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Bei Durchfall und Vergiftungen: Kohletabletten für Hunde

Kohletabletten für Hunde advice © shutterstock

Kohletabletten für Hunde gehören zum Repertoire eines jeden Erste-Hilfe-Sets für Fellnasen. Sie können bei Durchfall und vielen Vergiftungen wichtige Hilfe leisten. Um sicher zu stellen, dass sich ihre Wirkung voll entfalten kann, ist die richtige Dosierung ausschlaggebend. Alles über die Verabreichung und ihre Wirkung gibt es hier nachzulesen.

von Stephanie Klein

Was ist Aktivkohle bzw. was sind Kohletabletten?

  • Kohletabletten sind Aktivkohle in Tablettenform
  • Aktivkohle ist ein poröser Kohlenstoff mit einer extrem großen inneren Oberfläche
  • Von der Struktur her ist Aktivkohle ähnlich wie ein Schwamm
  • Medizinische Kohletabletten haben eine pflanzliche Basis, welche verkohlt wird
  • Aktivkohle entfernt giftige Stoffe, welche vom Hund oral aufgenommen wurden, aus dem Magen-Darm-Trakt

Wie wirken Kohletabletten für Hunde?

Die medizinische Kohle weist eine große Innenoberfläche auf. Das erlaubt ihr, Giftstoffe und Bakterien an sich zu binden und hilft dabei, sie auf natürliche Weise auszuscheiden. Die Kohletabletten nimmt der Hund somit nicht in seinem Körper auf, sie werden gemeinsam mit den Giftstoffen abgesondert. Dadurch können die Beschwerden einer Vergiftung deutlich gemindert werden.

Kohletabletten für Hunde - Dosierung

Damit Kohletabletten wirksam werden, ist die exakte Dosierung Voraussetzung. Die Menge unterscheidet sich je nach Situation. Geht der Hundehalter von einer Vergiftung aus, ist die Dosierung deutlich höher als bei einem leichten Durchfall. Zu beachten ist die Konzentration der Aktivkohle pro Tablette. Es kann sein, dass eine Tablette gerade mal 250 mg Aktivkohle beinhaltet. Um auf 1 Gramm Aktivkohle zu kommen, müsste der Hund demnach vier Tabletten nehmen. Bei großen Hunderassen ist die Verabreichung von Pulver eine geeignete Form, da ansonsten äußerst viele Tabletten nötig werden.

Der ungefähre Richtwert beträgt 0,5 g - 1 g Aktivkohle pro Kilogramm des Körpergewichts.

Am besten lassen sich Hundehalter im Voraus umfassend über die richtige Dosierung für den Notfall beim Tierarzt aufklären. Dieser kann mit Hilfe des Beipackzettels der Kohletabletten oder der Aktivkohle in Pulverform die exakte Menge bestimmen.

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Um die richtige Dosierung von Aktivkohle für Ihren Hund zu erhalten, fragen Sie am besten den Tierarzt
© Shutterstock

Hunde-Durchfall: Kohletabletten helfen

Die möglichen Ursachen für Durchfall bei Hunden sind zahlreich. Neben einer Vergiftung, die im nächsten Absatz erläutert wird, kann der Hund auf Folgendes mit Diarrhoe reagieren:

Kohletabletten können bei Durchfall helfen, wenn der Vierbeiner ansonsten einen gesunden Eindruck macht. Hält der Durchfall beim Hund über einen längeren Zeitraum an und ist der Hund gegebenenfalls noch schlapp? Dann ist der Gang zum Tierarzt unerlässlich.

Kohletabletten für Hunde bei einer Vergiftung

Ganz klar: Bei einer Vergiftung ist schnellstens ein Tierarzt aufzusuchen. Der Verdacht auf die Einnahme von Giftködern, Rattengift oder einem giftigen Lebensmittel, wie beispielsweise Schokolade, ist stets vom Veterinär zu überprüfen. Kohletabletten sind nur als Erste-Hilfe-Maßnahme für Hunde geeignet. Bei richtiger Dosierung neutralisieren sie den Giftstoff aus dem Magen-Darm-Trakt und spülen schädliche Stoffe heraus.

Bei einer Vergiftung ist rasches Handeln wichtig. Kohletabletten sind für die Zeit zwischen Vorfall und dem Ankommen in der Tierarztpraxis ein hilfreiches Mittel.

Hierbei sollten Hundehalter keine Zeit verlieren und die Kohletabletten unverzüglich dem Hund verabreichen. Mehr zur Verabreichung gibt es im nächsten Absatz.

Wie gebe ich meinem Hund Kohletabletten?

Fast jeder Hundehalter kennt das Dilemma mit den Tabletten und der Fellnase. Nur wenige Hunde lassen sich problemlos Medizin verabreichen. Doch es gibt einige Tricks, die diesen kritischen Moment etwas stressfreier gestalten lassen.

Ist seit der Aufnahme der Giftstoffe bereits zu viel Zeit verstrichen und verspürt der Hund keinen Appetit? Dann nützt es nichts, mit aller Kraft die Tabletten zu verabreichen.

Verschwenden Sie in diesem Fall keine Zeit und fahren Sie schnellstens zum Tierarzt oder zu einer Tierklinik. Damit gehen Sie sicher, dass die Behandlung schneller erfolgt und ersparen Ihrem Vierbeiner zudem unnötigen Stress.

Ruhe bewahren:

Zweifellos ist schnelles Handeln erforderlich. Doch genauso ist es wichtig, Ruhe zu bewahren – auch wenn es sich um einen Notfall handelt. Denn Stress und Panik übertragen sich leicht auf den geliebten Vierbeiner. Ahnt ein Hund, dass etwas nicht stimmt, ist eine Verweigerung der Tabletten wahrscheinlicher. Ein kurzes Ein- und Ausatmen bewirkt schon Wunder und hilft die Fassung zu behalten.

Aktivkohletabletten
Aktivkohle gibt es als Pulver, in Tabletten- oder Kapselform
© Shutterstock

Schneller Zugriff:

In Notsituationen ist es von Vorteil, wenn die Medizin griffbereit steht. Dadurch ersparen sich Hundehalter langes Suchen und gewinnen wertvolle Zeit. Ein sinnvoller Ort ist das Erste-Hilfe-Set für den Hund, welches immer an der gleichen Stelle in dem Zuhause platziert ist. Für noch schnelleres Handeln ist die richtige Dosierung schon vor dem Vorfall auf den Hund angepasst.

Die Kohletabletten in Leckereien verstecken:

Sind Sie stolze Besitzer eines Tabletten-Verweigerers auf vier Pfoten? Dann kennen Sie sicherlich bereits einige Tricks, die eigene Fellnase zu überlisten. Hier kommt es auf die Vorlieben des Hundes an. Einige würden für Leberwurst sogar Tabletten herunterschlucken, andere hingegen gehören der Käse-Fraktion an. Wenn Leckereien die Tabletten ummanteln, ist es wahrscheinlicher, dass der Hund diese zu sich nimmt.

Bei größeren Hunden ist es aufgrund der hohen Menge an Tabletten sinnvoll, einen vollen Napf mit leckerer Sauce hinzustellen. Die Tabletten hierzu etwas zerquetschen oder gleich auf Kohlepulver zurückgreifen.