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Hatschi! Alles zu Pollenallergie und Heuschnupfen beim Hund

Niesender brasilianischer Mastiff

Auch Hunde können eine Pollenallergie haben

© olgagorovenko / Shutterstock

Dass Hunde Allergien haben können, dürfte den meisten Haltern klar sein. Aber können Hunde gegen Pollen und Gräser allergisch sein? Informieren Sie sich hier rund um Pollenallergie und Heuschnupfen beim Hund.

von Philipp Hornung

Am 16.03.21, 12:06 veröffentlicht

Pollenallergie als Umweltallergie

Um es vorweg zu nehmen: Ja, Hunde können allergisch auf Pollen und Gräser reagieren. In diesem Fall sprechen Experten von einer Umweltallergie, ähnlich wie bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben. Im Vergleich zu anderen Allergien kommen Umweltallergien beim Hund selten vor. Allerdings sind sie auf dem Vormarsch. Bei einer Pollenallergie reagieren die Vierbeiner wie manche Menschen auf bestimmte Gräser oder Pollen allergisch. Ihr Immunsystem schaltet bei Kontakt mit den Allergenen in den Verteidigungsmodus. Diese Überreaktion führt zu allergischen Symptomen beim Hund.

Symptome von Heuschnupfen beim Hund

Bei einer Pollenallergie treten die Symptome saisonal auf. Das bietet uns – mit etwas Geduld – eine gute Möglichkeit, sie von anderen Allergien zu unterscheiden. Im Gegensatz zu Heuschnupfen beim Menschen leiden Hunde mit Pollenallergie nur selten an Niesen und laufender Nase. Zu den Symptomen einer Pollenallergie beim Hund zählen:

  • gerötete Augen
  • Juckreiz
  • Krusten durch Kratzen
  • Hautinfektionen mit Pusteln und Quaddeln
  • kahle Stellen
  • pfeifendes Atmen
  • selten: Atemnot

Die Haut-Symptome treten vor allem dort auf, wo der Hund mit den Allergenen in Berührung kommt. Also rund um die Pfoten, am Unterbauch sowie im Kopfbereich. Insbesondere die beschriebenen Symptome auf der Haut können viele andere Ursachen haben. Zum Beispiel einen Befall mit Parasiten wie Milben oder andere Allergien. Auch eine Kombination verschiedener Allergien ist möglich.

Gleich weiterlesen: Allergien beim Hund

Wann kommt es zu Heuschnupfen beim Hund?

Bereits Mitte Februar kann es wie bei Menschen zu ersten Heuschnupfen-Symptomen beim Hund kommen. Dann fliegen Hasel- und Erlenpollen durch die Luft. Im weiteren Frühlingsverlauf kommen Pappel, Weide, Esche, Hainbuche und Birke hinzu. Gräserpollen und zugehörige allergische Reaktionen haben von Mitte Mai bis Mitte Juli Hochsaison. Je nachdem auf welches Allergen Ihr Hund reagiert, kann sein Heuschnupfen sich auf wenige Wochen beschränken. Reagiert er auf mehrere Pollen, können die Symptome rund ein halbes Jahr anhalten. Dies ist allerdings selten der Fall. Es macht Sinn, sich mit einem Pollenflug-Kalender vertraut zu machen.

Allergie-Diagnose beim Tierarzt

Machen Sie einen Termin bei Ihrem Tierarzt aus, wenn Sie vermuten, dass Ihr Hund unter einer Allergie leidet. Es empfiehlt sich bei Verdacht auf eine Pollenallergie beim Hund, ein Pollen-Tagebuch zu führen. Notieren Sie hierbei die Symptome Ihres Hundes und die Pollenflug-Belastung für den jeweiligen Tag. Diese können Sie auf vielen Wetterportalen wie beispielsweise bei Wetter.de oder in mobilen Apps finden. Wissen Sie nicht, um welche Art von Allergie es sich handelt, kann parallel ein Ernährungstagebuch nützlich sein. Diese „Allergie-Tagebücher“ können Ihrem Tierarzt wertvolle Hinweise geben, um eine Diagnose zu unterstützen. Möglicherweise wird der Tierarzt zusätzlich einen Prick-Test machen oder das Sekret der Atemwege untersuchen.

