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Giftköder-Training: Schutz für Hunde vor tödlicher Gefahr

Frau mit Hund im Wald advice © Shutterstock

Immer wieder ist zu lesen, dass Hunde ausgelegte, präparierte Köder fressen und qualvoll verenden. Sie können Ihren Hund vor dieser Gefahr schützen, indem Sie mit ihm trainieren, damit er die ausgelegten Köder erkennen kann. Auch ist es möglich, dem Hund einen Giftköderschutz anzulegen. Dieser Beitrag liefert Ihnen Antworten auf die Frage, wie Sie Ihren und andere Hunde vor Giftködern bewahren können.

von Philipp Hornung

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einem gezielten Training können Sie Ihren Hund wirkungsvoll vor Giftködern schützen
  • Ein spezieller Maulschutz hindert Ihren Liebling daran, etwas vom Boden aufzunehmen
  • Meiden Sie Bereiche, in denen viele Hunde unterwegs sind, weil Hundehasser dort bevorzugt Giftköder auslegen
  • Halten Sie sich mit Giftköder-Warn-Apps auf dem Laufenden

Was sind Giftköder?

Ein Giftköder ist ein präpariertes Lebensmittel, das auf den ersten Blick ganz harmlos aussieht. Die Gefahr steckt buchstäblich im Leckerli drin: Es ist zum Beispiel mit einer giftigen Substanz wie Rattengift gefüllt oder mit Nägeln, Rasierklingen oder Glas bestückt. Üblicherweise legen Hundehasser die gefährlichen Köder an Plätzen aus, die von Hundehaltern häufig besucht werden. Aus Sicht des Täters kann er dort die meisten Tiere schädigen. Ein Tipp zum Schutz des Hundes lautet deshalb, stark frequentierte Orte zu meiden und lieber eine ruhige Route zu wählen.

Den Hund durch Training vor Giftködern schützen

Die einfachste und beste Option den Liebling vor den giftigen Substanzen zu schützen, ist ein entsprechendes Training. Im Training lernt das Tier, dass es keine Lebensmittel vom Boden aufnehmen darf. So wird verhindert, dass das Haustier Gift frisst. Ein mögliches Trainingsprogramm besteht aus diesen drei Schritten:

Vorbereitung: Sie brauchen einige Leckerlis für Ihren Hund, die er wirklich liebt und einige, die er nicht so gerne hat. Zusätzlich ist eine Leine oder Schleppleine nötig. Trainiert wird am besten in vertrauter Umgebung im Freien. Wichtig: Lassen Sie Ihrem Hund Zeit! Er braucht ein wenig, bis er versteht, was Sie von ihm verlangen.

1. Schritt: Sie legen auf dem Trainingsparcours einige Leckerchen aus, die Ihr Hund nicht so gerne mag. Die Super-Leckerlies behalten Sie in Ihrer Tasche. Sie lassen Ihren Hund auf dem Gelände frei laufen und begleiten ihn dabei. Schnüffelt er an einem Leckerchen auf dem Boden, halten Sie ihn mit einem Kommando, z. B. „Pfui“ davon ab. Das zweite Kommando „Schau“ fordert den Hund auf, zu Ihnen Kontakt aufzunehmen. Schaut Ihr Hund Sie an, bieten Sie ihm die Belohnung an. Damit lernt der Hund, dass er die besten Leckerchen nur aus Ihrer Hand bekommt. Die Übung wird intensiviert, indem Sie Abstand zwischen sich und dem Hund aufbauen und die Kommandos aus der Ferne rufen.

2. Schritt: Der nächste Trainingsschritt findet zuhause statt. Es geht darum, die Futterfreigabe durch ein Kommando einführen. Das Prinzip ist einfach. Sie bereiten das Futter vor und stellen es bereit. Drängelt Ihr Hund, unterbrechen Sie Ihre Arbeit, bis er sich beruhigt hat. Nachdem das Futter auf dem Boden steht, geben Sie den Befehl zur Futterfreigabe, zum Beispiel „Friss“. Sie intensivieren die Übung, indem Sie die Wartezeit zwischen dem Abstellen des Napfes und dem Befehl zum Fressen verlängern.

3. Schritt: Zuletzt führen Sie das Abbruchsignal ein, z. B. „Aus“. Das können Sie mit jedem Gegenstand üben. Das Abbruchsignal wird kontrovers diskutiert, weil es ein Verhalten nicht positiv verstärkt, sondern ein negatives Verbotssignal ist. Entscheiden Sie selbst, ob Sie es für Ihren Hund benötigen oder nicht. Falls Sie sich dafür entscheiden, können Sie es im Notfall anwenden, wenn Ihr Hund trotz regelmäßigen Trainings doch einmal etwas unerlaubt vom Boden aufnimmt.

Tipp: In der Hundeschule beziehungsweise beim Hundetrainer gibt es spezielle Kurse zum Anti-Giftköder-Training. In diesen Kursen wird Ihnen gezeigt, wie Sie Ihren Begleiter am besten trainieren, um der Aufnahme von giftigen Substanzen vorzubeugen.Das Giftköder-Schutznetz für Hunde

Das Giftköder-Schutznetz für Hunde

Es gibt noch eine andere Methode, um einen Hund vor der Aufnahme eines Giftköders zu bewahren. Es handelt sich um einen Maulschutz, der während des Spaziergangs angelegt wird. Das Netz ist so gestaltet, dass der Gefährte gut atmen kann. Fressen und trinken ist jedoch unmöglich. Das Schutznetz wird ähnlich wie ein Maulkorb angelegt und hinter dem Kopf verschlossen. Viele Netze besitzen seitlich Schlitze, die zur Gabe von Leckerlis geeignet sind. Die Schutznetze sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. So findet jeder Halter für seinen Liebling das passende Produkt.

Tipp: Wer kein extra Schutznetz kaufen möchte, kann auch einen handelsüblichen Maulkorb einsetzen.

Informieren Sie sich: Schutz durch aktuelle Giftköder-Meldungen

Es gibt besondere Portale, die regelmäßig über neue Giftköder informieren. Neben Giftköder-Radar hat die Plattform Giftwarnung viele aktive Mitglieder, die neue Köder eintragen. Auch bei Instagram, YouTube und Facebook tauschen sich User über Giftköder aus und gründen Gruppen, um sich gegenseitig zu warnen. Prüfen Sie, ob in Ihrer Region eine solche Gruppe existiert und schließen sich dieser an. Dort können Sie sich selbst auf dem Laufenden halten und andere Hundebesitzer warnen – das ist aktiver Tierschutz, der Sie nichts kostet und richtig sinnvoll ist.

Unsere Empfehlung: Das ist zu tun, wenn der Vierbeiner einen Giftköder gefressen hat.

Ist es trotz der Sicherheitsvorkehrungen dazu gekommen, dass Ihr Liebling Gift gefressen hat, tun Sie folgendes:

  • Sofort den Tierarzt anrufen
  • Beobachten Sie ständig, wie sich das Tier verhält
  • Die Reste des Köders aufsammeln
  • Nehmen Sie Erbrochenes mit zum Tierarzt
  • Schnellstens zum Veterinär fahren
  • Notieren Sie sich wie viel und wann Ihr Hund das Gift gefressen hat