wamiz-v3_1

Werbung

Hundekekse selber backen: Rezepte und Tipps

teig mit wellholz und kekse in form von knochen advice
© Shutterstock

Selbstgebackene Hundekekse haben für Ihren Hund gesundheitliche und geschmackliche Vorteile. Gekaufte Hundeleckerlis enthalten oft Zutaten, die für Hunde ungesund sind - nicht näher beschriebene tierische und pflanzliche Nebenerzeugnisse, Zucker, Konservierungsstoffe, Farbstoffe,... Wenn Sie Hundekekse selber backen, können Sie Rücksicht auf Allergien und Unverträglichkeiten Ihres Hundes nehmen und Zutaten verwenden, die Ihr Hund besonders gern mag. Ob klassisch auf dem Backblech, Hundekekse mit Backmatte, Hundeleckerlis im Thermomix, mit Leberwurst, Käse, Hackfleisch oder vegetarisch - beim Hundekekse-backen entscheiden Sie selbst, was in Ihren Hundeleckerchen steckt.

von Carina Petermann

Hundekekse backen – 4 einfache Rezepte

Thunfisch-Hundekekse

  • 2 Dosen Thunfisch im eigenen Saft
  • 2 Eier
  • 250 g Mehl

Thunfisch pürieren und alle Hundekeks-Zutaten miteinander zu einem Teig verarbeiten. In beliebiger Form 30-45 Min. bei 180°C backen.

Parmesan-Hundecookies

  • 200 g Mehl
  • 100 g geriebener Hartkäse, z.B. Parmesan
  • 100 g körniger Frischkäse (Hüttenkäse)
  • 1 EL Öl (z.B. Rapsöl oder Kokosöl)

Alle Zutaten miteinander vermengen. Sollte der Teig zu trocken sein, etwas Wasser oder Fleischbrühe hinzufügen. 20-30 Min. backen bei 180°C.

Getreidefreie Hackfleisch-Hundeleckerchen

  • 100-150 g Rinderhack
  • 200 g Kartoffelmehl
  • 2 Eier
  • 1 EL Öl nach Wahl

Alle Zutaten zu einem Teig verarbeiten. Bei Bedarf kann noch etwas Wasser hinzugefügt werden. 30-45 Min. bei 180°C backen. Sobald die Kekse Farbe annehmen, die Backtemperatur auf 160°C reduzieren.

Leberwurst-Sterne für Hunde

  • 100 g Leberwurst
  • 150 g feine Haferflocken
  • 2 Essl. Quark
  • 1 Ei
  • 2 EL Öl

Alles miteinander verrühren bis ein homogener Teig entsteht. Anschließend auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche ausrollen und kleine Sterne ausstechen. Bei 180 °C ca. 30 bis 40 Min. backen.

Trockene und weiche Zutaten im Verhältnis 50:50 - dieser grobe Richtwert hilft Ihnen, eigene Hundekeksrezepte zu entwickeln. Zu den festen Zutaten gehören Mehle und Haferflocken, zu den weichen Zutaten Eier, Wasser, Fleischbrühe, Joghurt, Leberwurst usw. Reis und Reismehl sowie Hirse- und andere Getreideflocken nehmen viel Flüssigkeit auf und verschieben das Verhältnis auf 30:50 zugunsten der flüssigen Zutaten.

Hundekekse ohne Getreide – Backen ohne Mehl

Wenn Sie Ihren Hund schon bewusst getreidefreies Hundefutter füttern, möchten Sie vielleicht auch bei den Hundekeksen auf Getreidemehle verzichten.

Damit die Hundekekse nach dem Backen richtig fest sind, sind trockene Zutaten notwendig. Wenn Sie aber damit leben können, dass die Leckerlis für Ihren Hund nicht lange lagerfähig sind, können Sie gänzlich auf diese verzichten.

Möchten Sie lediglich auf Gluten verzichten, eignen sich für Ihre Hundekekse Reis, Amaranth, Hirse, Quinoa, Mais und Buchweizen. In ihrer Naturform sind sie für den Hund schwer verdaulich. Mais, Buchweizen und Reis verwenden sie besser als Mehl, Hirse als Flocken und Amaranth sowie Quinoa in gepuffter Form. Auch Kichererbsen- und Kokosmehl  können Sie verwenden. Noch einfacher geht es mit Kartoffelmehl.

Hilfsmittel beim Hundekekse-Backen

Hundekekse selber backen im Thermomix®

Der Thermomix®  kann zwar keine Kekse ausstechen und backen, hilft aber bei der Teigzubereitung. Vor allem, wenn Sie grobe Zutaten zerkleinern wollen wie Möhren, Nüsse, Reis oder Fleisch können Sie das an Ihren Thermomix® delegieren.

Nach dem Zerkleinern geben Sie die übrigen Zutaten hinzu, lassen ihn alles vermengen und entnehmen den Teig anschließend zur Weiterverarbeitung zu Hundekeksen.

Hundekekse mit Backmatten backen

Backmatten-Hundekekse werden mir Silikonmatten für fettfreies Backen hergestellt. Diese Backmatten haben Ausstülpungen, sodass das Fett von Backwaren herunterläuft. Für das Backen von Hundekeksen werden sie umgedreht und der Teig in die Öffnungen gefüllt.

