden Streptokokken, Staphylokokken und Pasteurellen schnell den Garaus. Wichtig für die Katzenschnupfen-Behandlung mit Antibiotika: Halten Sie Dauer der Einnahme und Abstände zwischen zwei Einnahmen unbedingt ein!

Cortison, Salben und Co.

Je nach Symptomen wird der Tierarzt weitere Therapien anbieten. Die Möglichkeiten sind dabei vielfältig: Schleimlösende Medikamente können das Atmen erleichtern oder die Nase befreien. Dies bringt oftmals den Appetit des kleinen Patienten zurück. Immunstärkende Mittel helfen der Katze, bald wieder zu Kräften zu kommen.

Interferon oder Cortison unterstützen das Immunsystem im Kampf gegen die Viren. Tipp: Halten Sie nach einer Cortison-Gabe vor allem bei älteren Tieren die Blutzuckerwerte in den nächsten Monaten im Blick. Sind die Augen entzündet und verkrustet, wird der Tierarzt Ihnen Augensalben empfehlen. Lassen Sie sich die erste Gabe vom Tierarzt zeigen und führen Sie die Behandlung zuhause ruhig, aber konsequent fort. Ist die Katze dehydriert, bringen Infusionen sie wieder zu Kräften.

Kosten & Dauer der Behandlung

Die Kosten hängen davon ab, wie früh die Behandlung des Katzenschnupfens startet. Je mehr Komplikationen in Form von Augen-Entzündungen, Appetitverlust oder Fieber hinzukommen, desto teurer kann es werden. Ein schnell therapierter Katzenschnupfen heilt innerhalb von zehn Tagen bis zu drei Wochen vollständig aus. Ab einer Dauer von vier Wochen sprechen wir von einem chronischen Katzenschnupfen, der die Katze jahrelang begleiten kann.

Katzenschnupfen selbst behandeln?

Sie möchten die Behandlung durch den Tierarzt ergänzen oder Ihre Katze hat nur leichte Symptome wie klaren Nasenausfluss oder ab und an ein Niesen? Dann empfehlen wir Folgendes für eine rasche Genesung:

Immunsystem stärken mit Homöopathie

Tierheilpraktiker können Sie beraten, wenn Sie Ihre Katze homöopathisch behandeln möchten. Abgestimmte Globuli sollen dazu dienen, das Immunsystem zu stärken. Allerdings bleibt der Tierarzt erster Ansprechpartner. Homöopathie kann bei Katzenschnupfen bestenfalls vorbeugend oder unterstützend wirken.

Katzenschnupfen natürlich behandeln: Hausmittel & Tipps

Das beste Hausmittel gegen Katzenschnupfen ist gratis: viel Ruhe! Gönnen Sie Ihrem tierischen Gefährten ein warmes Plätzchen und vermeiden Sie Trubel. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze ausreichend trinkt und frisst. Tipp: Erwärmen Sie das Katzenfutter oder geben Sie lauwarme – salzfreie – Hühnerbrühe darüber. So riecht es stärker, was zum Futtern animiert. Ein freiverkäufliches Immuntonikum regt die Katze zum Fressen an und versorgt sie mit Vitaminen und Mineralien.

L-Lysin, das früher zur Stärkung des Immunsystems empfohlen wurde, ist nach neueren Studien wirkungslos. Haben Sie ein vertrauensvolles Verhältnis zu Ihrer Samtpfote, ist Inhalieren von Salzwasser möglich. Regt sie sich dabei auf, lassen Sie von dem Versuch ab: Schonen ist wichtiger! Reinigen Sie außerdem Augen und Nase Ihres plüschigen Patienten sanft, wenn er dies zulässt.

Schnell wieder fit trotz Katzenschnupfen

Bei Katzenschnupfen gilt: Je früher Sie gemeinsam mit Ihrer Samtpfote dagegen vorgehen, desto schneller sind Sie die plagenden Viren samt begleitender Bakterien wieder los. Bei richtiger Behandlung ist Katzenschnupfen zügig besiegt und selten lebensbedrohlich. Wir wünschen Ihrem tierischen Gefährten gute Besserung!