Doch keine Allergie? Gleich weiterlesen: Hautkrankheiten beim Hund

Therapie: Pollenallergie beim Hund behandeln

Die Heuschnupfen-Geplagten unter den Lesern ahnen es: Eine Pollenallergie ist nicht heilbar. Die Therapie für den Hund zielt darauf ab, die Symptome möglichst zu verringern. Sie fußt auf verschiedenen Säulen.

Allergene vermeiden

Versuchen Sie, die Belastung durch Pollen und Gräser für Ihren Hund so gering wie möglich zu halten. Verwenden Sie in der Wohnung Staubsauger mit speziellem Allergen-Filter und Pollenschutzvliese an den Fenstern. Waschen Sie die Decken des Vierbeiners regelmäßig bei 60 Grad. Bei schweren Allergien kann es hilfreich sein, das Fell, in dem Pollen haften, mit einem speziellen Shampoo zu reinigen. Sprechen Sie dies jedoch mit Ihrem Tierarzt ab. Denn hierbei spielt der Zustand der gesamten Haut eine wichtige Rolle. Sinnvoll ist in jedem Fall, Pfoten und Gesicht nach dem Spaziergang mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Verwenden Sie einen Pollenflugkalender, um längere Ausflüge zu planen. So ist beispielsweise nach Regenschauern die Pollenkonzentration viel niedriger.

Hyposensibilisierung bei Pollenallergie

Bei einer Hyposensibilisierung injiziert der Tierarzt dem Hund nach und nach winzige Mengen der Allergene, um den Körper an diese zu gewöhnen. Im besten Fall lassen nach einigen Sitzungen die Allergiesymptome nach. Allerdings führt eine Hyposensibilisierung nicht immer zum Erfolg. Diese Art von Therapie bezeichnen Experten auch als Immuntherapie.

Medikamente gegen Heuschnupfen beim Hund

Der Tierarzt kann Medikamente verschreiben, die Symptome, zum Beispiel den Juckreiz, lindern. Antihistaminika, die vielen menschlichen Pollenallergikern gut helfen, führen aber nur bei jedem dritten Hund zu einer Verbesserung der Symptome. Cortison ist wirksam, geht aber mit einigen möglichen Nebenwirkungen einher. Da bei saisonalen Umweltallergien wie bei der Pollenallergie der Einsatz nur kurzfristig ist, kann Cortison eine pragmatische Lösung sein. Einige Tierfreunde berichten davon, dass homöopathische Mittel gegen Heuschnupfen Ihrem Hund bei Pollenallergie geholfen haben. Fragen Sie hierzu einen Tierheilpraktiker um Rat.

Gleich weiterlesen: Homöopathie beim Hund

Kann man Heuschnupfen beim Hund vorbeugen?

Grundsätzlich sind Hunde selten von Pollenallergien betroffen. Weitaus häufiger sind Nahrungsmittelallergien oder Allergien gegen Parasiten wie Flöhe und Milben. Bestimmte Rassen neigen stärker zu Allergien als andere. Verantwortungsvolle Züchter setzen darum keine Hunde in der Zucht ein, die Allergien haben. Ausreichend Zeit bei der Mutter, die die Welpen säugt, sowie eine hochwertige Ernährung helfen dabei, den Körper des Hundes in Balance zu halten. Das beugt Allergien vor. So vermuten Experten, dass ein gesundes Mikrobiom im Darm – also die Gesamtheit der „guten“ Darmbakterien“ – vor Allergien wie Heuschnupfen schützen kann.