Die Silikonmatten gibt es mit pyramidenförmigen und halbkreisförmigen Öffnungen. Die Hundeleckerchen sind sehr klein und gut für das tägliche Training geeignet. Die Kekse in Pyramidenform können etwas scharfkantig werden und eignen sich deshalb weniger für das Werfen und Auffangen.

Außerdem gibt es noch zahlreiche Silikonformen speziell für Hundekekse, aber auch solche, die eigentlich für die Pralinenherstellung gedacht sind. Sie lassen sich auch für das Backen von Hundekeksen umfunktionieren. Achten Sie immer darauf, dass die Form auch für die hohen Temperaturen des Backvorgangs geeignet ist.

Vor dem ersten Backen werden die Silikonmatten ausgedampft, indem sie ohne Inhalt gebacken werden. Dabei wird der Backofen gelegentlich geöffnet, sodass Gase entweichen können.

Für die Backmatten-Leckerlis eignen sich etwas flüssigere Hundekeksteige am besten, weil sich diese besser verteilen lassen. Passende Rezepte für Hundekekse aus der Backmatte gibt es in der Facebookgruppe „Backmattenfreaks – Rezepte für Hundekekse“ oder im gleichnamigen Buch auf Amazon. Es lassen sich aber auch andere Rezepte verwenden, wenn Sie etwas mehr Flüssigkeit hinzugeben.

Hundeleckerlis im Dörrgerät herstellen

Wenn Sie regelmäßig Hundekekse backen möchten, lohnt es sich, über die Anschaffung eines Dörrautomatens nachzudenken. Das Dörren ist eine Konservierungsmethode, bei der das Dörrgut unter geringer Hitze getrocknet wird. Innerhalb weniger Stunden reduziert sich auf diese Weise der Flüssigkeitsgehalt und Lebensmittel werden haltbar.

Hundekekse im Dörrautomaten nachtrocknen

Um Hundekekse richtig trocken und lange haltbar zu machen, ist ein längeres Nachtrocknen nötig. Eine Möglichkeit ist es, die Leckerchen noch einige weitere Stunden bei geringer Hitze im Backofen zu lassen und die Backofentür leicht geöffnet zu halten, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Dafür reicht ein Kochlöffel, der in die Backofentür geklemmt wird.

Eine weitere Möglichkeit ist das Nachtrocknen im Dörrautomaten. Dörrgeräte trocknen sehr schonende und sind energiesparender als der Backofen.

Dörrfleisch statt Hundekekse

Im Dörrgerät lässt sich sogar Trockenfleisch selber herstellen. Es eignen sich fast alle mageren Fleischsorten und ebenso Fisch. Für Schweinefleisch sind die Temperaturen beim Dörren zu niedrig. Der für Hunde tödliche Aujeszky-Erreger würde nicht abgetötet werden. Es eignet sich deshalb nicht als Hundeleckerli.

Der Dörrprozess von Fleisch dauert je nach Größe und Dicke der Fleischstücke 6 bis 12 Stunden.

Selbstgebackene Hundekekse richtig lagern

Hundekekse mit einem Feuchtigkeitsgehalten über 15% werden nicht luftdicht gelagert. Das betrifft fast alle selbstgebackenen Hundekekse, wenn sie nicht nachgetrocknet wurden und richtig hart und trocken sind. Sie beginnen in luftdichten Gefäßen zu „schwitzen“, werden matschig, verderben oder schimmeln.

Am besten sind selbstgemachte Hundeleckerchen in Papiertüten aufgehoben, die die Zirkulation von Luft und das Entweichen von Feuchtigkeit ermöglichen.  

Harte, sehr trockene Hundekekse sind etwa 2-3 Wochen haltbar. Weiche Hundekekse verderben schneller. Je weicher ein Hundekeks ist, umso mehr Flüssigkeit enthält er noch und umso schneller schimmelt er. Weiche Kekse verbrauchen Sie am besten innerhalb weniger Tagen. Im Kühlschrank halten sie etwas länger.

Hundekekse backen und verkaufen

Bei vielen Hundehaltern wird das Backen von Hundekeksen schon nach kurzer Zeit zur Leidenschaft. Sie versorgen Familie und Bekannte mit ihren selbstgebackenen Hundeleckerchen, die reißenden Absatz finden.

Früher oder später weckt diese Begeisterung bei Manchem die Idee, sich mit dem Verkauf von selbstgebackenen Hundekekse einen Nebenverdienst aufzubauen. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Wer gewerblich als Hundekeksbäcker einsteigen möchte, muss zahlreiche Vorschriften beachten und sich entsprechende Genehmigungen einholen. Ein Gewerbe muss angemeldet werden und eine separate Küche vorhanden sein. Auch wer nur ein wenig nebenbei verkaufen möchte, hat sich an die Futtermittelverordnung zu halten. Wer Fleisch in seinen Hundekeksen verarbeitet, den erwarten noch weitaus strengere Richtlinien. Erster Ansprechpartner ist das zuständige Veterinäramt.